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Ein Blick nach Luxemburg: „Heemwéi – Eng Odyssee“

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heemweiSchon seit langem spiele ich mich mit dem Gedanken, das Blickfeld des HomeMovieCorner zu erweitern. Bis dato habe ich mich ja punkto Independent-Film auf den deutschsprachigen Raum beschränkt, der an sich schon äußerst vielfältig ist. Doch hin und wieder riskiere ich gerne einen Blick über den Tellerrand, einfach nur, um Eindrücke zu gewinnen, was woanders auch möglich ist. Aus diesem Grund habe ich auch Produktionen aus dem englischsprachigen Raum bzw. aus Übersee angeschrieben.

Doch bis dato hat sich aus diesen Ländern niemand gemeldet. Natürlich ist das frustrierend, darum schielt man mal wieder nach Europa und landet… in Luxemburg?! Ja, genau. Dem Lux in BeNeLux. In dem Land, das zumindest theoretisch Deutsch als eine von mehreren Amtssprachen hat. Dem 2.586 Quadratkilometer großen Zwergenstaat. Dem blinden Fleck auf (zumindest meiner) filmischen Landkarte. Und schon ärgert man sich, dass man so ignorant ist – denn was man da von Regisseur Sacha Bachim und dem Künstlerkollektiv Feierblumm Productions a.s.b.l. zu sehen bekommt, verschlägt einem die Sprache. Am 28. Jänner 2014 (also heute) feiert ihr Zweiter Weltkriegs-Film „Heemwéi – Eng Odyssee“ Premiere in den lokalen Kinos. Laut der Luxemburger Tageszeitung „Wort“ tritt die 25.000 Euro billige Produktion auch im von der Filmakademie ausgelobten „Lëtzebuerger Filmpräis“ gegen professionelle Produktionen an.

Synopsis: Im Sommer 1944 sind die deutschen Truppen in Frankreich auf dem Rückzug. Die beiden luxemburgischen Zwangsrekrutierten Jos und Frenz entscheiden sich inmitten dieses Tumultes, die Waffen zu strecken und sich zu Fuß in die nahe Heimat durchzuschlagen. Doch der Heimweg führt gefährlich nahe an der Kriegsfront vorbei…

Obwohl Charaktere und Geschichte frei erfunden sind, beruhen sie laut einer Presseaussendung von Feierblumm Productions doch auch auf Zeitzeugenberichten und historischen Dokumentationen. Die Eckpunkte des zeitgeschichtlichen und geographischen Rahmens der Geschichte seien dabei sorgfältig recherchiert worden, um das Schicksal von luxemburgischer Zwangsrekrutierten so akurat wie möglich darzustellen. Regisseur Sacha Bachim beschreibt „Heemwéi“ in der Aussendung als Kriegsodyssee. „Inmitten der Wirren des Zweiten Weltkrieges führt eine abenteuerliche Heimreise zwei junge Männer durch besetztes und befreites Europa und lässt die beiden Protagonisten auf Akteure und Opfer dieses Staatenkrieges treffen. Uniformen definieren Zugehörigkeit und rauben Identität“, so Bachim.

Für den Film, der laut „Wort“ von dem Luxemburger „Service National de la jeunesse“ und dem EU-Förderprogramm „Youth on the Move“ co-finanziert wurde, begannen 2006 die Vorbereitungen. Der Dreh selbst wurde 2008 in drei Monaten an verschiedenen Drehorten in Luxemburg, Frankreich, Belgien und Deutschland abgewickelt. Das Budget von 25.000 Euro war natürlich bei weiten nicht genug, um die tatsächlichen Kosten abzudecken. Viele der Beteiligten arbeiteten deshalb ehrenamtlich mit und viele Partner stellten für ihre Leistungen auch keine Rechnung aus. Aufgrund von Budgetnot und technischen Schwierigkeiten verzögerte sich die Postproduktion. Nur mit viel Herzblut aller Beteiligten konnte das große Projekt nun doch noch fertig gestellt werden.

Ob und wann der Film auch nach Deutschland, Schweiz oder Österreich in die Kinos und/oder auf DVD kommt, ist noch nicht bekannt.

Rodja

PS: Das hier ist übrigens mein 400. Blog-Posting! 400!!!

INFO: www.heemwei.lu; http://feierblumm.com
FOTO: Feierblumm Productions a.s.b.l.

Heemwéi – Trailer from FEIERBLUMM Productions on Vimeo.

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Written by HomeMovieCorner

28. Januar 2014 um 16:31

Veröffentlicht in Indie News

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Eine Antwort

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  1. letzgo

    31. Januar 2014 at 14:37


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