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torrent – Magazin für serielles Erzählen

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Cover_Torrent_1-20131Interessensbedingt lese ich natürlich viele Filmzeitschriften. Oder: Habe gelesen. In letzter Zeit blättere ich eher lustlos durch die diversen Magazine und mache mir geistige Notizen, welcher Titel gerade als Film oder DVD erschienen ist. Mehr aber auch nicht. Mit den Rezensionen selbst befasse ich mich kaum noch ernsthaft, habe ich doch oft das Gefühl, dass die lieben Herren und Damen Kritiker oft nicht recht anspruchsvoll sind und maximal durschnittliche Massenware als äußerst empfehlenswert durchwinken. Wen wundert es, befindet sich doch im Umkreis von zwei Seiten vor oder nach der Filmvorstellung meist eine bezahlte Label-Werbung, die eben auf diesen Film hinweist. Anzeigenkunden will man ja nicht unbedingt vergrämen.

Nun bin ich durch Zufall in einem Bahnhofskiosk hier in Österreich über die deutsche Zeitschrift „torrent – Magazin für serielles Erzählen“ gestolpert. Anders als man vermuten könnte, beschäftigt sich das Magazin nicht mit illegalen Downloads, sondern mit TV-Serien (eben: serielles Erzählen). Ich zähle mich zwar nicht zu den Hardcore-Serienfans, aber dennoch muss ich sagen, dass im Fernsehbereich immer interessantere Geschichten erzählt werden. Das hängt auch damit zusammen, dass die Autoren nicht zwangsläufig wie früher eine ganze Geschichte in eine 45-minütige Folge pressen, sondern sich mit dem Erzählen Zeit lassen. Ob nun zwei, drei Folgen hintereinander, oder eine ganze Staffel – die Charaktere haben die Möglichkeit, sich zu entwickeln, Ecken und Kanten aufzuweisen. Und das ist für mich – selbst ein verkappter Drehbuchautor und Romanschreiber in spe – äußerst spannend.

„torrent“ widmet sich der ganzen Bandbreite komplex erzählter Fernsehserien, von den Klassikern bis hin zu den Neustarts. Ob ARD, ZDF, NBC, HBO oder NBC – in diesem Magazin kommen Schauspieler, Drehbuchautoren, Regisseure und Showrunner zu Wort. In der aktuellen Ausgabe 1/2013 wird z.B. die dritte Staffel von „The Walking Dead“ behandelt, aber auch über den Dreiteiler „Morgengrauen“ der deutschen Serie „Ein Fall für zwei“ (Meine Reaktion: „Was?! Da gab’s Mehrteiler?!?“) aus dem Jahr 1984 referiert. Ebenfalls interessant, wie skandinavisch-deutsche Koproduktionen zustande kommen.

Diese Zeitschrift ist aber nicht nur eine wahre Fundgrube, sondern auch noch ein Lesevergnügen. Ich habe nicht das Gefühl, als Laie reinstem Nerd-Wissen ausgesetzt zu sein, sondern finde in allen Artikeln Informationen, die mir ein richtiges Aha-Erlebnis bescheren. Weites positiv aufgefallen ist, dass die Homepage des Magazins zusätzliche und ergänzende Informationen liefert und immer wieder einen kurzen Blick wert ist.

Wie erwähnt, hatte ich das Glück, über das Magazin in einem Kiosk zu stolpern. Leider ist dieser Vertriebsweg für die Zeitschrift unrentabel, so dass „torrent“ nur noch im Jahresabo (vier Ausgaben, 20 Euro für Deutschland, 28 Euro fürs EU-Ausland bzw. Schweiz) zu beziehen ist. Die Vertriebssituation ist nicht gerade günstig für eine junge Zeitschrift. Trotzdem habe ich abonniert und drücke „torrent – Magazin für serielles Erzählen“ die Daumen, dass die widrigen Umstände besser werden.

Rodja

Edit 09.02.2013: Kleine Korrektur: Man kann auch Einzelhefte über die Homepage ordern. D.h., Probe lesen ist durchaus möglich.

PS: Und auf einmal fallen mir all diese Serien ein, die mich als Kind fasziniert haben, wie z.B. „Der Seewolf“, die britisch-deutsche Sci-Fi-Serie „Die Mädchen aus dem All“ mit Pierre „Winnetou“ Brice, „Silas“, „Robin Hood“, „Jack Holborn“, „Mondbasis Alpha 1“ und, und, und… wieder ein.

Cover: torrent – Magazin für serielles Erzählen
Homepage: http://torrent-magazin.de
FaceBook-Gruppe: https://www.facebook.com/#!/Torrentmagazin

Edit 10.05.2013: Leider hat „torrent – Magazin für serielles Erzählen“ erkannt, dass die Ausgaben für ein Printmedium einfach zu hoch sind. Aus diesem Grund wird nur noch im Internet veröffentlicht, schreibt das Magazin in einem Statement.

Written by HomeMovieCorner

8. Februar 2013 um 17:03

Veröffentlicht in Tipps & Tricks

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4 Antworten

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  1. Danke für den Tipp.
    Mir wurde vor Jahren ein „Sight & Sound“-Abo geschenkt und dieses hege und pflege ich, auch wenn es mal Monate gibt, in welchen ich mich nicht so recht mit den Artikeln anfreunden kann.
    Im deutschsprachigen Raum blättere ich hie und da das epd Filmmagazin durch aber ansonsten reizt mich kaum eine Zeitschrift.

    Patrick

    8. Februar 2013 at 18:17

  2. Danke für die lobende Besprechung. Eine kleine Korrektur: Außer im Abonnement ist das Magazin natürlich auch als Einzelheft über unsere Webseite erhältlich.

    Marcus

    9. Februar 2013 at 11:19

  3. […] von mir sehr geschätzte “torrent – Magazin für serielles Erzählen”, das ich hier lobend erwähnt habe, hat erkannt, dass die Ausgaben für ein Printmedium einfach zu hoch sind. Aus […]


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