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Lebenszeichen vom Neuen Deutschen Genrefilm

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genrefilmIst es nicht absurd? Da feiern TV-Serien rund um Serienkiller („Dexter“), Fantasywelten („Game of Thrones“), Kämpfe im Weltall („Battlestar Galactica“), Krieg gegen Terror („Homeland“) oder brutale Drogenverbrechen („Breaking Bad“) im Fernsehen fröhliche Urständ – und werden auch lobend für innovatives Geschichtenerzählen im Feuilleton erwähnt. Aber kaum versucht mal ein deutschsprachiger Regisseur etwas in diese Richtung, dann wird es höchstens gerade mal so am Rande erwähnt. Dennoch gibt es ein starkes Interesse an solchen Filmen, wie deutschsprachige Magazine wie „Deadline“ oder „Virus“ sowie Festivals wie das „Fantasy Filmfest“ in Deutschland oder das /slash Filmfestival oder die Fright Nights in Österreich beweisen. Produktionen aus deutschsprachigen Ländern sind dort aber eher die Ausnahme.

Nun reicht es vielen Filmemachern (darunter auch vielen Indies) und sie wollen mit dem Label „Neuer Deutscher Genrefilm“ ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz im deutschen Unterhaltungskino setzen und dem – laut Presseaussendung – monothematischen Bollwerk aus deutschem Betroffenheitskino und Romantic Comedys von und mit den stets gleichen Gesichtern (Hat da jemand Til Schweiger gerufen? Also ich war das nicht!) den Kampf anzusagen.

Wie genau das nun stattfinden soll, ist noch offen, schließlich müssen die Filmemacher auch Geld verdienen. Aber sie wollen sich vernetzen, ihr Anliegen publik machen. Ein erster Schritt ist schon mal ein Teaser, der verschiedene Filme, wie das Apokalypseszenario „Hell“ von Tim Fehlbaum, der Giallo „Masks“ von Andreas Marschall, die H.P. Lovecraft-Huldigung „Die Farbe“ von Huan Vu oder der zu-gut-für-eine-Webserie-deswegen-wird-es-ein-Spielfilm Zombiestreifen „Viva Berlin!“ von Moritz Mohr oder dem erst vor kurzem hier vorgestellten „Land of Giants“ von Krystof Zlatnik zusammenfasst. Auch der mit dem HomeMovieCorner-Förderpreis ausgezeichnete 3D-Zombie-First-Person-Shooter „Cerusit“ von Matthias Olof Eich kommt vor.

Mit deutsch ist übrigens deutschsprachig gemeint, denn auch Produktionen von österreichischen Regisseuren, wie Peter Kollers „Auf bösem Boden“ oder Marvin Krens „Rammbock“ sind dabei. Schweizer Filmemacher konnte ich allerdings keinen ausmachen.

Der Teaser wurde bereits im Februar während der ersten Genrenale in Berlin zusammen mit Trailern, Kurzfilmen und Filmausschnitten vorgestellt. Und das zu einem Zeitpunkt, als gerade die renommierte Berlinale lief. Insofern darf man das Logo der Genrenale, den abgeschlagenen Bärenkopf, auch als Kampfansage an das Filmestablishment verstehen. Ich würde sagen, 2013 war die Nullnummer, doch schon 2014 soll ein echtes Festival steigen. Wer also einen entsprechenden Genrefilm in petto hat, soll sich bei den Veranstaltern melden.

Rodja

INFO: http://genrefilm.net; https://www.facebook.com/NeuerDeutscherGenrefilm; http://www.genrenale.de/

Written by HomeMovieCorner

22. März 2013 um 18:26

7 Antworten

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  1. Der Teaser ist gut gemacht, auch wenn mich die Musik zwischendurch an den ersten „TRON“ erinnerte.😉

    Bei deinem Satz „Schweizer Filmemacher konnte ich allerdings keinen ausmachen.“ musste ich sofort an Dani Levy denken, der ja immer wieder gerne davon spricht, dass es ja gar keinen „Schweizer Film“ gibt.

    Patrick

    23. März 2013 at 17:01

    • Inzwischen wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass Tim Fehlbaum („Hell“) aus der Schweiz kommt. Allerdings ist das doch eher eine deutsche Produktion.

      HomeMovieCorner

      23. März 2013 at 21:29

      • Na ja, das hätte ich aber absolut als deutsche Produktion eingeordnet.
        Die zuständigen Produktionsfirmen sind aus Deutschland, gedreht wurde hauptsächlich in Deutschland mit deutschen Schauspielern und der prominente Ober-Guru-Produzent ist Roland Emmerich.

        Wenn ich an Filme aus der Schweiz denke, dann fallen mir da noch am ehesten die beiden Horrorfilme „Sennentuntschi“ und „One Way Trip 3D“ ein.

        Patrick

        24. März 2013 at 09:34

      • Ja, so ganz einfach ist das nicht. Ich stimme dir auch zu, dann muss man „Rammbock“ auch eher als deutsche Produktion sehen.

        „Sennentuntschi“ ist definitiv Schweiz, aber „One Way Trip“ (den ich noch immer nicht gesehen habe) hat auch viel Österreichisches (viele Schauspieler, Drehbuch, auch ein Teil des Geldes).

        HomeMovieCorner

        24. März 2013 at 18:06

  2. Dieses „Problem“ wurde ja im Zuge von „Amour“ wieder einmal diskutiert. Welches Land einen Film „für sich“ beanspruchen kann, liegt ja wohl auch an den Produktionsumständen. Wie viel Geld, Logistik, etc. kommt von wo her. Hinzu kommt natürlich der Hintergrund des Regisseurs und Autoren.

    Bei „Rammbock“ bin ich wohl in der Minderheit wenn ich den auch eher als „deutschen Film“ sehe. Wurde von deutschen Stellen finanziert, spielt in Berlin und hat halt zufällig einen österreichischen Einschlag (Regie, Darsteller Michael Fuith).

    „One Way Trip“ (muss ich mir auch endlich mal ansehen) hat sehr viel österreichische Aspekte, wie du eh erwähnst.
    Das von Bauer/Zach geschriebene „Northmen“ ist, wenn ich das richtig sehe, wieder eher „nur“ ein Schweizer Film.

    Patrick

    24. März 2013 at 18:30

  3. […] The Lost Movies: Damnatus – Der Feind im Inneren”), über die von ihm mitinitiierte Aktion Neuer Deutscher Genrefilm und natürlich auch über den Spielfilm “Die Farbe” (2010), basierend auf einer […]

  4. […] Huan Vus viele Projekte, Filme und Vorhaben wurde auf diesem Blog schon öfters (u.a. hier, hier und hier) berichtet – nur diesmal ist es zeitkritisch. Der Filmemacher will bis zum 31. […]


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