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Erster Teaser zu „Finding Planet Porno“

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Ein Projekt, dem man bei der Entwicklung zuschauen kann, macht Spaß. Das gilt z.B. für die Dokumentation „Finding Planet Porno“, an die der in Salzburg lebende Filmemacher und Filmkritiker Christian Genzel gerade arbeitet. Die Dokumentation handelt von US-Porno-Pionier Howard Ziehm, dem unabsichtlich mit dem als Porno geplanten, dann aber dann doch auf Sci-Fi-Parodie umgeschwenkten Film „Flesh Gordon“ ein Riesenerfolg gelang.

Nun hat Christian einen ersten Teaser veröffentlicht. Wie bereits berichtet, war Howard Ziehm hauptsächlich in dem „Golden Age of Porn“ tätig. Er brachte 1970 mit „Mona: The Virgin Nymph“ den ersten Porno-Spielfilm – explizite Sex-Szenen, eingebettet in eine fiktive Rahmenhandlung – in die regulären Kinos. Ziehm ist quasi Zeitzeuge des Aufstiegs und… Fall? Stagnation?… der Porno-Industrie.

Um die zeitliche Klammer zum Heute zu schließen, hat Regisseur Christian auch den in den USA erigi… äh… agierenden Pornostar Mick Blue interviewt. Den gebürtigen Grazer lernte Christian am Set der österreichischen Indie-Produktion „Schlimmer geht’s nimmer“ (2008) von David Unger kennen. Das war ein nicht-explizites, harmloses Sex-Klamöttchen, das damals recht interessante Wege in der Indie-Produktion aufzeigte. Damals, als Kino noch das Traumziel jeder Indie-Produktion war… (Vielleicht werden Christian und ich uns mal zusammensetzen und darüber etwas schreiben.)

Die Musik zum Teaser stammt übrigens von der österreichischen Band Betty’s Apartment, für die Christian schon einige Musikvideos realisiert hat.

Rodja

P.S.: Eine kleine Warnung. Den folgenden Trailer sollte man – wenn man im Büro sitzt – aus offensichtlichen Gründen nur mit Kopfhörer abspielen. Oder zumindest nicht bei voller Lautstärke. ;-D

INFO: „Finding Planet Porno“ auf Facebook: www.facebook.com/PlanetPornDoc

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18. November 2017 at 09:08

„Mom, I’m doing porn now!“

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Der in Salzburg lebende Filmemacher Christian Genzel ist mir u.a. durch seinen Indie-Spielfilm „Die Muse“ und als Filmjournalist bzw. -kritiker durch seinen Blog „Wilsons Dachboden“ bekannt, auf dem er mal mehr, mal weniger obskure Werke der Filmgeschichte und Filmperlen präsentiert. Sein letzter Kurzfilm „Cinema dell‘ oscurità“ mit der fantastischen Stephanie Lexer (u.a. „Biest“) findet sich auf der aktuellen DVD der renommierten „Shocking Shorts“-Reihe.

Gerade ist Genzel mit seinem Dreh-Team aus den USA heim gekommen. Er drehte dort Interviewparts für seine kommende Dokumentation „Finding Planet Porno“ (Facebook-Site) rund um den US-Filmemacher Howard Ziehm.

© Ghost Light Productions

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Obwohl sexuell ein ziemlicher Spätzünder – Ziehm verlor erst mit 20, 21 Jahren seine Jungfernschaft – gilt er doch als Porno-Pionier. Zusammen mit einem Geschäftspartner brachte Howard Ziehm 1970 mit „Mona“ den ersten Hardcore-Langfilm heraus, der landesweit in den US-Kinos lief.

Hierzulande dürfte Ziehm aber eher durch seine Sex-Parodien „Flesh Gordon“ (1974) und „Flesh Gordon Meets the Cosmic Cheerleaders“ (1990) bekannt sein. Ursprünglich war „Flesh Gordon“ auch als Porno-Spielfilm gedacht, doch die Polizei beschlagnahmte die frühen Hardcore-Szenen, so dass Ziehm sich entschied, einen Softsex-Film daraus zu machen. In dem fliegt nun Flesh Gordon in einem Penis-förmigen Raumschiff durchs Weltall, um Imperator Wang daran zu hindern, mit seinen Sex-Strahlen die Menschheit zu versklaven.

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Als ich den Film und seinen 16 Jahre später gedrehten Nachfolger das erste Mal sah, war das so in den frühen 1990er-Jahren. Eine wilde Zeit – so nach dem Bundesheer. Da waren bis lange nach Mitternacht dauernde Spielabende angesagt: „Das schwarze Auge“-Rollenspiele, Brettspiele wie „HeroQuest“ oder „SpaceQuest“ – später auch „Warhammer Fantasy“, bei dem wir natürlich auch Figuren bemalten. Und wenn wir besonders masochistisch veranlagt waren, spielten wir „Shogun“ (ungefähr wie „Risiko“, nur mit hunderten Figuren, Festungen, auszuhebenden Ronin-Söldnern, Ninja-Spionen und Auftragskillern – ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals ein Spiel zu Ende spielten).

Sollten wir wider Erwarten doch einmal vor Mitternacht fertig gespielt haben, war dann Video-Abend gesagt. Andi war Stammgast in der Videothek und borgte sich dort en masse Filme aus – die er wiederum en masse mit einem zweiten Videorecorder kopierte. Und so kam ich dann in den Genuss von Filmen wie „Bad Taste“, „Waynes World“, „Bill & Teds verrückte Reise in die Vergangenheit“ (bzw. auch „… in die Zukunft“), „Meet the Feebles“, „Army of Darkness“ – und eben „Flesh Gordon“ und dessen Nachfolger. Also alles, was damals als cool angesehen wurde.

Mich hat das nie so wirklich infiziert. Vor allem die schnoddrige deutsche Synchronisation, die ja mittlerweile Kult ist, ging an mir völlig vorbei. „Volle Kanne, Hoschi“ wurde ein gängiger Spruch in meinem Freundeskreis damals – und jedes Mal, wenn er zitiert wurde, war ein Lacher garantiert. Ich kam mir wie Spock vor, der das Ganze als Außenstehender beobachtete und alles „faszinierend“ fand, aber nie wirklich davon berührt wurde.

„Flesh Gordon“ und „Flesh Gordon Meets The Cosmic Cheerleaders“ stachen insofern heraus, da wir vom Hörensagen wussten, dass das verkappte Pornos waren.

Was sie eben nicht waren. Es waren Softsex-Klamotten mit Fäkalhumor-Einlagen. Insofern „faszinierend“, dass meine Freunde sich total abhauten. Ich fand ja den nur wenige Jahre zuvor herausgekommenen „Spaceballs“ auch nicht wirklich lustig. (Ja, ich bin wohl eine ziemliche Spaßbremse. Aber ich stehe eher auf philosophischen Slapstick-Humor à la Dick & Doof, Buster Keaton, Charles Chaplin und Harold Lloyd – da wurde nicht so viel Schwachsinn geredet. Wie auch, waren ja alles größtenteils Stummfilme.)

© Rodja Pavlik

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Was mich aber an „Flesh Gordon“ begeisterte, waren die Special Effects und die Ausstattung. Dem Filmemacher war es gelungen, eine in sich stimmige Welt zu kreieren – und das mit wenig Budget. Das konnte ich auch als Film-Laie erkennen. Und die Effekte wirkten bei manchen Sachen wesentlich besser als im Vergleich dazu der „High-Budget-Film“ „Spaceballs“. Ja, in den besten Szenen, als Flesh Gordon von Ameisenrobotern angegriffen wird, wird man an „Jason und die Argonauten“ (1963) erinnert, ein Meisterwerk des legendären Trickkünstler Ray Harryhausen.

Kein Wunder, gehörten doch zum Effekteteam unzählige junge Künstler, die es später weit bringen sollten, wie Christian Genzel auf „Wilsons Dachboden“ erzählt. So wirkten u.a. Mike Minor (Art Director für „Star Trek II – Der Zorn des Khan“), Rick Baker (sieben Oscars und Arbeit u.a. an „Hellboy“ oder Michael Jacksons „Thriller“-Video), Dennis Muren (neun Oscars, u.a. für „Terminator 2“ und „Jurassic Park“) und Greg Jein (u.a. Modelle für „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ und „Star Trek – Der Film“) mit.

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Doch nun zurück zur Doku „Finding Planet Porno“: Da ich Christian Genzels bisherige Werke kenne und schätze – und ihn auch als ernst zu nehmenden Regisseur mit Visionen wahr nehme, unterstütze ich das Projekt und sichere mir einen imdb-Credit als Associate Producer, was mich nun zum eingangs erwähnten Satz führt: „Mom, I’m doing porn now!“. (Na ja, wohl eher „Mom, I’m doing documentary now!“ – aber dann hätte wohl keiner mehr weiter gelesen.)

Mit in Genzels Team ist Kameramann Paul Sprinz, mit dem er zusammen den atmosphärischen Musikclip „Instant Love“ (und auch hier: Stephanie Lexer!) der Band Roia realisierte. Sprinz wiederum stand auch beim äußerst sehenswerten Kinodebüt „Die beste aller Welten“ von Adrian Goiginger hinter der Kamera. Der Film läuft aktuell in den österreichischen Kinos – und startet demnächst auch in Deutschland. Eine meiner Filmempfehlungen diesen Jahres. Definitiv.

Rodja

INFO: „Finding Planet Porno“ auf Facebook: www.facebook.com/PlanetPornDoc, Christian Genzels Filmproduktion Ghost Light Productions: www.ghostlightproductions.de

„Flesh Gordon“ (1974) – Trailer

„Flesh Gordon Meets the Cosmic Cheerleaders“ (1990) – Trailer

Written by HomeMovieCorner

23. September 2017 at 08:47

Kinostart für Bud-Doku „Sie nannten ihn Spencer“

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Kategorie: Was lange währt, wird endlich gut…

Man merkt, dass man schon ein gewisses Alter erreicht hat, wenn man sagen kann: „Och, dem seine Karriere… Die habe ich schon von Anfang an mitverfolgt.“ Ich weiß jetzt nicht, ob das ein Kompliment ist, oder nicht – das sei einmal so in den Raum gestellt.

Bei Karl-Martin Pold kann ich das zumindest mit Fug und Recht behaupten. Seinen ersten Film, den Western „Mosted Dead – Der erste Mostviertler Western“ hat der HomeMovieCorner bereits 2002 rezensiert – und sogar für eine Aufführung ins Filmcasino gebracht. Seitdem waren wir immer wieder mal im Kino, plauderten über Filme (er über Blockbuster, ich über die S/W-Ära). Und natürlich bekam ich mit, dass er ein großer Bud-Spencer-Fan ist. Sogar so groß, dass er eine Diplomarbeit darüber schrieb… und einen Film über sein Idol drehte.

Und nun erhält Martins dokumentarisches Roadmovie „Sie nannten ihn Spencer“ mit dem 27. Juli 2017 laut Verleiher Thimfilm einen offiziellen Kinostarttermin!!! Auch in Deutschland wird der Film laufen.

Inhalt: Ein Blonder und ein Blinder auf der Suche nach Bud Spencer. Die Reise zweier Fans in diesem Crossover aus Doku und Roadmovie führt mitten rein ins legendäre Spencer-Hill-Universum.

„Sie nannten ihn Spencer“ ist der erste Kinodokumentarfilm, der die facettenreiche Biografie Bud Spencers sowie das weltumspannende Phänomen der Spencer-Hill-Kultfilme thematisiert. Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, bringt sein Lebensmotto mit „Futtetenne“ (Scheiß drauf) auf den Punkt. Das Multitalent ist von dieser Mentalität geprägt, den Mut zu haben, Träume zu verwirklichen und das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Angespornt von der Botschaft der Filme, brechen die beiden Fans Jorgo und Marcus zu einem abenteuerlichen Roadtrip auf, um ihrem Idol näher zu kommen. Ihre Reise wird zu einer Schnitzeljagd quer durch Europa. Dabei treffen sie auf zahlreiche Schauspielkollegen und Wegbegleiter von Bud Spencer. Durch die beiden Fanprotagonisten erfährt der Zuseher nicht nur, wie der Kult um Bud Spencer und Terence Hill gelebt wird, sondern warum der „Dicke mit dem Dampfhammer“ immer noch Millionen von Fans auf der ganzen Welt begeistert.

Das Interesse an dieser Doku ist enorm. Die Facebook-Site zum Film hat an die 270.000 Fans, der vor zwei Tage neu erschienene Trailer kratzt bald an die 150.000-Clicks-Marke.

Aber… dass dieser Film fertig wurde, grenzt an ein Wunder – an ein großes. Seit 2008 arbeitete Martin daran. Für einen ersten Teaser-Trailer setzte er auf das damals noch neue Crowdfunding. Er entwickelte ein großartiges Gespür für diese neue Art der Finanzierung und der Fan-Einbindung allgemein. So konnte er auch immer wieder Filmetappen mittels Crowdfunding finanzieren. Und das Schöne – auch Bud Spencer stand dem Projekt wohlwollend gegenüber.

Doch das Projekt wurde auch immer wieder von Rückschlägen getroffen – und zwar von solchen Ausmaßen, dass jeder, der die Umstände kannte, es Martin nicht krumm genommen hätte, wenn er den Film abgebrochen hätte. Aber immer ging es irgendwie weiter. Schloss sich eine Tür, öffnete sich die nächste. Martin machte eigentlich nie viel Aufhebens darum, irgendwie ging es immer weiter. Wahrscheinlich hat er einen Giftschrank angelegt und bewahrt darin all die Anekdoten auf, um sie später in einer bitterbösen Satire über das Business (betrifft nicht nur Film) zu verarbeiten. Obwohl… das wäre keine einmalige Angelegenheit, sondern wahrscheinlich eher Serie (Buch, Film, TV) in Harry-Potter-Dimensionen.

Den einzigen Wermutstropfen, den das Erscheinen des Films mit sich bringt, kann man leider nicht gut machen. Bud Spencer selbst kann diese Hommage an ihn und seine Fans nicht mehr sehen.

Rodja

INFO: www.budspencermovie.com

Hier der aktuelle Trailer

Und hier der erste Teaser aus 2009, mit dem Martin auf das Projekt aufmerksam machte – und der quasi den ersten Grundstein für weitere Crowdfunding-Aktionen legte. Natürlich trug auch ich damals mein Scherflein dazu bei.

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4. Juni 2017 at 07:39

Crowdfunding für (keine) Doku über Thomas Bernhard

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© Greuling/Baldinger

© Greuling/Baldinger

Entweder man macht Kunst – oder wird Kritiker.

Wenn man boshaft wäre, würde man das auf Matthias Greuling, seines Zeichens Filmjournalist („Wiener Zeitung“) sowie Chefredakteur und Herausgeber der Zeitschrift „celluloid“ auslegen. Aber das sind wir ja nicht. (Auch müsste ich mich da selbst an der Nase nehmen, weil… das gilt ja auch für den HomeMovieCorner und mich.) Außerdem bin ich Matthias auch noch dankbar, schließlich hat „celluloid“ mir als recherchierendem Journalisten und dem HomeMovieCorner als Plattform Starthilfe gegeben. Der HMC war ja kurz eine Sub-Page auf der „celluloid“-Site und hatte einige Zeit lang sogar eine fixe Rubrik im Heft.

Aber Matthias war auch immer ein Filmemacher. Durch seine Tätigkeit als Journalist wurde diese Leidenschaft aber – zumindest meinem Eindruck nach – immer mehr zurückgedrängt. Anscheinend brodelt es in Matthias noch immer – denn er und (ebenfalls) Filmjournalist David Baldinger (Ö1) arbeiten bereits seit 2013 an der Doku „Der Bauer zu Nathal“, die bereits zu 80 Prozent abgedreht ist. Für die Postproduktion des bisher vor allem privat finanzierten Films soll nun via Crowdfunding auf Startnext bis zum 30. Jänner 2017 ein Betrag von 12.000 Euro aufgestellt werden.

Dabei handelt es sich aber nicht um einen Lagebericht über den Überlebenskampf eines landwirtschaftlichen Betriebes, sondern um den österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard. Oder… eigentlich auch wiederum nicht. Aber der Reihe nach…

Als der Literat Thomas Bernhard 1989 unerwartet verstarb, galt er bereits als einer der größten österreichischen Schriftsteller. Allerdings war er nicht unumstritten, ja, teilweise sogar richtig angefehdet. Ich weiß nicht, ob sein 1988 uraufgeführtes Theaterstück „Heldenplatz“ der Auslöser oder bereits der Höhepunkt war; die Diskussionen, viel mehr die Schlagzeilen der Medien aufgrund des „Skandalstücks“, das doch nur der österreichischen Mentalität einen Spiegel vorhielt, sind mir aber noch recht lebhaft in Erinnerung.

Nun ist Bernhard also über 27 Jahre tot. Sein Ruf als Skandalautor verblasste – über Tote erzählt man ja prinzipiell nix Schlechtes. Sein literarisches Erbe ist geblieben. Aber wie wird damit umgegangen? Und eben dieser Frage gehen Greuling und Baldinger in ihrer Doku „Der Bauer zu Nathal“ nach.

Der Titel bezieht sich darauf, dass Bernhard sich einen Vierkanthof in Ohlsdorf/Obernathal (Oberösterreich) kaufte und sich mit der Berufsbezeichnung „Landwirt“ im Reisepass niederließ. Aber gehörte er wirklich dazu? Der gefeierte Literat plötzlich als einfacher Bauer? Blieb er nicht trotz seiner regen Teilnahme am Dorfleben immer ein Sonderling? Gab es Schnittmengen zwischen dem Geistesmenschen und seiner Umgebung? Und wie verhält sich Ohlsdorf zu seinem berühmtesten Bewohner heute? Wie man mit einem überlebensgroßen literarischen Erbe umgeht (oder eben nicht), soll der Dokumentarfilm, der 2017 fertig gestellt wird, zeigen.

Rodja

INFO: Crowdfunding auf Startnext www.startnext.com/derbauerzunathal; Film-Site auf Facebook: www.facebook.com/BauerzuNathal

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14. Dezember 2016 at 14:50

„Raiders!“ – Der größte Fanfilm aller Zeiten auf dem /slash Filmfestival

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© Jeremy Coon Productions

© Jeremy Coon Productions

Das /slash Filmfestival, das heuer vom 22. September bis 2. Oktober in Wien stattfindet, ist wohl das größte Genre-Festival in Österreich.

Dennoch hat es sich bis dato nicht in mein Herz spielen können. Ich geb’s zu, ich bin nicht DER Genre-Fan, der überall rein muss, wo auch nur ein Hauch von Genre vorkommt. Ein paar Filme habe ich mir auf dem /slash zwar angeschaut, aber dass ich mir die Tage rot im Kalender anstreiche… nein, das ist nicht unbedingt der Fall. Wohl auch, weil das /slash nicht unbedingt ein Abspielort deutschsprachiger Indie-Filme ist. Da gibt es andere, bessere Festivals.

Gut, heuer würde mich „Angriff der Lederhosenzombies“ des Österreichers Dominik Hartl („Beautiful Girl“) locken, aber der kommt auch so in die Kinos. Insofern muss ich ihn mir nicht wirklich im Rahmen des Festivals anschauen.

Aber dann ist da dieses eine „Indiana Jones“-Triple-Feature am 24. September – und ich glaube, da werde ich schwach. Und damit meine ich nicht „Raiders of the Lost Ark“, „Indiana Jones and the Temple of Doom“ und „Indiana Jones and the Last Crusade“ (Sorry, Spielberg & Lucas, aber über den sogenannten Teil IV hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Das war wohl nix.) – sondern „Raiders of the Lost Ark“, den 1:1-Fan-Film „Raiders of the Lost Ark: The Adaption“ von Eric Zala und Chris Strompolos und die Dokumentation darüber, „Raiders!: The Story of the Greatest Fan Film ever made“ von Tim Skousen und Jeremy Coon. Zumindest zwei von diesen drei Filmen will ich sehen!

Um was geht es?

Nun ja, über „Jäger des verlorenen Schatzes“ (USA 1981) brauche ich wohl keine Worte zu verlieren. Es geht um die Einführung des peitschenschwingenden Archäologen Dr. Henry Walton Jones Jr. alias Indiana „Indy“ Jones, der die sagenumwobene Bundeslade sucht und dabei den Nazis in die Quere kommt. Der Film begeisterte ganze Generationen, so auch Chris Strompolos und Eric Zala, die 1982 als Elfjährige beschlossen, den Film nachzudrehen. Und zwar 1:1. Für die Adaption, die nun in Wien uraufgeführt wird, mussten sie jeden Satz und jede Szene transkribieren, fackelten beinahe ein Haus ab und setzten sich auch sonst noch anderen Gefahren aus. Nach sieben Jahren war der Film fast fertig gestellt – und ihre Freundschaft zu Ende. Eine Szene fehlte noch – und zwar jene, wo Indy von dem glatzköpfigen Nazi auf dem Flugfeld (inklusive Flugzeug) verprügelt wurde.

Die ebenfalls zu sehende Dokumentation „Raiders!: The Story of the Greatest Fan Film ever made“ dokumentiert das Bemühen der Freunde – und erzählt, wie sie sich nach all den Jahren wieder versöhnten und beschließen, als Erwachsene die fehlende Szene endlich zu drehen.

Für einen Indie-Fan (Indiana als auch Independent) wie mich sind diese beiden Filme jetzt schon sehr inspirierend. Einerseits erinnern sie mich an meine Kindheit, die ebenfalls von Steven-Spielberg-Filmen („Goonies“, „Indiana Jones und der Tempel des Todes“, „E.T.“) und natürlich „Star Wars“ geprägt wurde. Und während ich damals „Star Wars“ mit Figuren nachspielte, drehten Zala und Strompolos einen Film! Einfach fantastisch!

Ursprünglich habe ich 2015 auch Chris Strompolos kontaktiert, um ihre Filmadaption hier in Wien im Rahmen einer einmaligen Aufführung zu zeigen. Chris, der selbst einige Jahre in Wien verbrachte, zeigte sich auch interessiert, hatte aber einige (sehr verständliche und nachvollziehbare) Bedingungen, die der Ein-Mann-Betrieb des HomeMovieCorner finanziell und zeitlich einfach nicht stemmen konnte. Ich bin also sehr froh darüber, dass das /slash das übernommen hat.

Rodja

INFO: „Raiders!: The Story of the Greatest Fan Film Ever Made“: www.raidersdoc.com; /slash – Festival des Fantastischen Films: http://slashfilmfestival.com/

Written by HomeMovieCorner

5. September 2016 at 15:35

7th Austrian Filmfestival, Part I

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© Monochrom

© Monochrom

Es passiert schon wieder… und zwar zum siebenten Mal: Das Austrian Filmfestival – vom 2. bis 5. Juni 2016 in Wien.

Das von Andreas Reisenbauer initiierte und geleitete Festival zeigt im Top Kino als auch im Schikaneder wieder eine bunte Vielfalt von Kurz- und Spielfilmen sowie Dokus in diversen Premierenformen – angefangen von Wien- bis zur Weltpremiere.

Gezeigt wird u.a. die Nerd-Culture-Doku „Traceroute“ von Johannes Grenzfurthner („Die Gstettensaga: The Rise of Echsenfriedl“). Auch „Überlist“ und „Übergeil“ von der „Über-Reihe“ von No-Budget-Queen Jolanta Warpechowski werden präsentiert.

Wolfgang Rauh, der Star aus Vlado Priborskys „Blockbuster – Das Leben ist ein Film“, zeigt mit „Radau 3 – Tag der offenen Tür“ einen atemberaubenden Action-Kurzfilm. Auch Michael Rittmannsberger, der mit „Sister“ einen beeindruckenden Film über Trauer ablieferte, ist mit „The Culprit“ vertreten.

Wie im Titel bereits angedeutet, ist das heurige Festival zweigeteilt – der zweite Part findet dann im November statt.

Einen Nachteil hat das Festival leider – am 2. Juni findet im Gartenbaukino auch die Premiere des „Star Wars“-Fanfilms „Regrets Of The Past“ von Bernhard Weber/Pellicula statt. :-/

Rodja

INFO: http://austrianfilmfestival.com/

Traceroute

Überlist

Sin & Illy Still Alive

SIN & ILLY STILL ALIVE – TRAILER from mariahengge@gmail.com on Vimeo.

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1. Juni 2016 at 20:19

Crowdfunding für LGBT-Doku „Enchanted – Love makes a family“

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© Eva Schirmer

© Eva Schirmer

Familie hat viele Gesichter – neben dem traditionellen Modell gibt es auch Patchwork und – immer bewusster bzw. sichtbarer werdend – auch das Regenbogen-Modell.

Schauspielerin Michaela Kis und die Künstlerin Stephanie Satzinger haben sich zusammengetan, um mit „Enchanted – Love makes a family“ eine Dokumentation über so genannte Regenbogen-Familien zu drehen.

Ein sehr persönlicher Film über Menschen, die in einer „traditionellen“ heterosexuellen Beziehung lebten – mit allem, was dazu gehört. Partnerschaft, Ehe, Kinder. Und sich dann in einen Menschen des gleichen Geschlechts verliebten. Wie geht man damit um? Wie gesteht es man dem eigenen Partner, der Familie, gar den eigenen Kindern? Mit welchen Anfeindungen hat man zu kämpfen? Und welche Lichtblicke gibt es in dieser Situation?

Diesen Fragen wollen Kis und Satzinger nachgehen und interviewen dafür schwule und lesbische Paare, einige der Ex-Partner und auch betroffene Kinder. Für die Fertigstellung der Dokumentation benötigen die Filmemacherinnen noch 6.000,- Euro, die sie nun mit einer Crowdfunding-Aktion auf Startnext stemmen möchten. Bis zum 30. April 2016 kann das Projekt noch unterstützt werden.

Rodja

INFO: https://www.startnext.com/enchanted-film; auf Facebook: www.facebook.com/EnchantedFilm.

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18. April 2016 at 08:21

Der Oberlehrer

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Yikes. Da fragt man mich ganz nett, ob ich bei einem Exposé für eine Doku helfen kann – und dann kommt so ein Foto raus. Hoffe nicht, dass ich wirklich so als Oberlehrer rübergekommen bin.

Man beachte: Meine Hermes Baby ist immer dabei.

Rodja

© Mario Wasserfaller

© Mario Wasserfaller

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8. August 2015 at 21:34

Auf der Suche nach dem legendären Goldschatz von Forrest Fenn

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© Projekt Silva

© Projekt Silva

*Titelmelodie von Indiana Jones an*

Schatzsuche? Ja, gibt es denn so etwas heute noch?

Anscheinend ja. Vor allem, wenn ein exzentrischer Millionär dahinter steckt, der selbst diesen Schatz vergräbt und Hinweise gibt. So geschehen im Fall von Forrest Fenn, einem 83-jährigen amerikanischen Glücksjäger, der u.a. Kampfpilot in Vietnam war, Galerist in Santa Fe ist – und überall auf der Welt Schätze gesucht und gefunden hat. Nun hat Fenn vor vier Jahren selbst eine Truhe in den Rocky Mountains versteckt. 20 Kilogramm schwer, voll mit Goldnuggets, Goldmünzen, antiker Jadekunst aus China und Figuren aus der Zeit vor Kolumbus. Dazu hat er ein Gedicht veröffentlicht, das neun Hinweise zu dieser Truhe enthält. (Es gibt sogar einen Wikipedia-Eintrag zu dieser unglaublich klingenden Geschichte!)

Auftritt der beiden Österreicher Richard Haderer und Bernhard Vosicky. Der Online-Marketer und Video-Blogger sowie der Radiomoderator wollen den Schatz mit allen Mitteln finden, oder bei dem Versuch umkomm… äh… zumindest einen Film über ihre Suche drehen. Sie glauben auch, bestens dafür gerüstet zu sein: „Ich war zehn Jahre lang bei den Pfadfindern, Bernhard bei der Jungschar – wer, wenn nicht wir Stadtkinder, könnte diesen Schatz finden?“, so Haderer in einer Presseaussendung.

Um ihr „Projekt Silva“ zu stemmen, haben die beiden auf der Crowdfunding-Plattform wemakeit eine Aktion mit dem Ziel gestartet, 15.000,- Euro zu lukrieren. Damit soll sowohl die Suche als auch die Dokumentation finanziert werden. Wer mitmacht, kann sich sogar einen Teil des Schatzes sichern – falls die beiden Glücksjäger ihn denn finden. Man kann auch mitpuzzeln und -rätseln, um die Hinweise zu entschlüsseln. (Hm, vielleicht sollte ich da mitmachen. Schließlich habe ich „Das schwarze Auge“-Erfahrung.)

Fürwahr, eines der witzigsten Crowdfunding-Filmprojekte, das mir seit langem untergekommen ist…

Rodja

INFO: Crowdfunding-Kampagne auf Wemakeit.com: wemakeit.com/projects/projekt-silva; Film-Site www.projekt-silva.at

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16. März 2015 at 11:31

Crowdfunding für den „ungehorsamen Konsul“

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© radiofuzzi

© radiofuzzi

Manchmal kann eine Unterschrift Leben retten.

Im Jahr 1940 war der Hafen von Lissabon für viele die letzte Station ihrer Flucht in Europa vor den Nazis. Von hier aus ging es entweder nach Brasilien oder in die USA.

Aristides de Sousa Mendes war zu dieser Zeit portugiesischer Konsul in Bordeaux. Als die Deutschen in Frankreich einmarschierten, versuchten viele Menschen zu fliehen. Sousa Mendes stellte Visa für die Durchreise nach Portugal aus, obwohl seine Regierung dezidiert eine Anweisung gab, dies nicht zu tun. Durch diesen Ungehorsam soll Sousa Mendes schätzungsweise 30.000 Menschen – darunter 10.000 Juden – das Leben gerettet haben. Als seine Regierung davon Wind bekam, wurde Sousa Mendes seines Amtes enthoben und zurückbeordert. Noch auf seiner Fahrt nach Portugal rettete der Mann mehrere Menschenleben.

Regisseurin und Radiomoderatorin Uli Jürgens begibt sich in ihrer Dokumentation „Der ungehorsame Konsul“ auf die Spuren der Flüchtlinge und Aristides de Sousa Mendes, dem seine Hilfsbereitschaft teuer zu stehen kam. Er wurde unehrenhaft entlassen, geächtet und starb verarmt 1954.

Für ihren Film haben Jürgens und ihr Team eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Das Ziel sind 8.000,- Euro, mit dem Geld sollen Archivmaterial beschafft und Reisekosten abgedeckt werden.

Der Sender ORF III wird die Dokumentation im Herbst 2015 ausstrahlen.

Rodja

INFO: https://wemakeit.com/projects/the-disobedient-consul

Der ungehorsame Konsul from geri gottlieb on Vimeo.

Written by HomeMovieCorner

5. Februar 2015 at 17:50