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„New York: November“ – die jahrelange Odyssee zweier Kärntner Filmemacher

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Wenn ab 30. November der Film „New York: November“ (in früheren Meldungen auch als „South“ betitelt) in den österreichischen Kinos anläuft, dann grenzt das an ein Wunder. Die Dreharbeiten zu dem Indie-Streifen der beiden Kärntner Joachim Krenn und Gerhard Fillei starteten 1997. Eigentlich war das Ganze als Kurzfilm geplant, doch dann beschlossen die beiden Filmemacher, die Geschichte zu überarbeiten und daraus einen abendfüllenden Spielfilm zu machen. Wie einer Presseaussendung zu entnehmen ist, sollte diese Entscheidung die nächste Dekade ihres Lebens bestimmen.

“Während der Produktion hatten wir derartig viele Rückschläge, dass vom tatsächlichen Drehstart bis zum fertigen Film zwölf Jahre vergingen. Sieben Jahre davon besaßen wir keine Rechte am Film. Das ist aber eine eigene Geschichte. Wir mussten uns während dieser Zeit buchstäblich jeden Meter erkämpfen und mehr als einmal standen wir am Rand einer finanziellen Katastrophe“, so die beiden Regisseure. „Insgesamt gab es sieben Drehphasen in New York, die letzte 2004. Drei Drehphasen in Österreich, die letzte im Frühjahr 2008. Es gibt Szenen, in welchen der Altersunterschied eines Schauspielers von einer Szene zur nächsten ganze acht Jahre beträgt!”

Immer wieder musste die Arbeit am Film unterbrochen werden, doch trotz der aussichtslosen finanziellen Situation wurde unbeirrt an dem Ziel festgehalten, den Film fertigzustellen. „Es hat so viele Situationen gegeben, wo man normalerweise sagt: ‚Jetzt ist genug, da geh ich keinen Schritt weiter!‘ Aber da waren wir wohl schon zu weit draußen. Umkehren hätte keinen Sinn mehr gehabt, zuviel Verantwortung war und ist zu tragen…”

Inhalt: 1999, wenige Tage vor Thanksgiving.

Nach einem dramatisch gescheiterten Raubüberfall auf eine Bank in Los Angeles steht Bruce McGray am Tiefpunkt seines Lebens. In ihm brennt der Wunsch, alles hinter sich zu lassen und ein neues Leben zu beginnen. Vielleicht sogar an jenem Ort in Südamerika, den eine junge, unbekannte Frau in ihrem Tagebuch so eindringlich beschreibt: Eine verlassene Orangenfarm an der Küste Kolumbiens.

Als Bruce sich in der kommenden Nacht mit dem mysteriösen Buch beschäftigt, ahnt er nicht, dass sein Inhalt in den nächsten Stunden seine gesamte Vergangenheit in Frage stellen wird. Während ihm das FBI und schließlich auch die New Yorker Polizei immer dichter auf die Spur kommen, beginnt für Bruce eine verzweifelte Suche nach seiner wahren Identität.

Der APA gaben die zwei Filmemacher ein sehr erhellendes, sehr lesenswertes Interview über die teils katastrophalen Produktionsbedingungen. Hier geht es zum Artikel: „Zwei Kärntner drehten Indie-Film in New York“

Rodja

INFO: http://www.newyorknovember.com/
BILD: Finnworks

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Written by HomeMovieCorner

24. November 2011 um 16:17

Veröffentlicht in Indie News

2 Antworten

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  1. Von der ausführlichen und vor allem positiven Berichterstattung (Hintergrundgeschichte auf orf.at, tolle Rezensionen im Kurier, Krone) bin ich sehr überrascht.

    Andererseits. So ein „österreichischer Eraserhead“ kommt ja auch nicht alle Tage vor. 😉

    Wäre nur schön wenn auch andere ambitionierte Independent-Filme eine ähnliche Berichterstattung nach sich ziehen würden.

    Patrick

    3. Dezember 2011 at 19:10

    • Die Berichterstattung über solche Filme kommt langsam ins Rollen, glaube ich. Es gibt ja auch immer mehr Sender – und ich glaube, dass einige der Indie-Filme tatsächlich schon die nötige Qualität haben, um im Fernsehen zu laufen. Nicht unbedingt Prime Time, und auch nicht bei den größten Sendern. Aber RTL II zeigt ja auch schon The Asylum-Filme – so ab 22:00, 22:30 Uhr. Und Filme wie „Nydenion“ oder „Tartarus“ könnten da auch schon laufen. Von „Auf bösem Boden“ oder „Die Farbe“ gar nicht zu reden.

      HomeMovieCorner

      4. Dezember 2011 at 11:11


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