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Archive for the ‘MILH – Music I’d like to hear’ Category

MILH: Nowhere Man and a Whiskey Girl – „If Only I“

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Music I’d Like To Hear (In Indiefilms)

Und hier die erste nicht-europäische Band in der Rubrik MILH – die US-Band Nowhere Man and a Whiskey Girl (Facebook-Site), bestehend aus dem Ehepaar Derrick und Amy Ross.

Durch Zufall bin ich auf ihren Clip „If Only I“ gestoßen. Ganz genau weiß ich auch nicht, warum ich das Video anklickte. Allerdings merkte ich schon nach den ersten Akkorden, dass das Lied mich emotional sehr ansprach – und schon allein von daher als MILH-Kandidat geeignet war.

Mich irritierte nur dieses tanzende Paar in dem Clip. Irgendwas stimmte da nicht. War das ein ganz normales Musikvideo mit Schauspielern? Dafür strahlte der Clip eine zu ungeheure Intimität aus. Aber würden die Musiker sich selbst so darstellen (lassen)? Die Frau wirkte so zerbrechlich, die Blicke, die sie sich zuwarfen, waren so liebevoll – und hinterließen bei mir dennoch einen traurigen Eindruck.

Erst als ich die Kommentare unter dem Video las und weiter recherchierte, kam ich darauf, dass nicht nur die Musik reif für einen Film geeignet wäre – sondern auch die tragische Geschichte von Derrick und Amy Ross. So etwas Schönes, so etwas Trauriges und so etwas Episches. „Love Story“, „Romeo und Julia“, so in diese Kategorien denkend. Denn zu dem Zeitpunkt, als der Clip publiziert wurde, waren diese beiden außergewöhnlichen Musiker nicht mehr am Leben. Amy litt unter Lupus und musste regelmäßig zur Dialyse, wie Uproxx.com zu berichten weiß. Ihre Gesundheit war angeschlagen, sie zog sich eine Blutvergiftung zu und starb. Derrick Ross versicherte seinen Freunden, dass er okay sei, kaufte sich aber einen Tag nach Amys Tod eine Waffe und setzte seinem Leben ein Ende.

Oh ja, das drückte stark auf die Tränendrüse. Und ich frage mich, warum diese wundervolle, traurige Geschichte von den beiden, die so ein schönes Video hinterließen, nicht viral ging. Verdient hätten sie es, zumindest, dass man sie nicht vergisst.

Und irgendwie stelle ich mir vor, dass Nowhere Man und Whiskey Girl wieder gemeinsam tanzen können.

Rodja

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5. November 2014 at 16:54

Veröffentlicht in MILH - Music I'd like to hear

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MILH: Farewell Dear Ghost – „Wake Up“, „Fire“, „Cool Blood“

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© Lena Prehal

© Lena Prehal

Music I’d Like To Hear (In Indiefilms)

Ich gebe es zu, ich bin ein Kind der 80er. Und was ich durchaus in der heutigen Zeit vermisse, sind diese Coming-of-Age-Filme, die durch einen gewissen Schwermut auffallen. Ich liebe diese Geschichten mit den Underdogs oder den Introvertierten – solche Filme wie „Stand By Me“ oder „Die Himmelsstürmer“, aber auch Komödien wie „Class“, „Der Volltreffer“, „Ferris macht blau“ (und ja, da war nicht Ferris mein Held), „Ist sie nicht wunderbar?“ (wer hatte damals keinen Crush in Mary Stuart Masterson?) oder „Can’t Buy Me Love“ enthalten mindestens eine Szene, durch die der Film eine tragische Note erhält. Sei es, dass der Held seine Kunst, seine Träume oder sein Anderssein erklärt – da ist immer etwas dabei, das dem Film eine gewisse Tiefe verleiht.

Irgendwie fehlt mir bei neueren Komödien wie „American Pie“ (okay, ist auch schon etwas älter), „Superbad“ oder „Scott Pilgrim vs. The World“ dieser gewisse Unterton („Juno“ ist die glorreiche Ausnahme). Oder besser gesagt, der Unterton ist schon vorhanden, aber die Gewichtung scheint mir doch eher auf dem Hormonstau denn auf dem Coming of Age zu liegen.

In Österreich hat diese Art von Filmen keine Tradition. Wenn ich es mir recht überlege, haben Teenager/Anfang-Zwanziger in österreichischen Filmen generell keine besondere Tradition. Lange Zeit waren sie Staffage, mal mehr, mal weniger gut eingesetzt (I’m looking at you, Alfred „Freispiel“ Dorfer). Der einzige Film, der ungefähr dem entspricht, was ich mir unter einer Teenie-Dramödie vorstelle, ist „Aoeo – Es war einmal in einer Stadt“ – ausgerechnet ein Independent-Film. Das Bizarre ist aber, dass es sehr viele österreichische Bands gibt, die genau dieses Gefühl an- und aussprechen – es dürfte also genug Geschichten in der aktuellen Generation vorhanden sein.

Zumindest könnte ihre Musik gut zu solchen Filmen passen. Wie eben die in MILH bereits vorgestellten Polkov, Elto und Ben Martin. Und mit der Band Farewell Dear Ghost des Grazers Philipp Szalay gesellt sich nun eine vierte Band dazu. Ihr 2013 erschienenes Album „We Colour The Night“ enthält Coming of Age, Teenage Angst, aber auch jene pulsierende und manchmal beängstigende Euphorie, die so Jugendliche in meiner romantischen Phantasie eben ausmachen sollte. Jeden Moment voll ausleben wollen – mit allen geschärften Sinnen, die noch nicht vom Alltag abgestumpft wurden.

Dazu gibt es auch entsprechende Videoclips. Während „Cool Blood“ eigens von Gerfried Guggi von der Produktion Mindconsole gedreht wurde, verwendete Band-Chef Philipp Szalay für „Wake Up“ und „Fire“ Clips, die unter einer Creative-Commons-Lizenz zur freien Verfügung stehen. Eines offenbaren die drei Videos auf jeden Fall: Szalay dürfte einen ziemlichen Faible für Fackeln haben.

Die Musik hätt‘ ma also… Wer dreht jetzt den Film, bitte?

Rodja

INFO: http://farewelldearghost.com

„Wake Up“

„Fire“

„Cool Blood“

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28. September 2014 at 08:52

MILH: Polkov – „Pictures“, „Kamaro’s Song“

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© Alex Krischner

© Alex Krischner

Music I’d Like To Hear (In Indiefilms)

Die Grazer Truppe Polkov rund um Mastermind Laurenz Jandl gab im August 2013 mit ihrer Doppel-Vinylsingle „Reverie/Pictures“ ihr erstes Lebenszeichen von sich. Und was für eines: Die zwei Songs, die komplett live im Studio eingespielt wurden, bestechen durch vielschichtige, träumerische Harmonien, wie sie von österreichischen Bands eher nicht zu erwarten sind. Von den beiden Songs hat „Pictures“ für mich das größte Potenzial, in einem Film unterzukommen. Diese Melancholie schreit förmlich nach Coming-of-age-Drama. Ich stehe einfach auf den Song – und wenn ihn meine kleine Tochter (18 Monate) hört, kommt sie gleich angelaufen und will sich auf meinem Schoß das Video in fast meditativer Andacht ansehen. (Und das ist ein zusätzlicher Pluspunkt für mich)

Polkov sieht sich weniger als Band, sondern vielmehr als ein sich ständig wandelndes Kollektiv. Die Anzahl der teilnehmenden Musiker rangiert je nach Begebenheit zwischen vier und zehn Personen. Aktuell sind es sechs Mitglieder, die gerade die Veröffentlichung ihres Debütalbums am 24. Oktober 2014 vorbereiten.

Als erste Singleauskoppelung von dem schlicht nach der Gruppe benanntem Album „Polkov“ gibt es schon das Lied „Kamaro’s Song“ zu hören. Und auch hier ganz großer Pop (irgendwie höre ich Eels heraus), zu dem es auch einen cineastischen Augenschmaus in Form eines Videos gibt. Gedreht wurde in Barcelona an der Costa Brava in Cadaques – Regie führte die Spanierin Laura Martinova von Schloss. Die Dreiecksgeschichte und all die sonnigen Aufnahmen schreien geradezu: „Ja, so muss Sommer und junge Liebe sein! Heiß, verheißungsvoll und mit Aussicht auf Enttäuschung.“ Hm, Erinnerungen an einen Sommer, den es heuer irgendwie nicht gab.

Rodja

INFO: http://polkov.com/

„Pictures“

„Kamaro’s Song“

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2. September 2014 at 01:38

MILH: Ben Martin – „Take Me Home“

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Music I’d Like To Hear (In Indiefilms)

2007 brachte der Niederösterreicher Martin Rotheneder unter seinem Aliasnamen Ben Martin (u.a. I Am Cereals, The Black Riders) mit „Worn Legs“ sein viertes Album heraus.

Schon der Opener „Take Me Home“ reißt den Zuhörer aus der Lethargie: Sacht und leise anfangend, steigert sich der Song immer stärker, dominieren die Gitarren immer mehr – der Refrain krallt sich richtig in den Gehörgängen fest. Ein Song reinster Güte, der es definitiv in die österreichischen Charts hätte schaffen können – aber das war zu einer anderen Zeit. Hoffen wir, dass es demnächst besser wird. Auf jeden Fall kann ich mir den Song schon mal gut in einem Roadmovie/in einer Nachtszene im Auto vorstellen.

Vor kurzem wurde „Ben Martin“ bis auf Weiteres eingemottet und Martin Rotheneder will künftig unter seinem richtigen Namen weiter Musik machen.

Rodja

INFO: www.benmartin.at; www.martinrotheneder.com

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19. August 2014 at 17:41

MILH: Elto – „Melody

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Und der (offiziell) erste Song der neuen Kategorie Music I’d like to hear (in indiefilms) stammt von Manuel El-Tohamy alias Elto (Link führt auf Facebook-Site). Der Singer/Songwriter aus Kärnten mit ägyptischen Wurzeln liefert mit „Melody“ gleich einen Song für drei mögliche Grundthemen: Feel good, Coming of Age und Roadmovie. Das Lied an sich ist schon gut genug, um hier Erwähnung zu finden – aber auch die schönen irischen (nehme ich mal an) Landschaftsaufnahmen und Klippen haben mich bezaubert. Da muss man auch ein Kompliment an den Grazer Filmemacher Gerfried Hecke fallen lassen.

Rodja

INFO: www.eltomusic.com (führt auf Facebook-Site)

Written by HomeMovieCorner

16. August 2014 at 09:46

Music I’d like to hear (in indiefilms)

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Zeit für eine neue Kategorie: Music I’d like to hear (in indiefilms) – kurz MILH. Wie vielleicht einige wissen, gilt mein Interesse neben Film auch der Musik. Vorwiegend heimischen Bands, die ich auch im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten unterstütze – ob via kleinen Presseberichten oder über die Facebook-Gruppe Musik News Österreich .

Und bei vielen Songs, die ich so höre, denke ich mir oft: „Hey, das kann ich mir aber gut in einem Film vorstellen.“ Und manche Videoclips haben so ein filmisches Flair, dass ich auch den Hut vor dem Regisseur ziehe. Diese Clips sowohl die Musik möchte ich in dieser neuen Kategorie vorstellen.

Diese Kategorie wird sich hauptsächlich auf den deutschsprachigen Raum beziehen – aber nicht nur. Definitiv nicht nur.

Rodja

PS: Falls sich also ein Musiker oder ein Clip-Regisseur angesprochen fühlt und seine Arbeit hier vorstellen möchte – einfach ein Mail an homemoviecorner(at)hotmail.com. Möchte aber betonen, dass ich nur bei Gefallen darüber schreibe.

Written by HomeMovieCorner

16. August 2014 at 08:16

„Revolution of Heroes“ von Marrok – Sci-Fi-Clip aus Österreich

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Was Sci-Fi im Film betrifft, ist Österreich ja nicht gerade eine Insel der Glückseligen. Ad hoc fallen mir da gerade mal „1. April 2000“ (1952) von Wolfgang Liebeneiner, „Halbe Welt“ (1995) von Florian Flicker, Marco Kalantaris „Ainoa“ (2005) und – wenn man den Film diesem Genre zurechnen will – Stefan Müllers „Tartarus“ (2011 – Kritik hier) ein. Insofern kann man hierzulande schon mal froh sein, wenn jemand mal einen außergewöhnlichen Sci-Fi-Musikclip für eine Band dreht. So geschehen auch mit der Singleauskoppelung „Revolution of Heroes“ aus dem aktuellen Album „Days of Mercury“ der oberösterreichischen Metal-Band Marrok. Und wenn es nach den Plänen der Macher geht, sollen noch zwei weitere Clips in dieser Richtung folgen.

Verantwortlich für das Musikvideo ist Reinhard Fenzl, der zusammen mit Günther Dworak 2000 die Indie-Filmgruppe Sonuva Project gegründet hat. Bei dem Dreh zum Kurzfilm „Revenge“ lernten die beiden die Band Proxonic kennen, die für den Rachethriller den Song „Dead Eyes“ zur Verfügung stellten. Im Gegenzug drehten Fenzl und Dworak für die Band den dazugehörigen Musikclip. In der Folge hat sich dann anscheinend das mit den Kurzfilmen erledigt, denn Sonuva Project drehten danach nur noch Musikclips. „So 22, 23 Clips werden es schon sein – und eine Konzert-DVD“, schätzt Fenzl, der in Sachen Video und Grafik ein 100%iger Autodidakt ist. Zu den „Kunden“ zählten u.a. namhafte Bands wie Tamee Harrison, Julia, Guadalajara, 3 Feet Smaller und Kontrust (bei der Ex-Proxonic-Sängerin Agata Jarosz jetzt ihre Stimme erhebt). „Die Videos sind im Moment nur eine Leidenschaft. Da keine österreichische Band wirklich genug Budget für solche Clips hat, suche ich mir nur Projekte aus, wo ich sehr viele kreative Freiheiten habe und meine Ideen umsetzen kann“, erzählt Fenzl in einem Interview mit dem HomeMovieCorner.

Doch nun zurück zum aktuellen Video „Revolution of Heroes“. Die Band Marrok trat vor ca. einem Jahr an Fenzl heran, um noch einen Clip für das alte Album „Midnight Carnival“ zu drehen. Während des Gesprächs plauderten die Musiker aber auch noch über ihre aktuelle Produktion „Days of Mercury“, das ein Konzeptalbum mit durchgehender Geschichte werden sollte. Basierend auf einem Traum von Sänger Brian Pearl handelt „Days of Mercury“ von der Zerstörung der Erde und der dramatischen Flucht der letzten Überlebenden auf den Merkur. Reinhard Fenzl war sofort fasziniert von dieser Geschichte: „Vergesst das alte Album, wir machen eine Trilogie für das neue Album – und nachdem ich ihnen ein paar Tests gezeigt habe, wie ich mir das vorstelle, waren sie auch Feuer und Flamme“, so Fenzl.

Gedreht wurde „Revolution of Heroes“ vor Greenscreen, Landschaften und Gebäude wurden erst im Nachhinein per Computer generiert. „Ursprünglich war schon auch geplant, on location zu drehen. Ich bin dann aber davon abgekommen, weil die Logistik für Outdoor Drehs einfach zu aufwendig gewesen wäre. Und nachdem ich ein paar Testshootings gemacht habe, habe ich mich dazu entschlossen, es zu 100 Prozent Greenscreen zu filmen.“

Der dreitägige Dreh war trotzdem kein Honigschlecken. „Wir haben ausgerechnet am heißesten Wochenende mit 37 Grad gedreht. Und mit den ca. 30 kW Licht hatten wir an die 50 Grad im Studio – und keine Klimaanlage. Ich habe mich fast jeden Tag am Abend angekotzt, weil ich einen Hitzschlag hatte“, erinnert sich Fenzl mit Grauen.

Herausgekommen ist ein visuell ansprechendes Video, das an Filme wie „Mad Max“, „Dune“ oder „Sin City“ erinnert. „Ich habe mich auch ein wenig von Manga und Videogames wie ‚Final Fantasy‘ inspirieren lassen. Wenn man das Video so sieht, würde ich auch noch Zack Snyders Kinofilm ‚Sucker Punch‘ als Inspirationsquelle nennen. Den finde ich als einen der optisch schönsten Filme der letzten Jahre, aber davon bin ich – vor allem budgetbedingt – weit entfernt“, erläutert der Wiener Filmemacher. „Ich habe nicht mitgezählt, aber in der ganzen Produktion stecken von meiner Seite sicher 700 bis 1.000 Arbeitsstunden. Das klingt zwar verrückt, aber ich wollte wissen, ob ich es schaffe.“

„Revolution of Heroes“ stellt den Auftakt zu einer Trilogie dar, die als Einheit einen eigenen kleinen Kurzfilm bilden soll. „Wir haben beschlossen, mal nur ein Video zu drehen, um zu schauen, wie die Machart, der Look überhaupt bei den Leuten ankommt. Da ich so was noch nie in diesem Ausmaß gemacht habe, war das schon ein gewisses Risiko/Experiment für die Band, aber ich glaube, das Ergebnis ist ganz gut geworden“, erzählt Fenzl nicht ohne Stolz. Zur Zeit laufen die Konzeptarbeiten für Teil zwei an.

„Eventuell werden wir aus Zeit- und Kostengründen Teil zwei und drei aber in einem Schwung drehen“, erklärt der Filmemacher die weiteren Schritte. „Wir sind auch auf der Suche nach Freiwilligen in den Bereichen Dreh, Mattepainting, 3D Animation und Compositing, die Lust hätten, bei so einem Projekt mitzumachen. Kontakt aufnehmen kann man unter www.sonuva-project.com.“

Rodja Pavlik
FOTO: Claudia Kostistansky, Sonuva Project

Weitere Informationen unter www.sonuva-project.com bzw. www.design-it.at

Marrok: „Revolution of Heroes“

Making Of

Written by HomeMovieCorner

8. Oktober 2012 at 15:20