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„Deserteur“ und „Hirschen“ – zwei Indie-Filme in Wien

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© Pimp The Pony Productions

Pimp The Pony Productions

Da ist mal längere Zeit nichts – und dann kommen gleich zwei Indie-Filme zur gleichen Zeit in die Wiener Kinos.

Nach einer Festivaltour (24 Teilnahmen, fünf Auszeichnungen) und trotz Drohungen im Vorfeld feiert am 13. November 2014 der Film „Deserteur“ von Gabriele Neudecker in den Breitenseer Lichtspielen seine Wien-Premiere. Und am 14. November 2014 läuft in der UCI Millenium City die Komödie „Hirschen – Da machst was mit!“ von George Inci und Beatrice von Moreau an (weitere Termine in den Breitenseer Lichtspielen sind auch dabei).

„Deserteur“ basiert auf wahren Schicksalen und zahlreichen Interviews mit Zeitzeugen. Regisseurin Gabriele Neudecker hat dafür rund 200 Interviews zum Thema Deserteure der Wehrmacht geführt. Alle Rollen wurden mit sehr jungen Laiendarstellern vom Land (Elektrikern, Schlossern und Landwirten) besetzt.

Obwohl kaum bekannt, ist das Thema eigentlich bis in die Gegenwart tabu gewesen. Erst 2009 wurden nämlich Deserteure des NS-Regimes in Österreich offiziell rehabilitiert.

Synopsis: Hungerwinter 1946. Desertation aus der Wehrmacht wird in Österreich auch nach dem Krieg noch bestraft. Exemplarisch geben der Koch, der Bauer, der Ministrant und der Schweinemeister Einblicke in ihre Beweggründe zur Flucht vor dem militärischen Terror. Im dokumentarischen Stil montiert der Film reale Schicksale junger Deserteure, zeigt eindringliche Momentaufnahmen traumatischer Erinnerungen und gesellschaftlicher Ausgrenzung in der Nachkriegszeit.

Nach einer Kinotour durch Tirol, Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark landet nun auch „Hirschen – Da machst was mit!“ von Georg Inci und Beatrice von Moreau in Wien.

Die zwei deutschen Filmemacher drehten den Indie-Film in dem Tiroler Ort Außervillgraten (hatte ich bis dato noch nicht auf meiner Landkarte) und besetzten die Rollen teils mit professionellen Schauspielern, teils mit Mitgliedern der örtlichen Theatergruppe.

Synopsis: In Hirschen lässt es sich gut leben, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als die Fabrik – der Hauptarbeitgeber im Dorf – ihre Pforten schließt. Der Großteil der Dorfbewohner wandert ab oder steht kurz davor. Nur wenige entscheiden sich für Hirschen, unter anderem auch die alteingesessene Stammtischrunde, die verzweifelt nach einem Ausweg aus der Misere sucht. Plötzlich passiert ein Wildunfall in der Nähe des Dorfes. Der leicht versehrte Fahrer kommt mit dem Schrecken davon und wird von den Dorfbewohnern gut verpflegt. Er wohnt in der Pension des Metzgers und seiner Tochter Susi, wird vom Arzt versorgt, der Mechaniker repariert sein Auto, der Polizist kümmert sich um die Formalitäten und der Bürgermeister bringt ihm die Schönheit des Ortes nahe. Das bringt die Stammtischrunde auf eine ebenso kuriose wie einträgliche – und natürlich nicht ganz legale – Idee…

Leider gibt es zu dem Film nur einen nicht aussagekräftigen Teaser, deswegen habe ich nur den „Making Of“-Trailer hier online gestellt.

Rodja

Edit: Zu „Hirschen – Da machst was mit!“ gibt es auf Film.at schon eine Kritik.

Trailer „Deserteur“

Making Of Trailer „Hirschen – Da machst was mit!“

Written by HomeMovieCorner

12. November 2014 um 10:01

2 Antworten

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  1. Das ist mal ein Filmerlebnis der anderen Art! Kann ich nur empfehlen!

    Christoph Fluri-Heckenbücker

    12. November 2014 at 11:43

  2. „Nach einer Festivaltour (24 Teilnahmen, fünf Auszeichnungen) und trotz Drohungen im Vorfeld feiert am 13. November 2014 der Film “Deserteur” von Gabriele Neudecker in den Breitenseer Lichtspielen seine Wien-Premiere.“

    Da habe ich offenbar etwas verpasst. Welche Drohungen?

    Patrick

    12. November 2014 at 13:05


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