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„Vierter Sommer“: Wald, Wildnis, Geschlechterkampf

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Der Grazer Schauspieler, Drehbuchautor und Filmemacher Martin Kroissenbrunner hat anscheinend eine ziemliche Affinität zum Wald. Das hat er u.a. in „Tartarus“ (schrieb u.a. am Drehbuch mit) und „Licht in leeren Häusern“ schon angedeutet (à la Vorschlaghammer, würde ich mal sagen) – mit „Vierter Sommer“ darf er sich nun endgültig als überführt betrachten.

Im Wald hört dich niemand schreien

Synopsis: Tief in die Natur hineingehen, sich von Zwängen und Ängsten städtischen Lebens befreien und die Sau rauslassen…

Jonas und Vera, zwei Fremde Ende 20, liefern sich beim Wildcampen in einer isolierten obersteirischen Klamm einen schonungslosen und überraschend heilsamen Geschlechterkampf.

Jonas hat ein Problem mit Frauen: Vielleicht war er ihnen bisher nicht offensiv genug. Jetzt reicht es ihm: No more Mr. Nice Guy, schon gar nicht hier oben in der Natur. Wie sonst soll Jonas endlich all diese Emotionen rauslassen, die sich in ihm angestaut haben?

Vera hat ein Problem mit Männern: Ihr Exfreund Christoph hat sich nach drei Jahren derart abrupt und wortlos von ihr getrennt, dass sie davon immer noch traumatisiert ist. Christoph hat diese Klamm früher als sein Campingrefugium genutzt und hat Vera nie mitnehmen wollen – jetzt, im vierten Sommer, ist er verschwunden, und Vera sucht hier oben nach Antworten.

Mitten in ihrer pubertären Schlammschlacht entdecken Vera und Jonas letztlich, dass sie einander wesentlich mehr zu geben haben als Ohrfeigen – die Wildnis hält noch einige Überraschungen bereit…

Martin Kroissenbrunner und sein Team von SchachtelFilm haben mangels Budget (nur 2.000 Euro standen zur Verfügung) den Film wie einen Dokumentarfilm angelegt. Bevor gedreht wurde, wurde das Stück zuerst einmal theatermäßig einstudiert. Gearbeitet wurde mit einem Zwei-Mann-Team, wobei Regisseur Kroissenbrunner auch noch den Ton angeln musste. Für den Grazer war der Film vor allem ein „How low can you go with low budget“-Experiment. Und wenn man sich den Teaser so anschaut, sind zumindest mal fantastische Bilder gelungen, die Lust auf mehr machen. Für das Konzept zu „Vierter Sommer“ wurde Kroissenbrunner laut der Pressemappe mit dem Cinestyria-Filmkunststipendium 2011 ausgezeichnet.

Der Spielfilm läuft noch bis zum 18. November im Filmzentrum im Rechbauerkino in Graz.

Rodja

Bild: SchachtelFilm

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Written by HomeMovieCorner

24. Oktober 2011 um 15:27

Veröffentlicht in Indie News

3 Antworten

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  1. Wirklich Nett! Gefaellt mir sehr! Wo ist der Like Button fuer Facebook?

    Dennis

    7. November 2011 at 23:19

  2. Eines muss man denen schon lassen. Die Trailer schauen immer schön gut aus. Sauber gemacht. Wenn ich mir da – um ein ungleich höheres Budget – zusammen geschnipselte Trailer wie für „Wie man leben soll“ oder „Der Fall des Lemming“ ansehe. Da kommt einem ja das große Grauen.

    Wie fandest du „Licht in leeren Häusern“?
    Mir gefiel das Konzept und auch das Setting. Der Schluss-Twist war gut umgesetzt, auch wenn mir dieses ständige Abdriften in den Klamauk nicht besonders behagte.

    Patrick

    20. November 2011 at 06:44

    • „Licht in leeren Häusern“ war nicht so ganz mein Fall. Das Konzept war interessant, die Personen agierten menschlich nachvollziehbar. Allerdings… es war mehr ein Beziehungsdrama als ein Thriller. Und irgendwie hatte man das Gefühl, dass man zwischen den Stühlen sitzt. Hat man sich in einem Moment gedacht, „Ui, jetzt wird es ein Thriller“, kamen die Beziehungsprobleme daher. Hat man sich dann auf ein Beziehungsdrama eingelassen, sind wieder Thrillerelemente daher gekommen. Nicht ganz mein Fall, aber vom Konzept her gut durchdacht. Vor allem das Menschliche wurde sehr genau beobachtet und dargestellt.

      HomeMovieCorner

      21. November 2011 at 09:23


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