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Timo reviewt: „Shit“ von Samuel Buscapé

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Gastartikel hat es hier auf dem Blog schon einige gegeben – aber bis dato waren das immer nur so einmalige Angelegenheiten. Es hat sich einfach niemand gefunden, der sich von mir knechten lässt und regelmäßig hier was schreibt. Doch das hat sich nun geändert: Timo Landsiedel, seines Zeichens Filmemacher, Podcast-Betreiber („Das Büro des Todes“, „Das Fenster zum Doof“), Scherzkeks und Ex-Chefredakteur der ex gegangenen Zeitschrift „zoom – Magazin für Filmemacher“, mit dem ich nun den Vimeo-Kanal „Rodja & Timo zeigen Independent Kurzfilme“ betreibe, hat sich bereit erklärt (zumindest will er es versuchen), hier Kurzfilme zu rezensieren.

Das hat nichts damit zu tun, dass er die Kritik schon vorher auf seinem Blog Timolandsiedel.de veröffentlicht hat. Und nein, das ist keine billige Abzocke (Ihr zahlt ja nix, oder? ODER?!?!)

Also Vorhang auf für die neue Rubrik (hier) „Timo reviewt“ – und diesmal wühlt er tief in der Scheiße. Und anschließend gibt es den Film – quasi zum Direktvergleich.

Rodja

„Shit“ von Samuel Buscapé

Fettiges Essen, Angetrunkene, Schießbudenfiguren. Nein, wir befinden uns nicht auf der Klausurtagung der CSU, sondern auf dem Jahrmarkt. Über dieses Kirmesvergnügen jagt ein junger Mann, sein Blick wechselt hastig zwischen Himmel und Fahrgeschäften hin und her. Endlich findet er, was er sucht: eine Schießbude. Er lädt das Gewehr und hebt den Lauf …

Samuel Buscapé ist ein schneller kleiner Film gelungen, den man als Zierde seines Genres bezeichnen darf. Er ist mit gerade mal 2 Minuten und 34 Sekunden enorm kurz. Jetzt gibt es viele Filme, die eine ähnlich Länge haben. Doch entweder erzählen die zu wenig oder es gelingt ihnen, selbst auf dieser geringen Distanz noch Zeit zu verplempern. Letztere sind dann oft eh nicht der Rede wert, denn was bleibt man hier noch an Story übrig?

All diese Fehler macht Regisseur und Autor Buscapé nicht. Er erzählt seine Geschichte ökonomisch, aber nicht zu knapp. Dafür nutzt er das Mittel der Verrätselung und erzählt seine Story in zwei verschachtelten Rückblenden. Die Kameraarbeit von Markus P. Hammer ist hervorragend und unterstützt stets die Verrätselung. Dabei findet er auch überraschende Perspektiven, wie die Subjektive des Gewehrlaufs an der Schießbude.

Die rasante Action-Musik von Robert Gandy unterstreicht die Hektik des Films und ist gerade so eine Schippe zuviel, dass es noch als Augenzwinkern rüber kommt, was aber zur Atmosphäre des Films passt. Beide Darsteller, Claudia Plöckl und auch Wolfgang Zarnack, machen ihre Sache gut und haben keinerlei Probleme, ihre Aufgabe ohne Dialoge zu lösen.

Fazit: Rasant, toll geschrieben und klasse gefilmt – klasse Kürzestfilm!

Timo Landsiedel
http://timolandsiedel.de/

Shit from Samuel Buscapé on Vimeo.

Written by HomeMovieCorner

14. Januar 2015 um 16:57

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