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Archive for April 2014

„Quiqueck & Hämat: Proll Out“: DVD-Roll Out

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© Thomas Zeug

© Thomas Zeug

Okay, über den deutschen Filmemacher Thomas Zeug und seinen Indie-Animationsfilm „Quiqueck & Hämat: Proll Out“ brauche ich nicht viel zu erzählen, schließlich habe ich ihn hier öfters vorgestellt, seine Clips hier gepostet, einen Artikel für „zoom“ geschrieben – und sogar die Wien-Premiere für den Film organisiert. Also… da brauche ich wirklich nicht mehr viel schreiben. Außer…

Außer dass der Film über die beiden dämlichsten Außerirdischen im Weltall nun endlich auf DVD oder – sogar in 3D – auf BluRay erhältlich ist. Und das sowohl über Amazon als auch über einen eigenen Shop (da bleibt ihm mehr als bei Amazon) auf Thomas Zeugs Website.

Inhalt: Quiqueck & Hämat sind zwei Außerirdische vom Planeten Quiquill. Sie wurden vom nebulanischen Bund, einer interstellaren Vereinigung mehrerer Welten, mit der Mission betraut, im Orbit der Erde den Planeten und dessen Bewohner zu beobachten. Während Quiqueck als Captain einen faulen und verantwortungslosen Führungsstil pflegt, muss Hämat als erster Offizier meist die Drecksarbeit auf ihrem Schiff, der QSS Bulldock, erledigen und ist meist dementsprechend genervt.

Infolge einer ihrer unzähligen Meinungsverschiedenheiten übersehen die beide eine Warnmeldung der Raumflotte vor Prollianern (gesprochen von Santiago „Spongebob“ Ziesmer), eine rebellische und kampflustige Rasse pöbelnder Zyklopen. Es kommt zum Kampf zwischen den beiden Schiffen, bei dem in wilden Verfolgungsjagden und actionreichen Gefechten auch unsere Welt in Mitleidenschaft gezogen wird. Doch wie können unsere Helden ihre bösen Widersacher mit Intelligenz und Köpfchen besiegen, wenn es ihnen selbst daran mangelt?

Rodja

INFO: Site von Thomas Zeug: http://www.filmzeugs.de; Quiqueck & Hämat-Site (Hörspiele): http://zwei-aliens.filmzeugs.de; Film-Site: http://prollout.filmzeugs.de

Und als Extra gibt es auch „Boarisch“… aber wer will das schon?

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30. April 2014 at 21:21

Nur für kurze Zeit: Lovecraft-Film „Die Farbe“ online

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© Sphärentor Filmproduktionen

© Sphärentor Filmproduktionen

Das nenne ich mal eine Werbemaßnahme: Um sein Crowdfunding-Projekt, die H.P. Lovecraft-Verfilmung „Die Traumlande“ (über die öfters – u.a. hier – berichtet wurde), zu promoten, hat Regisseur Huan Vu sich entschlossen, seinen preisgekrönten Film „Die Farbe“ für kurze Zeit online zu stellen – und zwar bis Sonntag (03. Mai 2014).

Synopsis: Arkham, 1975: Jonathan Davis‘ Vater ist verschwunden. Seine Spur führt nach Deutschland, in den Schwäbisch-Fränkischen Wald, wo er nach dem Zweiten Weltkrieg stationiert war. Jonathan folgt ihm um ihn heimzubringen, doch tief in den Wäldern offenbaren sich ihm die Geheimnisse aus der Vergangenheit.
– – –

Huan Vu, Jan Roth und ihre Sphärentor Filmproduktionen haben „Die Farbe“ , basierend auf H.P. Lovecrafts Kurzgeschichte „The Colour From Out Of Space“ mit einem Mini-Budget von ca. 30.000 Euro realisiert. Das ist in etwa jener Betrag, den sie aktuell bei ihrer CF-Aktion für „The Dreamlands“ erreicht haben. Da beträgt das Ziel aber 200.000 Euro.

Ich finde die Idee, „Die Farbe“ quasi als Teaser zu verwenden, nicht schlecht. Denn dann kann man sich auch mit wenig Fantasie vorstellen, was Huan Vu und seine Crew mit einem größeren Budget aus „Die Traumlande“ machen können. Aus diesem Grund unterstütze ich das Projekt auch mit 1.000 Euro.

Übrigens: Es müssen momentan von den Fans gar nicht die 200.000 Euro erreicht werden. Wie einem Blog-Eintrag (Post „Rückenwind“ vom 28. April 2014) zu entnehmen ist, hat sich das Film- und Fernseh-Labor bereit erklärt, „Die Traumlande“ mit 60.000 Euro zu fördern, wenn über Crowdfunding der Betrag von 140.000 Euro erreicht wird.

Rodja

PS: Also… Schaut Euch den Film an – und falls Ihr Appetit auf mehr bekommen habt, einfach das Crowdfunding-Projekt unterstützen.

INFO: Film-Site: www.dietraumlande.de – Offizieller Produktionsblog: www.700stufen.de – „The Dreamlands“ auf Indiegogo: www.indiegogo.com/projects/the-dreamlands

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30. April 2014 at 16:53

Erster „Wienerland“-Teaser: Die Katze ist aus dem Sack

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Dafür ist der mutierte Blindmull IM Sack, höhöhö…

Am Montag (28.04.) wurde der Teaser zur geplanten Spaghetti-Fantasy-Webserie „Wienerland“, über die auch hier berichtet wurde, im legendären U4 vor Hunderten geladenen Gästen in Wien vorgestellt. Es war ziemlich gerammelt voll und die Akustik war leider nicht ganz so optimal. Dafür hat die Stimmung einiges wettgemacht. Nach einer ziemlichen Verspätung wurde dann der Clip gezeigt, der nun auch online gegangen ist.

Der Teaser beinhaltet quasi ein Drittel der ersten Episode, in dem der Schmuggler Gruben vorgestellt wird. Ich hatte danach leider keine Zeit mehr, mit den Filmemachern Jan Woletz und Christof G. Dertschei zu sprechen.

Synopsis: Vor 20 Jahren wurde die Rebellion der Andersartigen niedergeschlagen. Die Ermordung ihrer Anführerin Shayariel beendete einen verbitterten Kampf um Akzeptanz und Gleichheit. Die Jahre des Krieges hinterließen Narben, die noch lange nicht wieder geheilt sind. Tiefe Krater klaffen zwischen der menschlichen Rasse und den Apéiri – jenen Wesen, die sich aufgrund ihrer Mutationen deutlich von den Menschen unterscheiden. Motherstown – ein Schmelztiegel der Rassen und Kulturen – ist die größte Metropole und gleichzeitig das handelstechnische Zentrum dieser Welt. Die Exekutive der Regierung stellt das nur bedingt friedliche Zusammenleben der Rassen auf ihre eigene Art sicher: Aufstände werden im Keim erstickt, Visionäre wirksam in ihre Schranken gewiesen.

Verfolgt von dem Blutmagier Kramer und den Soldaten der noch jungen Kaiserin Theressa muss das Waisenmädchen Atalja aus Motherstown fliehen. Sie begibt sich mit dem Schmuggler Gruben, der eine ausgeprägte Schwäche für Hühner hat, und der Elfenjägerin und Scharfschützin Keona auf eine gefährliche Reise, die sie bis in die Verbotene Zone im Wienerland führt. Ein Abenteuer in einer Welt voll rätselhafter Kreaturen, rivalisierender Gangs und dunkler Geheimnisse beginnt.

– – –

Theoretisch sollte ja jetzt demnächst die Crowdfunding-Aktion für die Webserie anlaufen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich das jetzt nicht so ganz ausgehen wird. Auf jeden Fall drücke ich die Daumen und werde weiter über das Projekt berichten.

Rodja

PS: Den Jungen im Teaser (Silvio Ben) habe ich am Freitag gerade erst in „Snowpiercer“ gesehen.

INFO: www.wienerland.com; Facebook-Site: https://www.facebook.com/WienerlandTheSeries

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30. April 2014 at 05:20

„Das letzte Land“-Regisseur Marcel Barion im Interview

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© Lichtzeitwerke

© Lichtzeitwerke

Vor kurzem wurde hier über Marcel Barions Sci-Fi-Projekt „Das letzte Land“ und seine geplanten handgemachten Effekte berichtet. Andreas Winterer hat für die Netzzeitschrift evolver.at den deutschen Filmemacher interviewt und detailliertere Informationen erhalten. Der Artikel wurde freundlicherweise dem HomeMovieCorner zur Verfügung gestellt.

„Irgendwo zwischen Finden und Erfinden“

Für 8.500 Euro (Anm.: Letztendlich wurde die Crowdfunding-Summe von 13.175 Euro erreicht) machen ein paar Leute 90 Minuten Science-Fiction-Film. Grund genug, mit einem davon ein viel zu langes Interview zu führen: über „Alien“, Philosophie und Filmemachen.

In meinem Regal steht ein Buch mit dem schönen Titel „Feature Filmmaking at Used-Car Prices“. Ich bin nur leider nie über zwei Minuten Video hinausgekommen, in denen allerlei Gegenstände – UFOs, Mandarinen, bemalte Festplatten – durch ein (im Rückblick gar nicht so übles) Sternenmeer flogen. Umso großartiger finde ich, dass eine Gruppe Filmfans aus Nordrhein-Westfalen zum Gebrauchtwagenpreis von 8.500 Euro (per Crowdfunding gesammelt) einen abendfüllenden Science-Fiction-Film drehen will und wird.

Ich unterhielt mich mit Marcel Barion, der bei „Das letzte Land“ unter anderem für Regie, Buch und Musik zuständig ist (und sich bestimmt über noch ein paar weitere „crowdgefundete“ EU-Dollars freut).

EVOLVER: Welche SF-Filme haben dich geprägt?

Marcel Barion: „Krieg der Sterne“ (1977), „Explorers“ (von Joe Dante; 1985), „Alien“ (1979) und „2001“ (1969). Auch „Solaris“ (1972) und „Blade Runner“ (1982) und insbesondere der erste „Star Trek“-Film (1979). Ich hab auch einiges übrig für „Barbarella“ (1968), „Forbidden Planet“ (1956), „Dune“ (1984) und auch „Spaceballs“ (1987). Aber das sind natürlich alles keine großen Geheimtips. Ein wenig geheimer wäre da schon „Star Crash“ (1978), und noch etwas geheimer „Mutant – das Grauen im All“ (1982) oder „Star Crystal“ aka „Die Todesgalaxie“ (1986) …

Fast hätte ich „Dark Star“ (1974) vergessen: Die Situation in „Das letzte Land“ ist ja gut mit der in „Dark Star“ vergleichbar. Allerdings soll unser Film komplett anders aussehen, eine ganz andere Atmosphäre haben und ganz andere Gefühle auslösen als „Dark Star“ – und nachher übrigens auch in eine ganz andere Richtung gehen …

In diesem Punkt könnte man viel eher „Alien“ als Vorbild nennen.

© Lichtzeitwerke

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EVOLVER: Wir lieben „Alien“! Was macht diesen Film nur so besonders?

Marcel Barion: Für mich ist das Besondere an „Alien“ nicht das Alien. Das ist natürlich toll, aber vor allem mag ich die Sets und die Ausstattung, also die Nostromo und den Planeten, auf dem sie die Eier finden, das ganze Design von Armaturen, Computern, Wänden, Gängen, Landschaften und Kostümen. Und all das in diesem unglaublich guten Licht. Das Licht in „Alien“ formt die Gegenstände und Gesichter ganz entscheidend mit, und darüber hinaus pulsiert es oder blitzt oder ändert die Farbe oder macht ganz wirre Sachen. Manchmal bleibt es auch extra weg, damit irgendwas ins Dunkle verschwinden kann. Und dann sind da diese vielen, ganz exakt gesetzten Atmo-Effekte, wie Dunst, Funken, ausströmendes Gas … dazu diese ganze Oberflächenbearbeitung von Sets und Requisiten, der Schmutz, der Staub, das Kondenswasser. Sehr ähnlich hat es Ridley Scott auch in „Blade Runner“ gemacht, den ich für die gleichen Dinge besonders mag.

In „Alien“ wird außerdem ein ganz bestimmtes Universum gezeichnet. Man kann hier nicht schnell von einem Planeten auf den nächsten reisen wie in so mancher „Star Wars“-Situation. Dort wohnt nicht immer wieder ein neues, interessantes Volk von Außerirdischen wie in „Star Trek“, mit denen man sich wieder neu prügeln kann. In „Alien“ neigt der Weltraum dazu, gefährlich und tief und unerforscht und auf eine bestimmte Weise öde zu sein. Aber „stylisch öde“, sodass es schön ist. So wie eine schöne Wüste. Allerdings gewinnt man diesen Eindruck in „Alien“ vorwiegend auf einem einzigen Planeten und durch den Fund, den man dort macht.

Wir würden mit unserem Film gern einen ganz ähnlichen Eindruck erzeugen, dabei aber ganz verschiedene Ecken des Weltraums zeigen – das wäre dann ein Unterschied zu „Alien“.

EVOLVER: Was noch?

Marcel Barion: Die Raum- und Zeiterfahrungen, die man in „Alien“ machen kann. Es gibt viele Filme, die den Weltraum entschleunigen – „2001“ hat das ja ganz exzessiv gemacht, der erste „Star Trek“-Film auch noch. Doch „Alien“ hat genau das Timing, das mir gefällt. Und das zusammen mit der Erfahrung von Räumlichkeit, durch Bewegungen der Kamera durch den Raum hindurch, immer im richtigen Moment, um dann wieder ein ganz statisches Bild zu liefern.

Das ist schwierig in Worte zu fassen. Man muss sich einfach nur den Anfang anschauen, wenn die Kamera das menschenleere Schiff durchfährt. Jede Kameraeinstellung ist exakt, und jede Bildkomposition stimmt und bleibt auch stimmig, selbst wenn die Kamera fährt oder wackelt. Ich mag es, wenn die Kamera so genau ist.

Die Nostromo wurde so gebaut, wie wir auch unser Raumschiff bauen – im Prinzip. Der Unterschied ist, dass sich die Leute von „Alien“ auf Flugzeugschrottplätzen bedienen konnten und wir bisher vorwiegend alte Computer und Elektrogeräte ausgeschlachtet haben. Aber große Teile auseinanderzunehmen, um viele kleine Teile zu bekommen, diese dann neu anzuordnen und miteinander zu kombinieren – das ist das verbindende Prinzip. Sogar diese komischen, äußeren Organe des Facehuggers sollen laut Ridley Scott ja Meeresfrüchte vom Laden um die Ecke gewesen sein, nur eben in einen bestimmten, neuen Zusammenhang gebracht …

Übrigens ist diese andere Seite an „Alien“ nicht weniger interessant. Nämlich, dass H.R. Giger viele Gegenstände, Räume usw. entworfen hat und die genau nach seinen Designs entstanden. Hier greift das beschriebene Prinzip nicht, nichts wurde gepuzzlet und neu zusammengesetzt, sondern eher aus dem Nichts heraus gestaltet. Das ist eine Methode, die ein ganz anderes Arbeiten erfordert und die wir z. B. eher bei unseren Miniatur-Landschaften anwenden würden, nicht aber beim Setdesign.

© Lichtzeitwerke

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EVOLVER: Wenn ich moderne SF-Filme sehe, habe ich manchmal das Gefühl, immer den gleichen Film zu sehen …

Marcel Barion: Ich kenne dieses Gefühl – oder jedenfalls kenne ich eines, das man ähnlich beschreiben könnte. Ob das wohl eher an den Filmen liegt oder eher an den Zuschauern oder an beiden Seiten in ähnlicher Gewichtung?

Zumindest wären da ganz verschiedene Faktoren zu beachten. Was ist zum Beispiel mit der Nostalgie? Was ist mit dem Retro-Gefühl? Und wie steht es mit dieser Aura der Authentizität? Wie wirken sich solche Gefühle auf die Filmrezeption aus und die Wertschätzung, die man einem Film entgegenbringt? Was ist mit der Erinnerung an eine Filmerfahrung aus der Kindheit? Wie wirkt sich die auf denselben Film aus, wenn man ihn als Erwachsener wiedersieht? Wie steht es mit Fortschrittspessimismus? Gibt es Leute, die einen Film nur deshalb nicht mögen, weil er einfach neu ist? Gibt es vielleicht einen Filmkanon in unserem Köpfen – und wenn der voll ist, dann ist er voll?

Ein anderes großes Thema ist der Stellenwert von CGI. Was treibt uns bei unserem Projekt eigentlich dazu, auf CGI zu verzichten? Ich würde ganz polemisch sagen, weil es CGI nicht immer bringt. Weil es allzuoft falsch aussieht. Weil Modelle und optische Tricks vielleicht immer schon irgendwie „besser“ waren. Aber das wäre dann wohl nur eine Geschmacksaussage. Oder gar Handwerksromantik? Ist das vielleicht alles eine Reaktion auf die Digitalisierung der Welt? Ich wüsste das jedenfalls auch gern.

EVOLVER: Was macht einen SF-Film zum Flop?

Marcel Barion: „After Earth“ (2013) gilt ja z. B. als Flop. Aber man könnte sich natürlich auch mal genauer anschauen, wie so eine Zuschreibung überhaupt zustandekommt. Der Film ist jetzt ein Flop, weil er an seinem Eröffnungswochenende 27 Millionen Dollar eingespielt hat, und da er 130 Mio. gekostet hat, klingt das dann nicht so toll. Wenn unser Film Das letzte Land an einem Wochenende 27 Mio. Dollar einspielen würde, würden wir womöglich als die größten Helden gefeiert, aber einzig und allein deshalb, weil wir den Film für weniger als 15.000 Euro gemacht haben würden. Trotzdem hätten beide Filme ja sozusagen dieselbe Aufmerksamkeit erhalten. Es gäbe diesbezüglich überhaupt keinen Unterschied.

Doch irgendwie scheint es eine Rolle zu spielen, wie viel man ausgegeben hat, um den Film zu machen. Es ist also ein vorwiegend ökonomisches Denken, das darüber entscheidet, welcher Film nun Top oder Flop ist. Das ist zwar keine besonders neue Erkenntnis, aber es ist immer gut, sich klar zu machen, wie bekloppt dieses Denken zuweilen sein kann. Dasselbe gilt übrigens für die Zahl, ja, wirklich die Zahl (!) der Oscars, die ein Film erhält. Der Film mit den meisten Oscars hat gewonnen … ziemlich bekloppt, oder?

Die richtigen Tops sind vielleicht die Filme, die in Erinnerung bleiben. Und es ist schade, dass erinnerungswürdige Filme manchmal aus ganz blöden Gründen in Vergessenheit geraten. Zum Beispiel wäre der „Drachentöter“ von 1981 heute sicherlich viel mehr im Gespräch, wenn er nicht zufällig im selben Jahr wie „Jäger des verlorenen Schatzes“ herausgekommen wäre. Indiana Jones in allen Ehren, aber den „Drachentöter“ kennen heute nur noch wenige, obwohl er einen ziemlich guten Go-Motion-Drachen hat. Natürlich hat er noch mehr als den, aber dieser Drache war nun mal ein Meilenstein der Trickgeschichte – besser als Smaug, will ich meinen.

EVOLVER: Magst du denn Fantasy? Da gibt es ja noch weniger gute Filme als in der SF.

Marcel Barion: Ja. Ich hab was übrig für „Willow“, für „Legende“, besonders für „Der Herr der Ringe“; auch „Conan“, „Der Drachentöter“ und solche Dinger. Also wirklich Sword and Sorcery. Da gibt es ja auch einige Perlen. Ich habe gesehen, dass du unlängst „Einer gegen das Imperium“ besprochen hast. Das ist ja sogar ein oller Hybrid aus Fantasy und SF.

Ich hab´ ja auch einen Fantasy-Film gemacht: „Aloryon“. Der ist allerdings eher im Amateurbereich anzusiedeln und als Freizeitprojekt zu betrachten. Es hat daher auch zehn Jahre gedauert, bis er fertig war.

© Lichtzeitwerke

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EVOLVER: Gehören Philosophie und SF zusammen?

Marcel Barion: Diese Frage kann man am besten philosophietheoretisch beantworten. Haha, das hört sich gut an! Man kann sagen, Philosophie entspringt dem Vermögen, gleichermaßen staunen und zweifeln zu können. Philosophie beginnt da, wo man sich nicht so recht entscheiden kann, ob man einfach baff und geplättet bleiben will oder vielleicht doch besser mal nachforschen sollte. In diesen Zustand kann man entweder dann geraten, wenn man sein eigenes Alltagserleben so weit relativiert, dass man plötzlich schon über scheinbar simple Dinge in Staunen und Zweifeln gerät, wie etwa darüber, dass es keine gleichen Gesichter gibt oder dass alle Menschen aus allen Zeiten denselben Mond gesehen haben … Oder man wird mit ein wenig Gewalt von außen in diesen Zustand versetzt, zum Beispiel, indem man sich der Aussicht von einem Berggipfel aussetzt oder indem man eben einen Film sieht, der dann irgendwas mit einem anstellt.

Filme können einen philosophieren lassen, indem sie wie große Rätsel erzählt oder bildgewaltig sind oder Dinge zeigen, die man noch nie gesehen hat, oder Figuren zeichnen, die ganz widersprüchliche Dinge tun. Eben, indem sie einen staunen und gleichzeitig zweifeln lassen. Und das Genre der Science Fiction eignet sich ganz besonders dazu, sowas auszulösen, auch dann, wenn man sonst kein allzu großer Philosoph ist.

Science Fiction kann diese Haltung auch in einem Menschen auslösen, der sie aus freien Stücken eher selten einnimmt. Natürlich können das auch andere Genres leisten – aber das Weltall oder die Zukunft, das sind schon staunens- und zweifelnswerte Dinge per se. Man könnte sogar darüber nachdenken, ob der Nachthimmel nicht vielleicht immer schon ein gewisses Staunens- und Zweifelnspotential gehabt haben könnte und darum einen bestimmten Beitrag zum Entstehen des Philosophierens geleistet hat …

EVOLVER: Das Thema des einsamen Raumschiffs ist ja nicht sooo neu …

Marcel Barion: Ja, da gibt es zum Beispiel „Explorers“ von Joe Dante sowie „Spaceballs“ von Mel Brooks. In beiden Filmen gibt es ein kleines Raumschiff, und aus irgendwelchen Gründen mochte ich das.

Aber beide Filme verhielten sich zu der Raumschiffsache nicht ganz so, wie es mir uneingeschränkt gefallen hätte. Ich hatte dann lange ein ganz einfaches Bild von zwei oder drei Leuten in einem kleinen Raumschiff im Kopf, in einem bestimmten, verdreckten Stil, und sinnierte auch schon mal gern mit dem Kai Naumann darüber. Als mein alter Freund Massimo Müller dann irgendwann mal Schreiner war und ich den Johannes Bade kennenlernte, der unter anderem eine leere Halle zur Verfügung hatte (in der ein Schreiner ein Raumschiff bauen könnte), war alles nur noch eine Frage der Zeit …

EVOLVER: Anders als unsere Ahnen haben wir die Möglichkeit, bereit in jungen Jahren praktisch alles schon gesehen zu haben, während Grandpa ja noch ins (Untergrund-)Kino mußte, um „El Topo“ oder „Tetsuo“ zu sehen. Verändert das das Filmemachen?

© Lichtzeitwerke

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Marcel Barion: Es gibt für den Film keine Gegenwart, anders als beim Theater. Das Theater existiert immer nur im Moment der Aufführung, doch Filme müssen sich speichern lassen, um überhaupt Film zu sein. Wir können unsere Gegenwart daher ausfüllen mit medialer Vergangenheit, das macht unsere Fernseher oft zu Zurücksehern. Ich kann gleichzeitig „Nosferatu“, „Casablanca“, „Persona“, „Rambo 2“, „Die Blechtrommel“, „Pulp Fiction“ und „Gravity“ laufen lassen. Ich bekomme verschiedenste Ansätze mit, die Welt zu betrachten, kann verschiedenste Wertvorstellungen, Kulturspezifika, Perspektiven, Stile, Geschwindigkeiten, Intensitäten usw. wahrnehmen und verstehen lernen.

Kann sein, dass man dadurch tolerant wird gegenüber Widersprüchen. Dass man nicht unbedingt alles mit ja oder nein beantwortet haben muß, sondern lernt, etwas zunächst neutral zu beobachten und dann für die aktuelle Situation einzuschätzen. Das ist eher gut. Es gibt Leute, die nennen das Bildung. Aber es kann sicherlich auch passieren, dass man gleichgültig wird, indifferent, dass einem egal ist, wie etwas ist. Alles scheint irgendwie gut. Das ist eher schlecht.

Ich glaube, ein Filmemacher befindet sich immer irgendwo zwischen Finden und Erfinden, oder zwischen Formulieren und Umformulieren, oder zwischen Machen und Andersmachen. Werner Herzog hat in der Doku, wo er seinen Schuh isst, das Filmemachen mit dem Kochen verglichen. Das finde ich ziemlich interessant. Ich weiß nicht, ob er es so gemeint hat, aber es bringt einen auf den Gedanken, dass man es beim Filmemachen vielleicht immer mit Zutaten zu tun hat, für die man nicht selbst verantwortlich ist – und nur die Mischung, die Garzeit, die Gewürze, die Geräte und überhaupt das ganze Handwerk … all das macht dann einen neuen Film draus.

Tarantinos Filme werden immer schnell als Paradebeispiele herangezogen für eine gewisse Praxis des Zitierens, der Hommage, der Bricolage und so weiter – was man gern als postmodernes Kino bezeichnet. Aber das muss gar nicht dermaßen offensichtlich betrieben werden. Vielleicht gilt das ja für sehr viele Filmemacher: Man sieht etwas und denkt sich: So muss ich das auch machen, aber nur fast so … ja, das muss schon noch komplett anders sein! Damit kann man Bildkompositionen meinen, Atmosphären, Handlungsabläufe, Ausstattungsstile, Charaktere … Man interessiert sich dafür, wie es die anderen gemacht haben, und oftmals auch, wie es gerade die „Großen“ gemacht haben. Man hat vielleicht sogar Vorbilder.

Obwohl ich viele Regisseure sehr mag, auch sehr unterschiedliche, schaue ich mir doch immer gerne an, wie es Spielberg gemacht hat. Aber auch Spielberg hat sich damals schon angeschaut, wie es beispielsweise Frank Capra gemacht hat. Man denke etwa auch an Truffaut und wie er Hitchcock in einer langen Interview-Reihe quasi immer wieder fragte: Wie haben Sie das gemacht?

Vielleicht sind Filmemacher immer erstmal Filmfans. Zwar gibt es sicherlich auch einige, die das so nicht sagen würden, aber dann meinen die damit ganz bestimmt nicht, dass sie den Film an sich, also das Kino nicht mögen würden. Filmemacher sind mit Sicherheit immer Menschen, die grundsätzlich mögen, was sie tun. Und dann liegt es nahe, dass sie einander nacheifern, sich hier und da vielleicht gegenseitig zitieren, manchmal sogar voneinander abkupfern. ich habe mal einige Szenen aus „Trappola Diabolica“ von Bruno Mattei analysiert, die bis ins kleinste Spielberg und seinen Indiana Jones kopiert haben. Was war das? Plagiat? Oder Ehrerbietung? Das kann man gar nicht so einfach sagen. Selbst bei so jemandem wie Mattei nicht, der zum Exploitationfilm gezählt wird, das ist die nettere Bezeichnung für Ausbeutungsfilm …

Die Grundhaltung, die du meinst, gibt es also mit Sicherheit schon lange. Schon viele Jahre vor VHS, DVD und Blu-ray. Aber natürlich machen es einem diese neuen Medien und natürlich auch das Internet leichter, mehr zu sehen und mehr zu kennen und damit auch seine Zutatenliste immer mehr zu erweitern. Kochen aber muss man letztlich immer noch selber. Und ganz bestimmt können auch immer mal wieder komplett neue Rezepte erfunden werden.

Andreas Winterer

INFO: www.dasletzteland.de – Crowdfunding-Site: www.startnext.de/dasletzteland – Facebook-Site: www.facebook.com/DasLetzteLand

Teaser

Crowdfunding-Video

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29. April 2014 at 05:24

Das nenne ich mal ein Dankeschön!!! Part III

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© Manuel Hölzl

© Manuel Hölzl

Carl-Mayer-Drehbuchpreisträger Rainer Weidlinger („Reise nach Mond“) überreicht mir mein erstes Honorar als Script Consultant. In Naturalien. Zu 100 % vegetarisch. Wenn nicht sogar vegan. Also sicher ganz gesund. ;-D

Rodja

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25. April 2014 at 22:00

Veröffentlicht in Latest Talk

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Das nenne ich mal ein Dankeschön!! Part II

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Von Huan Vu gab es schon mal ein nettes Dankeschön für die Unterstützung seines Projekts „Die Traumlande / The Dreamlands“.

Hier geht es zur Crowdfunding-Aktion: www.indiegogo.com/projects/the-dreamlands

Rodja

PS: Was war das erste Dankeschön? Hier!

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18. April 2014 at 15:02

Veröffentlicht in Indie News, Latest Talk

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UnsereSerien – ein Channel für (Web)Serien

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© Dennis Albrecht Filmproduktion

© Dennis Albrecht Filmproduktion

Genug gemosert, jetzt wird gehandelt

Bis vor kurzem dachten einige – und darunter auch ich -, dass Webserien im deutschsprachigen Raum wohl ein gegessenes Thema seien. Zwar gibt es immer wieder ein paar Versuche auf YouTube, doch die gehen leider rasch unter. Doch nun scheint Leben in die Szene zu kommen. Das Filmemacher-Magazin „zoom“ hat in der kommenden Ausgabe 03/14 mit „Return of the Webserie“ einen Themenschwerpunkt gesetzt – und auch so merkt man Bestrebungen in der Szene, sich verstärkt zu koordinieren und zu präsentieren. Das ist u.a. auch dem Filmemacher Dennis Albrecht (u.a. „Filmstadt“) zu verdanken, der unter der Dachmarke UnsereSerien Filme- und Serienmacher aus dem deutschsprachigen Raum vereinigen möchte, um sich gegenseitig in der Produktion und Publikation von unabhängig entstandenen Erzählungen in serieller Form zu unterstützen.

Zur Zeit besteht UnsereSerien aus einer Gruppe von fünf Filmschaffenden aus Hamburg, Essen, Giessen, Berlin und Kiel. „Jeder von uns hat mindestens eine Serie bereits selber gedreht, bei mir sind es schon vier Formate“, so Dennis Albrecht in einer Aussendung. „Meiner Meinung nach müssen wir überall sein und wir müssen die ‚Macher‘ dazu animieren, mehr zu drehen, sich mehr zu trauen. Dafür haben wir vor, im Januar 2015 einen Filmpreis für die beste Independent Webserie zu vergeben – und zwar auf dem Snowdance Independent Film Festival in Landsberg am Lech.“

Auf der im Aufbau befindlichen Webseite UnsereSerien.de sollen dann diese Formate zu sehen sein. „Dort sind sie eingebettet aus den Plattformen, wo sie sonst hinterlegt sind. Denn das ist das Problem von Web- und Indieserien. Sie sind überall verteilt und man findet sie meist nur zufällig“, so Albrecht.

Eine Kanalisierung der Formate? Das klingt für mich nach einer guten Idee – vor allem auf YouTube gehen Serien wie z.B. „Dämmerung“ oder „Pax Aeterna“, die ja auch schon auf diesem Blog vorgestellt wurden, ja eher unter.

Neben der Bündelung der Formate auf UnsereSerien.de soll auch eine Art Programmzeitschrift entstehen, die auch einen Blick ins Business ermöglichen soll. Es sollen Tipps gegeben werden, Hinweise auf Aktionen der Serienmacher wie z.B. Crowdfunding, Berichte über Dreharbeiten, aber auch Interviews mit Produktionsfirmen, warum z.B. deutsche Serien so einen schlechten Ruf haben.

Die Webseite ist zwar erst im Aufbau, sehen kann man einige der Serien jetzt schon auf dem Internet-TV-Sender reex.tv. Jeden Mittwoch läuft dort ab 21:00 Uhr Dennis Albrechts Serie „Filmstadt“ über die Sorgen, Ängste und Abenteuer von Schauspielern, die erst am Anfang einer möglichen Karriere stehen und eifrig Klinken putzen müssen. Danach läuft noch eine Doku-Reihe über Serienschauspieler und die „Fladeranten Schau“ von Sebastian Leitner.

„Filmstadt“ wird sogar exportiert – ab 22. April läuft die Sendung auf Radio Weser TV, ab 25. April auf dem österreichischen Sender Okto und ab 5. Mai auf Tide TV – je einmal in der Woche gibt es eine neue Folge.

Rodja

INFO: Auf Facebook: www.facebook.com/UnsereSerien (aktuelle Infos) – www.unsereserien.de (im Aufbau befindlich) –

Trailer „Filmstadt“

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16. April 2014 at 18:37

Crowdfunding-Start für H.P. Lovecrafts „The Dreamlands“

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©: Sphärentor Filmproduktionen

©: Sphärentor Filmproduktionen

Nun ist es offiziell: Ich bin in der Midlife Crisis angekommen. Aber wenn man an etwas glaubt, dann sollte man doch Stellung beziehen und nicht unbedingt ein Motorrad kaufen, oder? Und ich glaube, dass Huan Vu und seine Sphärentor Filmproduktionen es schaffen, mit „Die Traumlande / The Dreamlands“ eine adäquate H.P. Lovecraft-Verfilmung hinzulegen. Aus dem Grund unterstütze ich auch dieses Crowdfunding-Projekt auf Indiegogo massivst.

Über Huan Vus viele Projekte, Filme und Vorhaben wurde auf diesem Blog schon öfters (u.a. hier, hier und hier) berichtet – nur diesmal ist es zeitkritisch. Der Filmemacher will bis zum 31. Mai 2014 die Summe von 200.000 Euro erreichen. Das hört sich nach verdammt viel Geld an, ist aber für eine normale Spielfilmproduktion mit hohem VFX-Anteil ein Budget im unteren Bereich. Vor allem gehen von der Crowdfundingsumme noch 60.000 Euro für die Prämien/Preise/Perks (u.a. DVDs, Bilder, Props), deren Postversand sowie diverse Gebühren ab. Bei der CF-Aktion werden Huan Vu und sein Team übrigens von Timo Vuorensola, dem Regisseur von „Iron Sky“, beraten.

Ausschlaggebend für mein monetäres Engagement bei diesem Projekt ist Huan Vus Spielfilm „Die Farbe“, der auf H.P. Lovecrafts Kurzgeschichte „The Colour Out Of Space“ beruht. Das ist so eine kleine Perle im Indiefilm-Bereich, über die man gerade mal alle paar Jahre stolpert. Mit leisen Tönen gelingt es Huan Vu, eine unheimliche Stimmung aufzubauen und zu verdichten. Das ist sehr selten, ist man gerade im Indie-Bereich vor allem Jump-Scares gewohnt. Der mehrfach preisgekrönte Film „Die Farbe“ hat auch ihre Schwächen, was aber zu großen Teilen dem niedrigen Budget verschuldet ist. Aus diesem Grund möchte ich nun sehen, was Huan Vu zustande bringt, wenn er mal ein richtiges Budget zur Verfügung hat.

Normalerweise wende ich mich nicht so direkt an meine Leser, aber diesmal mache ich eine Ausnahme: Bitte unterstützt dieses Projekt. Schon um sieben Euro bekommt man die Möglichkeit, den fertigen Film online zu sehen.

Rodja

PS: Ich möchte mich schon mal bei den Crowdfundern entschuldigen, die sich erst nach „The Dreamlands“ bei mir melden. Sorry, das war’s jetzt mal für längere Zeit. ;-D

INFO: Film-Site: www.dietraumlande.de – Offizieller Produktionsblog: www.700stufen.de – „The Dreamlands“ auf Indiegogo: www.indiegogo.com/projects/the-dreamlands

Crowdfunding-Trailer

Written by HomeMovieCorner

15. April 2014 at 16:41

Kellerthriller „Die Muse“ nun online

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©: Christian Genzel

©: Christian Genzel


Für die Kunst muss (je)man(d) leiden

Mit dem fein nuanciertem Indie-Psychothriller „Die Muse“ lieferte der in Salzburg lebende deutsche Regisseur und Drehbuchautor Christian Genzel 2011 sein Spielfilmdebüt ab. Nun hat sich der Filmemacher entschlossen, den Film auf VOD-Basis online zu stellen. „Die Muse“ kann man auf Vimeo entweder um 2,99 Euro ansehen oder um 4,99 Euro kaufen und downloaden.

Synopsis: Katja, eine junge Frau Mitte zwanzig, erwacht in einer Zelle in einem Kellerraum. Ein Mann stellt sich ihr vor – es ist Peter Fischer, ein Schriftsteller, der ihr erklärt, warum sie da ist: Sie ist Muse und Inspiration für sein neues Buch, und sie soll freiwillig in Gefangenschaft bleiben, damit er weiterschreiben kann. Er will ihr klarmachen, dass er an etwas Wichtigem arbeite und sie Teil dessen sein könne.

Zwischen den beiden entsteht ein Machtspiel: Katja versucht, Fischers Schwächen zu erkennen und sie auszunutzen, um aus der Gefangenschaft ausbrechen zu können, während Fischer immer wieder probiert, sie von seiner Sache zu überzeugen, und sie für ihre Fluchtversuche bestraft. Die Situation eskaliert …

Rodja

INFO: „Die Muse“ auf Vimeo: http://vimeo.com/ondemand/diemuse/89102183

Trailer

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15. April 2014 at 15:32

US-Produzentenlegende bei „Nacht der Filmschaffenden“ in Wien

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© Cinergi Pictures Entertainment Inc.

© Cinergi Pictures Entertainment Inc.

Andrew G. Vajna beehrt am 21. Juni „Die Nacht der Filmschaffenden“

Wer in den 1980ern und 1990ern mit dem Kino sozialisiert wurde, kam kaum an dieser US-Produktionsfirma vorbei: Carolco von Mario F. Kassar und Andrew G. Vajna. Von „Rambo I – III“ über „Total Recall“, „Red Heat“, „Angel Heart“ bis hin zu „Chaplin“, „Basic Instinct“, „Terminator II“ und „Chaplin“. Und selbst die Filme „Showgirls“ und „Cutthroat Island“ („Die Piratenbraut“ mit Geena Davis), die so grandios floppten, dass sie das Ende von Carolco herbeiführten, sind Filmfans ein Begriff.

Doch weder Mario F. Kassar noch Andrew G. Vajna warfen danach das Handtuch hin. So produzierte der 1944 in Ungarn geborene Vajna nach dem finanziellen Fiasko Filme wie „Evita“, „Der 13. Krieger“, die letzten beiden „Terminator“-Kinofilme sowie die „Terminator“-TV-Serie. Aktuell arbeitet er als Filmbeauftragter für die ungarische Regierung. Aus dieser Tätigkeit entstand 2013 u.a. der preisgekrönte Film „Das große Heft“ von Janos Szasz, der aktuell in den österreichischen Kinos spielt.

Wie einer Presseaussendung zu entnehmen ist, wird Vajna nun am 21. Juni 2014 Wien besuchen und im Parkhotel Schönbrunn dem Filmnachwuchs wie auch Profis zur aktuellen Situation des Filmbusiness Rede und Antwort stehen. Mit diesem Event wird gleichzeitig „Die Nacht der Filmschaffenden“ von Produzent Christian Machacek (Magic Entertainment Filmproduktion) aus der Taufe gehoben. Damit soll ein jährliches Symposium und Branchentreffen zur Stärkung des österreichischen Films kreiert werden, erklärt Machacek in der Aussendung. „Die Feier soll aber keine geschlossene Veranstaltung eines elitären Zirkels werden, in dem sich immer dieselben Personen wohlwollend gegenseitig auf die Schulter klopfen“, betont der Filmemacher im Pressetext: „Im Gegenteil: Das Publikum soll sich nicht nur unterhalten, sondern vor allem Informationen über das Biz bekommen und sich für neue Projekte vernetzen.“

Als weiterer Gast wird u.a. auch Christian Becker von Rat Pack Films erwartet, der ja mit „Fack ju Göhte“ den größten deutschen Filmerfolg des letzten Jahres produziert hat. Das Event soll nicht nur jene ansprechen, die bereits ihren Namen gemacht haben, sondern auch Filmstudenten und Independent-Filmemacher.

Der offizielle Teil der „Nacht der Filmschaffenden“ beginnt ab 18:00 Uhr mit Podiumsgesprächen, in denen Szeneinsider ihr Wissen zu den Bereichen Drehbuch, Finanzierung und Vermarktung mitteilen. Um 21:00 Uhr findet das Gespräch mit Andrew G. Vajna statt, wo sicherlich viele Anekdoten und Insider-Tipps aus Hollywood und dem europäischen Filmmarkt fallen werden. Ab 22:00 Uhr soll dann der Abend gemütlich mit einer Afterparty samt Networking-Zone im Ballsaal und der Bijou-Bar im Parkhotel ausklingen.

Für jene, die sich Tipps für die Filmarbeit sowie Infos über die neueste Technik holen wollen, wird die „Nacht der Filmschaffenden“ bereits am Nachmittag mit einer Reihe von Workshops eingeleitet, die u.a. AAC-Kameraprofi Nino Leitner und der Dramaturg Ip Wischin durchführen. Die Workshops sind im Ticketpreis von 30 Euro bereits inbegriffen.

Rodja

Edit 22.05.2014: Achtung! Wichtige Änderung! Der Termin wurde auf den 5. September 2014 verschoben. Aufgrund des zusätzlichen Rahmenprogramms heißt das Event jetzt auch „Austrian Filmmakers Day 2014“. Nähere Informationen hier.

INFO: Details und Ticketreservierungen unter www.filmmakers-night.com

Written by HomeMovieCorner

6. April 2014 at 07:51