HomeMovieCorner

The art of independent movies

Posts Tagged ‘Spielfilm

Crowdfunding für „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“

leave a comment »

„Vampire werden im Film immer als sexy verkauft. Doch wie kann das sein? Sie sind tot, das Herz schlägt nicht, das Blut fließt nicht mehr – ergo kann es auch keine Erektion geben.“

„Okay, gekauft.“

Ungefähr so stelle ich mir vor, wäre der Dialog verlaufen, wenn Filmemacher José Hidalgo seinen Stoff zu „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“ bei mir als Produzenten (wenn ich denn ein Produzent wäre) gepitcht hätte.

Wenn ich ihn richtig einschätze, dann ist José Hidalgo ein bunter Hund, so etwas wie eine Ausnahmeerscheinung an der an Ausnahmeerscheinungen gar nicht armen deutschen Indiefilm-Szene. Er singt mit Leidenschaft, was unzählige Musikclips auf seinem Youtube-Channel beweisen – und natürlich dreht er auch Filme. Wobei Hidalgo eindeutig zu viele kreative Filmideen und zu wenig Budget hat. Davon lässt er sich aber Gottseidank nicht abhalten.

So produzierte und inszenierte er einen Film mit dem Action-verheißenden Titel „Der letzte Auftrag“, in dem ein Auftragskiller seinen letzten Auftrag erfüllen muss, um sein Kind zu retten, als Musical!!! (Ich weiß, das ist sehr redundant formuliert – aber diese Inhaltsangabe als Musical… das muss man sich doch auf der Zunge zergehen lassen!) Und obwohl man dem Film das No Budget ansieht, entgeht einem nicht, mit wie viel Leidenschaft und Ideenreichtum er inszeniert wurde.

Doch nun zurück zu „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“, für den José Hidalgo eine Crowdfunding-Aktion gestartet hat. Dabei geht es gar nicht darum, den Film zu drehen. Die rund 90-minütige Horrorkomödie ist bereits fertig und hat eine erfolgreiche Premiere hinter sich. Jetzt geht es nur noch darum, den Film unter die Leute zu bringen. Für die DVD-Produktion gilt es, bis zum 1. Dezember 2017 den Betrag von 1.000,- Euro aufzutreiben. Das sollte doch wohl zu schaffen sein.

Synopsis: Star-Mitglied der Kokosnüsse-Bruderschaft und Super-Checker Michael (Jörn Guido) wird bei einer seiner Safari-Jagden von einer Vampirin gebissen. Da ohne Blutfluss keine Erektion mehr möglich ist, sieht er sich gezwungen, eine Lösung zu finden. Mit der Hilfe von Mumu (José Hidalgo) und seiner Freundin Lola (Simone Kaufmann) beginnt die Suche nach der Vampirin, um die Verwandlung zu stoppen. Prof. Johanson (Georg Groeling-Müller) und Michaels Vater Engelbert (Klaus Thiel-Klenner) begleiten die drei Freunde bei der Suche, bis alle vor ihrem Endgegner und seiner Armee stehen. Wie wird der Kampf zwischen Gut und Böse enden? Wird Michael seine Menschlichkeit und die dazugehörige Sexualität zurückerobern?

Rodja

P.S.: Eigentlich könnte sich José Hidalgo noch ein zweites (drittes? viertes?) Standbein als Produzent und Testimonial von Low-Budget-Crowdfunding-Clips aufbauen. Sein Auftritt im Clip unten hat mich auf jeden Fall überzeugt, die Aktion zu unterstützen.

INFO: Crowdfunding für „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“: https://www.startnext.com/michael-vampirfilm; Website von José Hidalgo: http://josehidalgo.de/


– – –

Advertisements

Written by HomeMovieCorner

19. November 2017 at 08:31

„Tote Moatla schreiand net“ – Vorarlberg-Krimi feiert Premiere

with one comment

© Achnus

Im Ländle da gibt’s sehr wohl Kultur…

Als der HomeMovieCorner so 2001 entstand, dachte ich, dass vor allem in den großen Städten die Indie-Szene boomen würde. Die Ansammlung von vielen Menschen würde zu vielen Kontakten führen, zu vielen Ideen, die man auch umsetzen kann. Da war auch sicher sehr viel Wunschdenken dabei, denn damals war ich nicht so mobil und hoffte, eben in meiner Heimatstadt Wien eine große Filmgruppe zu finden, der ich mich anschließen könnte.

Doch schon damals zeigte sich, dass ein Film-Biotop sogar in nicht so bevölkerten Gegenden gedeihen kann – wenn nicht sogar besser als in der angeblich ach so kulturinteressierten und pulsierenden Großstadt. Und diese späte Einsicht, die trotz der vorliegenden Fakten mir erst Jahre im nachhinein dämmerten, habe ich unter anderem Gruppen wie Mania Pictures aus Calw und Visual Dreams aus Vorarlberg zu verdanken.

Während Mania Pictures noch heute jedes Jahr einen Spielfilm produziert, stand Visual Dreams zu den Anfangszeiten des HomeMovieCorners eigentlich schon vor dem Aus. Viele der damaligen Mitglieder kamen gerade aus der Schule und standen am Scheideweg. Berufliche Ausbildung, weitere hochschulische Ausbildung – die Zeit des Ausprobierens war mehr oder minder vorbei. Trotzdem zählen ihre Filme wie „Angst“ oder „Faust – Der Musicalfilm“ für mich zu den Gründen, warum der HomeMovieCorner damals entstand.

Viele ehemalige Mitglieder blieben dem kreativen Bereich treu. Während es einige sogar beruflich schafften, wie Thomas Ilg, der Kameramann und Cutter wurde (u.a. „Universum History“, „Der Atem des Himmels“) oder Simon Meusburger, der das Schubert Theater in Wien leitet, wo u.a. auch Nestroy-Preisträger Nikolaus Habjan sein „Puppentheater für Erwachsene“ inszenierte, wurde für andere das Filmemachen und Geschichten erzählen einfach „nur“ ein Hobby.

Als eine Art Nachfolge von Visual Dreams etablierte sich in Vorarlberg die Gruppe Achnus Film. Auch einige ehemalige Visual Dreams-Mitglieder wie Philipp Horatschek sind mit dabei. Mir fielen sie bis dato eher durch Parodien wie „Achjack gegen die Mächte der Finsternis“, „Halul al Halula“ (Bollywood) oder „Pirätes – The Wedding of Spack Jarrow“. Und nachdem ich anscheinend vollkommen spaßbefreit bin, habe ich nicht unbedingt einen Faible für Parodien. Himmel, ich finde selbst „Spaceballs“ nur so halbherzig zum Lachen. (Ich kann also kein guter Mensch sein.)

Aber das neueste Werk von Achnus Film interessiert mich jetzt doch sehr. Vielleicht, weil das Thema „ernster“ klingt. Also nicht „ernst“ im Sinne von „todernst“, sondern im Sinne von „es ist keine Parodie, sondern was Eigenständigeres.“

Am 28. Oktober 2017 zeigen Achnus Film ab 20 Uhr ihren Ländlekrimi „Tote Moatla schreiand net – Mit Schwert abwärts“ in ihrem Wolfurter Vereinshaus.

Inhalt: Im Ländle da gibt’s sehr wohl a Sünd…

Die Leiche einer jungen Frau wird am Waldrand von einer Joggerin entdeckt. Oberinspektor Heinz Feuerle (Gernot Frick) ermittelt sofort. Zusammen mit seinen Kollegen Abteilungsinspektor Karl Fussenegger (Thomas Burger) und Polizeiarzt Dr. Sedlatschek (Heinz Jochum) decken die Kriminologen ein Netzwerk von Gewalt, Sex und Machtmissbrauch auf, das bis in die höchsten Vorarlberger Kreise reicht.

Der in einer ersten Fassung über 100 Minuten dauernde Film wurde mit über 60 Personen vor der Kamera in Wolfurt, Bregenz, Dornbirn, Hohenems und Kennelbach gedreht. An über 20 Drehtagen wurde der Film von Regisseur und Drehbuchautor Thomas Burger und dem Team von Achnus Film realisiert. Was mir an den „ländlichen“ Filmgruppen besonders imponiert. Neben dem Improvisationstalent gibt es anscheinend auch einen größeren Zusammenhalt und Unterstützung von der Bevölkerung her. So stellte die Landespolizeidirektion auch mehrmals ein echtes Polizeieinsatzfahrzeug zur Verfügung – und auch ein Rettungsauto und eine Cessna 208 Grand Caravan waren im Einsatz.

Rodja

INFO: Achnus Film www.achnus.com

– – –

Written by HomeMovieCorner

28. Oktober 2017 at 08:38

„Die Migrantigen“ – im Kino. Jetzt!

leave a comment »

© Luna Filmverleih

Da spürt man doch die versöhnliche Magie des Films…

In „Auf bösem Boden“ von Peter Koller – einem DER österreichischen Indie-Meilensteine schlechthin – wollte der eine den anderen abstechen. Doch dann lief es andersrum, und der andere stach den einen ab. Das war 2008 – und nun machen Faris Endris Rahoma und Aleksandar „Sasa“ Petrovic (siehe auch „Skrypt“) in „Die Migrantigen“ auf best buddies. (Dass Kari Rakkola auch eine Rolle hat, lässt die neue Komödie ja fast wie eine „Auf bösem Boden“-Reunion wirken. Fehlt nur noch Birgit Stauber.) Die so genannte Anti-Integrationskomödie von Arman T. Riahi läuft derzeit in den österreichischen Kinos.

Inhalt: Marko (Petrovic) und Benny (Rahoma), zwei Wiener mit sogenanntem „Migrationshintergrund“, sind vollständig integriert. So sehr, dass sie kaum noch als fremd wahrgenommen werden – wären da nicht Bennys schwarze Haare. Als die beiden aufgrund ihres Aussehens am Rudolfsgrund, einem ethnisch durchmischten Vorstadtviertel, von der ambitionierten TV-Regisseurin Marlene Weizenhuber (Doris Schretzmayer), die nach Protagonisten für ihre TV-Dokuserie sucht, angesprochen werden, geben sie sich als kleinkriminelle und abgebrühte Migranten aus, die es faustdick hinter den Ohren haben.

Damit ihre Lüge nicht auffliegt, bauen sie sich eine zweite Identität, die aus Klischees und Vorurteilen besteht. Und während die beiden durch die Erfüllung dieser Erwartungen und Vorurteile die Serie zum Erfolg machen, setzen sie sich gleichzeitig zum ersten Mal mit den echten Integrationsschicksalen auseinander – auch mit ihren eigenen.

© Luna Filmverleih

Falls sich jemand fragt, was nun ein regulärer Kinofilm auf einer Seite für Indie-Filme macht… Nun, es stimmt: „Auf bösem Boden“ ist ein Indie-Film, „Die Migrantigen“ nicht.

Ich wollte an dieser Stelle hier aber auch ein Interview mit Faris Rahoma und Aleksandar Petrovic machen, quasi den Weg vom Indie-Film ins Filmbiz nachzeichnen. Doch leider hatte ich bis dato noch nicht wirklich die Zeit, die beiden zu treffen. Es steht aber auf meiner To-do-Liste weit oben – und das Interview möchte ich noch nachreichen. Darum an dieser Stelle eben diesen Kinotipp. Gehet hin und schaut Euch das an!

Das Bemerkenswerte ist, dass „Die Migrantigen“ eigentlich auf einem Serienkonzept mit dem Titel „Neue Wiener“ basiert, das Regisseur Arman T. Riahi, Faris Rahoma und Aleksandar Petrovic für den Sender Puls 4 entwickelten. Wie Riahi im Presseheft erzählte, wurde das Projekt, nachdem schon erste Folgen gedreht waren, aufgrund firmeninterner Probleme der Produktionsfirma leider eingestellt. Einzelne Sequenzen kann man auf Youtube finden, ich werde sie demnächst auch hier vorstellen – und eventuell darauf hinweisen, was es substanziell in „Die Migrantigen“ geschafft hat.

Rodja

INFO: www.diemigrantigen.at

PS: Noch einen Star aus einem Indie-Streifen habe ich entdeckt: Nikolai Selikovsky, der mit seinem Vater die Coming-of-age-Komödie „Sturmfrei“ 2009 in die Kinos brachte.

Und hier noch der Trailer zu „Auf bösem Boden“

Written by HomeMovieCorner

16. Juni 2017 at 20:13

Veröffentlicht in Latest Talk

Tagged with , ,

Drogendrama „Sin & Illy Still Alive“ auf Österreich-Tour

leave a comment »

Nachdem das deutsche, mehrfach preiskgekrönte Indie-Drogendrama „Sin & Illy Still Alive“ von Regisseurin Maria Hengge 2016 beim Austrian Filmfestival seine Österreich-Premiere gefeiert hat, folgt nun eine kleine Kinotour durch Österreich.

© abadon production

Inhalt:

Die drogenabhängige Sin (Ceci Schuh) versucht erneut den Entzug vom Heroin und will daher auf einer griechischen Insel der kalten, grauen Banker-Stadt Frankfurt am Main entfliehen. Das Geld für den Flug bekommt die junge Frau durch den Verkauf von Blanko-Rezepten, die sie aus der Arztpraxis ihres Vaters gestohlen hat. Sin versucht auch ihre ebenfalls drogenabhängige Freundin Illy (Cosima Ciupek) für die Reise zu gewinnen, die gerade von ihrem Zuhälter Mesuth (Burak Yigit) auf die Straße gesetzt wurde. Die beiden Freundinnen sind voll der guten Vorsätze, doch Mesuth hat Illy den Personalausweis geklaut. Um doch noch außer Land zu können, fahren die beiden zu Illys Mutter, die auf einem Dauercampingplatz in der Nähe des Frankfurter Flughafens wohnt. Dort sollte noch Illys Reisepass zu finden sein. Allerdings werden Sin und Illy auch mit Illys Mutter (Pascale Schiller) konfrontiert, die schwer alkoholkrank ist. Den Flug versäumen Sin und Illy, nun sind sie auf dem Campingplatz gestrandet – und der Entzug setzt allmählich bei den beiden ein.

Der Film wird nun am 30. und 31. Mai 2017* in Anwesenheit von Regisseurin Maria Hengge im Admiral Kino in Wien gezeigt – und am 1. Juni 2017 läuft er im Rechbauer Kino in Graz. Auch in der Steiermark steht Hengge anschließend für ein Publikumsgespräch bereit.

„Sin & Illy Still Alive“ konnte bereits mehrere Preise einheimsen, u.a als bester Langspielfilm (8. Lichter Filmfest Frankfurt, Manhattan Independent Film Festival, usw.), für beste Schauspielerin (Ceci Schuh beim Int. Film Awards Berlin) und beste Regiearbeit (Montelupo Int. Independent Film Festival), um nur einige zu nennen.

© abadon production

Hengge, die „Sin & Illy Still Alive“ nicht nur gedreht, sondern auch geschrieben und produziert hat, kommt ursprünglich von der Schauspielerei.

Sie studierte am Wiener Max Reinhardt Seminar, wo u.a. Klaus Maria Brandauer auf sie aufmerksam wurde. Nach sechs Jahren am Wiener Burgtheater begann sie als freie Schauspielerin und Regisseurin in Theater und Film zu arbeiten. Sie absolvierte ein Studium Spielfilmdramaturgie und Filmästhetik an der Universität Berlin-Babelsberg und realisierte 2008 den Kurzspielfilm „The Last Bus“. Mit dem unsentimentalen „Sin & Illy Still Alive“ legt sie nun ihr Spielfilmdebüt vor. „Mein Langspielfilm fokussiert den Ausstieg aus der Drogensucht. Um von Drogen loszukommen, bedarf es mindestens derselben Courage und Willensstärke, mit der man einst anfing, Drogen zu nehmen“, so Hengge in ihrem „Director’s Statement“.

Rodja

* Edit: Ah!!!! Blöder Dreher… Die Termine finden Ende Mai bzw. Anfang Juni statt, nicht – wie von mir angegeben – Ende Juni und Anfang Mai. Ganz, ganz großes Sorry für diesen wirklich saublöden Fehler.

INFO: http://abadonproduction.com/; Film auf Facebook: https://www.facebook.com/mariahengge/

SIN & ILLY STILL ALIVE – TRAILER from mariahengge@gmail.com on Vimeo.

Written by HomeMovieCorner

29. Mai 2017 at 10:30

Filmstart für David Hofers „Valossn“

leave a comment »

© Reisenbauer Filmproduktion/Abbild Filmproduktion

Über David Hofers Film „Valossn“ wurde hier schon öfters berichtet. Der von Hofers Filmproduktion Abbild und Andreas Reisenbauer unabhängig produzierte Streifen erfährt nach einer Festivaltour nun so etwas wie einen Filmstart hier in Österreich.

Mit „so etwas wie“ meine ich das für Indie-Filme typische Schicksal. Aufgrund weniger Filmkopien (ist ja alles eine Kostenfrage) und mangelnder Zeit- und Personalressourcen läuft der Streifen ab 13. April 2017 zuerst in den Breitenseer Lichtspielen und ab 14. April im Top Kino in Wien an. Weitere Aufführungstermine in anderen Bundesländern werden sich von da an hoffentlich ergeben.

Inhalt: Pauli (Michael Kuglitsch), ein junger, zurückgezogener, merkwürdiger, traumatisierter Mann, trägt ein dunkles Geheimnis mit sich. Als sein Vater stirbt, tritt dieses mit aller Macht wieder heraus. Ein Film wie eine Urgewalt – so wie die Berge, die Teil der Erzählung sind.

David Hofers Karriere ist nicht unbedingt eine gerade verlaufende. Der Autodidakt hat schon mal als Maurer gearbeitet, um sich seine Filmleidenschaft zu finanzieren. Obwohl er auch als Actionheld in Flo Lackners Satire „Planet USA“ vor der Kamera eine gute Figur macht, ist er doch meistens dahinter anzutreffen. Zu seinen bekannteren Brotjobs zählt u.a. das Schneiden der Kino-Sportdoku „Streif – One Hell of a Ride“. Er will aber auch seine eigenen Geschichten erzählen. Im April und Mai finden die Dreharbeiten zu seinem nächsten Spielfilm „Traman“ statt – und Michael Kuglitsch hat als selfie-verliebter Narziss wieder eine Hauptrolle.

Rodja

INFO: http://www.reisenbauer-film.com/valossn/

Written by HomeMovieCorner

8. April 2017 at 07:03

Weil’s so traurig ist, gleich noch einmal: Der Carl-Mayer-Drehbuchpreis

leave a comment »

© Rodja Pavlik

Gut, ich bin enttäuscht. Zutiefst. Da hat man die Story des Jahrzehnts geschrieben. Und dann gewinnt man den verdammten Carl-Mayer-Drehbuchpreis nicht. Hach!

Aber gut, nach etlichen Tränen und viel Whiskey (der rein zufällig den Namen „Writers Tears“ trägt) heißt es nun aufstehen, den Stolz runterschlucken und weitermachen. Denn der nächste Carl Mayer-Drehbuchpreis wartet schon. Und das Thema lautet…

„Loyalität“

(Ach fuck, echt jetzt?!?)

Bis zum 30. November 2017 (gültig ist das Datum des Poststempels) können fiktionale oder dokumentarische Treatments für einen Kinofilm anonym eingereicht werden. Die Entscheidung erfolgt dann im ersten Jahresdrittel 2018 in Graz. Ausgeschrieben sind 14.500,- Euro für den Hauptpreis und 7.200,- Euro für den Förderungspreis.

Die Treatments können sowohl von einzelnen Autoren als auch im Team entwickelt werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Österreicher, Auslandsösterreicher und alle mindestens seit drei Jahren in Österreich wohnhaften Person.

Nicht teilnahmeberechtigt sind Stoffe, die vor der Juryentscheidung bereits eine Drehbuchförderung oder einen Drehbuchpreis erhalten haben oder bereits einmal beim Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerb eingereicht wurden. Im Falle des Erhalts einer Förderung bzw. eines Preises im Zeitraum zwischen Einreichung und Juryentscheidung ist das Kulturamt der Stadt Graz unverzüglich davon zu verständigen, damit der eingereichte Stoff aus der Wertung genommen werden kann.

Weitere und genauere Details bitte dem unten angeführten Link entnehmen.

– – –

An dieser Stelle noch herzliche Gratulation an die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs, Evi Romen (Hauptpreis 14.500,- Euro für das Treatment „Hochwald“) und Nikolaus Müller (Förderpreis 7.200,- Euro für das Treatment „Rote Wand“).

Was mich momentan a bisserl irritiert… Laut Presse wurden für den Wettbewerb 27 Treatments eingereicht. Das ist ja gar nicht mal so viel – voriges Jahr waren es noch 40!

Haben österreichische Autoren es so dicke, diesen hochdotierten Wettbewerb auszulassen?

Rodja

INFO: Weitere Informationen zum Carl-Mayer-Drehbuchpreis unter http://kultur.graz.at/kulturamt/129

Written by HomeMovieCorner

6. April 2017 at 15:25

Veröffentlicht in Tipps & Tricks

Tagged with , , , , ,

Made in A: „Star Wars“-Fanfilm „Regrets Of The Past“ online

leave a comment »

© Pellicula

© Pellicula

Was lange dauert, wird endlich… online!

Ja, das freut mich sehr: „Regrets Of The Past“ – der österreichische „Star Wars“-Fanfilm von Regisseur Bernhard Weber und seiner Filmgruppe Pellicula ist nun – nach einer ausführlichen Kino-Tour durch Österreich – online gegangen.

Der 53-minütige Film war bis dato das ehrgeizigste Projekt der Truppe – und derer gab es nicht wenige. Da gab es den Vampirstreifen „Blood Sisters“, weitere Kurzfilme, das bis dato blutigste Musikvideo Österreichs („It was so mad that I believed“ der Gruppe Living Lache) sowie den Fantasy-Spielfilm „Die Lothland-Saga“. Und mit jedem Projekt steigerte sich das Team, wie man „Regrets Of The Past“ anmerkt.

Der Film wurde von 2013 bis 2015 in Österreich von einer 150-köpfigen Crew realisiert – und das alles in der Freizeit und unentgeltlich. Die Filmemacher orientierten sich dabei an der Bildsprache der von George Lucas in den 70er- und 80er-Jahren geschaffenen Original-Trilogie.

Mit der Veröffentlichung auf Youtube ist das Projekt komplett abgeschlossen. Nun heißt es loslassen und sich neuen Projekten widmen – und wie ich gehört habe, ist da schon etwas im Busch.

Inhalt: Die Geschichte setzt nach den Ereignissen rund um die Entstehung des neugegründeten Galaktischen Imperiums („Star Wars: Episode III“) ein. Jedi Pash Sularen (Joe Baumgartner) und sein Padawan Kaila Dain (Sophia Grabner) befinden sich auf der Flucht vor dem Imperium. Verfolgt von einem Kopfgeldjäger stürzen die beiden Jedi auf einem einsamen Planeten ab und werden dort mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Rodja

INFO: http://pellicula.org, Facebook-Site “Star Wars: Regrets of the Past”: https://www.facebook.com/swrotp; Film-Site: www.regretsofthepast.com

PS: Es gibt sogar eine in Englisch synchronisierte Version
PPS: Und auch ein spannendes Making Of gibt es dazu…

Written by HomeMovieCorner

1. März 2017 at 15:42

Das kleine Gewinnspiel: „Tatort Calw VII: Auge um Auge“

leave a comment »

© Mania Pictures

© Mania Pictures

In Vorfreude auf die große Premiere von „Tatort Calw VIII: Der Seher“ von Mania Pictures im April reaktiviere ich wieder einmal „Das kleine Gewinnspiel“.

Zu gewinnen gibt es den Vorgänger von „Tatort Calw VIII“, nämlich eine DVD von „Tatort Calw VII: Auge um Auge“.

Story: Kaum aus dem Gefängnis entlassen, wird ein Ex-Knacki von einem maskierten Unbekannten entführt. Ein Fall für Kommissar Jäger (Stefan Lörcher), der mangels Beschäftigung in der Calwer Mordkommission den Kollegen anderer Dezernate aushelfen muss. Zu allem Überfluss verdonnert ihn sein Chef auch noch dazu, den Absolventen der Polizeischule Steinberger (Frederik Bott) unter seine Fittiche zu nehmen. Doch schon bald wird Jäger mit seinen Kollegen Hoffmann (Frieder Pfeiffer) und Kraft (Cathrin di Stefano) mit einer brutalen Mordserie konfrontiert. Die Opfer: Allesamt Kleinkriminelle.

Als der Grünschnabel Steinberger am Tatort seltsame Schriftzeichen entdeckt, kommt der Verdacht auf, es könnte sich um religiös motivierte Rachemorde handeln. Auge um Auge. Doch wer hegt einen solch großen Hass, dass das grausame Vorgehen erklären könnte? Bei den Ermittlungen stoßen die drei Kommissare auf eine Verbindung zwischen den Opfern und machen eine schockierende Entdeckung. Werden sie den selbsternannten Rächer aufhalten können?

Und hier die Gewinnfrage: Tilo Prückner ist quasi Stammbesetzung bei Mania Pictures. Der Schauspieler ist aber auch aus anderen Filmen bekannt – u.a. wirkte er in zwei Filmen von Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky (dessen aktueller Actionthriller „Die Hölle“ diese Woche in den Kinos startet) mit. Welche Filme von Stefan Ruzowitzky waren das?

Die Antwort bitte NICHT hier posten, sondern per Mail an mich übermitteln. Die E-Mail-Adresse lautet homemoviecorner[at]hotmail.com. Als Betreff bitte „Auge um Auge“ angeben. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2017. Die DVD wird unter den richtigen Einsendern verlost.

Das Ganze findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt. Preise, die auf dem Postweg verloren gehen, können leider nicht ersetzt werden. Bitte auch Namen, Alter und Postadresse angeben (Warnung: Wer keine vollständigen Angaben abliefert, wird automatisch ausgeschlossen!). Diese Daten werden nur im Rahmen des Gewinnspiels verwendet und nicht weitergeleitet – nach Abschluss der Runde werden sie auch sofort gelöscht.

Rodja

INFO: www.mania-pictures.de

Written by HomeMovieCorner

18. Januar 2017 at 09:51

Der 8. Streich: „Tatort Calw – Der Seher“

leave a comment »

© Mania Pictures

© Mania Pictures

Schöne Grüße aus dem Schwabenland

Die Calwer Filmtruppe Mania Pictures rund um Mastermind Armin Schnürle präsentiert am 21. April 2017 mit „Der Seher“ ihren neuesten Film – danach geht der Film wieder auf eine ausgedehnte Kinotour.

Es ist der achte ihrer beliebten „Tatort Calw“-Serie, die vor allem mit Lokalkolorit und viel Action punktet. Das klingt ja schon mal beeindruckend. Noch beeindruckender ist es aber, wenn man schreibt: „Es ist der insgesamt 19. Spielfilm seit Bestehen der Filmgruppe.“ Ha, eat this!

Mit dabei ist auch wieder Tilo Prückner, dessen markantes Gesicht man u.a. aus Stefan Ruzowitzkys „Die Siebtelbauern“ oder dem Oscar-nominierten Drama „Die Fälscher“ kennt. Obwohl er bei Mania Pictures meist nur in skurrilen Nebenrollen zu sehen ist, zählt Prückner quasi zur Stammbesetzung. Regisseur Armin Schnürle schwärmte in einem Interview mit dem HomeMovieCorner von Prückner, „weil er für skurrile Typen einfach wunderbar ist und zudem ein unkomplizierter und umgänglicher Mensch. Er ist im Übrigen der einzige ‚Promi‘, für den ich es inzwischen wage, Rollen zu schreiben.“ Diesmal dürfte Schnürle ein bisschen länger an Prückners Rolle gesessen haben, denn statt einer Neben- hat der Schauspieler nun sogar eine tragende Hauptrolle.

Inhalt: Nikolaus Kaminsky (Tilo Prückner) ist ein ehemaliger Profiler der Polizei, lebt jedoch seit 20 Jahren zurückgezogen und ohne Kontakt zur Außenwelt. Einzig die Nachbarstochter Simone (Julia Schnürle) schafft es ab und zu, ihn aus seinem Schneckenhaus zu locken.

Als er die 12-Jährige eines Tages ohne ersichtlichen Grund mit einem Messer bedroht, ruft das die Kommissare Jäger (Stefan Lörcher), Kraft (Cathrin di Stefano) und Hoffmann (Frieder Pfeiffer) auf den Plan. Eigentlich sind die Polizisten gerade mit einem Entführungsfall beschäftigt, doch als Kaminsky die Ermittler ganz beiläufig auf die Lösung des Falls bringt, wird plötzlich ein weit in der Vergangenheit liegender Fall von Kindsmorden wieder aktuell. Das letzte Opfer des bis heute unbekannten Serienmörders war damals Kaminskys Tochter. Als Kaminsky die Polizisten dann auch noch vor einem neuen Entführungsfall warnt, entsteht der Verdacht, dass der tot geglaubte Killer erneut sein Unwesen treibt. Doch woher hat der Ex-Profiler seine Informationen? Ist er in den Fall verwickelt? Oder hat er womöglich Fähigkeiten, die jenseits unserer rationalen Vorstellungskraft liegen?

Rodja

INFO: www.mania-pictures.de

Written by HomeMovieCorner

9. Januar 2017 at 10:04

„Kartoffelsalat – Nicht fragen!“ online

with 2 comments

Ich finde das Phänomen Youtuber an sich begrüßenswert. Kurze, billig und schnell abgedrehte Häppchen für zwischendurch. (Und mit „billig“ meine ich das nicht abwertend, sondern im Sinne, dass das für Indie-Filmer durchaus leistbar ist.) Noch interessanter finde ich, dass da eine Fankultur entstanden ist, von der ich nichts mitbekomme – geschweige denn etablierte Medien (für die ich ja auch arbeite). Wenn ein Youtube-Star in die Stadt kommt, bricht Panik aus – chaotische Belagerungszustände vor Hotels und Autogrammstunden. Und ich muss erst einmal googlen, wer das überhaupt ist, der solche Zustände auslöst. (Und auch das ist nicht despektierlich gegenüber Fans von Youtubern gemeint – es soll nur zeigen, dass ich hier einfach eine Wissenslücke habe).

Freshtorge ist so ein Youtube-Star sein, er hat über 1,9 Millionen Abonnenten auf seinem Kanal. Immerhin produziert er auch seit 2009 mindestens einmal wöchentlich einen Clip. Und was im Kleinen funktioniert, könnte vielleicht auch auf der Leinwand ein Hit werden. Und so kam im Juli 2015 die Horrorkomödie „Kartoffelsalat – Nicht fragen!“ in die deutschsprachigen Kinos. Laut Wikipedia hatte der Film an die 360.000 Besucher und ein Gesamtergebnis von 2,5 Millionen Euro – bei kolportierten Produktionskosten von rund einer Million Euro. Grundsätzlich ist es schon mal gut, wenn ein Film einen Gewinn abwirft. Aber ich habe jetzt kein Gefühl für die Größenordnung: 360.000 Zuschauer für den gesamten deutschsprachigen Raum – ist das jetzt gut oder schlecht? Bemerkenswert ist aber, dass laut Wikipedia zwei von den 2,5 Millionen Euro bereits in der ersten Woche eingespielt wurden. Das lässt vermuten, dass das Interesse nach der ersten Woche sehr stark abgeebbt ist. Ich kann mich ad hoc auch nicht erinnern, ob es den Film länger als zwei Wochen bei uns in Österreich gespielt hat.

Nun hat Freshtorge den Film in einer um 20 Minuten gekürzten Fassung auf Youtube veröffentlicht – und bereits in der ersten Woche an die 2,18 Millionen Klicks generiert. Wobei ich erstens gerne wissen möchte, warum nur die gekürzte Version und nicht den gesamten Spielfilm? (Will man die 81-minütige Langversion auf DVD noch am Markt halten? Haben Youtube-Regularien da Einfluss gehabt? Z.B. Upload-Limits? Oder wollte man die Aufmerksamkeitsspanne von Youtube-Usern nicht überstrapazieren?) Und zweitens: Wer von den bisherigen Usern hat den Film auf Youtube eigentlich durchgehalten?

Ich würde das Ganze ja mal als interessantes Experiment einstufen. Funktionieren die kurzen Sketches von Youtube-Stars auch gestreckt als abendfüllender Spielfilm auf der Leinwand? Mein persönliches Conclusio: Eher nicht. Vielleicht macht es daher für Freshtorge und seine Produzenten daher auch Sinn, den Film dorthin zu bringen, wo seine Fans sind: Eben auf Youtube.

Inhalt: Leo Weiß (Freshtorge) hat ein schweres Leben an seiner Schule. Er ist der Klassenälteste, aber nicht der beliebteste. Leo kämpft mit schlechten Noten und mangelnder Anerkennung. So beschließen seine Eltern ihn auf eine neue Schule zu verlegen, in der Hoffnung auf einen Neuanfang.

Als ein bedrohlicher Virus ausbricht, der aus den Schülern fresssüchtige Infizierte macht, ergreift Leo die Initiative und beweist sich als Held. Von nun an startet eine waghalsige Rettungsaktion, in der Leo versucht, die nicht befallenen Schüler zu retten. Und möglicherweise ist es auch nicht für die Infizierten zu spät…

Rodja

Written by HomeMovieCorner

4. Dezember 2016 at 04:29