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Crowdfunding für den „ungehorsamen Konsul“

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© radiofuzzi

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Manchmal kann eine Unterschrift Leben retten.

Im Jahr 1940 war der Hafen von Lissabon für viele die letzte Station ihrer Flucht in Europa vor den Nazis. Von hier aus ging es entweder nach Brasilien oder in die USA.

Aristides de Sousa Mendes war zu dieser Zeit portugiesischer Konsul in Bordeaux. Als die Deutschen in Frankreich einmarschierten, versuchten viele Menschen zu fliehen. Sousa Mendes stellte Visa für die Durchreise nach Portugal aus, obwohl seine Regierung dezidiert eine Anweisung gab, dies nicht zu tun. Durch diesen Ungehorsam soll Sousa Mendes schätzungsweise 30.000 Menschen – darunter 10.000 Juden – das Leben gerettet haben. Als seine Regierung davon Wind bekam, wurde Sousa Mendes seines Amtes enthoben und zurückbeordert. Noch auf seiner Fahrt nach Portugal rettete der Mann mehrere Menschenleben.

Regisseurin und Radiomoderatorin Uli Jürgens begibt sich in ihrer Dokumentation „Der ungehorsame Konsul“ auf die Spuren der Flüchtlinge und Aristides de Sousa Mendes, dem seine Hilfsbereitschaft teuer zu stehen kam. Er wurde unehrenhaft entlassen, geächtet und starb verarmt 1954.

Für ihren Film haben Jürgens und ihr Team eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Das Ziel sind 8.000,- Euro, mit dem Geld sollen Archivmaterial beschafft und Reisekosten abgedeckt werden.

Der Sender ORF III wird die Dokumentation im Herbst 2015 ausstrahlen.

Rodja

INFO: https://wemakeit.com/projects/the-disobedient-consul

Der ungehorsame Konsul from geri gottlieb on Vimeo.

Written by HomeMovieCorner

5. Februar 2015 um 17:50

2 Antworten

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  1. verständlich, dass auch diplomaten ihren vorgesetzen gehorchen müssen. dennoch wundert es mich, dass ein portuguisischer diplomat wegen seiner (guten) taten unehrenhaft entlassen und geächtet wurde. wobei ich nicht weiß, auf welcher seite portugal im WKII stand, meiner meinung nach übertrieben und politisch unkorrekt.
    spannende aktion!

    filmmitsenf

    7. Februar 2015 at 18:12

    • So genau kenne ich die Rolle Portugals im Zweiten Weltkrieg auch nicht – habe mich auch erst mit Wikipedia schlau machen müssen. Dort saß zu dem Zeitpunkt auch ein rechtsgerichteter Diktator namens Salazar – und der saß auch nach dem Zweiten Weltkrieg fest im Sattel. Wohlgelitten als Bollwerk gegen den Kommunismus in Europa. Insofern nachvollziehbar, dass Aristides auch nach dem Kriegsende nicht rehabilitiert wurde, wenn die selbe Regierung noch im Amt ist.

      Anders ist die Rolle der Schweiz zu hinterfragen, die ja auch Flüchtlinge wieder abschob. Da gab es ja auch einen Beamten, der humanitäre Hilfe leistete und Menschen das Leben rettete. Der wurde dann auch von der Regierung geschnitten.

      HomeMovieCorner

      15. Februar 2015 at 14:52


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