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HMC-Classics: Twinraiders

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twinraiders1Am 12. Dezember 2001 ging mit „Twinraiders“ die erste Rezension des HomeMovieCorner online. Zwar überzeugt der Film nicht unbedingt mit einer originellen Story – gegensätzliches Duo gegen eine schwer bewaffnete Kampfstation – dennoch erzeugte der Film bei mir einen Aha-Effekt, der wiederum meine Liebe zum Amateur- und Independentfilm auslöste. Mit vielen, gut gelungenen Special Effects und gut gezielten Pointen liefern die Regisseure Marcel Laube und Sven Hüsken einen gelungenen Sci-Fi-Film ab, der anhand seiner Filmzitate die Verehrung der beiden Deutschen für die Klassiker des Genres verrät.

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Nichts geht über einen Computer-Abend daheim, denkt sich Sci-Fi-Fan Julian (Sven Hüsken). Unglücklicherweise werden seine gemütlichen Pläne gestört, als in der Nähe seiner Wohnung ein vermeintliches Flugzeug abstürzt. Als Julian zum Unglücksort fährt, läuft ihm ein anscheinend verwirrter Pilot ins Auto. In Panik nimmt Julian den besinnungslosen Mann zu sich und verarztet ihn notdürftig. Als der Unbekannte erwacht, stellt er sich als außerirdischer „Twinraider“-Pilot Dicoty (Marcel Laube) vor. Sein Volk kämpft gegen die Versklavung durch die Scilicets. Während einer Mission entdeckte das Geschwader von Dicoty den geheimen Standort der Scilicets. Im anschließenden Kampf konnte Dicoty mit seinem „Twinraider“ zwar als einziger entkommen, doch der Tod seines Co-Piloten zwang ihn zu einer Notlandung auf der Erde. Nun ist Dicoty auf die Hilfe von Julian angewiesen, um seinem Volk die geheimen Koordinaten der Scilicet-Basis übermitteln zu können…

twinraiders2„Twinraiders“ war das Debüt der deutschen Filmgruppe Dreamvision Inc., bestehend aus Marcel Laube und Sven Hüsken. Zugegeben, die Story vom gegensätzlichen Duo, das den Kampf gegen eine schwerst bewaffnete Kampfstation aufnimmt, ist nicht unbedingt die neueste im Sci-Fi-Bereich (Hallo, Star Wars!), dennoch gelang Dreamvision Inc. eine gelungene und pointenreiche Story. Das erste Drittel des Films ist zwar ein bisschen holprig – als Entschuldigung mag man aber geltend machen, dass die beiden Filmer sich erst mit diversen Film- und Schnitttechniken vertraut machen mussten. Doch mit jeder verstrichenen Filmminute wirkt das Handwerk der beiden Jung-Regisseure immer sicherer, und auch elegante Special Effects sorgen dafür, dass der Film immer stimmiger wird. So ist die Verfolgungsjagd durch den Wald eine der originellsten Szenen, die ich seit langem gesehen habe, und die animierten Bluebox-Flugszenen im detailreich ausgestatteten Cockpit des „Twinraiders“ gehören auf jeden Fall ins Lehrbuch „Was kann ich alles aus meinem Pentium 233 herausholen?“.

twinraiders3Nicht zu vergessen die Schauspieler, die anscheinend mit viel Spiellust agierten. Großes Kompliment an Marcel Laube und Sven Hüsken, aber auch an Devid Gockel, der dem Scilicet, einer Mischung aus Arnold Schwarzeneggers T-800 und einem verwandlungsfähigen T-1000, eine gewisse Coolness verleiht. Als besonderes Zuckerl ist nach dem Hauptfilm ein Making-Off zu sehen, das etwas durcheinander Hoppalas und das Entstehen einiger Spezialeffekte zeigt. Bemerkenswert vor allem die geringen Produktionskosten von 400,- DM (knapp 2.800 Schilling, umgerechnet ca. 205 Euro).

Nachspiel: Meine Erwartungshaltung nach „Twinraiders“ an Marcel Laube und Sven Hüsken war groß – aber anno 2001 hatte ich noch keine wirklich Ahnung von der Indie-Filmszene. Insofern war meine Erwartungshaltung eigentlich gegenüber jedem Filmemacher damals sehr groß. Nach ihrem Erstlingsfilm „Twinraiders“ bereiteten die beiden aus Hamm stammenden Filmemacher einen Film namens „Die Quittung“ vor. Doch daraus wurde nichts.

twinraider5Hüsken arbeitete danach an einigen VFX-Effekten für Heiko Benders Vampirfilm „Kinder der Nacht II“ (mit Kelly Trump und Bela B. Felsenheimer), dessen vielbeachteter Trailer damals durch die Internetforen geisterte. Allerdings… dieser Film – obwohl fertig gedreht – kam nie heraus. (Hm, ein Fall für „Raider Of The Lost Movies“?). Einen weiteren filmischen Versuch starteten Laube und Hüsken mit einem Konzept, um „Raumpatrouille Orion“ zu reaktivieren. Wie Hüsken auf Nachfrage erzählte, gab es sogar Gespräche mit Bavaria Film. Doch das Projekt verlief im Sand.

Nach den gescheiterten Projekten hat sich Marcel Laube laut Sven Hüsken aus dem kreativen Bereich zurückgezogen. Hüsken hingegen hat gerade vor kurzem (1. Oktober) den Thriller „Papa“ als E-Book veröffentlicht. Und zwar nicht im Eigenvertrieb, sondern beim renommierten Verlag Droemer Knaur. Filmisch wird es von Hüsken demnächst aber doch wieder etwas zu sehen geben. Er bereitet nämlich gerade einen Trailer zu seinem Buch vor.

Rodja Pavlik

INFO: Dreamvision Inc.: „Twinraiders“ – BRD 1998/99, Sci-Fi – ca. 45 min. Budget: ca. 200 Euro. Regie: Marcel Laube, Sven Hüsken. Darsteller: Sven Hüsken, Marcel Laube, Devid Gockel, Daniel Hoffmann.

Was ist HMC-Classics?

Written by HomeMovieCorner

16. Oktober 2013 um 15:14

3 Antworten

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  1. […] Jahr habe ich mit der Rezension zu “Twinraiders” (D 1998/99) von Sven Hüsken und Marcel Laube die Kritik zu einem […]

  2. […] und Humor gemacht. Kurz, ich hatte viel Spaß daran, wie man hoffentlich auch der Rezension hier entnehmen kann. Das Review war übrigens das erste virtuelle Lebenszeichen des HomeMovieCorner, das […]

  3. […] und Humor gemacht. Kurz, ich hatte viel Spaß daran, wie man hoffentlich auch der Rezension hier entnehmen kann. Das Review war übrigens das erste virtuelle Lebenszeichen des HomeMovieCorner, das […]


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