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Huan Vu lädt zur Reise in „Die Traumlande“ ein

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dreamlands_logoÜber den deutschen Regisseur Huan Vu wurde hier schon des Öfteren berichtet – u.a. über einen Film, der eigentlich nicht sein darf (siehe „Raider Of The Lost Movies: Damnatus – Der Feind im Inneren“), über die von ihm mitinitiierte Aktion Neuer Deutscher Genrefilm und natürlich auch über den Spielfilm „Die Farbe“ (2010), basierend auf einer Kurzgeschichte des US-Autors H.P. Lovecraft.

„Die Farbe“ hat sich als richtiger Independent-Hit entpuppt. Der mehrfach ausgezeichnete S/W-Film wurde sogar in US-Medien als eine der gelungensten Lovecraft-Filmadaptionen bezeichnet. Wohl vor allem deswegen, weil Huan Vu nicht auf reißerische Action setzte, sondern die den Lovecraft’schen Geschichten innewohnenden unheimliche und zunehmend bedrohliche Atmosphäre adäquat umsetzen konnte.

Es verwundert also nicht, dass Huan Vu mit seinem langjährigen Filmpartner Jan Roth und ihrer gemeinsamen Firma Sphärentor Filmproduktionen sich erneut an H.P. Lovecraft versuchen. Diesmal soll es der „Traumlande“-Zyklus werden, der laut einer Presseaussendung bis dato noch nie verfilmt wurde. „Diese frühen Werke des amerikanischen Kult-Gruselautoren werden auch in Kennerkreisen oft übersehen oder als nachrangig betrachtet, dabei bieten sie eine Hülle und Fülle an spannenden Ideen, Orten und Charakteren. Huan Vus Ansatz war es sofort, dieses Mal keine einzelne Erzählung zu verfilmen, sondern die darin erschaffene Welt als Basis für eine eigene Geschichte zu nehmen“, erklärt Roth in der Aussendung.

dreamlands_by_Elisabeth_Mochner_31Synopsis: „Die Traumlande“ erzählt von Roland, einem Waisenjunge mit einer schwierigen Vergangenheit. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird Roland von einem mysteriösen alten Mann in eine andere Welt geführt, die über Jahrtausende hinweg von den großen Träumern der Menschheit im Schlaf erschaffen wurde. Dort herrscht der alte Mann als König und er möchte Roland zu seinem Nachfolger ausbilden. Doch Roland gelingt es nicht, den dunklen Schatten zu überwinden, der auf ihm lastet, und er muss sich entscheiden, ob er seine Fähigkeiten dafür einsetzen will, um die Traumlande weiter zu vergrößern, oder um zu zerstören, was andere errichtet haben.

Der Film wird auf Englisch gedreht und eine Spieldauer von ca. 120 Minuten erreichen. Geplante Drehorte sind Deutschland, Österreich, Island, Kroatien und die Türkei. Das Budget soll größtenteils über Crowdfunding hereinkommen. Der vorliegende, vor kurzem veröffentlichte Clip ist somit nicht der Teaser auf den Film, sondern der erste von dreien, die auf die am 1. März 2014 startende Crowdfunding-Aktion hinweisen sollen.

Die beiden Deutschen haben sich für diese Art der Finanzierung entschieden, weil sie es für die beste Möglichkeit halten, um besondere Filmprojekte abseits der Mechanismen und Entscheidungswege der üblichen Filmindustrie zu realisieren. „Gerade wenn es sich wie hier um eine Verfilmung eines bekannten Autoren handelt, haben Fans auf diese Weise die Möglichkeit, den Machern eine kreative Freiheit und Unabhängigkeit zu erkaufen, von der solche Filme nur profitieren können“, so Roth. „Wir schließen Gespräche mit Produktionsfirmen, Sendern und Vertrieben zwar nicht aus, doch wir glauben, dass sich solche Koproduktionsverhandlungen sehr viel besser angehen lassen, wenn wir bereits von jenen, die unseren Film unterstützen, mit einem ordentlichen Grundbudget ausgestattet worden sind“, erklären die Filmemacher pragmatisch.

dreamlands_by_Elisabeth_Mochner_3Über den „Traumland“-Zyklus meinen die beiden: „Die für uns wichtigsten Geschichten – soviel können wir schon mal verraten – sind ‚Celephais‘, ‚The White Ship‘, ‚The Strange High House in the Mist‘ und natürlich ‚The Dream-Quest of Unknown Kadath‘.“ Bei „Die Farbe“ ließen sie im schwarz-weiß gehaltenen Film die Bedrohung als Farbe langsam einträufeln. Ein derart abstraktes Konzept soll es beim neuen Film nicht geben. „Unser Konzept sieht vor, dass wir – so oft wie es uns die Mittel ermöglichen – an realen bzw. natürlichen Schauplätzen in Deutschland und dem europäischen Ausland drehen werden, um den Szenen in den Traumlanden eine geerdete Glaubwürdigkeit zu verleihen. Natürlich werden wir auch im großen Umfang auf digitale Visual Effects setzen, aber sie werden nicht so sehr im Vordergrund stehen, wie in vielen typischen Hollywood-Produktionen. Die Traumlande werden sich zwar von der realen Welt unterscheiden, aber uns auch nicht vollkommen fremdartig scheinen. Caspar David Friedrichs naturalistisch-magische Gemälde und Zdzislaw Beksinskis morbid-entrückte Alptraumvisionen sind im Groben die Eckpfeiler, zwischen denen wir uns da bewegen wollen“, so Vu und Roth. „Die meisten typischen Fantasywerke fokussieren sich sehr stark auf das Design der Charaktere, ihre Waffen, ihre Kostüme, Monster und Kreaturen. ‚Die Traumlande‘ soll sich dagegen, wie auch der Titel bereits unterstreicht, vor allem über die Welt als solche definieren. Über ihre Landschaften, den Ort, den Raum.“

Der HomeMovieCorner wird weiter über dieses spannende Projekt berichten.

Rodja

INFO: Film-Site: www.dietraumlande.de – Offizieller Produktionsblog: www.700stufen.de – weiterführendes Interview auf Weirdtalesmagazine.com: „From the makers of „Die Farbe“: The Dreamlands“
FOTOS: Huan Vu, Elisabeth Mochner

Written by HomeMovieCorner

9. Dezember 2013 um 16:57

Veröffentlicht in Indie News

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Eine Antwort

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  1. […] Verfilmung des Geschichtenkomplexes “Die Traumlande” von H.P. Lovecraft, über die hier schon berichtet wurde. Huan Vu hat mit “Die Farbe” schon bewiesen, dass er es schaffen […]


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