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Crowdfunding für (keine) Doku über Thomas Bernhard

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© Greuling/Baldinger

© Greuling/Baldinger

Entweder man macht Kunst – oder wird Kritiker.

Wenn man boshaft wäre, würde man das auf Matthias Greuling, seines Zeichens Filmjournalist („Wiener Zeitung“) sowie Chefredakteur und Herausgeber der Zeitschrift „celluloid“ auslegen. Aber das sind wir ja nicht. (Auch müsste ich mich da selbst an der Nase nehmen, weil… das gilt ja auch für den HomeMovieCorner und mich.) Außerdem bin ich Matthias auch noch dankbar, schließlich hat „celluloid“ mir als recherchierendem Journalisten und dem HomeMovieCorner als Plattform Starthilfe gegeben. Der HMC war ja kurz eine Sub-Page auf der „celluloid“-Site und hatte einige Zeit lang sogar eine fixe Rubrik im Heft.

Aber Matthias war auch immer ein Filmemacher. Durch seine Tätigkeit als Journalist wurde diese Leidenschaft aber – zumindest meinem Eindruck nach – immer mehr zurückgedrängt. Anscheinend brodelt es in Matthias noch immer – denn er und (ebenfalls) Filmjournalist David Baldinger (Ö1) arbeiten bereits seit 2013 an der Doku „Der Bauer zu Nathal“, die bereits zu 80 Prozent abgedreht ist. Für die Postproduktion des bisher vor allem privat finanzierten Films soll nun via Crowdfunding auf Startnext bis zum 30. Jänner 2017 ein Betrag von 12.000 Euro aufgestellt werden.

Dabei handelt es sich aber nicht um einen Lagebericht über den Überlebenskampf eines landwirtschaftlichen Betriebes, sondern um den österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard. Oder… eigentlich auch wiederum nicht. Aber der Reihe nach…

Als der Literat Thomas Bernhard 1989 unerwartet verstarb, galt er bereits als einer der größten österreichischen Schriftsteller. Allerdings war er nicht unumstritten, ja, teilweise sogar richtig angefehdet. Ich weiß nicht, ob sein 1988 uraufgeführtes Theaterstück „Heldenplatz“ der Auslöser oder bereits der Höhepunkt war; die Diskussionen, viel mehr die Schlagzeilen der Medien aufgrund des „Skandalstücks“, das doch nur der österreichischen Mentalität einen Spiegel vorhielt, sind mir aber noch recht lebhaft in Erinnerung.

Nun ist Bernhard also über 27 Jahre tot. Sein Ruf als Skandalautor verblasste – über Tote erzählt man ja prinzipiell nix Schlechtes. Sein literarisches Erbe ist geblieben. Aber wie wird damit umgegangen? Und eben dieser Frage gehen Greuling und Baldinger in ihrer Doku „Der Bauer zu Nathal“ nach.

Der Titel bezieht sich darauf, dass Bernhard sich einen Vierkanthof in Ohlsdorf/Obernathal (Oberösterreich) kaufte und sich mit der Berufsbezeichnung „Landwirt“ im Reisepass niederließ. Aber gehörte er wirklich dazu? Der gefeierte Literat plötzlich als einfacher Bauer? Blieb er nicht trotz seiner regen Teilnahme am Dorfleben immer ein Sonderling? Gab es Schnittmengen zwischen dem Geistesmenschen und seiner Umgebung? Und wie verhält sich Ohlsdorf zu seinem berühmtesten Bewohner heute? Wie man mit einem überlebensgroßen literarischen Erbe umgeht (oder eben nicht), soll der Dokumentarfilm, der 2017 fertig gestellt wird, zeigen.

Rodja

INFO: Crowdfunding auf Startnext www.startnext.com/derbauerzunathal; Film-Site auf Facebook: www.facebook.com/BauerzuNathal

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14. Dezember 2016 at 14:50

„Raiders!“ – Der größte Fanfilm aller Zeiten auf dem /slash Filmfestival

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© Jeremy Coon Productions

© Jeremy Coon Productions

Das /slash Filmfestival, das heuer vom 22. September bis 2. Oktober in Wien stattfindet, ist wohl das größte Genre-Festival in Österreich.

Dennoch hat es sich bis dato nicht in mein Herz spielen können. Ich geb’s zu, ich bin nicht DER Genre-Fan, der überall rein muss, wo auch nur ein Hauch von Genre vorkommt. Ein paar Filme habe ich mir auf dem /slash zwar angeschaut, aber dass ich mir die Tage rot im Kalender anstreiche… nein, das ist nicht unbedingt der Fall. Wohl auch, weil das /slash nicht unbedingt ein Abspielort deutschsprachiger Indie-Filme ist. Da gibt es andere, bessere Festivals.

Gut, heuer würde mich „Angriff der Lederhosenzombies“ des Österreichers Dominik Hartl („Beautiful Girl“) locken, aber der kommt auch so in die Kinos. Insofern muss ich ihn mir nicht wirklich im Rahmen des Festivals anschauen.

Aber dann ist da dieses eine „Indiana Jones“-Triple-Feature am 24. September – und ich glaube, da werde ich schwach. Und damit meine ich nicht „Raiders of the Lost Ark“, „Indiana Jones and the Temple of Doom“ und „Indiana Jones and the Last Crusade“ (Sorry, Spielberg & Lucas, aber über den sogenannten Teil IV hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Das war wohl nix.) – sondern „Raiders of the Lost Ark“, den 1:1-Fan-Film „Raiders of the Lost Ark: The Adaption“ von Eric Zala und Chris Strompolos und die Dokumentation darüber, „Raiders!: The Story of the Greatest Fan Film ever made“ von Tim Skousen und Jeremy Coon. Zumindest zwei von diesen drei Filmen will ich sehen!

Um was geht es?

Nun ja, über „Jäger des verlorenen Schatzes“ (USA 1981) brauche ich wohl keine Worte zu verlieren. Es geht um die Einführung des peitschenschwingenden Archäologen Dr. Henry Walton Jones Jr. alias Indiana „Indy“ Jones, der die sagenumwobene Bundeslade sucht und dabei den Nazis in die Quere kommt. Der Film begeisterte ganze Generationen, so auch Chris Strompolos und Eric Zala, die 1982 als Elfjährige beschlossen, den Film nachzudrehen. Und zwar 1:1. Für die Adaption, die nun in Wien uraufgeführt wird, mussten sie jeden Satz und jede Szene transkribieren, fackelten beinahe ein Haus ab und setzten sich auch sonst noch anderen Gefahren aus. Nach sieben Jahren war der Film fast fertig gestellt – und ihre Freundschaft zu Ende. Eine Szene fehlte noch – und zwar jene, wo Indy von dem glatzköpfigen Nazi auf dem Flugfeld (inklusive Flugzeug) verprügelt wurde.

Die ebenfalls zu sehende Dokumentation „Raiders!: The Story of the Greatest Fan Film ever made“ dokumentiert das Bemühen der Freunde – und erzählt, wie sie sich nach all den Jahren wieder versöhnten und beschließen, als Erwachsene die fehlende Szene endlich zu drehen.

Für einen Indie-Fan (Indiana als auch Independent) wie mich sind diese beiden Filme jetzt schon sehr inspirierend. Einerseits erinnern sie mich an meine Kindheit, die ebenfalls von Steven-Spielberg-Filmen („Goonies“, „Indiana Jones und der Tempel des Todes“, „E.T.“) und natürlich „Star Wars“ geprägt wurde. Und während ich damals „Star Wars“ mit Figuren nachspielte, drehten Zala und Strompolos einen Film! Einfach fantastisch!

Ursprünglich habe ich 2015 auch Chris Strompolos kontaktiert, um ihre Filmadaption hier in Wien im Rahmen einer einmaligen Aufführung zu zeigen. Chris, der selbst einige Jahre in Wien verbrachte, zeigte sich auch interessiert, hatte aber einige (sehr verständliche und nachvollziehbare) Bedingungen, die der Ein-Mann-Betrieb des HomeMovieCorner finanziell und zeitlich einfach nicht stemmen konnte. Ich bin also sehr froh darüber, dass das /slash das übernommen hat.

Rodja

INFO: „Raiders!: The Story of the Greatest Fan Film Ever Made“: www.raidersdoc.com; /slash – Festival des Fantastischen Films: http://slashfilmfestival.com/

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5. September 2016 at 15:35

7th Austrian Filmfestival, Part I

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© Monochrom

© Monochrom

Es passiert schon wieder… und zwar zum siebenten Mal: Das Austrian Filmfestival – vom 2. bis 5. Juni 2016 in Wien.

Das von Andreas Reisenbauer initiierte und geleitete Festival zeigt im Top Kino als auch im Schikaneder wieder eine bunte Vielfalt von Kurz- und Spielfilmen sowie Dokus in diversen Premierenformen – angefangen von Wien- bis zur Weltpremiere.

Gezeigt wird u.a. die Nerd-Culture-Doku „Traceroute“ von Johannes Grenzfurthner („Die Gstettensaga: The Rise of Echsenfriedl“). Auch „Überlist“ und „Übergeil“ von der „Über-Reihe“ von No-Budget-Queen Jolanta Warpechowski werden präsentiert.

Wolfgang Rauh, der Star aus Vlado Priborskys „Blockbuster – Das Leben ist ein Film“, zeigt mit „Radau 3 – Tag der offenen Tür“ einen atemberaubenden Action-Kurzfilm. Auch Michael Rittmannsberger, der mit „Sister“ einen beeindruckenden Film über Trauer ablieferte, ist mit „The Culprit“ vertreten.

Wie im Titel bereits angedeutet, ist das heurige Festival zweigeteilt – der zweite Part findet dann im November statt.

Einen Nachteil hat das Festival leider – am 2. Juni findet im Gartenbaukino auch die Premiere des „Star Wars“-Fanfilms „Regrets Of The Past“ von Bernhard Weber/Pellicula statt. :-/

Rodja

INFO: http://austrianfilmfestival.com/

Traceroute

Überlist

Sin & Illy Still Alive

SIN & ILLY STILL ALIVE – TRAILER from mariahengge@gmail.com on Vimeo.

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1. Juni 2016 at 20:19

Crowdfunding für LGBT-Doku „Enchanted – Love makes a family“

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© Eva Schirmer

© Eva Schirmer

Familie hat viele Gesichter – neben dem traditionellen Modell gibt es auch Patchwork und – immer bewusster bzw. sichtbarer werdend – auch das Regenbogen-Modell.

Schauspielerin Michaela Kis und die Künstlerin Stephanie Satzinger haben sich zusammengetan, um mit „Enchanted – Love makes a family“ eine Dokumentation über so genannte Regenbogen-Familien zu drehen.

Ein sehr persönlicher Film über Menschen, die in einer „traditionellen“ heterosexuellen Beziehung lebten – mit allem, was dazu gehört. Partnerschaft, Ehe, Kinder. Und sich dann in einen Menschen des gleichen Geschlechts verliebten. Wie geht man damit um? Wie gesteht es man dem eigenen Partner, der Familie, gar den eigenen Kindern? Mit welchen Anfeindungen hat man zu kämpfen? Und welche Lichtblicke gibt es in dieser Situation?

Diesen Fragen wollen Kis und Satzinger nachgehen und interviewen dafür schwule und lesbische Paare, einige der Ex-Partner und auch betroffene Kinder. Für die Fertigstellung der Dokumentation benötigen die Filmemacherinnen noch 6.000,- Euro, die sie nun mit einer Crowdfunding-Aktion auf Startnext stemmen möchten. Bis zum 30. April 2016 kann das Projekt noch unterstützt werden.

Rodja

INFO: https://www.startnext.com/enchanted-film; auf Facebook: www.facebook.com/EnchantedFilm.

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18. April 2016 at 08:21

Der Oberlehrer

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Yikes. Da fragt man mich ganz nett, ob ich bei einem Exposé für eine Doku helfen kann – und dann kommt so ein Foto raus. Hoffe nicht, dass ich wirklich so als Oberlehrer rübergekommen bin.

Man beachte: Meine Hermes Baby ist immer dabei.

Rodja

© Mario Wasserfaller

© Mario Wasserfaller

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8. August 2015 at 21:34

Auf der Suche nach dem legendären Goldschatz von Forrest Fenn

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© Projekt Silva

© Projekt Silva

*Titelmelodie von Indiana Jones an*

Schatzsuche? Ja, gibt es denn so etwas heute noch?

Anscheinend ja. Vor allem, wenn ein exzentrischer Millionär dahinter steckt, der selbst diesen Schatz vergräbt und Hinweise gibt. So geschehen im Fall von Forrest Fenn, einem 83-jährigen amerikanischen Glücksjäger, der u.a. Kampfpilot in Vietnam war, Galerist in Santa Fe ist – und überall auf der Welt Schätze gesucht und gefunden hat. Nun hat Fenn vor vier Jahren selbst eine Truhe in den Rocky Mountains versteckt. 20 Kilogramm schwer, voll mit Goldnuggets, Goldmünzen, antiker Jadekunst aus China und Figuren aus der Zeit vor Kolumbus. Dazu hat er ein Gedicht veröffentlicht, das neun Hinweise zu dieser Truhe enthält. (Es gibt sogar einen Wikipedia-Eintrag zu dieser unglaublich klingenden Geschichte!)

Auftritt der beiden Österreicher Richard Haderer und Bernhard Vosicky. Der Online-Marketer und Video-Blogger sowie der Radiomoderator wollen den Schatz mit allen Mitteln finden, oder bei dem Versuch umkomm… äh… zumindest einen Film über ihre Suche drehen. Sie glauben auch, bestens dafür gerüstet zu sein: „Ich war zehn Jahre lang bei den Pfadfindern, Bernhard bei der Jungschar – wer, wenn nicht wir Stadtkinder, könnte diesen Schatz finden?“, so Haderer in einer Presseaussendung.

Um ihr „Projekt Silva“ zu stemmen, haben die beiden auf der Crowdfunding-Plattform wemakeit eine Aktion mit dem Ziel gestartet, 15.000,- Euro zu lukrieren. Damit soll sowohl die Suche als auch die Dokumentation finanziert werden. Wer mitmacht, kann sich sogar einen Teil des Schatzes sichern – falls die beiden Glücksjäger ihn denn finden. Man kann auch mitpuzzeln und -rätseln, um die Hinweise zu entschlüsseln. (Hm, vielleicht sollte ich da mitmachen. Schließlich habe ich „Das schwarze Auge“-Erfahrung.)

Fürwahr, eines der witzigsten Crowdfunding-Filmprojekte, das mir seit langem untergekommen ist…

Rodja

INFO: Crowdfunding-Kampagne auf Wemakeit.com: wemakeit.com/projects/projekt-silva; Film-Site www.projekt-silva.at

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16. März 2015 at 11:31

Crowdfunding für den „ungehorsamen Konsul“

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© radiofuzzi

© radiofuzzi

Manchmal kann eine Unterschrift Leben retten.

Im Jahr 1940 war der Hafen von Lissabon für viele die letzte Station ihrer Flucht in Europa vor den Nazis. Von hier aus ging es entweder nach Brasilien oder in die USA.

Aristides de Sousa Mendes war zu dieser Zeit portugiesischer Konsul in Bordeaux. Als die Deutschen in Frankreich einmarschierten, versuchten viele Menschen zu fliehen. Sousa Mendes stellte Visa für die Durchreise nach Portugal aus, obwohl seine Regierung dezidiert eine Anweisung gab, dies nicht zu tun. Durch diesen Ungehorsam soll Sousa Mendes schätzungsweise 30.000 Menschen – darunter 10.000 Juden – das Leben gerettet haben. Als seine Regierung davon Wind bekam, wurde Sousa Mendes seines Amtes enthoben und zurückbeordert. Noch auf seiner Fahrt nach Portugal rettete der Mann mehrere Menschenleben.

Regisseurin und Radiomoderatorin Uli Jürgens begibt sich in ihrer Dokumentation „Der ungehorsame Konsul“ auf die Spuren der Flüchtlinge und Aristides de Sousa Mendes, dem seine Hilfsbereitschaft teuer zu stehen kam. Er wurde unehrenhaft entlassen, geächtet und starb verarmt 1954.

Für ihren Film haben Jürgens und ihr Team eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Das Ziel sind 8.000,- Euro, mit dem Geld sollen Archivmaterial beschafft und Reisekosten abgedeckt werden.

Der Sender ORF III wird die Dokumentation im Herbst 2015 ausstrahlen.

Rodja

INFO: https://wemakeit.com/projects/the-disobedient-consul

Der ungehorsame Konsul from geri gottlieb on Vimeo.

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5. Februar 2015 at 17:50

„Sitzfleisch“-Regisseurin Lisa Weber bei den CastMates

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© Polyfilm

© Polyfilm

Die CastMates Chris Dohr und Georg Csarmann haben wieder einen Podcast veröffentlicht – ihren immerhin 27.

Diesmal zu Gast ist die aus Wien-Simmering stammende Filmemacherin Lisa Weber, deren Reisedokumentation der etwas anderen Art „Sitzfleisch“ gerade in einigen ausgewählten Kinos spielt.

Synopsis: Eine Beziehung im 47. Sommer, ein Mann und eine Frau reisen zum Nordkap. Sie fahren mit dem Auto, sie fahren um zu fahren, nicht um anzukommen. Sie hören Schlager, von der immer gleichen CD. Und sie werden von ihrer Enkelin gefilmt. Mitgebrachte Würstel von zuhause und nächtliche Fährenfahrten, Handstände im Hotelzimmer und ein Weihnachtsmanndorf, schwedische Landschaft und norwegischer Niederschlag. Und immer wieder lange Irrfahrten, begleitet vom rätselhaft ratlosen Navigationssystem. Je näher man dem Ziel der Reise kommt, desto mehr verliert es an Bedeutung. Kein Film mehr über die Schwierigkeiten einer langen Autofahrt, sondern einer, über die Schwierigkeiten eines langen Zusammenlebens.

Hier entlang zur „CastMates“-Episode 27.

Rodja

INFO: Film-Facebook-Site: www.facebook.com/sitzfleischfilm

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27. Dezember 2014 at 12:00

Hier gibt es nichts zu sehen, gehen Sie bitte weiter…

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Ach Menno… Seit ich die Seitenstrangangina mit Antibiotika zehn Tage lang niedergekämpft habe, komme ich nicht mehr so richtig in die Gänge und lass die Zügel schleifen. Dennoch möchte ich noch kurz auf drei lesenswerte Artikel von zwei Bloggern verweisen.

1. Harald List betreibt schon seit einiger Zeit den Blog „Bruttofilmlandsprodukt“. Wie der Name schon andeutet, beschäftigt sich der Blog mit Film… und mit Wirtschaft. Vor allem letzteres lassen sehr viele Indie-Filmer oft außer Acht. Deswegen ist es für mich auch immer wieder erfrischend, den Blog zu durchstöbern.

Vor kurzem hat List nun den Filmemacher Andreas Steinkogler zu seiner Indie-Dokumentation „Welcome To The Machine“ interviewt. In dem Film geht es über die Musikindustrie und über Bands, die versuchen, ihren Platz in den Charts zu finden.

List hat im Interview nicht nur den Film inhaltlich berücksichtigt, sondern auch Fragen nach der Finanzierung (u.a. ein gescheiterter Crowdfunding-Versuch) und der Distribution gestellt. Da kann sogar ich noch was lernen.

2. Ebenfalls auf „Bruttofilmlandsprodukt“ hat List kurz nach dem Interview mit Andreas Steinkogler auch Sebastian Leitner zu dessen unabhängig produzierter Klassik-Doku „Noseland“ befragt. Auch in diesem Artikel geht es neben dem Filminhaltlichen auch um den finanziellen Aspekt.

3. Christian Genzel hat auf seinem Blog „Wilsons Dachboden“ ein Interview mit Stefan Müller, dem Regisseur des Indie-Creature-Features „Biest“ veröffentlicht, über den hier (Interview, „Biest“-Kritik) ja auch schon öfters berichtet wurde.

Das wär’s dann mal. Neues von mir kommt bestimmt, muss mich nur mal von dem Herbst-Blues lösen, den ich gerade herzlich umarme (ich bin nun mal eine schwermütige Person).

Rodja

Trailer „Welcome To The Machine“

Trailer „Noseland“

Trailer „Biest“

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2. Dezember 2014 at 15:36

Kino – Ein Portrait

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„Loom“-Mastermind Stefan Müller kann auch anders: Nach „Jenseits“, „Tartarus“ und „Biest“, die ja eher dem Unheimlichen, dem Fiktiven zugetan waren, hat der Steirer nun eine kleine, sehr berührende Doku über das Kino Feldbach und seinen 89-jährigen Besitzer August Pfister gedreht. Dem HomeMovieCorner verriet der Steirer die Hintergründe für diesen Ausflug in die Dokumentarschiene.

Kennengelernt habe ich das Kino über den Oliver Haas (Anm.: Produzent von „Biest“), der ja aus Feldbach ist. Er hat mir verraten, dass das Kino dort noch 35mm projiziert und daraufhin wollte ich unbedingt einen Film dort anschauen, da ich seit fast zehn Jahren keinen 35mm-Print mehr im Kino erlebt habe und diesen Charme mal wieder erleben wollte.

Im Kino angekommen habe ich dann gespannt beobachtet, wie dieser ältere Herr da alles im Alleingang erledigt. Er verkauft Kinotickets, er verkauft die Süßigkeiten, telefoniert und gibt Auskünfte über die Spielzeiten und reißt dann noch die Kinokarten am Eingang ab. Davon war ich so fasziniert, dass wir uns nach dem Film mit ihm und seinem Projektionisten Johann Leitgeb zusammengesetzt haben und sie uns ein wenig über das Kino erzählt haben. Da haben wir dann erfahren, dass das Kino kurz vor dem Schließen ist, da er nur noch für kurze Zeit 35mm Kopien von „ausgewählten“ Filmen bekommt und er nicht die finanziellen Mittel hat, um auf Digital umzurüsten.

Daraufhin haben wir dann kurzerhand beschlossen eine Kurzdokumentation über das Kino zu drehen und haben die Facebookseite www.facebook.com/KinoFeldbach gebastelt. Durch die Kurzdokumentation ist es uns gelungen, Förderunterstützung zu finden, damit das Kino finanzielle Unterstützung erhält, um einen Saal zu digitalisieren. Auch die Stadt Feldbach hat dann finanziell mitgeholfen. Weiters lief die Dokumentation eine Zeit lang im Feldbacher Kino und hat geholfen, das Kino kurzzeitig neu zu beleben.

Mittlerweile ist der Hauptsaal vom Kino Feldbach digital und der kleine Saal analog. Wenn der Herr Pfister noch 35mm Kopien bekommt, dann spielt er diese auch, aber zumindest musste das Kino nicht geschlossen werden und der Herr Pfister kann weiterhin seinen Lieblingsarbeitsplatz mit all seiner Liebe betreiben.

Stefan Müller

INFO: https://www.facebook.com/KinoFeldbach (liken, das tut nicht weh)

Kino – ein Portrait – from Stefan Müller on Vimeo.

Written by HomeMovieCorner

6. September 2014 at 00:59