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The art of independent movies

Strichmännchen made in Ö

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Vor kurzem monierte ich noch auf der englischsprachigen Site Pulpmovies.com in einem Artikel über Philipp Hochhausers „Faust“, dass in Österreich seit mindestens 40 Jahren so etwas wie eine Trickfilmindustrie quasi nicht existent sei. Und siehe da, es geschehen noch Zeichen und Wunder, denn nur einige Tage später flatterte eine Einladung zu „Die Trickfilmpremiere“ ins Haus.

Das Event findet am 14. Juni 2011 ab 20:00 Uhr im Filmcasino statt. Als Gäste werden u.a. Josef Hader, Fritz Karl, Erwin Steinhauer, Erni Mangold, Marion Mitterhammer, Erwin Leder, u.v.m. erwartet.

Neben drei Animationsfilmen wird auch die Gruppe Neuer Österreichischer Trickfilm präsentiert, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, dem narrativen klassischen Charakteranimationsfilm in Österreich neues Leben einzuhauchen (okay, das war jetzt sehr vom Pressetext inspiriert). Neben Johannes Schiehsl und Conrad Tambour gehört auch Benjamin Swiczinsky zu den Gründungsmitgliedern. Und eben dieser Swiczinsky hat bei Hochhausers „Faust“ die Animationsregie geleitet.

Die drei Filmemacher, die an der Filmakademie Baden-Württemberg im Bereich Animation studiert haben, haben hehre Pläne, wollen sie doch nichts anderes, als in Österreich ein Bewusstsein für Trickfilm – abseits des bereits etablierten Avantgarde- und Experimentalfilms – schaffen. Dabei will das Trio ein gemeinsames Trickfilmstudio gründen, das auch Koproduktionen am europäischen Markt anstrebt. Zur Einstimmung auf kommende Taten zeigen die drei nun Werke aus ihrem aktuellen Schaffen.

  • „Heldenkanzler“ (von Benjamin Swiczinsky – mit den Stimmen von Erwin Leder, Philipp Hochhauser, u.a.): Es war einmal im Jahre 1933 ein kleiner schnauzbärtiger Österreicher, dessen größter Traum es war, faschistischer Diktator zu werden. Nein, nicht in Deutschland, sondern in Österreich. Dieser kleine Mann hieß Engelbert Dollfuß… „Heldenkanzler“ behandelt satirisch eine umstrittene Persönlichkeit der österreichischen Geschichte.
  • „366 Tage“ (von Johannes Schiehsl – mit den Stimmen von Hosea Ratschiller, Peter Hörmanseder): Ein junger Mann leistet seinen Zivildienst ab. Dabei führt ihn seine Verpflichtung in die Wohnungen von Menschen, die weniger an Krankheiten oder an Verletzungen, sondern vor allem an Einsamkeit leiden. Sein exzessives Engagement um seine Patienten führt ihn an den Rand eines Burn-Outs. Doch am Ende kommt die Rettung – und zwar gerade von jemandem, von dem er sie am wenigsten erwartet hätte.
  • „Der Besuch“ (von Conrad Tambour – mit den Stimmen von Erni Mangold, Erwin Steinhauer, Klaus Ofczarek und Ingrid Burkhard): Eine tragisch-komische Geschichte über eine alte Frau, die mitten in der Nacht – sehr zum Entsetzen ihres herbeigerufenen Sohnes – für ihre längst verstorbenen Freunde kocht. Phantasie, Traum oder Wirklichkeit?

„Der Besuch“ wurde laut der vorliegenden Presseaussendung von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet und erhielt den Preis für „beste Animation“ beim Sehsüchte Festival in Potsdam. Und auch Bill Plympton, Oscar-nominierter Ein-Mann-Indie-Trickfilmer („Your Face“, „Mutant Aliens“, „Hair High“) war von den Werken der Neuen Österreichischen Trickfilmer angetan und fand lobende Worte.  

Rodja

INFO: http://www.neuer-trickfilm.at. Fotocredits: neuer-trickfilm.at

Die Trickfilm Premiere from Neuer Trickfilm Österreich on Vimeo.

Written by HomeMovieCorner

26. Mai 2011 um 15:09

Veröffentlicht in Indie News

2 Antworten

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  1. […] von Philipp Hochhausers „Faust“, habe ich ja schon des öfteren berichtet. Auch darüber, dass er zusammen mit Conrad Tambour und Johannes Schiehsl die Gruppe „Neuer […]


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