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„Darwins Law“ – Überleben ist alles

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© Praetoria Productions

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Der deutsche Indie-Filmemacher Matthias Olof Eich ist Genre-Fan durch und durch. Das hat er bereits mit Filmen wie „Break – No Mercy, Just Pain!“ (2009) und „Bunker Of The Dead“ (2016) bewiesen. Nach dem Ausflug in den 3D-Bereich mit „Bunker Of The Dead“ setzt Eich in seinem kommenden Film „Darwins Law“ wieder auf Retro. Mit dem 87-minütigen Streifen, der im August herauskommen soll, machen Eich und sein Studio Praetoria Productions eine Hommage an die Grindhouse- und B-Movies der 1970er- und 1980er-Jahre. Obwohl CGI heutzutage die Produktion von Genre-Filmen einfacher machen (was auch eine gewisse Schlampigkeit einreißen hat lassen), setzt Eich in „Darwins Law“ den Fokus auf praktische Effekte am Set und vor der Kamera. „Das gibt ‚Darwins Law‘ seinen unverkennbaren Charme vom ‚handgemachten‘ Film“, findet der Regisseur.

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Inhalt: Menschen werden am helllichten Tag entführt und per Fallschirm über einem Gebiet abgeworfen. Dort gibt es nur eine Aufgabe für sie – sie müssen den Kampf gegen mehrere Gladiatoren überleben. „Darwins Law“ heißt das illegale Killer-Online-Spiel, dem Special Agent Scott Taylor (Christoper Lee Meadows) und seine Kollegin Andrea Wilcox (Esther Maaß) auf der Spur sind. Taylor kommt der Organisation gefährlich nahe. Doch dann wird auch er entführt – und findet sich mitten auf dem Spielfeld wieder…

© Praetoria Productions

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Da Filmemacher Eich um den Widerstand im deutschen Film-Biz gegen Genre-Filme weiß, verzichtete er gleich auf das Stellen von Förderungsanträgen. Gemeinsam mit einer Handvoll Kumpels stemmte er – wieder einmal – die Produktion selbst. „Ich weiß, ich bin eine aussterbende Art, aber ich kann nicht anders. Ich muss weiter Horror- und Action-Filme drehen… auch wenn das gegen jedes deutsche Filmgesetz ist“, muss Eich selbst über seinen eigenen Sturkopf schmunzeln.

Leser dieses Blogs werden sich wohl noch an Matthias Olof Eich erinnern. Für „Cerusit“, aus dem eben später „Bunker Of The Dead“ wurde, strich Eich 2012 die HomeMovieCorner-Drehförderung in Höhe von 500 Euro ein (deswegen darf ich mich ja auch Associate Producer schimpfen ;-)). In seinen Filmen will Eich sowohl das Genre bedienen, aber auch Innovationen zeigen.

So war „Bunker Of The Dead“ eigentlich als erster Actionfilm in 3D und Ego-Shooter-Style gedacht. Doch dann kam „Hardcore Henry“ knapp zuvor… Das ist natürlich ein unfairer Vergleich, denn hinter „Hardcore Henry“ stand ein Studio-System – und „Bunker Of The Dead“ wurde von Eich ganz alleine gestemmt – inklusive der Entwicklung eines eigenen POV-3D-Kamerasystems.

Auch bei „Darwins Law“ wollte Eich für im deutschsprachigen Raum ungewohnte Wege ausprobieren. Der Genre-Film sollte ursprünglich rein als Video on Demand erscheinen. Doch Eich hatte nicht mit dem Widerstand der Fans gerechnet. Nun muss er sich auf dem letzten Drücker noch um einen DVD-Vertrieb kümmern. Aus dem Grund wird der Film eben erst später – voraussichtlich im August dann – erscheinen.

Bei seinem Cast griff Eich auf ein alt bewährtes Schauspiel-Team zurück: Patrick Jahns, Esther Maaß, Ralph Willmann, Sebastian Badenberg und Christopher Lee Meadows wirkten größtenteils schon in „Break“ und „Bunker Of The Dead“ mit. „Darwins Law“ wurde in und um Oberammergau, Frankfurt und Leverkusen gedreht. Aber Eichs Motto lautet ja auch „Made in Germany, made for the world“.

Rodja

INFO: www.praetoria-productions.com; www.darwinslaw-themovie.com


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8. April 2018 at 15:25

Neuauflage für den Filmstammtisch Wien!

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Bevor die Facebook-Gruppe Filmschaffende Österreich mit jetzt an die 20.000 Mitgliedern zu DEM virtuellen Treffpunkt für Filmemacher in Österreich wurde, war sie eigentlich nur Beiwerk. Beiwerk für einen Filmstammtisch, wo sich echte Menschen IRL (In Real Life) trafen, ihre Projekte vorstellten, über die Indie-Szene plauderten und sich vernetzten. Und das einmal im Monat. Nino Leitner und Gloria Gammer organisierten die Treffen. Doch nach zahlreichen Treffen mit stetig wachsendem Publikum war dann die Luft aus der Sache draußen, und das Ganze verlagerte sich rein auf Facebook.

Das muss man auch verstehen. Es wurde zunehmend immer schwieriger, die Treffen zu organisieren. Die Organisatoren haben ja erstens eben auch Jobs, zweitens wusste man vorher nie, wie viele Leute tatsächlich zum Stammtisch kommen. Zuletzt war es so gerammelt voll, dass man sich kaum noch bewegen konnte, geschweige denn einen Sitzplatz fand.

Dennoch habe ich sehr angenehme Erinnerungen an die Szene damals. Man konnte Projekten Gesichter zuordnen, direkt Filmschaffende ansprechen. Im Gegensatz dazu der virtuelle Treffpunkt auf Facebook… da bekomme ich kaum noch was mit. Das ist Kraut und Rüben – und wenn man längere Zeit nicht dort war, kennt man die ganzen Leute nicht mehr. Und schlimmer noch… man hat nicht einmal das Gefühl, dass man was versäumt hat. Aber das ist eben das Wesen von Facebook.

Bei einem dieser Filmstammtische IRL trafen sich auch Karl-Martin Pold (Bild) und Reinhold A Fragner.

Aus diesem Treffen entstand dann auch die Zusammenarbeit der beiden an Polds Indie-Doku „Sie nannten ihn Spencer“ über den legendären italienischen Haudrauf Bud Spencer. Und eben Pold und Fragner haben sich entschlossen, dem Filmstammtisch Wien eine Neuauflage zu bescheren. Ihnen – wie sicher auch anderen Filmemachern – geht das persönliche Netzwerken, das Come-Together, ab.

Darum findet nach langjähriger Pause am 6. Februar 2018 um 19:00 Uhr im Plutzer Bräu wieder ein Filmstammtisch Wien statt. Das Treffen richtet sich an alle Kreativen der Sparte, ob Drehbuch, Produktion, Schauspiel, Kamera, Schnitt, Ton, Filmmusik, SFX oder VFX, aber auch generell am Medium Film Interessierte.

Über den vor Ort vorhandenen Beamer lassen sich Showreels, Präsentationen und Filmausschnitte abspielen. Zwecks Koordinierung sollte man sich auf jeden Fall mit Karl-Martin Pold oder Reinhold A. Fragner absprechen. Die Kontaktaufnahme erfolgt am besten über die Facebook-Gruppe Filmstammtisch Wien (Oh, die Ironie!). Sollte es sich dieses Mal nicht ausgehen, so seid versichert – der Filmstammtisch Wien soll zukünftig einmal im Monat stattfinden.

Rodja

INFO: Filmstammtisch Wien auf Facebook: www.facebook.com/groups/FilmstammtischWien/. Treffen am 6. Februar 2018, 19:00 Uhr, im Plutzer Bräu, Schrankgasse 2, 1070 Wien.

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5. Februar 2018 at 09:49

„Village People IV“ – Jetzt mit noch mehr Biss

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© Mania Pictures

Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurück. Und zwar nach… äh… Schweinbach?

Wo, zum Teufel, liegt Schweinbach?!?

Also wenn die Zombies wirklich nach Schweinbach kommen, dann müssen wir uns keine Sorgen machen. Denn Schweinbach ist ein kleiner, fiktiver Ort, den Regisseur Armin Schnürle und seine Vielfilmer-Truppe Mania Pictures für ihr – nach „Tatort: Calw“ – zweiterfolgreichstes Franchise nutzen, nämlich „Village People“.

Mir scheint, dass der Titel „Village People“ immer dann herhalten muss, wenn es für „Tatort: Calw“ themenmäßig zu abstrus wird. So wurde da schon mal à la Indiana Jones nach Nazi-Gold gesucht (Teil II), oder eben Pornos gedreht, um die Haushaltskassa aufzubessern. (Nein, keine echten. Das war halt die Story des Spielfilms. Tut mir leid, dass ich da enttäuschen muss…)

Sieben Jahre sind seit dem letzten Teil „Village People: Voll Porno“ nun vergangen – und nun wird mit „Village People: Tod aus dem All“ dem Zombie-Genre gehuldigt. Mit dabei sind wieder einmal die üblichen Verdächtigen – die fünf in der Intelligenzlotterie nicht mit dem Hauptpreis gesegneten Jungs vom Dorf: Heinz , Halbtagsdorfpolizist und Landwirt (Stefan Lörcher), Zimmermann und Schwerenöter Henning (Frieder Pfeiffer), der Dauerverliebte Metzger Gerhard (Valentin Hess), der pedantische Finanzbeamte mit Tourette-Syndrom Herrmann (Markus Kiefer) und der mit extrem schlichtem Gemüt „gesegnete“ Automechaniker GoGo (Patrick Lörcher).

Auch bekanntere Schauspieler zeigen sich: Neben Tilo Prückner (u.a. „Siebtelbauern“, „Die Fälscher“), der ja quasi eh schon zur Stammbesetzung gehört, spielt auch Dieter Landuris („Alles außer Mord“, „23 – Nichts ist so wie es scheint“) zu sehen. Landuris gab ja schon in „Village People II: Auf der Jagd nach dem Nazi-Gold“ seinen Einstand bei Mania Pictures.

© Mania Pictures

Inhalt:

In Schweinbach stürzt ein unbekanntes Objekt ab. Der tödliche Inhalt des vermeintlichen Meteoriten: außerirdische Erreger, die Infizierte in bluthungrige Zombies verwandeln. Als die Seuche das Ausmaß einer Epidemie annimmt, wird Schweinbach von der Außenwelt abgeriegelt. Bürgermeister Hiller (Nikolai Will) versucht, mit einer schwer bewaffneten Bürgerwehr auf seine Art, der Seuche beizukommen. Als GoGo schließlich von einem Infizierten gebissen wird, eskaliert die Situation. Während die „Village People“ und die Tierärztin Karin (Lucia Schlör) verzweifelt nach einem Gegenmittel suchen, gibt die Bundeskanzlerin den Befehl, ganz Schweinbach und somit auch den unbekannten Erreger mit einem atomaren Angriff zu vernichten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

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Fun Fact: Ursprünglich hätte der Film „Village People Vs. Bloodsucking Zombies From Outer Space“ heißen sollen. Doch nach einem Hinweis von einem miesen Verräter (ich möchte keine Namen nennen und auch niemanden anschauen – besonders nicht mein eigenes Spiegelbild), dass es eine sehr bekannte Wiener Horrorpunk-Band gleichen Namens gibt, musste ein anderer Titel her.

Filmstart ist passenderweise ein Freitag, der 13. (April 2018), dem eine umfangreiche Kino-Tournee folgt. Der DVD-Verkaufsstart erfolgt zeitgleich.

Über die Vielfilmer von Mania Pictures habe ich bereits 2012 einen Artikel geschrieben. Der ist zwar schon einige Jahre alt und bei einigen Details nicht mehr ganz aktuell, aber im Großen und Ganzen sicher noch zutreffend.

Rodja

INFO: www.mania-pictures.de

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27. Januar 2018 at 08:17

Crowdfunding für „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“

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„Vampire werden im Film immer als sexy verkauft. Doch wie kann das sein? Sie sind tot, das Herz schlägt nicht, das Blut fließt nicht mehr – ergo kann es auch keine Erektion geben.“

„Okay, gekauft.“

Ungefähr so stelle ich mir vor, wäre der Dialog verlaufen, wenn Filmemacher José Hidalgo seinen Stoff zu „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“ bei mir als Produzenten (wenn ich denn ein Produzent wäre) gepitcht hätte.

Wenn ich ihn richtig einschätze, dann ist José Hidalgo ein bunter Hund, so etwas wie eine Ausnahmeerscheinung an der an Ausnahmeerscheinungen gar nicht armen deutschen Indiefilm-Szene. Er singt mit Leidenschaft, was unzählige Musikclips auf seinem Youtube-Channel beweisen – und natürlich dreht er auch Filme. Wobei Hidalgo eindeutig zu viele kreative Filmideen und zu wenig Budget hat. Davon lässt er sich aber Gottseidank nicht abhalten.

So produzierte und inszenierte er einen Film mit dem Action-verheißenden Titel „Der letzte Auftrag“, in dem ein Auftragskiller seinen letzten Auftrag erfüllen muss, um sein Kind zu retten, als Musical!!! (Ich weiß, das ist sehr redundant formuliert – aber diese Inhaltsangabe als Musical… das muss man sich doch auf der Zunge zergehen lassen!) Und obwohl man dem Film das No Budget ansieht, entgeht einem nicht, mit wie viel Leidenschaft und Ideenreichtum er inszeniert wurde.

Doch nun zurück zu „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“, für den José Hidalgo eine Crowdfunding-Aktion gestartet hat. Dabei geht es gar nicht darum, den Film zu drehen. Die rund 90-minütige Horrorkomödie ist bereits fertig und hat eine erfolgreiche Premiere hinter sich. Jetzt geht es nur noch darum, den Film unter die Leute zu bringen. Für die DVD-Produktion gilt es, bis zum 1. Dezember 2017 den Betrag von 1.000,- Euro aufzutreiben. Das sollte doch wohl zu schaffen sein.

Synopsis: Star-Mitglied der Kokosnüsse-Bruderschaft und Super-Checker Michael (Jörn Guido) wird bei einer seiner Safari-Jagden von einer Vampirin gebissen. Da ohne Blutfluss keine Erektion mehr möglich ist, sieht er sich gezwungen, eine Lösung zu finden. Mit der Hilfe von Mumu (José Hidalgo) und seiner Freundin Lola (Simone Kaufmann) beginnt die Suche nach der Vampirin, um die Verwandlung zu stoppen. Prof. Johanson (Georg Groeling-Müller) und Michaels Vater Engelbert (Klaus Thiel-Klenner) begleiten die drei Freunde bei der Suche, bis alle vor ihrem Endgegner und seiner Armee stehen. Wie wird der Kampf zwischen Gut und Böse enden? Wird Michael seine Menschlichkeit und die dazugehörige Sexualität zurückerobern?

Rodja

P.S.: Eigentlich könnte sich José Hidalgo noch ein zweites (drittes? viertes?) Standbein als Produzent und Testimonial von Low-Budget-Crowdfunding-Clips aufbauen. Sein Auftritt im Clip unten hat mich auf jeden Fall überzeugt, die Aktion zu unterstützen.

INFO: Crowdfunding für „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“: https://www.startnext.com/michael-vampirfilm; Website von José Hidalgo: http://josehidalgo.de/


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19. November 2017 at 08:31

„Tote Moatla schreiand net“ – Vorarlberg-Krimi feiert Premiere

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© Achnus

Im Ländle da gibt’s sehr wohl Kultur…

Als der HomeMovieCorner so 2001 entstand, dachte ich, dass vor allem in den großen Städten die Indie-Szene boomen würde. Die Ansammlung von vielen Menschen würde zu vielen Kontakten führen, zu vielen Ideen, die man auch umsetzen kann. Da war auch sicher sehr viel Wunschdenken dabei, denn damals war ich nicht so mobil und hoffte, eben in meiner Heimatstadt Wien eine große Filmgruppe zu finden, der ich mich anschließen könnte.

Doch schon damals zeigte sich, dass ein Film-Biotop sogar in nicht so bevölkerten Gegenden gedeihen kann – wenn nicht sogar besser als in der angeblich ach so kulturinteressierten und pulsierenden Großstadt. Und diese späte Einsicht, die trotz der vorliegenden Fakten mir erst Jahre im nachhinein dämmerten, habe ich unter anderem Gruppen wie Mania Pictures aus Calw und Visual Dreams aus Vorarlberg zu verdanken.

Während Mania Pictures noch heute jedes Jahr einen Spielfilm produziert, stand Visual Dreams zu den Anfangszeiten des HomeMovieCorners eigentlich schon vor dem Aus. Viele der damaligen Mitglieder kamen gerade aus der Schule und standen am Scheideweg. Berufliche Ausbildung, weitere hochschulische Ausbildung – die Zeit des Ausprobierens war mehr oder minder vorbei. Trotzdem zählen ihre Filme wie „Angst“ oder „Faust – Der Musicalfilm“ für mich zu den Gründen, warum der HomeMovieCorner damals entstand.

Viele ehemalige Mitglieder blieben dem kreativen Bereich treu. Während es einige sogar beruflich schafften, wie Thomas Ilg, der Kameramann und Cutter wurde (u.a. „Universum History“, „Der Atem des Himmels“) oder Simon Meusburger, der das Schubert Theater in Wien leitet, wo u.a. auch Nestroy-Preisträger Nikolaus Habjan sein „Puppentheater für Erwachsene“ inszenierte, wurde für andere das Filmemachen und Geschichten erzählen einfach „nur“ ein Hobby.

Als eine Art Nachfolge von Visual Dreams etablierte sich in Vorarlberg die Gruppe Achnus Film. Auch einige ehemalige Visual Dreams-Mitglieder wie Philipp Horatschek sind mit dabei. Mir fielen sie bis dato eher durch Parodien wie „Achjack gegen die Mächte der Finsternis“, „Halul al Halula“ (Bollywood) oder „Pirätes – The Wedding of Spack Jarrow“. Und nachdem ich anscheinend vollkommen spaßbefreit bin, habe ich nicht unbedingt einen Faible für Parodien. Himmel, ich finde selbst „Spaceballs“ nur so halbherzig zum Lachen. (Ich kann also kein guter Mensch sein.)

Aber das neueste Werk von Achnus Film interessiert mich jetzt doch sehr. Vielleicht, weil das Thema „ernster“ klingt. Also nicht „ernst“ im Sinne von „todernst“, sondern im Sinne von „es ist keine Parodie, sondern was Eigenständigeres.“

Am 28. Oktober 2017 zeigen Achnus Film ab 20 Uhr ihren Ländlekrimi „Tote Moatla schreiand net – Mit Schwert abwärts“ in ihrem Wolfurter Vereinshaus.

Inhalt: Im Ländle da gibt’s sehr wohl a Sünd…

Die Leiche einer jungen Frau wird am Waldrand von einer Joggerin entdeckt. Oberinspektor Heinz Feuerle (Gernot Frick) ermittelt sofort. Zusammen mit seinen Kollegen Abteilungsinspektor Karl Fussenegger (Thomas Burger) und Polizeiarzt Dr. Sedlatschek (Heinz Jochum) decken die Kriminologen ein Netzwerk von Gewalt, Sex und Machtmissbrauch auf, das bis in die höchsten Vorarlberger Kreise reicht.

Der in einer ersten Fassung über 100 Minuten dauernde Film wurde mit über 60 Personen vor der Kamera in Wolfurt, Bregenz, Dornbirn, Hohenems und Kennelbach gedreht. An über 20 Drehtagen wurde der Film von Regisseur und Drehbuchautor Thomas Burger und dem Team von Achnus Film realisiert. Was mir an den „ländlichen“ Filmgruppen besonders imponiert. Neben dem Improvisationstalent gibt es anscheinend auch einen größeren Zusammenhalt und Unterstützung von der Bevölkerung her. So stellte die Landespolizeidirektion auch mehrmals ein echtes Polizeieinsatzfahrzeug zur Verfügung – und auch ein Rettungsauto und eine Cessna 208 Grand Caravan waren im Einsatz.

Rodja

INFO: Achnus Film www.achnus.com

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28. Oktober 2017 at 08:38

„Die Migrantigen“ – im Kino. Jetzt!

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© Luna Filmverleih

Da spürt man doch die versöhnliche Magie des Films…

In „Auf bösem Boden“ von Peter Koller – einem DER österreichischen Indie-Meilensteine schlechthin – wollte der eine den anderen abstechen. Doch dann lief es andersrum, und der andere stach den einen ab. Das war 2008 – und nun machen Faris Endris Rahoma und Aleksandar „Sasa“ Petrovic (siehe auch „Skrypt“) in „Die Migrantigen“ auf best buddies. (Dass Kari Rakkola auch eine Rolle hat, lässt die neue Komödie ja fast wie eine „Auf bösem Boden“-Reunion wirken. Fehlt nur noch Birgit Stauber.) Die so genannte Anti-Integrationskomödie von Arman T. Riahi läuft derzeit in den österreichischen Kinos.

Inhalt: Marko (Petrovic) und Benny (Rahoma), zwei Wiener mit sogenanntem „Migrationshintergrund“, sind vollständig integriert. So sehr, dass sie kaum noch als fremd wahrgenommen werden – wären da nicht Bennys schwarze Haare. Als die beiden aufgrund ihres Aussehens am Rudolfsgrund, einem ethnisch durchmischten Vorstadtviertel, von der ambitionierten TV-Regisseurin Marlene Weizenhuber (Doris Schretzmayer), die nach Protagonisten für ihre TV-Dokuserie sucht, angesprochen werden, geben sie sich als kleinkriminelle und abgebrühte Migranten aus, die es faustdick hinter den Ohren haben.

Damit ihre Lüge nicht auffliegt, bauen sie sich eine zweite Identität, die aus Klischees und Vorurteilen besteht. Und während die beiden durch die Erfüllung dieser Erwartungen und Vorurteile die Serie zum Erfolg machen, setzen sie sich gleichzeitig zum ersten Mal mit den echten Integrationsschicksalen auseinander – auch mit ihren eigenen.

© Luna Filmverleih

Falls sich jemand fragt, was nun ein regulärer Kinofilm auf einer Seite für Indie-Filme macht… Nun, es stimmt: „Auf bösem Boden“ ist ein Indie-Film, „Die Migrantigen“ nicht.

Ich wollte an dieser Stelle hier aber auch ein Interview mit Faris Rahoma und Aleksandar Petrovic machen, quasi den Weg vom Indie-Film ins Filmbiz nachzeichnen. Doch leider hatte ich bis dato noch nicht wirklich die Zeit, die beiden zu treffen. Es steht aber auf meiner To-do-Liste weit oben – und das Interview möchte ich noch nachreichen. Darum an dieser Stelle eben diesen Kinotipp. Gehet hin und schaut Euch das an!

Das Bemerkenswerte ist, dass „Die Migrantigen“ eigentlich auf einem Serienkonzept mit dem Titel „Neue Wiener“ basiert, das Regisseur Arman T. Riahi, Faris Rahoma und Aleksandar Petrovic für den Sender Puls 4 entwickelten. Wie Riahi im Presseheft erzählte, wurde das Projekt, nachdem schon erste Folgen gedreht waren, aufgrund firmeninterner Probleme der Produktionsfirma leider eingestellt. Einzelne Sequenzen kann man auf Youtube finden, ich werde sie demnächst auch hier vorstellen – und eventuell darauf hinweisen, was es substanziell in „Die Migrantigen“ geschafft hat.

Rodja

INFO: www.diemigrantigen.at

PS: Noch einen Star aus einem Indie-Streifen habe ich entdeckt: Nikolai Selikovsky, der mit seinem Vater die Coming-of-age-Komödie „Sturmfrei“ 2009 in die Kinos brachte.

Und hier noch der Trailer zu „Auf bösem Boden“

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16. Juni 2017 at 20:13

Veröffentlicht in Latest Talk

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Drogendrama „Sin & Illy Still Alive“ auf Österreich-Tour

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Nachdem das deutsche, mehrfach preiskgekrönte Indie-Drogendrama „Sin & Illy Still Alive“ von Regisseurin Maria Hengge 2016 beim Austrian Filmfestival seine Österreich-Premiere gefeiert hat, folgt nun eine kleine Kinotour durch Österreich.

© abadon production

Inhalt:

Die drogenabhängige Sin (Ceci Schuh) versucht erneut den Entzug vom Heroin und will daher auf einer griechischen Insel der kalten, grauen Banker-Stadt Frankfurt am Main entfliehen. Das Geld für den Flug bekommt die junge Frau durch den Verkauf von Blanko-Rezepten, die sie aus der Arztpraxis ihres Vaters gestohlen hat. Sin versucht auch ihre ebenfalls drogenabhängige Freundin Illy (Cosima Ciupek) für die Reise zu gewinnen, die gerade von ihrem Zuhälter Mesuth (Burak Yigit) auf die Straße gesetzt wurde. Die beiden Freundinnen sind voll der guten Vorsätze, doch Mesuth hat Illy den Personalausweis geklaut. Um doch noch außer Land zu können, fahren die beiden zu Illys Mutter, die auf einem Dauercampingplatz in der Nähe des Frankfurter Flughafens wohnt. Dort sollte noch Illys Reisepass zu finden sein. Allerdings werden Sin und Illy auch mit Illys Mutter (Pascale Schiller) konfrontiert, die schwer alkoholkrank ist. Den Flug versäumen Sin und Illy, nun sind sie auf dem Campingplatz gestrandet – und der Entzug setzt allmählich bei den beiden ein.

Der Film wird nun am 30. und 31. Mai 2017* in Anwesenheit von Regisseurin Maria Hengge im Admiral Kino in Wien gezeigt – und am 1. Juni 2017 läuft er im Rechbauer Kino in Graz. Auch in der Steiermark steht Hengge anschließend für ein Publikumsgespräch bereit.

„Sin & Illy Still Alive“ konnte bereits mehrere Preise einheimsen, u.a als bester Langspielfilm (8. Lichter Filmfest Frankfurt, Manhattan Independent Film Festival, usw.), für beste Schauspielerin (Ceci Schuh beim Int. Film Awards Berlin) und beste Regiearbeit (Montelupo Int. Independent Film Festival), um nur einige zu nennen.

© abadon production

Hengge, die „Sin & Illy Still Alive“ nicht nur gedreht, sondern auch geschrieben und produziert hat, kommt ursprünglich von der Schauspielerei.

Sie studierte am Wiener Max Reinhardt Seminar, wo u.a. Klaus Maria Brandauer auf sie aufmerksam wurde. Nach sechs Jahren am Wiener Burgtheater begann sie als freie Schauspielerin und Regisseurin in Theater und Film zu arbeiten. Sie absolvierte ein Studium Spielfilmdramaturgie und Filmästhetik an der Universität Berlin-Babelsberg und realisierte 2008 den Kurzspielfilm „The Last Bus“. Mit dem unsentimentalen „Sin & Illy Still Alive“ legt sie nun ihr Spielfilmdebüt vor. „Mein Langspielfilm fokussiert den Ausstieg aus der Drogensucht. Um von Drogen loszukommen, bedarf es mindestens derselben Courage und Willensstärke, mit der man einst anfing, Drogen zu nehmen“, so Hengge in ihrem „Director’s Statement“.

Rodja

* Edit: Ah!!!! Blöder Dreher… Die Termine finden Ende Mai bzw. Anfang Juni statt, nicht – wie von mir angegeben – Ende Juni und Anfang Mai. Ganz, ganz großes Sorry für diesen wirklich saublöden Fehler.

INFO: http://abadonproduction.com/; Film auf Facebook: https://www.facebook.com/mariahengge/

SIN & ILLY STILL ALIVE – TRAILER from mariahengge@gmail.com on Vimeo.

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29. Mai 2017 at 10:30

Filmstart für David Hofers „Valossn“

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© Reisenbauer Filmproduktion/Abbild Filmproduktion

Über David Hofers Film „Valossn“ wurde hier schon öfters berichtet. Der von Hofers Filmproduktion Abbild und Andreas Reisenbauer unabhängig produzierte Streifen erfährt nach einer Festivaltour nun so etwas wie einen Filmstart hier in Österreich.

Mit „so etwas wie“ meine ich das für Indie-Filme typische Schicksal. Aufgrund weniger Filmkopien (ist ja alles eine Kostenfrage) und mangelnder Zeit- und Personalressourcen läuft der Streifen ab 13. April 2017 zuerst in den Breitenseer Lichtspielen und ab 14. April im Top Kino in Wien an. Weitere Aufführungstermine in anderen Bundesländern werden sich von da an hoffentlich ergeben.

Inhalt: Pauli (Michael Kuglitsch), ein junger, zurückgezogener, merkwürdiger, traumatisierter Mann, trägt ein dunkles Geheimnis mit sich. Als sein Vater stirbt, tritt dieses mit aller Macht wieder heraus. Ein Film wie eine Urgewalt – so wie die Berge, die Teil der Erzählung sind.

David Hofers Karriere ist nicht unbedingt eine gerade verlaufende. Der Autodidakt hat schon mal als Maurer gearbeitet, um sich seine Filmleidenschaft zu finanzieren. Obwohl er auch als Actionheld in Flo Lackners Satire „Planet USA“ vor der Kamera eine gute Figur macht, ist er doch meistens dahinter anzutreffen. Zu seinen bekannteren Brotjobs zählt u.a. das Schneiden der Kino-Sportdoku „Streif – One Hell of a Ride“. Er will aber auch seine eigenen Geschichten erzählen. Im April und Mai finden die Dreharbeiten zu seinem nächsten Spielfilm „Traman“ statt – und Michael Kuglitsch hat als selfie-verliebter Narziss wieder eine Hauptrolle.

Rodja

INFO: http://www.reisenbauer-film.com/valossn/

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8. April 2017 at 07:03

Weil’s so traurig ist, gleich noch einmal: Der Carl-Mayer-Drehbuchpreis

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© Rodja Pavlik

Gut, ich bin enttäuscht. Zutiefst. Da hat man die Story des Jahrzehnts geschrieben. Und dann gewinnt man den verdammten Carl-Mayer-Drehbuchpreis nicht. Hach!

Aber gut, nach etlichen Tränen und viel Whiskey (der rein zufällig den Namen „Writers Tears“ trägt) heißt es nun aufstehen, den Stolz runterschlucken und weitermachen. Denn der nächste Carl Mayer-Drehbuchpreis wartet schon. Und das Thema lautet…

„Loyalität“

(Ach fuck, echt jetzt?!?)

Bis zum 30. November 2017 (gültig ist das Datum des Poststempels) können fiktionale oder dokumentarische Treatments für einen Kinofilm anonym eingereicht werden. Die Entscheidung erfolgt dann im ersten Jahresdrittel 2018 in Graz. Ausgeschrieben sind 14.500,- Euro für den Hauptpreis und 7.200,- Euro für den Förderungspreis.

Die Treatments können sowohl von einzelnen Autoren als auch im Team entwickelt werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Österreicher, Auslandsösterreicher und alle mindestens seit drei Jahren in Österreich wohnhaften Person.

Nicht teilnahmeberechtigt sind Stoffe, die vor der Juryentscheidung bereits eine Drehbuchförderung oder einen Drehbuchpreis erhalten haben oder bereits einmal beim Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerb eingereicht wurden. Im Falle des Erhalts einer Förderung bzw. eines Preises im Zeitraum zwischen Einreichung und Juryentscheidung ist das Kulturamt der Stadt Graz unverzüglich davon zu verständigen, damit der eingereichte Stoff aus der Wertung genommen werden kann.

Weitere und genauere Details bitte dem unten angeführten Link entnehmen.

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An dieser Stelle noch herzliche Gratulation an die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs, Evi Romen (Hauptpreis 14.500,- Euro für das Treatment „Hochwald“) und Nikolaus Müller (Förderpreis 7.200,- Euro für das Treatment „Rote Wand“).

Was mich momentan a bisserl irritiert… Laut Presse wurden für den Wettbewerb 27 Treatments eingereicht. Das ist ja gar nicht mal so viel – voriges Jahr waren es noch 40!

Haben österreichische Autoren es so dicke, diesen hochdotierten Wettbewerb auszulassen?

Rodja

INFO: Weitere Informationen zum Carl-Mayer-Drehbuchpreis unter http://kultur.graz.at/kulturamt/129

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6. April 2017 at 15:25

Veröffentlicht in Tipps & Tricks

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Made in A: „Star Wars“-Fanfilm „Regrets Of The Past“ online

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© Pellicula

© Pellicula

Was lange dauert, wird endlich… online!

Ja, das freut mich sehr: „Regrets Of The Past“ – der österreichische „Star Wars“-Fanfilm von Regisseur Bernhard Weber und seiner Filmgruppe Pellicula ist nun – nach einer ausführlichen Kino-Tour durch Österreich – online gegangen.

Der 53-minütige Film war bis dato das ehrgeizigste Projekt der Truppe – und derer gab es nicht wenige. Da gab es den Vampirstreifen „Blood Sisters“, weitere Kurzfilme, das bis dato blutigste Musikvideo Österreichs („It was so mad that I believed“ der Gruppe Living Lache) sowie den Fantasy-Spielfilm „Die Lothland-Saga“. Und mit jedem Projekt steigerte sich das Team, wie man „Regrets Of The Past“ anmerkt.

Der Film wurde von 2013 bis 2015 in Österreich von einer 150-köpfigen Crew realisiert – und das alles in der Freizeit und unentgeltlich. Die Filmemacher orientierten sich dabei an der Bildsprache der von George Lucas in den 70er- und 80er-Jahren geschaffenen Original-Trilogie.

Mit der Veröffentlichung auf Youtube ist das Projekt komplett abgeschlossen. Nun heißt es loslassen und sich neuen Projekten widmen – und wie ich gehört habe, ist da schon etwas im Busch.

Inhalt: Die Geschichte setzt nach den Ereignissen rund um die Entstehung des neugegründeten Galaktischen Imperiums („Star Wars: Episode III“) ein. Jedi Pash Sularen (Joe Baumgartner) und sein Padawan Kaila Dain (Sophia Grabner) befinden sich auf der Flucht vor dem Imperium. Verfolgt von einem Kopfgeldjäger stürzen die beiden Jedi auf einem einsamen Planeten ab und werden dort mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Rodja

INFO: http://pellicula.org, Facebook-Site “Star Wars: Regrets of the Past”: https://www.facebook.com/swrotp; Film-Site: www.regretsofthepast.com

PS: Es gibt sogar eine in Englisch synchronisierte Version
PPS: Und auch ein spannendes Making Of gibt es dazu…

Written by HomeMovieCorner

1. März 2017 at 15:42