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The art of independent movies

Archive for Mai 2011

Dunkelheit. Paranoia. Mülltrennung.

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Hinter dem kurzweiligen Hörspiel-Podcast „Das Büro des Todes“ steht das Kreativnetzwerk Medienengel, bestehend aus den Brüdern Timo und Torsten Landsiedel und Lars Havemann. Das Trio infernale hat sich nicht nur dem gesprochenem Wort  verschrieben, sondern auch schon Filme gedreht. Ein wirklich sehr gelungener ist „Die Erste Nacht“ (2003), eine Hommage an die Invasionsfilme der 1950er und 1960er.

Rodja

PS: Bin neugierig, ob sie auch ihre anderen Filme wie „A-Five“ oder „Soundcheck“ online stellen.

PPS: Ja, das war eine Aufforderung.

Die Erste Nacht // The First Night from timoland on Vimeo.

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31. Mai 2011 at 17:24

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Und im Übrigen bin ich der Meinung,…

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… dass Buena Vista International in den Keller gehen, den Tresor aufschließen und Marco Kalantaris Sci-Fi-Film „Ainoa“ endlich auf DVD releasen sollte.

Rodja

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31. Mai 2011 at 11:55

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Rosinenbomber, Comics und Gedeon Burkhard

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Bridges bedeutet auf Englisch nicht nur „Brücken“, sondern ist auch der Nachname des US-Bomberpiloten Saul (Gedeon Burkhard, „Kommissar Rex“, „Inglourious Basterds“), der 1945 seine tödliche Last über Berlin ablassen soll. Doch bevor es soweit kommt, wird der Flieger abgeschossen. Bridges überlebt nur, weil ihn zwei Kinder vor den herbeieilenden Wehrmachtssoldaten verstecken.

1948 fliegt Bridges wieder über Berlin. Diesmal wird er seinem Namen eher gerecht. Bridges soll nicht Tod und Verderben bringen, sondern über eine riskante Luftbrücke Lebensmittel und Hoffnung. Er fliegt einen jener „Rosinenbomber“, die den dem Westen zugeordnetem und von den russischen Streitkräften blockierten Teil Berlins mit dem Notwendigsten versorgt. Wäre das Fliegen unter extremen Bedingungen (schmaler Luftkorridor, kleine Landebahn, ständig startende und landende Flugzeuge) nicht schon schwierig genug, wird Bridges auch noch in eine Schmuggelaffäre hineingezogen – und das nur, weil er den beiden Kindern helfen will, die ihm einst das Leben retteten.

Ich muss zugeben, dass ich erst vor kurzem auf den Kurzfilm „Bridges“ von Miguel Angelo Pate (diverse Second und Third Assistant Director-Jobs, u.a. „Hanna“, „Unknown“, „Der Vorleser“ und – da schau her – „Inglourious Basterds“) aufmerksam gemacht wurde. (Schöne Grüße an Dietmar „Vedunia“  Zahn an dieser Stelle.)

Der 30-minütige Kurzfilm feierte bereits am 12. Mai, dem Gedenktag der Luftbrücke, seine Premiere. Und trotz des Beigeschmacks, den solche Tage in sich bergen, dürfte „Bridges“ vor allem ein Stück Unterhaltungskino geworden sein. Ein Film noir, der – vom Trailer her – auch etwas an „Der Dritte Mann“ erinnert.

Vor allem die Machart ist schon mal sehr beeindruckend: Der gesamte Film wurde vor einer Green Screen gedreht, erst im Nachhinein wurden von Hand gezeichnete (!) Hintergründe eingefügt. So wirkt das Ganze teilweise wie ein Comic – was erstens nicht von ungefähr kommt, zweitens auch rechtfertigt, dass der Film als „living graphic novel“ bezeichnet wird. Was erstens betrifft: Die Geschichte erscheint noch zusätzlich als Comic. Wie die Site Negativ-Film.de schreibt, gehört zu dem Projekt weiters noch eine Dokumentation über die Luftbrücke.

Der Film befindet sich momentan in der Festivalsauswertung und soll später auf DVD erscheinen. Auch die TV-Sender Arte und RBB werden den Film zeigen.

Rodja

Weiterführende Links: 

INFO: http://www.bridges-film.com/; http://www.warnuts.de/; Bildcredits: Warnuts Entertainment.

Bridges – a living graphic-novel – official Trailer from Florian Frerichs on Vimeo.

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27. Mai 2011 at 19:07

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Strichmännchen made in Ö

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Vor kurzem monierte ich noch auf der englischsprachigen Site Pulpmovies.com in einem Artikel über Philipp Hochhausers „Faust“, dass in Österreich seit mindestens 40 Jahren so etwas wie eine Trickfilmindustrie quasi nicht existent sei. Und siehe da, es geschehen noch Zeichen und Wunder, denn nur einige Tage später flatterte eine Einladung zu „Die Trickfilmpremiere“ ins Haus.

Das Event findet am 14. Juni 2011 ab 20:00 Uhr im Filmcasino statt. Als Gäste werden u.a. Josef Hader, Fritz Karl, Erwin Steinhauer, Erni Mangold, Marion Mitterhammer, Erwin Leder, u.v.m. erwartet.

Neben drei Animationsfilmen wird auch die Gruppe Neuer Österreichischer Trickfilm präsentiert, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, dem narrativen klassischen Charakteranimationsfilm in Österreich neues Leben einzuhauchen (okay, das war jetzt sehr vom Pressetext inspiriert). Neben Johannes Schiehsl und Conrad Tambour gehört auch Benjamin Swiczinsky zu den Gründungsmitgliedern. Und eben dieser Swiczinsky hat bei Hochhausers „Faust“ die Animationsregie geleitet.

Die drei Filmemacher, die an der Filmakademie Baden-Württemberg im Bereich Animation studiert haben, haben hehre Pläne, wollen sie doch nichts anderes, als in Österreich ein Bewusstsein für Trickfilm – abseits des bereits etablierten Avantgarde- und Experimentalfilms – schaffen. Dabei will das Trio ein gemeinsames Trickfilmstudio gründen, das auch Koproduktionen am europäischen Markt anstrebt. Zur Einstimmung auf kommende Taten zeigen die drei nun Werke aus ihrem aktuellen Schaffen.

  • „Heldenkanzler“ (von Benjamin Swiczinsky – mit den Stimmen von Erwin Leder, Philipp Hochhauser, u.a.): Es war einmal im Jahre 1933 ein kleiner schnauzbärtiger Österreicher, dessen größter Traum es war, faschistischer Diktator zu werden. Nein, nicht in Deutschland, sondern in Österreich. Dieser kleine Mann hieß Engelbert Dollfuß… „Heldenkanzler“ behandelt satirisch eine umstrittene Persönlichkeit der österreichischen Geschichte.
  • „366 Tage“ (von Johannes Schiehsl – mit den Stimmen von Hosea Ratschiller, Peter Hörmanseder): Ein junger Mann leistet seinen Zivildienst ab. Dabei führt ihn seine Verpflichtung in die Wohnungen von Menschen, die weniger an Krankheiten oder an Verletzungen, sondern vor allem an Einsamkeit leiden. Sein exzessives Engagement um seine Patienten führt ihn an den Rand eines Burn-Outs. Doch am Ende kommt die Rettung – und zwar gerade von jemandem, von dem er sie am wenigsten erwartet hätte.
  • „Der Besuch“ (von Conrad Tambour – mit den Stimmen von Erni Mangold, Erwin Steinhauer, Klaus Ofczarek und Ingrid Burkhard): Eine tragisch-komische Geschichte über eine alte Frau, die mitten in der Nacht – sehr zum Entsetzen ihres herbeigerufenen Sohnes – für ihre längst verstorbenen Freunde kocht. Phantasie, Traum oder Wirklichkeit?

„Der Besuch“ wurde laut der vorliegenden Presseaussendung von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet und erhielt den Preis für „beste Animation“ beim Sehsüchte Festival in Potsdam. Und auch Bill Plympton, Oscar-nominierter Ein-Mann-Indie-Trickfilmer („Your Face“, „Mutant Aliens“, „Hair High“) war von den Werken der Neuen Österreichischen Trickfilmer angetan und fand lobende Worte.  

Rodja

INFO: http://www.neuer-trickfilm.at. Fotocredits: neuer-trickfilm.at

Die Trickfilm Premiere from Neuer Trickfilm Österreich on Vimeo.

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26. Mai 2011 at 15:09

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„Kopfkino“ – mal was für Romantiker

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Wenn man, so wie ich, ein riesiger Fan von Indie-Filmen ist, darf man nicht immer wählerisch sein. Insofern bin ich schon mal dankbar, wenn ich NICHT von einem Blut- und Beuschelfilm schreibe. Es lebe die Vielfalt, und da ist es im Indie-Bereich leider nicht sehr gut bestellt.

Um so mehr freut es mich, wenn ich von so einem Film erfahre: „Kopfkino“ ist eine musikalische Liebeskomödie und gleichzeitig der Debütfilm von Serdar Dogan. Gemeinsam mit der Kambeck Filmproduktion, für die Dogan auch im Berufsleben arbeitet, hat der in Karlsruhe lebende Filmemacher die Liebeskomöde in nur zehn Monaten gestemmt – von der Idee im März 2010 bis zur Fertigstellung im Dezember. Gedreht wurde mit einer Canon 5D Mark II sowie einer Red One. Das Equipment konnte sich Dogan dabei von seinem Arbeitgeber ausleihen.

Da der Film nicht nur von Liebe, sondern auch von Musikern handelt, hat Dogan, der selbst spielt, beim Casting auch darauf geachtet: „Ich wollte unbdingt einen Film machen, der auch authentisch wirkt, wenn der Gitarrist sein Instrument spielt und nicht nur so tut als ob. So etwas finde ich ja selbst als Zuschauer manchmal etwas albern. Also lieber Musiker, die schauspielern, als Schauspieler, die so tun, als würden sie musizieren. Natürlich habe ich nur Musiker-Darsteller genommen, von denen mir klar war, dass sie über ein gewisses schauspielerisches Talent verfügen“, erklärt der Filmemacher in einer Presseaussendung. Und wenn schon niemand bezahlt wird, so weiß der Indie-Regisseur doch, was wichtig ist: „Das Catering. Arbeit geht durch den Magen… Entweder in Form von Stress oder in Form von leckeren Sachen… Ich wollte dann doch eher letzteres am Set haben.“

Einen Film in zehn Monaten zu machen, den Dreh selbst in elf Tagen durchzuboxen – noch dazu wurde Serdar Dogan, der Drehbuchautor, Kameramann, Produzent, Regisseur und Cutter in Personalunion war, Vater eines Buben. Ist mehr Stress da noch überhaupt möglich? „Im nachhinein frage ich mich selbst, was mich da eigentlich geritten hat, einen fast 90-minütigen Spielfilm zu drehen. Aber ich glaube, die Geburt von meinem Sohn hat mir auch die nötige Energie und den nötigen Antrieb gegeben. Zwischendurch hatte ich oft das Gefühl, dass es zu viel wird: Job, Baby und der Film. Schlaf kam in den letzten Monaten natürlich viel zu kurz. Aber so was macht man wahrscheinlich auch nur einmal im Leben und irgendwann kann ich zurück blicken und sagen, dass ich es tatsächlich durchgezogen habe. Ohne die Unterstützung meiner Frau und meiner Familie wäre all das sowieso nicht möglich gewesen“, so Dogan abschließend.

Synopsis: Der schüchterne Buchhändler Tonio (Ben Hansen) ist verliebt in die Kellnerin Julia (Mary Muhsal), weiß aber nicht, wie er sie besser kennenlernen kann. In seiner Phantasiewelt ist er Julia schon oft näher gekommen, aber in der Realität ist er noch weit davon entfernt. Sein bester Freund Schnitzel überredet ihn, beim anstehenden Musikwettbewerb einen Song für sie zu spielen, um ihr Herz zu erobern. Schnitzel beginnt, Tonio musikalisch zu trainieren.

Parallel taucht Julias Jugendliebe Raphael auf und Schnitzels musikalische Erzfeinde, die Gruppe Illectronic Rock, nehmen auch am Wettbewerb teil. Tonio steht plötzlich im Rampenlicht und hat auch noch Konkurrenten, die er bis vor ein paar Tagen nicht kannte. Und eigentlich wollte er doch nur Julia kennenlernen…

Zur Zeit befindet sich der Film auf Deutschland-Tour. Ob der Film auch nach Österreich oder in die Schweiz kommt, ist nicht bekannt.

Rodja

Termine:

  • Mi., 25.Mai 2011 in Mannheim. Atlantis-Kino, Beginn um 20:30Uhr mit Regisseur, Darstellern und Unplugged-Show von Cris Cosmo, Fatma Tazegül, Chrissy Brenner & Illectronic Rock.
  • Mi., 8.Juni 2011 in Frankfurt. Kino Orfeo’s Erben. Mit Regisseur, Darstellern und Unplugged-Show von Cris Cosmo.
  • Fr., 10.Juni 2011 in Erlenbach.  Kino Passage, Beginn um 19:30Uhr. Mit Regisseur, Live-Musik von Illectronic Rock & Cris Cosmo.
  • Di., 14.Juni 2011 in Würzburg. Cinemaxx. Mit Regisseur, Darstellern und Unplugged-Show von Cris Cosmo & Illectronic Rock.
  • Ab Do., 16.Juni 2011 in Trier. Broadway Filmtheater.
  • Sa., 18.Juni 2011 in Heidelberg.  Karlstorkino, um 19:00Uhr. Mit Regisseur, Darstellern und Unplugged-Show von Cris Cosmo.
  • So., 19.Juni 2011 in Heidelberg. Karlstorkino, um 19:00 Uhr. 
  • So., 19.Juni 2011 in Bruchsal. Cineplex. Mit Regisseur, Darstellern und Unplugged-Show von Cris Cosmo & Chrissy Brenner.
  • So., 26.Juni 2011 in Berlin. Moviemento. Mit Regisseur & Darstellern.

Weitere Informationen: http://www.kopfkino-der-film.de; http://www.kambeckfilm.de; Fotocredits: http://www.kopfkino-der-film.de

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23. Mai 2011 at 18:13

Veröffentlicht in Indie News

Tartarus

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Die Außerirdischen sind in der Steiermark gelandet – und das schon zu Zeiten Napoleons. Außerdem haben sie nur eins im Sinn: Unsere Frauen! Das ist zumindest die Prämisse des österreichischen Independent-Films “Tartarus” von Stefan Müller.

Österreich, 1813: Veith Schartl (Martin Kroissenbrunner) kehrt nach der Völkerschlacht von Leipzig, in der Preußen, Österreicher und Russen Napoleon besiegten, in sein steirisches Pahlbach zurück. Ihn begleitet sein preußischer Kamerad Jakob Trimm (Moritz Thate). Während Veith am Bein verwundet wurde, trägt Jakob seine Wunden innerlich: Die Kriegsgreuel lassen ihn nicht los. Beide Männer haben keine Familie mehr, doch auf Veith wartet zumindest ein abgelegener Hof als Erbschaft. Dass etwas nicht stimmt, merkt ausgerechnet der Preuße als Erster: Im Wald ist es so seltsam still, kein Vogel zwitschert. Schon nach der ersten Nacht wird ihnen bewusst, dass sie da oben, fern ab des Dorfes, nicht allein sind: Eine blutige Spur führt von ihrem Haus in den Wald hinein. Als Veith und Jakob ihr folgen, kommen sie zu einem zerstörten Lager, in dem sie einen schwer verletzten Mann und zwei seltsame Steine finden, die ein einfaches Rätsel zu ergeben scheinen.

Veith und Jakob bringen den verletzten Mann zu ihren Nachbarn, dem Doktor Heinrich Kranzler (Leopold F.J. Keber) und dessen Schwester Mirabell (Ines Gruber). Doch jede Hilfe kommt zu spät, der Waldbewohner stirbt. Von Kranzler erfahren Veith und Jakob, dass der Verstorbene noch eine Frau hatte – aber von der fehlt jede Spur. Damit im Dorf niemand die beiden Neuankömmlinge des Mordes verdächtigt, will der ehrenwerte Doktor sich als Finder der Leiche ausgeben.

Beunruhigt kehren Jakob und Veith zu ihrer Hütte zurück. Nicht zu Unrecht, wie sich schon in der folgenden Nacht herausstellt. Ihr Heim wird von unbekannten Wesen attackiert. Zwar wehren sich die ehemaligen Soldaten tapfer mit ihren Gewehren, aber sie können nicht erkennen, ob sie überhaupt eine Wirkung erzielen. Als der Angriff aufhört, finden sie eine grauenhaft verstümmelte Frauenleiche vor ihrem Haus – und eine Botschaft, die unmissverständlich die beiden auffordert, den Wesen im Wald weitere Frauen zu bringen.

Während Veith sich dem Willen der Angreifer mangels Aussichtslosigkeit beugen will, beschließt Jakob zu kämpfen. Er kann auch Veith überreden, den mysteriösen Ungeheuern eine Falle zu stellen. Doch als Köder brauchen sie eine Frau. Und damit gehen die beiden bewusst das moralisch fragwürdige Risiko ein, einen Menschen zu opfern…

“Tartarus” ist nach “Legende” – einem Film über den Werdegang eines Superhelden – und dem Mysterythriller „Jenseits“ nun der dritte Spielfim von Stefan Müller und der Grazer Filmgruppe Loom. Die Story wurde von Müller und Veith-Darsteller Martin Kroissenbrunner entwickelt, das Drehbuch schließlich stammt von Kroissenbrunner. Als Budget standen 30.000 Euro zur Verfügung, das von der Cine Styria und der Stadt Graz zur Verfügung gestellt wurde. Trotz der Förderung bezeichne ich den Film als independent, denn um das Geld dreht sonst niemand ohne Selbstausbeutung einen 106-Minüter. Die Dreharbeiten zu “Tartarus” begannen im Oktober 2007 und wurden im Mai 2008 abgeschlossen. Für die historische Kulisse sorgten u.a. das Freilichtmuseum Vorau und das Bauernmuseum Herk auf der Hebalpe in der Steiermark, das Freilichtmuseum Gerersdorf im Burgenland sowie die Lurgrotte Semriach, wo es zu einer schaurigen Begegnung mit den Wesen kommt. Regisseur Stefan Müller hat mit dem Film ein ehrgeiziges Ziel: “‘Tartarus’ soll sowohl Fans des fantastischen Genres wie auch horroruntypische Zuschauer gemeinsam in den Lichtspielhäusern vereinen”, so der 26-Jährige in einer Presseaussendung. Zurzeit befindet sich gerade sein vierter Spielfilm mit dem Arbeitstitel “Biest” in der Vorbereitung.

In Österreich tut sich ja in den letzten Jahren einiges, was den Genre-Film betrifft. Ob Teenie-Slasher (“In 3 Tagen bist du tot”), Backwood-Slasher (“In 3 Tagen bist du tot II”), Kifferkomödie (“Contact High”) oder schwarzhumorigen Film noir (“Brenner-Trilogie” mit Josef Hader) – es gibt da viel Löbliches zu sehen abseits der Sozialpornos und Kabarettistenfilme, die einst die österreichische Filmszene so dominierten. Eine Sparte, die trotzdem ziemlich vernachlässigt wird, ist das fantastische Genre. Ob Sci-Fi oder Fantasy – bei beidem fehlen mir irgendwie die großen, epischen Bilder made in A. Ad hoc fallen einem auch nur Marco Kalantari mit „AINOA“ und eben Stefan Müller mit „Jenseits“ und „Tartarus“ ein – und alle drei kommen quasi aus dem Independent Bereich. Insofern kann man Müller dankbar sein, dass sich hierzulande mal wieder jemand etwas traut.

“Tartarus” hat im Grunde auch die richtigen Zutaten: interessante und ausgefeilte Charaktere, eine halbwegs originelle Story mit durchaus überraschenden Wendungen, brauchbare bis gute Schauspieler, ein tolles Setting, einen mächtigen Soundtrack und einen optischen Film-Look, der sich durchaus sehen lassen kann (was leider aber auch etwas zu color-graded und künstlich wirkt).

Irgendwie klappt es dann aber doch nicht so ganz. Die Zutaten sind zwar da, aber das Ergebnis schmeckt eher fad. Mal abgesehen von einigen historischen Ungenauigkeiten, logischen und sonstigen Fehlern, die den Zuschauer immer wieder aus der Geschichte reißen, ist es vor allem das Erzähltempo, an dem es hakt. Die Szenen sind unnötig in die Länge gezogen, wirken wie ein Kaugummi, der anfangs gut schmeckt, schnell aber an Geschmack verliert und an dem man schließlich lieblos herumkaut. Da hätte man mehr trimmen müssen – und vielleicht wäre aus den überlangen 106 Minuten nur ein 95-Minüter geworden, der aber dann wenigstens den richtigen Erzählfluss gehabt hätte. Dieses Problem trat auch schon bei dem nicht uninteressanten “Jenseits” auf, aber gegenüber dem Mysterythriller von 2006 ist “Tartarus” auf jeden Fall eine beachtliche Weiterentwicklung von Stefan Müller. Insofern darf man auch auf sein kommendes Projekt gespannt sein.

Die Kritik bezieht sich auf die Kinofassung von “Tartarus”. Ob der Film in dieser oder in einer anderen Fassung auf DVD bzw. BluRay erscheint, ist nicht bekannt.

Rodja

INFO: “Tartarus” – Fantasy/SciFi, 106 min., A 2010. Regie: Stefan Müller. Drehbuch/Story: Stefan Müller, Martin Kroissenbrunner. Darsteller: Moritz Thate, Martin Kroissenbrunner, Ines Gruber, Leopold F.J. Keber, Stefanie Kammerhofer, u.v.a. Produktion: Steve Furry, Leopold F.J. Keber, Martin Schneider. Kamera: Martin Schneider. Schnitt: Stefan Müller. Musik: Matthias Erb. Ausstattung & Kostüm: Sandra Derler, Susanne Kirchner. Maske & MakeUp FX: Christina Halitzki, Simon G. Müller. VFX: Peter Kleinsasser, Georg Marius, Robert Niessner, Simon Wendler. Sounddesign & FX: Max Bieder, Steve Furry, Gernot Hofer, Werner Posekany, Rupert Metnitzer. Film-Site: www.tartarus.at; www.loom.at

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23. Mai 2011 at 16:46

Veröffentlicht in Reviews

Fliegenpflicht für Quadratköpfe

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„Fliegenpflicht für Quadratköpfe“ – das ist Punk in Filmform. Ich habe Stephan-Flint Müllers Film schon anno 2005 bei den Independent Days in Karlsruhe sehr genossen. Ein sehr feiner Film aus dem Underground.

Inhaltsbeschrieb laut Katalog der Independent Days:

Ein Kurzfilm über die unkonventionellen Langeweile- Verscheuchungs-Methoden eines das-Blicken-an-die-Decke- gewaltig-satt-habenden 22jährigen Berliners. Zu sehen gibt’s dabei u.a. plakatreitende Cowboys und Indianer, Tragbare Autowasch- anlagen, Hochlufttassenschwimmer, furzende Schafe der 2. Dimension, tonnen- schwere Hüte, Peacelogos, die zwischen Beinen wachsen, aber auch dumm aus dem Kochtopf guckende Polizisten.

Viel Spaß und schönes Wochenende noch

Rodja

FLIEGENPFLICHT FÜR QUADRATKÖPFE (2004) from Stephan Flint Müller on Vimeo.

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20. Mai 2011 at 15:56

Veröffentlicht in Movies (online)

How to create a „Wohnblockzersprenger“

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Leider im Fernsehen versäumt, aber derzeit noch online (voraussichtlich bis 19. Mai): Der Sender Arte brachte am 12. Mai die Doku „Made in Hollywood“. Der Begriff „Blockbuster“ stammt ursprünglich aus dem Zweiten Weltkrieg – so wurden Bomben bezeichnet, die ganze Wohnblöcke in Schutt und Asche legen konnten. Heute versteht man darunter einen Hit an der Kinokassa, einen Kassenmagneten, einen richtigen Straßenfeger. Aber welche Zutaten braucht man für einen „Blockbuster“?

Hier der Online-Link: http://videos.arte.tv/de/videos/made_in_hollywood-3885312.html

Rodja

PS: Wer es sich nicht online anschauen will/kann, für den gibt es noch einige TV-Termine auf Arte:
Freitag, 20. Mai 2011, 05:00
Donnerstag, 26. Mai 2011, 03:35
Samstag, 4. Juni 2011, 05:00

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17. Mai 2011 at 07:09

Veröffentlicht in Latest Talk

KinoDynamique in Wien: Guerilla Filmmaking at its best

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In den nächsten Tagen ist im Raum Wien mit einem verstärkten Auftreten von Kameras zu rechnen. Vom 18. bis 24. Mai findet nämlich das 7. Internationale KinoDynamique Filmfestival statt. Filmschaffende aus der ganzen Welt sind eingeladen, ihre Kurzfilme innerhalb von 3 x 36 Stunden zu produzieren und projizieren. Über 100 Filmemacher aus 20 Nationen haben ihr Kommen angesagt – aus dem Grund finden die Drehs auch an drei Terminen statt.

 Das bedeutet konkret: Gedreht werden die Kurzfilme im Stil des Guerilla Filmmaking. Kein Budget, nur das nötigste Equipment, aber umso mehr Motivation. Nach dem gemeinsamen Produktionsmeeting beginnt die Uhr zu ticken: 36 Stunden für die Regisseure, ihre Ideen umzusetzen. Mit Cast und Crew, die sich soeben spontan gebildet haben. Und einem Drehbuch, das laufend an die Umstände angepasst werden muss. Regen statt Sonnenschein? Keine Dreherlaubnis in der U-Bahn? Was an Perfektion fehlt wird durch Ideenreichtum kompensiert.

Am 20., 22. und 24. Mai um 22.30 Uhr werden die jeweils kurz zuvor fertiggestellten Kurzfilme im Wiener Filmcasino gezeigt. Alle Teilnehmenden sind anwesend und sehen die Kurzfilme in ihrer Endfassung meist selbst zum ersten Mal. Die Spannung ist groß, auch für die Veranstalter: „Wir wissen selbst nicht, was uns bei den Filmvorführungen erwartet. Und immer wieder sind wir überrascht, was alles in nur 36 Stunden entstehen kann,“ erklärt Julia Sternthal, Organisatorin von KinoDynamique, in einer Presseaussendung.

 Rodja

 INFO: Mehr Infos auf www.kino5.net –> KinoDynamique 2011. Fotocredit: http://www.kino5.net/Vladimir Kanic

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16. Mai 2011 at 13:38

Veröffentlicht in Indie News

„Lasst-uns-dem-HMC-auf-die-Finger-klopfen“-Event

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Da kommt alle heilige Zeiten mal ein österreichischer Indie-Film in die Wiener Kinos – und von den Medien wird er kaum beachtet oder erhält mindere bis mittlere Kritiken. Nur eine Plattform stemmt sich gegen dieses Vergessen – der HomeMovieCorner! Und der hat doch glatt „1810 – Für eine Handvoll Kaspressknödel“ für gut befunden.
 
Darum möchte  der Blog am 16.05.2011 zum „Lasst-uns-dem-HMC-auf-die-Finger-klopfen“-Event einladen. Anhand einer gemeinsamen Besichtigung des Films um 20:15 (Stand: Zeitung vom 13.05.2011) im Hollywood Megaplex Gasometer (1110 Wien) soll anschließend darüber in ungezwungenem Rahmen (d.h., nix ist organisiert, Lokal suchen wir uns nachher aus – notfalls wird es der McDo’s) darüber diskutiert, wie falsch der HMC mit seiner Kritik gelegen ist und wie Recht doch z.B. die „Kronenzeitung“ hat.Dass da allgemeine Betrachtungen über die Indie-Filmszene in Österreich miteinfließen können bzw. allgemeines Sozialisieren angesagt ist. liegt in der Natur der Sache.Liebe Grüße

Rodja

PS: Ja, Kinokarten und Sonstiges gehen auf Eure eigene Rechnung. Nein, ich erstatte keine Tickets bei Nichtgefallen. Es gilt: Eintritt auf eigenes Risiko

Written by HomeMovieCorner

16. Mai 2011 at 11:24

Veröffentlicht in Indie News