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Online: Ultra-No-Budget-Film „Colin – Die Reise des Zombie“

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2008 brachte der britische Regisseur Marc Price mit „Colin – Die Reise des Zombie“ einen außergewöhnlichen Indie-Film heraus. Mit einem Budget von angeblich 45 britischen Pfund und gedreht mit einem Camcorder in 18 Monaten erzählt Price die Geschichte von Colin, der verletzt nach Hause kommt. Draußen herrscht die Zombie-Apokalypse und Colin weiß genau, was die Bisswunde auf seinem Arm bedeutet. Und tatsächlich… wenig später wandelt Colin als Zombie durch die Stadt. Diese ihm einst so vertraute Stadt ist ihm nun so fremd, überbordet ihn mit Eindrücken – und er muss sich seiner neuen Gier nach Menschenfleisch erst gewahr werden.

Zugegeben: Der Film, der auch in Cannes lief, hat seine Schwächen – u.a. auch budgetbedingt. Aber Letzteres wird – sobald man sich in die Geschichte einfindet – irrelevant. Was folgt, sind Szenen von teils so surrealem Horror (Stichwort: MP3-Player), wie ich ihn schon lange nicht erlebt habe. Man muss dem Film aber Zeit lassen, sich zu entfalten.

Auf Netzkino.de ist „Colin – Die Reise des Zombie“ nun online, gratis und legal zu sehen.

Rodja

INFO: www.netzkino.de

Written by HomeMovieCorner

9. Dezember 2013 um 09:34

Veröffentlicht in Movies (online)

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2 Antworten

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  1. Ich habe so meine Probleme mit Filmemachern, die ihren Film damit bewerben, wie wenig er gekostet haben möge. Fakt ist wie bei jedem Projekt: viele, viele andere Leute haben dem Film ihre Zeit ohne Bezahlung gewidmet, die Maskenbildner haben dazu auch noch selbst die Kosten für die Masken, Schminke usw. getragen, alle haben sich selbst die Verpflegung und Fahrtkosten gezahlt.
    Für mich ist so jemand, der sich dann hinstellt und behauptet, dass der Film so gut wie nichts kostet, bloß ein Schmarotzer, der die (teils enormen) Kosten anderer einfach ausgelagert hat.
    Zudem wird dann so suggeriert, dass andere, die mehr für ein Filmprojekt ausgeben, bloß unfähig sind, mit weniger Geld auszukommen.

    Robert Niessner

    9. Dezember 2013 at 12:28

  2. Im Prinzip gebe ich dir Recht. Allerdings nehme ich bei „Colin“ an, dass es eher als ein Projekt unter Freunden gedacht war – und nicht wirklich als Film, der sich weltweit verkauft. Insofern finde ich das schon in Ordnung, wenn Leute sich da auch unentgeltlich einbringen. Vielleicht hat es sich nachher für sie rentiert (dass z.B. eine Gewinnausschüttung erfolgte – oder dass sie für andere Filme engagiert wurden. Einge der Leute haben tatsächlich in anderen Filme von Price mitgewirkt. Ich nehme an, sie wurden besser bezahlt.).

    Dass suggeriert wird, dass andere, die mehr für ein Filmprojekt ausgeben, bloß unfähig sind… Da muss sich aber derjenige, der diesen Vorwurf macht, sich auch vorwerfen lassen, sich bei Film nicht auszukennen. „Colin“ genau wie der vor einigen Wochen in Österreich gestartete Film „Dicke Mädchen“ (Axel Ranisch, Budget 517,32 Euro) erzählen eine sehr intime, personenorientierte Geschichte. Das ist kein „Herr der Ringe“-Material, nicht mal „Jenseits“ oder „Tartarus“-Riege. Eine gute Geschichte (wobei „Colin“ ja eher eine Nicht-Geschichte ist) erzählen ist keine Frage des Budgets. Es kommt halt nur darauf an, was man erzählen will.

    Und im Gegenzug: Ist es nicht auch bei den großen Blockbustern ein bisschen irreführend, wenn man von dem teuersten Film aller Zeiten spricht – und dabei ein Werbebudget von 200 bis 300 Millionen auf die Produktionskosten draufschnalzt?

    Ich habe von vielen Projekten gehört, wo Leute ausgenutzt wurden. Wenn ich auch bei „Colin“ Ähnliches hören sollte, sinkt der Film natürlich in meiner Hochachtung. Aber so lange sich niemand wirklich ausgenutzt fühlt… warum dann nicht?

    HomeMovieCorner

    9. Dezember 2013 at 13:58


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