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Archive for Dezember 2017

„Unterwelt – The World Beyond“ – Kassel lässt grüßen

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© Spontitotalfilm

Auf den Kasseler Filmemacher Ralf Kemper und seine Crew von Spontitotalfilm halte ich große Stücke.

Gut, auf den ersten Blick wirken Titel wie „Überfall der Mörderrucksäcke“, „Die Waldbewohner“, „Toxic Lullaby“ oder „Damned On Earth“ wie Trash-Movies.

Sind sie auch – aber welche mit Herz und Hirn. Ich kann zwar nicht mit jedem Film wirklich was anfangen, aber Kemper wiederholt sich nicht ständig. Jeder seiner Filme erzählt eine neue Geschichte, bei der man sich immer fragt, wie sie wohl ausgehen mag. Egal, ob man die Geschichte mag oder nicht. Und das ist das große Talent eines Geschichtenerzählers wie Ralf Kemper.

Meine persönlichen Favoriten sind „Die Waldbewohner“ und „Toxic Lullaby“. Wenn sie „Die Waldbewohner“ sehen würden, bin ich mir sicher, dass „Scheibenwelt“-Erfinder Terry Pratchet und Autor Neil Gaiman („The Books of Magic“, „Sternenwanderer“, „American Gods“) zumindest Szenenapplaus spendieren würden. Und „Toxic Lullaby“ halte ich persönlich (siehe Filmkritik) sowieso für einen der intelligentesten und besten Zombie-Filme aus dem deutschsprachigen Indie-Raum. Dass der Film gut ist, ist übrigens auch die Meinung vom New York Film and Video Festival, das „Toxic Lullaby“ 2010 mit dem Award für den besten internationalen Horror Film auszeichnete.

2018 meldet sich Kemper nun mit „Unterwelt – The World Beyond“ zurück. Gedreht wurde von April bis Mai in Bunkern und Felsenkellern in Kassel – und auch das muss man dem Filmemacher lassen: Er hat ein sehr gutes Händchen für Locations.

Inhalt: Nach Abschluss eines Fotoshootings für Gothic-Mode in einem alten Bunker stellt das Foto-Team fest, dass der Eingangsschlüssel verloren gegangen ist. Verzweifelt und von der Außenwelt abgeschnitten, versuchen drei junge Models gemeinsam mit der Crew einen Ausweg zu finden. Hierbei stoßen sie immer tiefer in das Labyrinth vor, bis Wahnsinn und Hoffnungslosigkeit um sich greifen. Nicht allen gelingt es, einen Ausgang zu finden – und einer von ihnen steht eine schreckliche Entdeckung bevor…

Neben Absolventen und Schülern der Schauspielschule Kassel wirken auch erfahrene Schauspieler wie Prahsant Prabhakar Jaiswal („Stromberg – Der Film“, „Toxic Lullaby“) mit. Peter Spilles von der Band Project Pitchfork liefert die Musik. Der ca. 75-minütige Film soll Anfang April 2018 herauskommen – den Trailer dazu gibt es hier.

Rodja

INFO: www.spontitotalfilm.com

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17. Dezember 2017 at 08:22

Teaser zu „Jack versus Josephine“

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© Gruftkasperl Produktion

Jack is back!!!

Von Zeit zu Zeit stößt man auf einen Teaser, der das Teasen aber so richtig gut drauf hat. So wie z.B. bei „Jack versus Josephine“, einem schwarzhumorigen, sexy Wiener Lausbubenstreich von einem Slasher aus dem Hause Gruftkasperl Productions.

Inhalt: Ein besoffener Friedhofsgärtner erweckt ungewollt den toten Dirnenmörder Jack (Helmut Hochegger) zum Leben – und damit beginnt das Unheil im Wiener Rotlichtmilieu seinen Lauf zu nehmen. Jack geht mit seinem Muscle Car wieder auf Jagd nach jungen, unbedarften Prostituierten und richtet ein Blutbad nach dem anderen an. Polizei und Zuhälter treten ratlos auf der Stelle. Die verunsicherten und hilflosen jungen Dirnen suchen Rat bei einer Voodoo-Priesterin, die ihnen zu sofortigem Schutz verhilft, indem sie die legendäre Josephine (Barbara Bandi) aus dem Reich der Toten beschwört…

– – –

Hinter Gruftkasperl Productions stehen der 26-jährige Filmemacher Lukas Fuchs und sein Firmpate, der Grafiker und Kabarettist Rudi Ehrenreich (49). Ehrenreich, der das Drehbuch in Zusammenarbeit mit Fuchs schrieb, beschreibt „Jack versus Josephine“ als eine detailverliebe und humorvolle Wiener Hommage an das Genre der Exploitation- und Giallo-Filme der 60er- und 70er-Jahre.

Es ist der erste gemeinsame Spielfilm von Lukas Fuchs und Rudi Ehrenreich. „Lukas ist mein Firmkind. Wir waren beide immer schon Filmfreaks und beschlossen einfach mal bei ein paar Bierchen in unserem Stammbeisl etwas auf die Beine zu stellen anstatt immer nur davon zu reden“, erklärte Ehrenreich dem HomeMovieCorner auf Anfrage. „Da Lukas und ich auch immer schon große Anhänger des Horrorgenres und der Bahnhofskino-Filme der 70er-Jahre waren, war es klar, dass wir etwas in diese Richtung machen wollen, da eben eher Low Budget und auch selbst finanzierbar.“

© Gruftkasperl Produktion


Bei den Namen Jack und Josephine fallen mir sofort zwei mögliche reale bzw. literarische Vorbilder ein, doch Ehrenreich dementiert: „Also: Jack bleibt Jack und Josephine bleibt einfach nur Josephine. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Charakteren ist rein zufällig.“

Der Slasher mit einer angestrebten Spielfilmlänge von 90 bis 110 Minuten ist zum größten Teil schon abgedreht. Nur zwei große Szenen müssen witterungsbedingt im Frühjahr 2018 gedreht werden, so Ehrenreich. Über die Veröffentlichung hat man sich auch schon so seine Gedanken gemacht. Die Premiere soll bereits im Frühjahr/Sommer 2018 in einem großen Wiener Kino stattfinden. „Wir verhandeln mit größeren Verleihfirmen, die im deutschsprachigen Raum tätig sind. Auch ein heimischer Verlag für den DVD-/BluRay-Vertrieb kommt in Frage.“

Rodja

INFO: Filmsite: https://jackversusjosephine.at/; Facebook: https://www.facebook.com/Jack.versus.Josephine/

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8. Dezember 2017 at 09:42

„Aurum“- Marco von Moos plant neue SciFi-Fantasy-Serie

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© ZweiGleis Media

Neues aus der Schweiz

Obwohl im deutschsprachigen Raum gelegen, wird die Schweiz im Film-Bereich eher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind die Schweizer oft Genre-affiner als deutsche oder österreichische Produktionen.

Aus dem Land kommen Filme wie der Horrorfilm „Sennentuntschi“ (), „Northmen – A Viking Saga“ (dazu hier ein Interview mit den österreichischen Drehbuchautoren Bastian Zach und Matthias Bauer), der Backwood-Slasher „One Way Trip 3D“ (okay, das war eine A/CH-Kooperation) oder der Raumschiff-Thriller „Cargo“.

Nun ist mit „Aurum“ eine neue Sci-Fi-Fantasy-Serie geplant. Verantwortlich dafür ist der in Zürich lebende Indie-Filmemacher Marco von Moos mit seiner Firma ZweiGleis Media. Das Ganze ist auf vier Staffeln mit je zehn Episoden ausgelegt. Die 29-minütige Pilotfolge hat Marco bereits als Proof of Concept inszeniert, um mögliche Produzenten anzulocken.

Marco und mich verbindet eine lange Bekanntschaft, die bis ins Jahr 2001 zurückgeht. Damals war die Geburtsstunde des HomeMovieCorner – und sein Sci-Fi-Spektakel „Turicon – The Legend of Sollthar“ war einer der ersten Spielfilme, die in meinem Postfach landeten (damals noch als VHS-Kassette). Zu sehen bekam ich einen Superschurken in einer Rüstung und jede Menge – für damalige Indie-Verhältnisse großartige – CGIs.

Marco war damals wirklich ein Tausendsassa, was digitale Effekte betraf. Er lieferte auch einige Tutorials über z.B. bei Explosionen herumfliegende Gliedmaßen oder den Bullet-Time-Effekt (bekannt aus „Matrix“). Während aber bei „Matrix“ für diesen Effekt 120 Kameras zur Verfügung standen, produzierte Marco das Ganze „billig“ und nutzte nur vier oder fünf Kameras. Für die Übergänge trickste er dann mit dem Computer. (Allerdings habe ich in einem späteren Videoclip von Marco erfahren, dass das Tutorial dann auch das einzige Mal war, wo seine Herangehensweise funktionierte.)

Nach „Turicon – The Legend of Sollthar“ drehte Marco als Autor und Regisseur noch einige Kurzfilme sowie das Gangsterdrama „Face to Face“ (2003) und den Superheldenfilm „NightCast“ (2007). Für den Kanadier Christan Viel und dessen Indie-SciFi-Serie „Recon 2022“ agierte er „nur“ als Schauspieler vor der Kamera.

„NightCast“ ist für mich eine sehr interessante Produktion. Gut, es gibt vieles, das in diesem Film nicht funktioniert. Aber: Es ist ein Superhelden-Film! Aus Europa!! Und die Effekte waren meiner Meinung nach teilweise besser als jene der zeitnahen Hollywood-Produktion „Daredevil“. Das Making-Of von „NightCast“ ist eine Offenbarung für Indie-Filmemacher – vor allem, wie die Rüstung des Helden designt wurde.

Seitdem sind viele Jahre ins Land gegangen. Marco spielte Theater, drehte Kurzfilme, versuchte sich an einem Indie-Computerspiel. Und 2012 kam es zu unserem ersten Zusammentreffen im realen Leben. Wir wurden „partners in crime“ und wirkten als schusselige Bankräuber in „Tatort Calw: Hexensabbat“ der Gruppe Mania Pictures mit – inklusive explosivem Stand-Off vor einer Hermann-Hesse-Statue.

Und nun kommt „Aurum“ daher. In der Serie geht es um ein Team von jungen Forschern, das in einer unterirdischen Höhle nicht nur auf eine Grabräuberin stößt, sondern auch ein mysteriöses Portal findet, mit dem man in Kontakt mit den Annunaki – Außerirdische, die angeblich den antiken Menschenkulturen geholfen haben sollen, ihre Monumente zu erstellen – treten kann.

© ZweiGleis Media

Klotzen statt kleckern

Die Serie soll komplett vor einer Green-Screen mit einem 3D System gedreht werden, welches sämtliche Sets in Echtzeit berechnet. Durch die Nutzung der 3D Engines für Computerspiele sei es heute möglich, große Welten in Echtzeit zu erstellen, so eine Presseaussendung von Marcos Firma ZweiGleis Media. Bei der Erschaffung künstlicher Welten kommt da sicherlich Marcos Erfahrung als Indie-Spiele-Programmierer zum Tragen. Durch das Berechnen der 3D-Effekte in Echtzeit soll laut Aussendung bereits das Meiste in der Pre-Production vorbereitbar sein – und so kann die Post-Production-Arbeit kurz und effizient gestaltet werden. Das 29-minütige Proof of Concept wurde in einer Drehzeit von gerade mal vier Drehtagen realisiert.

Ich durfte schon einen Blick auf das Proof of Concept werfen – und ich muss sagen, der Schweizer Filmemacher enttäuscht mich nicht. Stilistisch erinnert es mich an die Abenteuerparodien, die Noah Wyle („Emergency Room“, „Falling Skies“) als Bibliothekar in z.B. „The Quest – Jagd nach dem Speer des Schicksals“ (OT: „The Librarian – Quest for the Spear“) drehte. Viel CGI, die mit den Jahren zwar billig wirken, andererseits aber auch wahnwitzige Ideen ermöglichen. “Aurum“ ist eine typische Marco-von-Moos-Geschichte, größenwahnsinnig strukturiert bis zum Geht-nicht-mehr. Aber Marco ist auch einer, dem ich zutraue, dass er das durchziehen kann.

Eine erste öffentliche Aufführung findet am 16. Dezember 2017 um 11:45 Uhr im Kino Picadilly beim Stadelhofen in Zürich statt.

Rodja

INFO: ZweiGleis Media: http://www.zweigleis.ch/

Written by HomeMovieCorner

5. Dezember 2017 at 14:05