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Du weißt, du hast es als Autor geschafft…

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… wenn ein „approved by“ mit deinem Namen für Sexspielzeuge verwendet wird…

© Rodja Pavlik

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Okay, okay, man mag es mir als Neid auslegen – ich selbst bezeichne es als blankes Unverständnis, dass jemand wie E.L. James mit einer umgeschriebenen „Twilight“-Fanfiction so viel abcasht. Aber wenn jemand einen Lauf hat, dann sollte man ihn wohl auch ausnützen, nicht?

Ob es dazu nötig ist, der Regisseurin Sam Taylor-Johnson und der Drehbuchautorin Kelly Marcel so auf den Keks zu gehen, bis letztere das Handtuch wirft? Anscheinend ja, denn nun will E.L. James laut dpa (Südtirol News) sich auch noch als Drehbuchautorin selbst ins Spiel bringen und das Skript zur Fortsetzung des Kinofilms „50 Shades of Grey“ schreiben.

Dabei hat sie nicht mal Erfahrung als Drehbuchautorin (und ganz böse Zungen meinen, nicht mal als Romanautorin).

Ach, ich geb’s zu: Ich bin neidig UND ich versteh das Ganze nicht.

Rodja

Written by HomeMovieCorner

28. Februar 2015 um 22:42

Veröffentlicht in Latest Talk

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6 Antworten

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  1. Neid ist mir zwar fremd, aber mir geht der ganze Hype um diesen unfassbaren Scheiß tierisch auf den Sack. Bisher war es ja größtenteils so, dass Bestseller zumindest noch eine gewisse Qualität aufgewiesen haben. Scheint leider nun auch vorbei zu sein. Einfach Titten und Peitschen in nem beschissenen Text verwurschteln und fertig ist die Million. Talent spielt heutzutage leider einfach keine Rolle mehr. Und das in allen Bereichen.

    filmschrott

    28. Februar 2015 at 23:15

    • Bei allem Verständnis, aber das ist mir dann zu viel an Kulturpessimismus. Warum es ausgerechnet diese Fanfiction zu solch einem Millionenpublikum (in Sachen Leserschaft und Leinwandadaption) geschafft hat, ist mir zwar auch ein Rätsel – denn ich habe schon einige Fanfiction-Stories gelesen, und die waren um Nichts schlechter, denn die Schreibe von Frau James – aber es ist halt ein kuturelles Phänomen, dessen Erfolgsgründe mir nicht eingehen. Das Fazit „Talent spielt heutzutage leider einfach keine Rolle mehr. Und das in allen Bereichen.“ ist mir zu einfach und pessimistisch.

      Neid wäre zu viel gesagt, da ich ja selber keine literarischen Ambitionen habe, aber verstehen kann ich es auch nicht.

      Patrick

      28. Februar 2015 at 23:33

      • Ja, ich neige zu Übertreibungen. Man merkt aber schon vermehrt, dass heutzutage viel mehr „Müll“ Erfolg hat (und das eben nicht im Sinne von Trash oder Kult), als das jemals der Fall war. Liegt aber wohl auch einfach an den besseren Verbreitungsmöglichkeiten. Mittlerweile gibt es ja wirklich unendlich Möglichkeiten, die Leute zu erreichen und es ist eben für alles ein Markt da.
        Am Ende gehört wie immer natürlich auch Glück dazu, oder das typische „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“. Durch die vermehrten Möglichkeiten, sit es aber schon leichter, Fans zu finden und diese um sich zu scharen.
        Gerade was Bücher angeht ist das in den letzten jahren sehr auffällig durch die Möglichkeit einfach E-Books auf den Markt zu rotzen. Wenn man die Werbetrommel richtig rührt, kann das zum erfolg führen. Zum Glück geht das seit einiger Zeit wieder zurück und Qualität hebt sich wieder etwas mehr ab. Aber ganz verschont bleiben werden wir von Sachen wie Shades nie. Ist eben ne einfache Formel. Sex und Gewalt verkauft sich eben. War schon immer so.

        filmschrott

        28. Februar 2015 at 23:47

      • Anders als im Text bin ich es E.L. James nicht wirklich neidig. Ja, ich versuche mich auch als Autor (Schriftsteller, Drehbuchautor), aber anders als sie hatte ich bis jetzt noch nicht wirklich die Ausdauer dazu, einen Roman – geschweige denn eine Serie – zu schreiben. Gerade mal Drehbücher für einen 60-Minüter und für Kurzfilme habe ich geschafft. Mein fehlendes Durchhaltevermögen ist keine Basis für Erfolg.

        E.L. James hat das geschafft. Und ich glaube langsam, dass Hartnäckigkeit eine sehr, sehr wichtige Rolle spielt. Fast noch mehr als Talent oder wirklich gute Ideen. Schauen wir uns doch die Werke von Uwe Boll an. Er gilt angeblich als der schlechteste Regisseur der Welt, und es gab eine Petition, die ihm verbieten (natürlich scherzhaft) wollte, je wieder Computerspiele zu verfilmen. Oder die Filme von The Asylum, die sogenannten Mockbuster.

        Ich habe Filme von beiden (also Boll und The Asylum) gesehen und finde sie einfach nur langweilig runtergekurbelte Machwerke. Aber: Sie sind hartnäckig geblieben. Und obwohl sie so schlecht sind, haben sie – weil sie eben schon lange auf dem Markt sind – Fans um sich gesammelt.

        Dass jetzt „50 Shades of Grey“ an den Kinokassen abräumt, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass es wohl mal wieder an der Zeit war, dass ein Erotikfilm erfolgreich wird. Wann war es denn das letzte Mal? Ich glaube mich an „Basic Instinct“ (Teil 1) Anfang der 1990er zu erinnern. Und davor war es „9 1/2 Wochen“ in den 1980ern. Vielleicht war es ja jetzt wieder mal Zeit? Und in ein paar Jahren wird sich jeder fragen, warum ausgerechnet so ein schlüpfriger Film jemals erfolgreich war. Und warum man das damals gut fand.

        HomeMovieCorner

        1. März 2015 at 07:19

      • Könnte natürlich sein, dass das einfach der Zeit geschuldet ist.Wahrscheinlich wird der Hype auch wieder abebben. In den meisten Fällen hält sowas ja nicht lange an. Ist jetzt eben so aufregend neu und anders, wobei der Film ja auch generell Grütze sein soll, und eher eine weichgespülte Version des Buchs, wodurch da eh nicht mehr viel übrig bleibt.

        Mit der Hartnäckigkeit kann ich nur bestätigen. Ich habe kürzlich meinen ersten Roman fertig geschrieben. ODer zumindest so, dass man ihn lesen kann, ohne völlig die Krise zu kriegen. Hat einige Jahre gedauert. Aber die Devise heißt eben dran bleiben. Man lernt ja auch daraus. Ich weiß jetzt zumindest, wie man es im besten Fall nicht macht. Der nächste Roman wird deshalb sicher nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen.

        filmschrott

        1. März 2015 at 12:12

  2. Hartnäckigkeit.
    Das trifft es. Die muss man haben und man muss sich durchbeissen. Das gilt wohl für jeden Bereich. Erst heute habe ich mit einem Freund gesprochen, dessen einstiger Schulkollege ein nicht sonderlich talentierter Fußballer war, aber durch seine Hartnäckigkeit tatsächlich eine Karriere als Profi durchzieht.

    Zu „Fifty Shades of Grey“ fällt mir halt nicht mehr viel ein. Die Wege über selbst vertriebene eBooks und Fan-Foren machen es natürlich leichter, seine Arbeit unter die Leute zu bringen.
    Was die Filmadaption angeht, verstehe ich auch das ganze Brimborium darum nicht. Es ist wieder mal ein „erotischer“ Film für die Massen. Ähnlichkeiten vor allem mit „9 1/2 Wochen“ (der auch ganz schlecht gealtert ist) kann man dabei schon ziehen.
    In wenigen Jahren, wenn der ganze Hype abgeflaut ist, wird sich kaum wer an die Bücher oder die Filme erinnern.

    Patrick

    1. März 2015 at 16:26


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