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Archive for September 2016

„Raiders!“ – Der größte Fanfilm aller Zeiten auf dem /slash Filmfestival

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© Jeremy Coon Productions

© Jeremy Coon Productions

Das /slash Filmfestival, das heuer vom 22. September bis 2. Oktober in Wien stattfindet, ist wohl das größte Genre-Festival in Österreich.

Dennoch hat es sich bis dato nicht in mein Herz spielen können. Ich geb’s zu, ich bin nicht DER Genre-Fan, der überall rein muss, wo auch nur ein Hauch von Genre vorkommt. Ein paar Filme habe ich mir auf dem /slash zwar angeschaut, aber dass ich mir die Tage rot im Kalender anstreiche… nein, das ist nicht unbedingt der Fall. Wohl auch, weil das /slash nicht unbedingt ein Abspielort deutschsprachiger Indie-Filme ist. Da gibt es andere, bessere Festivals.

Gut, heuer würde mich „Angriff der Lederhosenzombies“ des Österreichers Dominik Hartl („Beautiful Girl“) locken, aber der kommt auch so in die Kinos. Insofern muss ich ihn mir nicht wirklich im Rahmen des Festivals anschauen.

Aber dann ist da dieses eine „Indiana Jones“-Triple-Feature am 24. September – und ich glaube, da werde ich schwach. Und damit meine ich nicht „Raiders of the Lost Ark“, „Indiana Jones and the Temple of Doom“ und „Indiana Jones and the Last Crusade“ (Sorry, Spielberg & Lucas, aber über den sogenannten Teil IV hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Das war wohl nix.) – sondern „Raiders of the Lost Ark“, den 1:1-Fan-Film „Raiders of the Lost Ark: The Adaption“ von Eric Zala und Chris Strompolos und die Dokumentation darüber, „Raiders!: The Story of the Greatest Fan Film ever made“ von Tim Skousen und Jeremy Coon. Zumindest zwei von diesen drei Filmen will ich sehen!

Um was geht es?

Nun ja, über „Jäger des verlorenen Schatzes“ (USA 1981) brauche ich wohl keine Worte zu verlieren. Es geht um die Einführung des peitschenschwingenden Archäologen Dr. Henry Walton Jones Jr. alias Indiana „Indy“ Jones, der die sagenumwobene Bundeslade sucht und dabei den Nazis in die Quere kommt. Der Film begeisterte ganze Generationen, so auch Chris Strompolos und Eric Zala, die 1982 als Elfjährige beschlossen, den Film nachzudrehen. Und zwar 1:1. Für die Adaption, die nun in Wien uraufgeführt wird, mussten sie jeden Satz und jede Szene transkribieren, fackelten beinahe ein Haus ab und setzten sich auch sonst noch anderen Gefahren aus. Nach sieben Jahren war der Film fast fertig gestellt – und ihre Freundschaft zu Ende. Eine Szene fehlte noch – und zwar jene, wo Indy von dem glatzköpfigen Nazi auf dem Flugfeld (inklusive Flugzeug) verprügelt wurde.

Die ebenfalls zu sehende Dokumentation „Raiders!: The Story of the Greatest Fan Film ever made“ dokumentiert das Bemühen der Freunde – und erzählt, wie sie sich nach all den Jahren wieder versöhnten und beschließen, als Erwachsene die fehlende Szene endlich zu drehen.

Für einen Indie-Fan (Indiana als auch Independent) wie mich sind diese beiden Filme jetzt schon sehr inspirierend. Einerseits erinnern sie mich an meine Kindheit, die ebenfalls von Steven-Spielberg-Filmen („Goonies“, „Indiana Jones und der Tempel des Todes“, „E.T.“) und natürlich „Star Wars“ geprägt wurde. Und während ich damals „Star Wars“ mit Figuren nachspielte, drehten Zala und Strompolos einen Film! Einfach fantastisch!

Ursprünglich habe ich 2015 auch Chris Strompolos kontaktiert, um ihre Filmadaption hier in Wien im Rahmen einer einmaligen Aufführung zu zeigen. Chris, der selbst einige Jahre in Wien verbrachte, zeigte sich auch interessiert, hatte aber einige (sehr verständliche und nachvollziehbare) Bedingungen, die der Ein-Mann-Betrieb des HomeMovieCorner finanziell und zeitlich einfach nicht stemmen konnte. Ich bin also sehr froh darüber, dass das /slash das übernommen hat.

Rodja

INFO: „Raiders!: The Story of the Greatest Fan Film Ever Made“: www.raidersdoc.com; /slash – Festival des Fantastischen Films: http://slashfilmfestival.com/

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5. September 2016 at 15:35

„Birne, Schädel & Haupt“ – Folge 3

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Voriges Monat war der zweite Streich, doch der dritte folgt sogleich… Und es wird gleich „Redaktionär“ bei „Birne, Schädel & Haupt“, der monatlichen Serie von Neuer Österreichischer Trickfilm

Und bei reaktionären Kräften sollte man am besten Queen zitieren: „Don’t lose your head!“

Rodja

INFO: www.neuer-trickfilm.at

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4. September 2016 at 10:31

Jagon

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Junge deutsche Filmemacher sind hungrig nach Genre. Okay, das sind österreichische Filmemacher auch. Aber man würde vermuten, dass bei den Deutschen doch eher das Geld dafür vorhanden ist als in Österreich.

Doch bis dato haben deutsche Genrefilme oftmals etwas Hölzernes an sich. An der Kasse floppen sie oft – und danach traut sich wieder niemand an Genrefilme ran. Alle blicken nach Hollywood und seufzen: „Ach, Amerika, das wäre doch was.“

Ja, US-Genrefilme sind oft flotter und leichtfüßiger inszeniert. Aber das kann man nur mit Erfahrung machen. Und wenn man nach einem misslungenen (oder auch nicht so gut gelungenem Film) das Handtuch wirft, wird das nix mit der handwerklichen Sicherheit. Also: Üben, üben, üben!

Doch zurück zum Thema: Filmemacher Murat Eyüp Gönültas hat im Rahmen der Filmakademie Baden-Württemberg nun den beeindruckenden Fantasy-Kurzfilm „Jagon“ abgeliefert.

Synopsis: Eine Sarazenen-Prinzessin wird von mysteriösen Häschern und einem Bogenschützen durch den Wald gejagt. Sie verliert ihren Schutz – einen Rosenkranz. Den wiederum findet ein Pilzsammler…

Dass Deutsche langsam den Dreh rausbekommen, wie man Action inszeniert, hat zuletzt Shawn Bu mit seinem Star Wars-Fanfilm „Darth Maul: Apprentice“ (hier vorgestellt) wieder einmal bewiesen. „Jagon“ hier hat zusätzlich noch den gewissen Schuss Epik. Zwar wird man hier nicht ganz das Gefühl los, dass unter dem Motto „style over substance“ gedreht wurde – dennoch hat „Jagon“ dieses Etwas, das auf eine größere Geschichte, eine größere Welt dahinter schließen lässt. Man darf gespannt sein, wo der Weg Regisseur Murat Eyüp Gönültas führen wird…

Rodja

INFO: https://www.facebook.com/jagonthemovie/

Written by HomeMovieCorner

3. September 2016 at 18:13