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Hochhausers „Faust“ als App fürs iPad

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„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können! Das will mir schier das Herz verbrennen!“

(Zitat nach Wikipedia)

Weise Worte, die da einst Johann Wolfgang Goethe in „Faust“ schrieb. Worte, die den österreichischen Regisseur Philipp Hochhauser dazu bewegten, eine ganz eigene Version des dramatischen Stoffes rund um den Pakt zwischen einem alten Gelehrten und dem Teufel zu drehen – und zwar ohne Worte, nur untermalt mit einem fantastischen Score des Komponisten Alexander Zlamal und als Mischung aus Real- und größtenteils handgezeichnetem Animationsfilm. Nach fünf Jahren harter Arbeit erschien „Faust“ 2009 – und erlitt leider ein ungnädiges Schicksal. Zwar wurde der Film mehreren Festivals vorgelegt, doch so richtig traute sich niemand, den Kunstfilm zu zeigen. Das ist für einen Filmemacher natürlich ziemlich deprimierend.

Doch nun kommt’s. „Faust“ erfährt doch noch eine Veröffentlichung – und zwar der etwas anderen Art: Hochhausers Indie-Film wird in Zusammenarbeit mit der Kopf Digital Publishing GmbH als enhanced eBook in einer deutsch/englischsprachigen Version herausgebracht. D.h., dass neben Goethes Text auch Szenen aus Hochhausers Film zu sehen sein werden. Geboten werden elf Clips, die zwischen zwei und vier Minuten lang sind. Wie Hochhauser auf Anfrage erzählte, entspricht das längenmäßig etwa 50 Prozent des Langfilms. „Vom Inhalt würde ich aber mal schätzen, dass es sich um 80 Prozent handelt, da alle wichtigen Szenen und Einstellungen vorhanden sind – allerdings eben gekürzt und umgeschnitten.“

Die Zusammenarbeit mit Kopf Digital Publishing begann bereits Anfang letzten Jahres, als die Deutschen Kontakt mit Hochhauser über seine Website aufnahmen: „Sie wollten ursprünglich Szenen aus F.W. Murnaus ‚Faust‘-Stummfilm für ihr Projekt verwenden und sind bei der Recherche dann auf unseren Film gestoßen. Ich habe ihnen den Film dann geschickt und mich mit der Firmenleitung in Deutschland getroffen, wo sie mir zu meinem Erstaunen mitgeteilt haben, dass ihnen unser Film besser gefällt als die Murnau-Version“, zeigt sich Hochhauser erleichtert, dass seine Mühen doch noch Früchte tragen.

Nun ist „Faust“ (Text und Film) als App fürs iPad und fürs iPhone käuflich erwerblich. In näherer Zukunft sind noch Versionen fürs MacBook und für den iPod Touch sowie eine spanische Ausgabe geplant. Eine DVD-Veröffentlichung von „Faust“ wird es vorerst nicht geben – derzeit wird aber an einer Kurzversion des Films gearbeitet.

Eine kleine Kostprobe aus Film und Musik kann man dem nachstehenden Trailer entnehmen.

Rodja

Written by HomeMovieCorner

8. April 2011 um 18:26

Veröffentlicht in Indie News

Eine Antwort

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  1. Rodja

    22. April 2011 at 11:38


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