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Videopodcast – der neue Hype

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Mir ist klar, dass die Uhren in Österreich anders ticken. Während in Deutschland sich schon sehr früh die Filmer in Internetforen sehr gut vernetzten, hat das in Österreich erst mit Facebook so richtig geklappt (obwohl ich ein gut verwaltetes Forum noch immer für einen großen Gewinn hierzulande halten würde). Und nun dürfte sich in Deutschland eine Szene von Videopodcastern mit Leuten wie Y-Titty oder LeFloid (die ich hin und wieder schaue) bilden. Aber tut sich da etwas in Österreich?

Nicht jedes Internet-Format hat in Deutschland Erfolg. Man denke nur an Webserien, wo es bei den Nachbarn auch sehr öde aussieht (im Vergleich zu Ländern wie den USA und Kanada). Aber die Videopodcasts… die boomen.

Da frage ich mich: Gibt es so etwas auch in Österreich? Hat jemand eine Ahnung? Und sollten wir da nicht auch was machen, vielleicht auch gegensteuern? Die vielen Videopodcasts in Deutschland haben vieles gemeinsam. Die Moderatoren wirken wie Duracell-Hasen auf Speed, versuchen extrem emotional zu sein (entweder voll dafür oder voll dagegen), sind mal wirklich witzig, dann wieder auf Kalauer-Ebene – und die Zwischenpausen, die man nun mal beim Sprechen macht, werden weggeschnitten, was wiederum die Moderatoren im Bild hin- und herhüpfen lässt.

Wie könnte man dagegensteuern? Vielleicht etwas mehr educational, nicht so krampfhaft witzig, mehr informativ?
Habt Ihr Euch mal die Formate angeschaut? Was haltet Ihr davon?

Anbei ein etwas längerer Artikel von Alina Fichter in der „Zeit“. Zitat: RTL war gestern, die ARD – vorgestern: Eine Generation wendet sich vom Fernsehen ab. Sie findet ihre neuen Bildschirmhelden im Netz“: Da guckst du!

Rodja

Written by HomeMovieCorner

17. Oktober 2013 um 09:47

Veröffentlicht in Latest Talk

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6 Antworten

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  1. Ich habe diesen Post auch auf Facebook in der Gruppe Filmschaffende Österreich zur Diskussion gestellt. Userin Eva Miaz hat mir erlaubt, ihren Kommentar dort hier zu posten.

    „Das frage ich mich auch schon seit Jahren. Hab die Youtube-Szene ein bisschen mitverfolgt, weil es mich interessiert hat wie das Modell funktioniert, dass man von diesen Videos leben kann. Meistens sieht man nur „die lustigen Typen“ oder „das fesche mädel“, die dir Schminktipps gibt“ aber da ist ein viel größeres Modell dahinter.

    In Amerika ist das ja schon seit vielen Jahren normal. Jeder kennt Ray William Johnson, Pewdiepie oder Corridor Digital (die zwar unregelmäßig posten, aber sich auch vom „youtube-geld“ alles finanziert haben, angefangen von der vfx-software über ihre red scarlet). Auch Freddie Wong hat mit seiner Crowdfunding-Kampagne für sein Format „Video Game High School“ innerhalb von 24 Stunden sein Ziel von 75.000 US-Dollar locker erreicht und am Ende 270.000 US-Dollar zur Verfügung gehabt.

    Diese Ausmaße kann man natürlich nicht auf Deutschland oder schon gar nicht auf Österreich ummünzen. Aber Y-Titty zeigen für mich auch den Beweis, dass es möglich ist. Wochenlange Chart-Platzierung, neues Album, am Wochenende von Stefan Raab zur Stock-Car-Challenge eingeladen und trotzdem hauen sie jede Woche mindestens 3 Videos auf den Markt.

    Die geheime Zutat, die ich immer wieder finde: Die Menschen oder „Entertainer“ stehen absolut im Vordergrund und haben sich meist über Jahre ihre Fanbase aufgebaut. Sie posten kontinuierlich, egal ob „ich sitz auf der couch und laber“ oder es ist das neue Musikvideo. Y-Titty haben 2008 angefangen mit Youtube-Videos und jeder fragt sich 2013 warum die so einen Erfolg haben. Wenn du 5 Jahre lang jede Woche kontinuierlich ein Video machst, ist es klar, dass du besser wirst, lustiger wirst, weißt wie du mit dem Equpiment besser umgehst und nicht zuletzt Leute auf dich aufmerksam werden.“

    HomeMovieCorner

    17. Oktober 2013 at 12:33

    • Weiterer Kommentar von Userin Eva Miaz:

      „Rein journalistische oder informative Formate boomen genau so, wenn sie spannend und zeitgemäß präsentiert werden. Siehe zB Philip de Franco mit 2 Millionen „Fans“. Montag bis Donnerstag News aus der ganzen Welt (manchmal wichtiger, manchmal weniger wichtig). Natürlich gibt er auch eine persönliche Meinung dazu ab, aber spornt die Zuseher auch auf, Diskussionen zu führen, ihre Meinungen preis zu geben. Ob man ihn persönlich mag oder nicht, sei mal dahin gestellt.“

      HomeMovieCorner

      17. Oktober 2013 at 16:01

  2. User Nikolaus Kreuzer hat ebenfalls gestattet, seinen Kommentar hier abzudrucken.

    „Es gibt eine Seite die die geschätzte Einnahmen von Kanälen darstellt: http://socialblade.com/youtube/user/YTITTY
    Grundsätzlich kann man pro 50.000 Abonnenten 1 Person gerade mal so ernähren. Bis dahin sollte man es eher aus Spaß machen.

    Rein informativ/journalistisch ist auf YouTube offensichtlich kein Erfolgsrezept, aber wenn man es mit Witz anreichert kommen sachen wie Tagesschaum raus, recht erfolgreich, aber die Leute dahinter kamen aus dem Fernseh-Bereich und hatten Material & Know-How zur Verfügung. Frage mich wie ein journalistischer Kanal funktionieren soll der sich kein Fremdmaterial leisten kann.“

    HomeMovieCorner

    17. Oktober 2013 at 16:04

  3. User Leo Lehrbaß schrieb: „zum Artikel aus der Zeit (und zum Schluss zum Thema Videopodcasts); Es gibt Menschen, die sagen, das Internet sei ein virtueller Raum. In Wirklichkeit ist jedoch das, was diese Menschen als Realität betrachten, längst Vergangenheit, und das WorldWideWeb die neue, gewandelte Realität. Was früher der Marktplatz oder auch “das echte Leben draußen“ war, ist heute das Internet. Punkt. Das ist nicht meine Meinung noch war es jemals mein Wunsch, dennoch ist es Fakt.

    Genauso wie damals, geht man dort seinen täglichen Geschäften nach, seien es Einkäufe oder Arbeiten, man sieht dem bunten Schauspiel der anderen zu, lernt neue Leute kennen, erfährt die Neuigkeiten, die einen interessieren – da ist kein Unterschied zwischen dem Internet und dem Marktplatz von damals. Der Mensch hat sich kaum verändert – das von ihm geschaffene Umfeld dagegen gewaltig. Es vollzieht sich ein Wandel, auch wenn dem noch nicht alle nachkommen (wollen).

    Ein Beispiel ist das boomende “Internetfernsehen“, es verschreibt jährlich steigende Besucherzahlen, die traditionellen Fernsehsender sind nurmehr aussterbende Dinosaurier, uralt wie der Altersdurchschnitt ihrer Zuschauer. Die Karten der Medienwelt werden neu gemischt, denn wenn man heute in einer Schulklasse nach dem Begriff fragt, antwortet keiner mehr mit “Zeitung“ oder “Radio“ – die erste Antwort ist das Internet. Und bei genau dieser Neuordnung spielen diese Videopodcasts eine wichtige Rolle, sie bilden quasi die Flanke der freien und individuellen Medienkultur in einem taktischen Kriegszuge gegen die traditionellen Medien. In Deutschland ist diese Schlacht nahezu entschieden – in Österreich anscheinend noch nicht.“

    HomeMovieCorner

    18. Oktober 2013 at 07:30

  4. Ich kenn natürlich mehrere Videopodcast die mir in den Jahren untergekommen sind, aber so wirklich bei der Stange konnte mich noch keiner halten. Ob das die Zukunft das Fernsehen ist? Könnte sein, youtube bietet jedenfalls die Möglichkeit und das Netzwerk. Ohne Netzwerk, ohne Austausch, ohne Maker-to-Audience- Schleife in beide Richtungen würde das nicht funktionieren. Das ist die USP die das TV nicht bieten kann. Brecht hätte seine Freude damit („Rundfunk als Kommunikationsapparat“ kommt mir immer wieder in den Sinn)
    Das professionell zu machen, mehrere talentierte und engagierte Videoblogger/Podcaster unter einem Dach zu organisieren ist wahrscheinlich ein gutes und amortisierbares Modell. Die Old School-Variante davon ist mMn OKTO (jeder darf was er will und mit nicht nur technischer Unterstützung). jetzt passiert das solo im Internet und ohne den genossenschaftlichen Gedanken eines Community-TVs.

    Österreich ist wieder einmal zu klein. Die oben erwähnten 50.000 (ja was eigentlich? User, Viewer? Interagierer? Feedbacker?) Menschen sind für Österreich eine (zu?) große Zahl, also aus dem Land heraus wird man sich kaum ernähren können (Armin Wolf, Rudi Fussi & Co vielleicht. Die brauchen aber das Geld nicht und haben sich ebenso jahrelang ihre „Fanbase“ erarbeitet) Auch hier bräuchte es wieder internationalere/zugkräftigere Themen, eventuell in einer stärker verbreiteten Sprache (E/F/Esp).

    Ein Projekt das ich regelmäßig anschaue und das zwar hochprofessionell betrieben wird aber trotzdem irgendwie in diese Schiene fällt ist „Democracy Now!“. Frei verfügbar und jeder Fernsehsender kann es ausstrahlen wenn er will (OKTO tut das). Die verwenden ziemlich viel youtube-Material (das ist in Amerika mWn auch wesentlich freier verwendbar, speziell für Journalismus). In zukunft wird ein „Sender“ (eher eine App oder eine Website) links zu den verschiedenen hochprofessionellen Inhalten anbieten und seine Werbeeinnahmen fair verteilen müssen. Und genau das macht youtube (nur halt noch nicht fair)

    Ein wenig Qualitätskontrolle oder Contentsortierung, o.Ä. täte youtube auch gut, aber das hilft halt ihr eigener Vorschlags-Algorythmus aus.

    Hari

    19. Oktober 2013 at 12:33

  5. „The Gap“ hat so einen erfolgreichen Videopodcast in Österreich aufgetrieben: http://www.thegap.at/creativestories/artikel/self-media-man/

    HomeMovieCorner

    30. Oktober 2013 at 14:41


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