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Wieder ein Forum weniger…

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Dass die Zeit der Foren vorbei ist, war mir schon länger klar. Dabei sind dies wahre Horte des Wissens (wenn richtig gemanagt). Aber anscheinend können sie gegen Facebook nicht konkurrieren.

Und nun hat es wieder eines erwischt… Achsensprung.net (ehemals Amateurfilm Magazin) wurde nach zehn Jahren am 26. Mai geschlossen. 😦 Als Grund werden sinkende Besucherzahlen genannt – und auch die Teilnehmer waren nicht mehr so aktiv wie früher.

Schade, dass sich so ein Forum in Österreich nie so wirklich durchgesetzt hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich in Deutschland erst durch die Foren sich eine überregional vernetzte Szene entwickeln konnte. In Österreich ist das bis dato nicht geschehen. (Ja, es gibt auf Facebook die Filmschaffenden Österreichs – aber das sind immer nur so Momentaufnahmen à la „Ich brauche was, und zwar jetzt“, aber als eine Art Wissensbibliothek ist Facebook einfach unbrauchbar.)

Rodja

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Written by HomeMovieCorner

17. Juni 2015 at 00:10

INDIGO filmfest ruft – und alle Indie-Filme kommen

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© Indigo Filmfest

© Indigo Filmfest

Alle Jahre wieder, und das nun schon zum elften Mal, findet das INDIGO filmfest statt.

Das Festival für Amateur- und Independentfilme – meist aus dem Genresektor – hat sich zu einem fast familiären Treffpunkt für Filmemacher und Gleichgesinnte gemausert. Bis zum 1. August 2015 kann man seinen Film auf www.indigo-filmfest.de anmelden. Das Festival selbst findet vom 16. bis 17. Oktober 2015 in den Hallen des Bürgerhaus Bardenbach (Saarland) statt. Und wer hinfährt, kann sogar unter Umständen einige bekannte Gesichter der Szene vorfinden.

Rodja

INFO: INDIGO Filmfest auf Facebook (zum liken und weiterempfehlen): www.facebook.com/indigofilmfest

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15. Mai 2015 at 13:53

„Star Wars“ zum Selberbasteln

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Wer glaubt, dass man nur die neueste Rechensoftware für die tollsten Raumschiffszenen braucht, der irrt. Mit einfachen Mitteln – aber trotzdem auch sehr aufwändig – hat schon 2013 die auf Homemade Movies spezialisierte US-Truppe Cinefix „Krieg der Sterne“ gehuldigt.

Eigentlich genügen schon Kartons, Styropor, Popcorn-Schüsseln, Mülltonnen, Filzstifte und ein iPhone, wie man in der nachgestellten Schlacht um den Todesstern in „Death Star Trench Run“ sehen kann. Übrigens, das Making Of sucht seinesgleichen.

Rodja

INFO: Cinefix auf Facebook: www.facebook.com/CineFixNetwork

„Death Star Trench Run“

„Making Of“

Und wie sieht es im Vergleich mit dem Original aus? Impressive. Very impressive.

Zum Gruseln schön: Festival Fright Nights in Wien

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© Fright Nights

© Fright Nights

Das Slash-Filmfestival ist das bekannteste Genre-Festival in Österreich, aber das kleine und feine Fright Nights Festival, das vom 10. bis 19. April 2015 im Hollywood Megaplex im Gasometer in Wien statt findet, ist auch nicht zu verachten. Im Gegenteil, es hat den für mich sehr anziehenden Charme des Unperfekten, des Nicht-so-Gelacktens.

Natürlich sind bekannte Titeln wie „Summer of Blood“, „Let Us Prey“ oder „V/H/S Viral“ zu gustieren, aber mich persönlich interessieren ja eher die Indie-Filme. Und auch da gibt es einiges zu sehen, wie z.B. „Omnia“ von den hier bereits vorgestellten Brandl Pictures, oder „Caedes“ (wo man schon im Trailer eine krude, aber nicht uninteressante österreichisch/deutsche Sprachmischung heraushört). Besonders gelungen finde ich beim Fright Nights Festival die Mischung aus Kurz- und Spielfilmen. Daran könnte sich so manch anderes Festival ein Beispiel nehmen. Und eine Preisverleihung („Die Silberne Hand“) gibt es auch noch in mehreren Kategorien.

Auch für die Bildung gibt’s was: So findet ein Wunden-Schmink-Workshop statt – und im Double-Feature mit „Die Herrschaft der Ninja“ wird mit „Electric Boogaloo“ eine Doku über die legendäre US-Produktionsfirma Cannon Films gezeigt, die in den 1980ern den Markt mit jeder Menge B- und C-Movies (u.a. „Die Herrschaft der Ninja“, „Lifeforce“, „Missing In Action“, „Invasion USA“) überschwemmte.

Das Fright Nights Festival mag nicht perfekt sein, aber die Veranstalter organisieren es mit viel Liebe und haben das Herz am richtigen Fleck. Eine Empfehlung meinerseits.

Rodja

INFO: https://frightnights.wordpress.com/

Festival-Trailer:

„Electric Boogaloo“

„Caedes“

„V/H/S Viral“

„Omnia“

„Let Us Prey“

„Summer of Blood“

Written by HomeMovieCorner

9. April 2015 at 15:58

Ich wurde interviewt! Ich! (kann’s nicht glauben)

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Der in Salzburg lebende Filmemacher Christian Genzel (Ghost Light Productions: Spielfilm „Die Muse“, div. Musikvideos) reiste extra nach Wien, um mich über die deutsche bzw. österreichische Indiefilm-Szene zu interviewen. (Na gut, vielleicht waren er und seine Freundin auch Sightseeing und Shopping, was weiß ich.)

Den Artikel gibt es hier auf seinem immer wieder spannenden Blog „Wilsons Dachboden“ zu lesen.

So, jetzt habe ich alles gesehen. Ich wurde interviewt. Der HomeMovieCorner hat seinen Zweck erfüllt, jetzt kann ich mich wieder anderen Projekten widmen. ;-D

Rodja

INFO: Interview: http://wilsonsdachboden.blogspot.co.at/2015/03/interview-rodja-pavlik-uber-den.html

Written by HomeMovieCorner

3. März 2015 at 05:42

HMC-Classics: A-Five

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© Medienengel

© Medienengel

Erstrezension am 8. April 2003, der Kurzfilm wurde zusammen mit Timo Landsiedels „Die erste Nacht“ am 20. April 2004 im Rahmen des Themenabends „Fremde Welten“ im renommierten Wiener Votivkino gezeigt.

Als der Bordcomputer eines Raumschiffs eigenmächtig ein unbekanntes Objekt an Bord holt, machen sich der Captain und der Schiffsarzt auf den Weg, den Fund zu untersuchen. Sie stoßen auf einen Überlebenden, der mehr als nur Bauchschmerzen hat. Erinnert der Plot an irgendeinen anderen Sci-Fi-Film? Richtig, Timo Landsiedel und sein Team huldigen in ihrem 1999/2000 fertig gestellten Kurzfilm dem großen Vorbild von Ridley Scott. Das Mini-Budget merkt man dem Film auch an – dennoch wird eine stimmige Atmosphäre erzeugt. Ein Film, bei dem es nicht auf die Handlung, sondern auf das Drumherum (inkl. Abspann, Musik und Making Of) ankommt.

Einsam durchpflügt die U.S.S. Rambaldi das Weltall. An Bord: 32 Mitglieder eines kartographischen Vermessungsteams – zur Zeit im Kälteschlaf. Da entdeckt Bordcomputer „Sister“ ein unbekanntes Objekt. Von nun an laufen im Computer die Befehlsroutinen ab: Das Objekt wird eingeholt, die gesamte Mannschaft geweckt… Die gesamte Mannschaft? Befehl zurück, nur die oberste Kommandoebene soll sich mit dem Fund auseinandersetzen. Und so begeben sich der von der Eigenmächtigkeit von „Sister“ überraschte Captain (Sascha Kreutz) und der übermüdete Schiffsarzt (Timo Krüger) zum Sublevel 20.4.7, wo sie auf einen in künstlichen Tiefschlaf versetzten Fremden (Torsten Landsiedel) stoßen. Da die „Rambaldi“-Crew viele offene Fragen hat, beschließt sie, den Unbekannten zu wecken. Das erweist sich als großer Fehler, denn der Fremde hat einen Gast mitgebracht, mit dem selbst eingefleischte „Alien“-Fans nicht gerechnet haben…

© Medienengel

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Als Rezensent lebt man oft mit einer schweren Bürde: Was darf man verraten, was nicht? Welche Informationen muss man verraten, damit die Leser sich für einen Film interessieren und ihn anschauen, und welche Infos gelten als so genannte „Spoiler“ und verderben jeglichen Spaß?

Doch mit der Zeit wird man als Kritiker abgebrüht (ganz zu schweigen von verbittert, sozial geächtet und alkoholkrank) – und nachdem Regisseur Timo Landsiedel es auch selbst gesteht, kann ich es offen sagen: „A-Five“ ist eine Hommage an Ridley Scotts „Alien“ (der erste – und meiner Meinung nach auch stimmungsvollste – Teil der „Alien“-Saga).

So, jetzt ist es raus: Ja, bei „A-Five“ geht es um ein bauchzerfetzendes Monster, und ja, das ist eben spätestens seit „Alien I – IV“ nicht mehr sehr originell. Aber darum geht es dem deutschen Regisseur und seinem Team auch gar nicht. Das Ziel war es vielmehr, mit dem geringen Budget von 175 Euro und einfachen Mitteln eine stimmige Atmosphäre, ganz nach dem großen Vorbild, zu erzeugen. Man glaubt gar nicht, was F/X-Experte Lars Havemann mit großen Wänden aus Leinen bzw. Plastikplanen alles bewerkstelligt – so mutiert die enge heimische Garage in einen weitläufigen Raumschiffkorridor. Zugegeben, Computer-animierte Raumschiffe habe ich schon wesentlich bessere gesehen, auch geht die schauspielerische Leistung der Akteure hinter den Gesichtsmasken unter. Aber „A-Five“ lebt nicht von der Handlung, sondern vom Drumherum, d.h. von der düsteren und kargen Atmosphäre, von den Special Effects (Kuck mal, was da aus dem Bauch rauskommt!), vom Abspann (mit drei Minuten fast halb so lang wie der eigentliche Spielfilm), von der Musik (Gratulation an Andre Matthias, vor allem der Abschlusstitel „Kann sein (Sci-Fi in Hi-Fi)“ ist hörenswert) und vom anschließenden Making Of (Bastelanleitung). Ein Film, den man nicht unbedingt sehen muss, der aber trotzdem Spaß macht.

© Medienengel

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Einen Blick sollte man auch auf die Oldschool-Filmsite von „A-Five“ werfen. Im „Making Of“ und „Werkstatt“ werden die Lichtsetzung und der „Chestburster-Effekt“ erklärt.

Noch eine kleine Anmerkung: Wenn man Landsiedels Nachfolgewerke „Neulich auf dem Dachboden“ und „Soundcheck“ dazu vergleicht, fällt auf, dass der Regisseur ein Gespür für Atmosphäre und Musik hat.

Apropos Musik: André Matthias hat sein damaliges Hobby zum Beruf gemacht und komponiert Filmmusik, u.a. für „Die Reise des Trommlers“ (2007 – mit Jackie Chans Sohn Jaycee) und „Control“ (2013) von Kenneth Bi.

So, nachdem ich in letzter Zeit schon öfters den Namen Timo Landsiedel hier fallen habe lassen, wird es Zeit, den deutschen Filmemacher ein bisschen näher vorzustellen. (Es könnte nämlich sein, dass in mittlerer Zukunft noch einiges mehr aus dem Dunstkreis HomeMovieCorner/Landsiedel kommt – deswegen).

Timo ist Schauspieler, Drehbuchautor, Filmemacher, Podcast-Produzent, Sachbuchautor, Filmjournalist und war zuletzt auch Chefredakteur des inzwischen eingestellten „Zoom – Magazin für Filmemacher“. Sehr viel davon hat er mit seinem Bruder Torsten und Lars Havemann gemacht, wie eben die Kurzfilme „A-Five“ und „Die erste Nacht“ oder „Wagnisse“, bei dem neun Nachwuchsfilmer einen Episodenspielfilm drehten. Auch die Podcast-Serien „Das Büro des Todes“ und „Das Fenster zum Doof“ gehen auf ihre Kappen. Für die NDR-Comedyshow „Dennis unf Jesko“ schrieben er und Lars Sketche. Und den Oscar-nominierten Kameramann Michael Ballhaus interviewte Timo für sein Sachbuch „Filmen wie Ballhaus. Basics der Bildgestaltung“ Und auf Witzwerk.de schmeißen er und Lars u.a. täglich einen Kalauer raus.

Timo (imdb) kenne ich noch aus der Zeit des HomeMovieCorner 1.0 (2001 – 2006). Erst hat er ein paar Filme geschickt, dann habe ich ein paar Filme gezeigt, dann trafen wir (er, sein Bruder Torsten sowie Lars Havemann) uns in Hamburg, um zum Jugendfilmfestival in Scheersberg in Schleswig Holstein nahe der dänischen Grenze (Ja, so weit bin ich damals gekommen. Wahnsinn!) zu fahren.

Was damals schon irre war, war die Chemie zwischen Lars und Timo. Die beiden warfen sich Wuchteln zu, dass es eine helle Freude war. Wenn die beiden Komiker auf Hochtouren liefen, dann kam ein Gag nach dem anderen, eine Vorlage ergab die nächste. Und irgendwann musste der Zuhörer einfach aufgeben, weil er bei dem Tempo einfach nicht mehr nachkam. Und das Arge: Für Timo und Lars war das ein Training für kommende Sachen wie Podcasts oder Sketche schreiben.

Wenn ich mir das hier so durchlese, bin ich mir sicher, dass ich wieder was ausgelassen habe.

Rodja Pavlik

INFO: Timo Landsiedel: „A-Five“ – D 1999/2000, Sci-Fi, Horror – 9:30 min. Regie: Timo Landsiedel. Drehbuch: Lars Havemann, Timo Landsiedel. Kamera: Lars Havemann. Schnitt: Timo Landsiedel, Lars Havemann. Design: Timo Landsiedel, Lars Havemann. Sounddesign: Andre Matthias, Timo Landsiedel. Special Effects: Lars Havemann. Musik: Andre Matthias. Produktion: Timo Landsiedel. Produktionskosten: ca. 175,- Euro. Darsteller: Timo Krüger, Sascha Kreutz, Torsten Landsiedel. Homepage: www.a-five.de.vu

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27. Januar 2015 at 20:39

HMC-Classics: Dunkel – Das erste Kapitel

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© Transcendental Pictures

© Transcendental Pictures

Erst-Rezension am 01. Jänner 2006

In einem vom Krieg verwüsteten Land streift der Einzelgänger Lew durch die Wälder. In den wenigen Orten, wo es noch halbwegs so etwas wie Zivilisation gibt, wird er missträuisch beäugt. Nur die junge Riva scheint Gefallen an dem Fremden zu finden. Doch ihre Liebe wird von etwas Dunklem aus dem Wald – aus längst vergessenen Schützengräben – bedroht. „Dunkel – Das erste Kapitel“ ist das 2005 veröffentlichte Prequel zum Horrorfilm „Dunkel“ von 2002 (siehe auch unsere HMC-Classics-Rezension) von Transcendental Pictures und Dark Cloud Productions.

Es herrscht Krieg im Land – ein so lange andauernder, dass man ihn schon fast Normalität nennen könnte. So etwas wie Zivilisation wird nur in kleinen Siedlungen mühsam aufrecht erhalten, in denen die Menschen mehr schlecht als recht dahin vegetieren. Außerhalb der Zeltstädte ist gesetzloses Niemandsland. Obwohl es gefährlich ist, zieht Lew (Robert Koch) die Einsamkeit in den Wäldern vor. Er wandert durchs Land, lässt sich gerade mal in den Siedlungen blicken, wenn er frisch geschossenes Wild gegen Waren eintauschen will.

© Transcendental Pictures

© Transcendental Pictures

An einem dieser Sammlungspunkte gestrandeter Existenzen trifft Lew auf die junge Kräutersammlerin Riva (Katharina Rahn).

Riva lebt hier mit ihrer alkoholabhängigen Mutter. Ihre einzige wirkliche Freundin ist die Kriegswaise Mariska (Katrin Wierstorf), das war’s dann aber auch schon mit den sozialen Kontakten. (Es ist die gleiche Mariska, die im nachfolgenden Film eine so wichtige Rolle spielt.) Riva gefällt der Fremde – und auch der Einzelgänger Lew, der sich mit Gefühlen eher schwer tut, fühlt sich zu der jungen Frau hingezogen. Während sich die beiden behutsam näher kommen, spielt sich im nahe liegenden Wald ein unheilvolles Drama ab.

Während Lew die Einsamkeit liebt, hat Kaman (Timo Wussow) andere Gründe, die Städte zu meiden. Der Wegelagerer überfällt mit seinen Kumpanen Sira (Beate Franke) und Malek (Hannes Graubohm) die wenigen fahrenden Händler, die sich noch durch den Wald wagen. Die Bande geht mit einer besonderen Kaltblütigkeit vor, Überlebende gibt es keine. Nein, Kaman hat keinen Spaß an seinem Tun, aber eine andere Möglichkeit bietet sich ihm nicht. Auch ist der Teil des Waldes, in dem die Banditen auf Beute lauern, Kaman nicht ganz geheuer. Er kann kaum schlafen, wird ständig von Alpträumen geplagt. Jegliches Mitgefühl seiner Leute weist er schroff ab, als Anführer darf er sich keine Blößen erlauben.

© Transcendental Pictures

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Und dann geschieht es: Sie werden überfallen – ausgerechnet sie, die finstren Gestalten des Waldes, werden von noch dunkleren Wesen attackiert.

Malek stirbt, Sira wird verschleppt – und Kaman selbst wird von einem der Angreifer gebissen. Zwar kann er den Gegner mit einem Herzstich töten, bleibt aber selbst schwer verletzt am Boden liegen. Am nächsten Tag streift Lew durch den Wald und findet den ohnmächtigen Kaman neben einer verkohlten Leiche. Lew bringt den Verletzten in die Zeltstadt. Dort verdächtigt man Kaman gleich als Wegelagerer. Obwohl er sehr viel Blut verloren hat, scheint die Wunde nicht besonders ernsthaft zu sein. Ohne viel Federlesens wird Kaman in eine halb ausgebombte Irrenanstalt in der Nähe der Frontlinie gebracht. Dort soll er für den Rest seiner Tage mit wahnsinnigen Opfern des Krieges verbringen – falls nicht vorher eine Granate einschlägt.

© Transcendental Pictures

© Transcendental Pictures

An einem anderen, ebenfalls trostlosen Ort erwacht die Banditin Sira. Von Munk (Lars Dreyer) wird sie mit einer vollkommen neuen Situation konfrontiert: Sie ist nun ein Vampir im Clan von Irias (Frido Feldbinder) – es gibt für sie kein Zurück mehr.

Auf Irias dürfte auch der Ursprung des Vampirismus’ zurückgehen. Zuvor war er Familienvater, doch dann kam der Krieg und Irias wurde eingezogen. An seinem Frontabschnitt waren die Verluste besonders hoch. Doch weder Kugeln noch Granaten töteten die Männer, sondern sie krepierten qualvoll an Hunger oder durch Krankheiten. Über die wenigen Überlebenden legte sich schließlich ein dunkler Fluch, der sie zu untoten Blutsaugern machte.

Während Sira von den Vampiren in ihr neues Leben eingeführt wird, hat Kaman in der Anstalt nicht so viel Glück: Seine Gelüste und Kräfte werden immer stärker – aber Kaman muss erst auf blutige Art und Weise herausfinden, was mit ihm los ist…

Mit „Dunkel – Das erste Kapitel“ legen die deutschen Filmgruppen Transcendental Pictures und Dark Clouds Productions ein 105-minütiges Prequel zu dem in deutschen Indie-Kreisen viel gelobten Vampirfilm „Dunkel“ (siehe auch Rezension) vor. Zwar hat das Wort „Prequel“ spätestens seit „Star Wars: Episode I“ bei mir einen negativen Beigeschmack, doch Hendrik Röhrs und René Rausch legten ein Werk vor, das meine Vorurteile bald beiseite schob. Obwohl die beiden Teile eine Geschichte ergeben, sind sie doch größtenteils eigenständige Werke.

© Transcendental Pictures

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Zugegeben, der Film fällt noch immer in die Kategorie „Amateur“.

Die Schauspieler erledigen ihre Aufgaben bravourös – man erkennt sie aber trotzdem als – mal mehr, mal minder – begabte Laien. Der Schnitt ist sauber, aber nicht übermäßig aufregend. Der Score ist eingängig, nervt aber mit der Zeit und passt auch nicht zu jeder Szene. Die Technik ist zwar vorhanden, aber gerade im finalen Showdown in der Nacht hätte man sich doch etwas mehr Licht gewünscht. Den Kostümen und der selbst gebauten Waldsiedlung (mit Wachturm, Sanitätszelt, etc.) hingegen merkt man viel Liebe zum Detail an. Und das bei einem Budget von unter 1.000,- Euro!

Wirklich störend sind manche überlangen Szenen, die den Fluss des Films erheblich beeinflussen. Auch ist der finale Showdown – vielleicht aufgrund der eher dürftigen Ausleuchtung – lange nicht so spannend wie Kamans Ausbruch aus der Irrenanstalt. Die Szenen in der Anstalt gehören mit zu den apokalyptischsten, die ich jemals im Independent-Bereich gesehen habe.

© Transcendental Pictures

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Schauspielerisch konzentriert sich der Film vor allem auf Robert Koch, der seinen Lew zwar bieder aber mit einer gewissen Zwiespältigkeit spielt.

Man nimmt ihm den „Loner“ und Poeten durchaus ab. Manchmal schrammen die Liebesszenen zwischen ihm und Katharina Rahn am Rande der Lächerlichkeit vorbei. Das liegt aber weniger am Spiel der Akteure, sondern an den nicht immer gelungenen Einfällen der Drehbuchautoren René Rausch und Hendrik Röhrs (Stichwort: Seife!). Die interessanteren Rollen sind jedoch jene der Vampire: Timo Wussow spielt – wie bereits im ersten Teil – Kaman höchst souverän. Als Glücksgriff erweist sich Frido Feldbinder, der seinem Irias einen melancholischen, abgeklärten Touch verleiht. Obwohl Irias erst relativ spät im Film auftaucht, möchte man mehr über diesen Vampir erfahren.

Kommen wir nun zum ganz großen Pluspunkt, der „Dunkel – Das erste Kapitel“ weit über andere Filme vergleichbarer Machart (und auch über viele professionelle Produktionen) hebt: Die Komplexität der Geschichte.

© Transcendental Pictures

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Mann, was sich Hendrik Röhrs und René Rausch da überlegt haben, schlägt wirklich so einiges (man möge mir den unprofessionellen Jauchzer verzeihen). Jeder der Hauptcharaktere ist voll entwickelt und weist viele Ecken und Kanten auf: So ist die Liebe zwischen dem eingefleischten Einzelgänger Lew und Riva nicht nur eitel Sonnenschein. Als Riva z.B. um eine Freundin trauert, hält Lew ihre Anhänglichkeit nicht aus und sucht das Weite.

Interessant auch, dass einige Vampire ihrer Menschlichkeit nachtrauern, während andere sämtliche moralischen Bedenken über Bord werfen und das Beste daraus machen. Oder Kaman – mit dieser dunklen Gestalt haben Rausch und Röhrs einen äußerst viel versprechenden Charakter eingeführt. Im Prequel ist er als Mensch ein Verräter an den Menschen, im nachfolgenden Teil als Vampir ein Verräter an den Blutsaugern. Dabei verliert Kaman weder an Glaubwürdigkeit, noch wird sein Handeln als reine Willkür aufgefasst. Als Zuschauer entwickelt man sogar so etwas wie ein Verständnis für diesen trotzdem fremd bleibenden Charakter. Generell erzählen Rausch und Röhrs auch nicht wirklich von einem Kampf zwischen Gut und Böse, sondern vom ungleichen Krieg zwischen zwei verschiedenen Lebensformen, die, um überleben zu können, die jeweils andere eliminieren muss.

Fazit: Mit 105 Minuten ist „Dunkel – Das erste Kapitel“ ein recht beachtliches Prequel zum Vampirfilm „Dunkel“, das man durchaus flotter hätte inszenieren können. Dennoch vermag der Film von Transcendental Pictures und Dark Clouds Productions in eine glaubhaft dargestellte fremde Welt zu entführen.

Rodja Pavlik

Was ist HMC-Classics?

INFO: Transcendental Pictures, Dark Clouds Productions: „Dunkel – Das erste Kapitel“ – D 2004 – 2005, Fantasy – 105 min. (exkl. Bonusmaterial). Regie: Hendrik Röhrs. Drehbuch: Hendrik Röhrs, René Rausch. Kamera: René Rausch, Lars Dreyer. Schnitt: René Rausch, Hendrick Röhrs. Special Effects: Timo Wussow, Steffen Röhrs, Lars Dreyer. Design (Kostüm/Set-Bauten): Hendrik Röhrs. Ton: René Rausch, Lars Dreyer. Musik: Steffen Röhrs. Produktion: Timo Wussow, Steffen Röhrs, Hendrik Röhrs. Produktionskosten: unter 1.000,- Euro. Darsteller: Katharina Rahn, Robert Koch, Timo Wussow, Karin Wierstorf, Lars Dreyer, u.a.. Überreste der Filmsite.

Written by HomeMovieCorner

22. November 2014 at 23:45

Aoeo – Es war einmal in einer Stadt

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© 4030 Crew

© 4030 Crew

Es war einmal…

So fangen viele Märchen an – und so trägt auch dieses Großstadtmärchen rund um den jungen, gesichtslosen Aoeo diesen wohl bekannten Satz im Titel. Aoeo weiß es zum Anfang noch nicht, aber die Zeit seiner Unschuld wird enden.

Gefühlvolles, surreales Coming-of-age-Drama der beiden Filmemacher David Wagner und Sebastian Wöber und ihrer Gruppe 4030 Crew aus über 30 Jugendlichen, das mit seinen 52 Minuten Spielzeit einen zwiespältigen, insgesamt aber positiven Eindruck hinterlässt. Das Gesamtkunstwerk „Aoeo – Es war einmal in einer Stadt“ aus dem Jahr 2005, das neben dem Film auch die Musik und die Homepage umfasst, war damals seiner Zeit weit voraus – und sucht auch heute noch im österreichischen Film seinesgleichen.

Aoeo (Regisseur David Wagner) ist ein charmanter Taugenichts, der keine besonders großen Ambitionen zu haben scheint – ja, nicht einmal ein eigenes Gesicht hat er. Der junge Mann lebt maskiert in einem Fabriksloft so in den Tag hinein. Zwischen mit dem Stoffhund Gassi gehen und sehr dilettantisch mit einer Band jammen, besorgt sich Aoeo alles was er zum Leben braucht – aber auch nicht mehr.

© 4030 Crew

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Nur das mit dem Besorgen… das hat so seine Tücken.

Aoeo stiehlt nämlich. Auf dem Weg zu den Bandproben nimmt er schon mal ein Fahrrad mit, dessen er sich nach Gebrauch auch gleich wieder entledigt. Beim Obststand mag Aoeo ja noch mit seinem jugendlichen Charme beim Verkäufer durchkommen, aber wenn es um’s Geld geht, wird es schon schwieriger. Da überfällt Aoeo schon mal mit gezogener Waffen drei unterbelichtete Junkies (Andreas Benedikt, Wilhelm Iben, Tom De Roeck), die vom großen Reibach träumen, nur weil sie Boco (Ruben Tossunjan), dem Sohn des örtlichen Mafiapaten Koks verkaufen, das eigentlich keins ist.

Aoeo selbst dürfte auch keiner sein, der einem konkreten Plan nachgeht oder groß über die Konsequenzen seines Handelns nachdenkt. Zwar räumt er bei dem Überfall viel Geld ab, aber nachdem er sich den Teil genommen hat, den er für den Moment braucht, schenkt er den Großteil seiner Beute seinem Mentor (Gregor Hrynasz), einem Sandler, bei dem man nicht so recht weiß, ob er weise oder wirre Worte von sich gibt.

Eines Tages, als Aoeo mit seinem Stoffhund spazieren geht, beobachtet er einen Banküberfall. Und was für einen: Ein Quartett Gangster-Girls flüchtet wild mit Waffen um sich herum gestikulierend in einem Käfer-Cabrio, dass die Geldscheine nur so herumfliegen. Und da geschieht es…

© 4030 Crew

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Aoeo hat einen kurzen, intensiven Blickkontakt mit der Gangsterbraut Pip (Marina Dell’Mour) – und um den jungen Mann ist es geschehen. Er ist verliebt.

Fortan träumt er von diesem Mädchen und sucht es. Was er nicht weiß: Pip und ihre Freundinnen haben die Bank ausgeraubt, um das Land in Richtung wärmere Gefilde zu verlassen. Während die übrigen Girls sich schon darauf freuen, steckt Pip in der Krise. Ihr geht der junge Mann nicht mehr aus dem Kopf. Und das Leben als Bankräuberin hat für sie ohnehin keine Zukunft.

Auf der Suche nach der unbekannten Schönen verrennt sich Aoeo in seine Träume und kollidiert mit der Realität. Dabei verliert er viel und entdeckt zugleich etwas.

2004/05 hatte der ursprüngliche HomeMovieCorner seine Blütezeit. Die Redaktion bestand aus fünf Personen, wir rezensierten wöchentlich Filme aus dem Indie-Bereich, veranstalteten Filmabende und wurden sogar ins Ausland zu Filmfestivals eingeladen. Ich blickte damals sehnsuchtsvoll nach Deutschland, wo Gruppen wie die Mania Pictures aus Calw fast jährlich einen Spielfilm veröffentlichten und Filmerforen (z.B. Hackermovies.com oder Vfx-forum.de) im Internet wuchsen und gediehen. Ich bin ja heute noch der festen Überzeugung, dass diese Foren in Deutschland eine engere Vernetzung der Indie-Szene ermöglichten, während hierzulande eben durch das Fehlen eines derartigen Forums so etwas lange Zeit nicht stattfand (und dieses Manko bis heute spürbar ist). Aber dennoch war ich guter Dinge, irgendwie schien die Szene in Wien so richtig zu brodeln. Und zum Teil trugen die Filmemacher Sebastian Wöber und David Wagner zu meinem Optimismus bei.

© 4030 Crew

© 4030 Crew

Sebastian Wöber lieferte 2003 mit dem Kurzfilm „No Bullet“ einen philosophischen Fantasy-Martial-Arts-Streifen ab – und damals hatte man in der Wiener Indie-Szene noch überhaupt keine Ahnung, wie man Fantasy geschweige denn Kampfkunst in Szene setzt.

„No Bullet“ lief im Rahmen des HomeMovieCorner am 20. April 2004 im Kurzfilmprogramm „Fremde Welten“ im Votivkino und wurde auch von unserer Redaktion zu den Independent Days in Karlsruhe geschickt. 2003 arbeitete Wöber auch an David Wagners sehenswerter Kurzdoku „Zugfährtab!“ mit, der auch auf der Diagonale lief. Und nun machten sich Wagner und Wöber auf, mit 30 anderen jungen Leuten dieses Großstadtmärchen „Aoeo“ zu verwirklichen.

Und plötzlich hatte ich sie vor mir – diese Gruppe an Kreativen aus allen möglichen Bereichen, die alles daran setzt, einen Film ins Leben zu rufen. Ein Netzwerk. Alles ungeschliffene Diamanten, die noch nicht oder kaum eine kreative Ausbildung hatten, sondern sich das Meiste selbst beigebracht hatten. Das war für mich der Inbegriff von Independent. Und „Aoeo“ ist diesbezüglich wirklich ein Kleinod. Die fantastische Musik von Iva Zabkar, die zuletzt auch den Soundtrack zu „Risse im Beton“ von Umut Dag beisteuerte. Der Look des Films, die Kostüme, das Artwork – ja, auch die Homepage* – das war so erfrischend damals. Und bis dato hat es kein österreichischer Film geschafft, ein derart gelungenes Gesamt-Package zu schnüren.

Auch das Märchenhafte von „Aoeo“ hat seinen ganz eigenen Charme, erinnert etwas an „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Und gleichzeitig strahlt dieser Film diese Wehmut der Teenager-Filme der 80er-Jahre, wie „The Breakfast Club“ oder „Ist sie nicht wunderbar?“ aus. Wenn Aoeo über das Dach rennt und am Abgrund stehen bleibt und in die Ferne blickt. Ja, einen besseren Coming-of-Age-Film aus Österreich gibt es nicht.

„Aoeo – Es war einmal in einer Großstadt“ ist für mich auch eine Art Zeitkapsel, denn das Wien, das in dem Film gezeigt wird, gibt es heute kaum noch. Alte Fabriken, leer stehende, abgewohnte Häuser – das hat in Zeiten der zu Tode renovierten und aufgestockten Althäuser, den hochgezogenen Wolkenkratzern der Donau City oder diesem sterilen Hochglanz-Projekt Seestadt Aspern keinen Platz mehr.

© 4030 Crew

© 4030 Crew

Aber leider hat der Film auch seine Schwächen, und zwar ganz gravierende.

Das fängt mal damit an, dass „Aoeo“ anfängt, vom Märchenhaften ins Surreale zu kippen – und zwar ziemlich hart. So etwas muss man mögen. Ich tu es nicht. Aber je öfter ich den Film sehe, desto mehr verstehe ich die Notwendigkeit dieses Kunstgriffes: Es geht eben darum, dass Aoeo seine Unschuld verliert, um seinen Weg zu finden. Und dass das eben schmerzhaft ist. Ich hätte zwar eine elegantere, softere Lösung bevorzugt, aber gut. Dieser Kritikpunkt ist auch eher ein von mir empfundenes Manko beim Storytelling. Gut, dass es auf DVD noch drei alternative Enden gibt.

Mutig, dass Aoeo nicht nur kein Gesicht hat, sondern auch kein einziges Wort spricht. Dadurch ist die Palette an Emotionen, die David Wagner als Schauspieler zeigen kann, sehr eingeschränkt. Aoeo bleibt einem dadurch ein bisschen fremd. Auf der anderen Seite wird versucht, den anderen Akteuren mehr Farbe zu geben, wie z.B. dem Junkie-Trio oder Boco. Nur… wofür? Obwohl sie dadurch mehr Screen-Time haben, bleibt das Hauptaugenmerk trotzdem auf Aoeos Geschichte gerichtet. Die Informationen, die man erhält, laufen ins Leere, sind einem egal. Einzig Pip wirkt als Figur interessanter, allerdings ist ihr Auftritt im Film zu kurz.

© 4030 Crew

© 4030 Crew

An der Auswahl der Schauspieler krankt der Film wirklich. Wie generell bei vielen Indie-Filmen damals wurden die Akteure anscheinend aus dem Bekanntenkreis rekrutiert. Und manche können schauspielen, andere agieren aber so hölzern, dass es einfach nur weh tut, wenn die Szenen verhunzt werden.

Letztendlich wurde „Aoeo – Es war einmal in einer Stadt“ nicht das von mir erhoffte Lebenszeichen des Wiener Indie-Films. Im Gegenteil, der Spielfilm schien sogar eine Art Zäsur für die damalige Szene gewesen zu sein. Filmemacher hörten auf, entwickelten andere Interessen oder gingen auf die Hochschule. Nach „Aoeo“ wurde es in Wien für eine Zeit stiller. Es gibt noch die großen Projekte, keine Frage – vor allem heute. Aber die Unbedarftheit, das Fiebrige und das Intuitive der Amateure ist jetzt dem eher professionelleren Herangehen von Filmschulabsolventen gewichen.

Sebastian Wöber und David Wagner drehen heute noch Filme. (Nicht mehr gemeinsam: Wöber hat sich eher auf die technische Seite (Kamera) spezialisiert, während Wagner erst vor kurzem nach Hamburg gezogen ist, um dort Film zu studieren.) Viele der damaligen 4030 Crew sind in kreativen Bereichen tätig. Aber ein so gewaltiges Projekt wie „Aoeo“ hat es danach meines Wissens nach nicht mehr gegeben. Wenn man mich fragt, zählt dieses Werk zu den wichtigsten der Wiener Indie-Filmszene.

Rodja Pavlik

* Allein, dass man bei der Homepage quasi in einem kleinen Mini-Spiel Aoeo über das Dach scheuchen kann, ist eine Erwähnung wert.

INFO: „Aoeo – Es war einmal in einer Stadt“ – Coming of age-Drama , A 2005, 52 min. Regie: David Wagner, Sebastian Wöber. Drehbuch: David Wagner. Kamera: Sebastian Wöber. Ton/Setbauten/Animation: Roland Dell’Mour. Maske/Kostüm: Marina Dell’Mour, Janine Haid. Musik: Iva Zabkar. Budget: ca. 2.500 Euro. Darsteller: David Wagner, Marina Dell’mour, Andreas Benedikt, Gregor Hrynasz, Tom DeRoeck, Wilhelm Iben. Weitere Informationen unter www.aoeo.at

AOEO Trailer from David Wagner on Vimeo.

Written by HomeMovieCorner

1. November 2014 at 13:57

HMC-Classics: Stasis

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© Hickstein/Wichterich

© Hickstein/Wichterich

Erstrezension am 11. September 2002, der Kurzfilm lief am 2. November 2002 im Rahmen eines HomeMovieCorner-Allerseelen-Specials im Filmcasino in Wien.

Ein junger Mann unterhält sich via Web-Camera mit seinem Zwillingsbruder, der seit einiger Zeit aus dem Haus ist. Ein banales Gespräch, doch bald befällt den Zuschauer ein unangenehmes Déjà Vu-Gefühl. Der deutschen Gruppe Firework Pictures rund um Matthias Hickstein und Daniel Wichterich gelang mit wenig Aufwand und einem ausgezeichneten Drehbuch ein psychologisches Drama, das mehr Grusel als so mancher Horrorfilm erzeugt.

„Und? Bei Dir was Neues?“ Ein junger Mann (Thomas Goersch) sitzt vor seinem Computer. Die Web-Camera ist an, er spricht mit seinem Zwillingsbruder. Das Gespräch dreht sich um banale Dinge. Wie geht es Mutter? Was macht das Liebesleben? Der eine hat sich einen blütenweißen Anzug gekauft, der andere hat eine neue Anmache. Seit der Bruder aus dem Haus ist, hat sich einiges verändert. Doch bevor es so langweilig-gemütlich weiter geht, stutzt der Zuschauer. Irgend etwas stimmt an dieser Konversation nicht. Wiederholt der eine nicht, was der andere kurz zuvor gesagt hat? Aber irgendwie ergeben die Sätze einen Sinn, einen Kontext. Das unangenehme Déjà Vu bleibt und wird mit jedem weiteren Satz, jeder Geste, die sich wiederholt, intensiver. Schließlich stockt der namenlose Mann vor dem Computer, denkt nach. Er erinnert sich wehmütig daran, wie es damals war – als sein Zwilling noch da war. Das gemeinsame Frühstück, Schach spielen, gemütlich beisammen sein – dann die letzte, schmerzliche Erinnerung: Der Sarg seines Bruders. „Du bist viel zu früh von uns gegangen.“

„Stasis“ ist ein kleiner, aber äußerst feiner Film der Gruppe Firework Pictures rund um Matthias Hickstein und Daniel Wichterich. Die beiden Deutschen erzählen die Geschichte eines jungen Mannes, der ein Gespräch mit seinem verstorbenen Zwillingsbruder mit Hilfe einer Web-Camera und einer verzögerten Einspielung in den Computer führt – den Verstorbenen quasi wieder „lebendig“ macht. Die Deutungsweisen des knapp 3:40 Minuten langen Films sind verschieden: Theorien von Schizophrenie bis hin zu sentimentalem Experiment eines Trauernden sorgen noch für lange Diskussionen nach dem Film.

„Stasis“ ist ein Beispiel dafür, dass man mit geringen technischen Mitteln und absolut „no Budget“ trotzdem einen guten Film machen kann. Alles, was man dafür benötigt, ist ein gutes Drehbuch und gute Schauspieler. Thomas Goersch überzeugt in seiner Rolle des Melancholikers, der um seinen Bruder auf etwas seltsame Art und Weise trauert. Besonders erwähnenswert ist vor allem der Dialog, der eigentlich ein Monolog ist. Das Bravourstück dürfte Hickstein und Wichterich einiges Kopfzerbrechen bereitet haben. Wie überlegt man sich einen Satz, der sich im Kontext wiederholt und trotzdem einen anderen, logischen Sinn ergibt? Obwohl der Kurzfilm ein Drama ist, steckt soviel psychologische Raffinesse und Spannung drinnen, dass mehr Gänsehaut entsteht als bei den meisten Horrorfilmen, die ich kenne.

Die Gruppe Firework Pictures war zu den Anfangszeiten des HomeMovieCorner in den 2000er-Zeiten immer für eine Überraschung gut. Ich mochte schon die Medien-Satire „Café Guerilla“ (2001) sehr, aber „Stasis“ (2002) war für mich das Nonplusultra eines Amateur-Kurzfilms. Nach den beiden „intellektuelleren“ Filmen folgte mit „Cleaner“ (ebenfalls 2002) ein Horror-Kurzfilm, in dem ein Kammerjäger – von einem Nachrichtenteam begleitet – im Keller seiner Arbeit nachgeht und Mäuse, Ratten und Zombies exterminiert. Doch die Untoten sind nicht die einzige Gefahr da unten. Bei dem eher mainstreamigen Film zeigte Daniel Wichterich erstmals sein CGI-Können und erschuf ein beeindruckendes 3D-Monster. „Cleaner“ war wohl der Höhepunkt von Firework Pictures, denn danach wurde es eher still um die Gruppe. Zwar kamen noch zwei, drei Kurzfilme (u.a. ein Teaser mit einem Samurai-Schwerkampf und ein tragischer Animationsfilm über eine verliebte Schaufensterpuppe), die aber nicht mehr das filmische Level von „Stasis“ oder „Cleaner“ erreichten.

Mittlerweile hat Wichterich sein Studium als Diplomierter Medien Designer an der Fachhochschule Aachen abgeschlossen und arbeitet als VFX-Artist in Berlin. Von einem Matthias Hickstein fand ich diese Filmemacher-Site hier, aber auf eine Anfrage kam keine Antwort.

Thomas Goersch ist Schauspieler und Filmemacher mit Leib und Seele, der vor allem in der Indie-Szene agiert. Er fiel mir u.a. in dem Fantasyfilm „Kriegerherzen“ und der LGBT-Serie „Berlin Bohème“ auf. Aktuell ist er u.a. der Mastermind hinter dem Episodenfilmprojekt „Grimms Kinder“, das die Grimmschen Märchen neu erzählt.

Rodja Pavlik

INFO: Firework Pictures: „Stasis“ – D 2002, Drama – 03:40 min. Regie: Matthias Hickstein. Drehbuch: Matthias Hickstein, Daniel Wichterich – nach einer Idee von Niels Vollrath. Kamera: Matthias Hickstein. Schnitt: Daniel Wichterich, Matthias Hickstein. Ton: Christian Fuhrmann. Darsteller: Thomas Goersch.

Was ist HMC-Classics?

Written by HomeMovieCorner

15. Oktober 2014 at 02:57

HMC-Classics: Dunkel

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© Transcendental Pictures

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Erst-Rezension am 26. Juli 2003.

In naher Zukunft versucht das Geschwisterpaar Yassa und Tarek in einer von Vampiren beherrschten Welt zu überleben. Regisseur Hendrik Röhrs, Drehbuchautor und Darsteller René Rausch sowie ihr Team Transcendental Pictures zeichnen mit einer interessanten und charakter-orientierten Story in ihrem Amateurfilm „Dunkel“ von 2002 eine düstere Horrorwelt in naher Zukunft. Eine großartige Geschichte, die man sich auch gerne in einer professionellen Produktion anschauen würde.

„Erzähl mir von früher!“

„Früher war es besser. Es gab genügend Nahrung. Die Menschen hatten einen festen Ort an dem sie lebten. Niemand hatte Angst vor der Dunkelheit.“

Für das Geschwisterpaar Yassa (Jana Bösche) und Tarek (René Rausch) schaut die Zukunft nicht gerade rosig aus. Genau genommen schaut auch die Gegenwart nicht viel besser aus: Die Menschheit – oder das, was davon übrig geblieben ist – ist in einen gnadenlosen Kampf mit der Rasse der Vampire verwickelt. Tagsüber können sich die Überlebenden zwar frei bewegen, in der dunklen Nacht sind sie höchstens Freiwild.

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In dieser kleinen Gemeinschaft hat Tarek die Führung übernommen. Illusionslos, von einem Tag in den anderen lebend, fühlt er sich für seine kleine Schwester verantwortlich. Wenn sie ein leer stehendes Haus gefunden haben, bleiben sie eine Zeit lang drinnen, bis die ersten Vampire aufkreuzen. Dann geht die Suche nach einem neuem Quartier auf Zeit wieder los – mit diesem sich ständig wiederholenden Kreislauf hat sich Tarek abgefunden.

Yassa sieht das anders: Die ständige Bedrohung hat dem jungen Mädchen zwar die Kindheit geraubt, doch innerlich ist sie ein Teenager geblieben. Auch sie kann Vampire mit Bravour pfählen, doch in Wahrheit träumt sie von einer „guten, alten Zeit“, die sie nie kennen gelernt hat. Von Städten, in denen Menschen wohnen, von Kinderspielplätzen, die nicht durch Blutflecken entweiht wurden. Von Zeit zu Zeit tauscht sie heimlich ihr Lara-Croft-Outfit gegen ein Sommerkleidchen, spaziert auf einem Steg und träumt von der ersten Liebe, während im See die Schwäne schwimmen.

Eines Tages greifen der Scharfschütze Leu (Steffen A. Röhrs) und Hiskia (Susanne Bährisch) Yassa und Tarek auf. Die Fremden laden das Geschwisterpaar in ihr Versteck ein, wo Mara (Svenja Müller) gerade um das Leben eines Freundes kämpft. Die Camp-Bewohner sind in eine besonders blutige Fehde mit einem Vampirclan verwickelt, nachdem sie dessen Anführer getötet haben. Außerdem gehen die Vorräte zu Ende und die Gemeinschaft muss bald zur nächsten Siedlung.

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Auch die Sippe der Vampire hat Probleme: Nachdem der Anführer gepfählt wurde, übernahm seine Tochter Mariska (Katrin Wierstorf) die Leitung – sehr zum Missfallen von Kaman (Timo Wussow). Dieser versucht, die Gemeinschaft gegen Mariska aufzustacheln, doch noch ist die Obervampirin zu mächtig. Nach einem kurzen Kampf verstößt sie Kaman aus der Gemeinschaft. So einfach gibt Kaman jedoch nicht auf, er schwört fürchterliche Rache. Eine Gelegenheit bietet sich, als der Ausgestoßene auf das Lager der Menschen stößt – er verrät Leu und seinen Freunden den Standort der Vampire…

Ja, so einfach geht das mit Einführungen. Ein paar Sätze aus dem Off, eine unheilvolle Spieluhrmelodie – und schon ist man in die richtige Stimmung versetzt. „Dunkel“ von der deutschen Gruppe Transcendental Pictures ist einer der stimmungsvollsten und ausgefeiltesten Filme, die ich je gesehen habe (und damit schließe ich auch viele professionelle Produktionen ein). Obwohl der Film an die 100 Minuten lang ist, kommt keine Langweile auf – zu sehr ist man von den Charakteren und vom intelligenten Plot gefesselt. Phantasievolle Ausstattung und stimmungsvolle Locations tun ihr Übriges. Untermalt von einem einfachen, aber wirkungsvollen Synthie-Score von Lars Kelich, entfaltet sich vor dem Auge des Zuschauers eine düstere Welt der nahen Zukunft, in der die menschliche Ordnung zusammengebrochen ist. Ein weiterer Pluspunkt ist auch das ziemlich ungewöhnliche und mutige Ende.

Interessant vor allem die vielen Details über die Eigenheiten der Vampire – wohl ein Ergebnis intensiver Recherchen. Ich selbst habe früher sehr viele Romane über die Untoten mit den scharfen Beißerchen gelesen und war echt entzückt, dass einige alte und vergessen geglaubte Mythen, wie z.B. das zwanghafte Zählen, Silbermünze im Mund als Schutz davor, dass der Tote wiederkehrt, etc., berücksichtigt wurden.

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Die Schauspieler bieten eine gute Leistung. Gut, es sind Laiendarsteller, und das merkt man auch. Aber die Qualität ist auf einem gleich bleibenden Niveau und homogen. Dass die Akteure glaubhaft rüberkommen, liegt wohl auch an der ausgefeilten Darstellung der einzelnen Charaktere. Wenn z.B. Mariska nicht so scharfe Zähne hätte, würde man dieser verwöhnten Göre am liebsten den Hintern versohlen. Eine Novität damals (Zur Erinnerung: Der Film kam 2002 heraus – also vor „True Blood“, „Vampire Diaries“ und dem ganzen „Twilight“-Scheiß): Auch die Vampire haben soziale Bindungen und Gefühle (natürlich nur untereinander).

Die Handlungen der Menschen wiederum werden von ihren Erfahrungen geprägt. Besonders stark merkt man das bei Yassa und Tarek, aber auch bei dem jungen Leu. Der Scharfschütze traut niemandem – kein Wunder, schließlich musste er seinen eigenen Vater pfählen. Und dass Leu das Grab seines Vaters besucht, nur um sicher zu gehen, dass der Alte nicht „wiederkehrt“ – einfach genial. Gerade diese „Pre-Stories“ sorgen für logisch nachvollziehbare Konflikte innerhalb der Gruppe, obwohl eigentlich alle am selben Strang (Überleben) ziehen sollten.

Es gibt auch einige Splatterszenen in dem Film, aber erstens sind sie dem niedrigen Budget angepasst und eher unspektakulär, zweitens – und das ist meiner Meinung nach sehr wichtig – ordnen sie sich absolut der Geschichte unter. Blut spritzt nur dann, wenn es der Handlung förderlich ist.

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Zwar hat das Team technisch eine solide Leistung vollbracht, aber vor allem anfangs stören die vielen Achsensprünge (d.h z.B. die Leute gehen nach links, Schnitt – plötzlich kommen sie von rechts). Einziges wirklich penetrantes Manko ist der übersteuerte Ton: Brechendes Gehölz im Wald oder Bauschutt bzw. Glasscherben in einer aufgelassenen Fabrik – da kracht und grammelt es, dass es keine Freude ist.

Es ist fast schade, dass diese Geschichte „nur“ für einen Amateurfilm verwendet wurde. Die Story ist viel zu komplex und überbordend und schreit fast förmlich nach einem „Spin Of“. Wenn man bedenkt, dass „Dunkel“ erst der dritte Film von Transcendental Pictures war, konnte man das Potenzial dieser Gruppe damals bereits erahnen.

Einen Pluspunkt gibt es für das ausführliche Bonusmaterial (zusätzliche 50 Minuten), das nicht nur informativ ist, sondern auch für jede Menge Spaß sorgt. Neben Hoppalas, deleted scenes, Tricks und sonstigen Kuriositäten (z.B. fliegende Kühe) erfährt man auch jede Menge von den Widrigkeiten, die die Dreharbeiten begleiteten. So musste der Holzsteg, auf dem Yassa so verträumt spaziert, erst von Schwanenscheiße radikal gesäubert werden. Und das Camp der Menschen wurde während der Dreharbeiten auch noch vom Hochwasser versenkt.

© Transcendental Pictures

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Transcendental Pictures waren 2003 eine der viel versprechendsten Amateurfilmgruppen damals. Sie drehten gut durchdachte Spielfilme und hatten auch ein Gespür für Ausstattung und Locations. Nach „Dunkel“ folgte 2003 – diesmal unter der Regie von „Dunkel“-Autor René Rausch – das Horrormärchen „Es war einmal… Der Gruselpeter“ und 2005 –wieder mit Hendrik Röhrs als Regisseur – das Prequel „Dunkel – Das erste Kapitel“ (HMC-Classics dazu folgt demnächst). Mit dem eigenen DVD-Label „Klappe, die Erste“ wurde auch versucht, eine Indie-Marke zu etablieren.

Nach weiteren Kurzfilmen drehten Transcendental Pictures schließlich die Tragikomödie „Things to do!“, bei der sie zum ersten Mal mit professionellen Schauspielern arbeiteten. Allerdings waren die Filmemacher mit dem Ergebnis nie zufrieden, weshalb das Werk offiziell nie veröffentlicht wurde, erzählte René Rausch vor kurzem dem HomeMovieCorner. Danach brach die Filmgruppe langsam auseinander – das Leben in Form von Arbeit bzw. Studium an anderen Orten hatte die meisten Mitglieder ereilt. Hendrik Röhrs und René Rausch studierten zusammen an der HfK Bremen das Fach Digitale Medien, wo sie mit dem Bachelor of Arts abschlossen. Nebenbei wurden kleinere Projekte wie ein Modefilm und diverse Musikvideos realisiert. So ab 2010 trennten sich die künstlerischen Wege der beiden: „Hendrik und ich sind aber nach wie vor gute Freunde und tauschen uns aus. Wir kamen nur auf kreativem Wege nicht mehr zusammen wegen unterschiedlicher Vorstellungen. Hendrik war immer der Ästhetiker und weniger der Geschichtenerzähler, während ich eher ‚unperfekt‘ bin und lieber Sachen mache, die storydriven sind“, erläuterte Rausch. Bei seinen späteren Werken griff René Rausch auch auf ehemalige Transcendental-Pictures-Mitglieder wie Steffen Röhrs oder Lars Dreyer zurück.

Aktuell versucht er über eine Crowdfunding-Aktion auf Startnext.de das Budget für sein neuestes Spielfilmprojekt „Ostzone“ (über das hier berichtet wurde) zu bekommen.

Rodja Pavlik

INFO: Transcendental Pictures: „Dunkel“ – D 2002, Horror – ca. 100 min (+ 50 min. Bonusmaterial). Regie: Hendrik Röhrs. Drehbuch: Timo Wussow, René Rausch – nach einer Idee von René Rausch und Timo Wussow. Kamera: Lars Kelich. Special Effects: Steffen Röhrs, Timo Wussow. Design/Ausstattung/Kostüme: Hendrik Röhrs, Gitta Röhrs, Katrin Wierstorf. Make Up: Katrin Wierstorf, Anna Göhring. Musik: Lars Kelich. Produktion: Lars Kelich, René Rausch, Timo Wussow. Darsteller: Jana Bösche, René Rausch, Katrin Wierstorf, Hendrik A. Röhrs, Svenja Müller, Susanne Bährisch, Timo Wussow, u.v.a.

Was ist HMC-Classics?

Written by HomeMovieCorner

7. September 2014 at 03:13