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Archive for Juni 2017

„Rakka“ von Neill Blomkamp

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Bis 2009 hatte ich Neill Blomkamp so rein gar nicht auf dem Bildschirm. Aber sein Film „District 9“ war ein so herrlich erfrischender Zugang zum Sci-Fi-Genre, dass ich gespannt auf weitere Werke wartete. Und dann kamen „Elysium“ (2013) und „Chappie“ (2015). „Elysium“ war für mich eine Enttäuschung und langweilte – und „Chappie“ interessierte mich weder von der Story noch vom Trailer her, also ließ ich es bleiben. Ein leuchtender Stern, der am Regie-Himmel schnell verpufft ist? Wäre ja nicht das erste Mal…

Nun geht Blomkamp einen interessanten Weg. Vor ein paar Tagen hat seine Produktionsfirma Oats Studios den Kurzfilm „Rakka“ kostenlos online gestellt. Darin greift eine außerirdische und hoch entwickelte Reptilienrasse die Erde an, vergiftet die Atmosphäre, um den Planeten ihren Lebensbedingungen anzupassen, versklavt die Menschheit und stellt schreckliche Experimente mit den Gefangenen an. Doch Widerstand regt sich – und die fantastische Sigourney Weaver leitet die Gegenangriffe an!

Laut den Informationen, die ich so von anderen Seiten zusammengetragen habe, stellt „Rakka“ den ersten Kurzfilm aus einer „Volume 1“ genannten Reihe experimenteller, inhaltlich nicht zusammenhängender Kurzfilme dar. Ab der zweiten Kurzfilmreihe sollen diese dann kostenpflichtig werden.

Anscheinend will Blomkamp mit „Volume 1“ community building betreiben, eine eigene Fan-Basis aufstellen. Entweder, um mittels einem möglichen Crowdfunding von Studios unabhängiger eine große Geschichte zu entwickeln – oder um eben mit einer großen Fan-Basis größere Studios zu überzeugen, ihm freiere Hand bei der Entwicklung einer Geschichte zu lassen. Aber das ist nur mal eine Vermutung meinerseits.

Das erinnert mich an den österreichischen Regisseur Marco Kalantari („Dreynschlag“, „Ainoa“ ), der ja auch seinen Sci-Fi-Film „The Shaman“ ein Versprechen auf ein größeres Geschichtenuniversum andeutete.

Rodja

INFO: http://oatsstudios.com

Hier noch der Versuch einer Erklärung, was Oats Studios ist…

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Written by HomeMovieCorner

17. Juni 2017 at 18:19

„Die Migrantigen“ – im Kino. Jetzt!

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© Luna Filmverleih

Da spürt man doch die versöhnliche Magie des Films…

In „Auf bösem Boden“ von Peter Koller – einem DER österreichischen Indie-Meilensteine schlechthin – wollte der eine den anderen abstechen. Doch dann lief es andersrum, und der andere stach den einen ab. Das war 2008 – und nun machen Faris Endris Rahoma und Aleksandar „Sasa“ Petrovic (siehe auch „Skrypt“) in „Die Migrantigen“ auf best buddies. (Dass Kari Rakkola auch eine Rolle hat, lässt die neue Komödie ja fast wie eine „Auf bösem Boden“-Reunion wirken. Fehlt nur noch Birgit Stauber.) Die so genannte Anti-Integrationskomödie von Arman T. Riahi läuft derzeit in den österreichischen Kinos.

Inhalt: Marko (Petrovic) und Benny (Rahoma), zwei Wiener mit sogenanntem „Migrationshintergrund“, sind vollständig integriert. So sehr, dass sie kaum noch als fremd wahrgenommen werden – wären da nicht Bennys schwarze Haare. Als die beiden aufgrund ihres Aussehens am Rudolfsgrund, einem ethnisch durchmischten Vorstadtviertel, von der ambitionierten TV-Regisseurin Marlene Weizenhuber (Doris Schretzmayer), die nach Protagonisten für ihre TV-Dokuserie sucht, angesprochen werden, geben sie sich als kleinkriminelle und abgebrühte Migranten aus, die es faustdick hinter den Ohren haben.

Damit ihre Lüge nicht auffliegt, bauen sie sich eine zweite Identität, die aus Klischees und Vorurteilen besteht. Und während die beiden durch die Erfüllung dieser Erwartungen und Vorurteile die Serie zum Erfolg machen, setzen sie sich gleichzeitig zum ersten Mal mit den echten Integrationsschicksalen auseinander – auch mit ihren eigenen.

© Luna Filmverleih

Falls sich jemand fragt, was nun ein regulärer Kinofilm auf einer Seite für Indie-Filme macht… Nun, es stimmt: „Auf bösem Boden“ ist ein Indie-Film, „Die Migrantigen“ nicht.

Ich wollte an dieser Stelle hier aber auch ein Interview mit Faris Rahoma und Aleksandar Petrovic machen, quasi den Weg vom Indie-Film ins Filmbiz nachzeichnen. Doch leider hatte ich bis dato noch nicht wirklich die Zeit, die beiden zu treffen. Es steht aber auf meiner To-do-Liste weit oben – und das Interview möchte ich noch nachreichen. Darum an dieser Stelle eben diesen Kinotipp. Gehet hin und schaut Euch das an!

Das Bemerkenswerte ist, dass „Die Migrantigen“ eigentlich auf einem Serienkonzept mit dem Titel „Neue Wiener“ basiert, das Regisseur Arman T. Riahi, Faris Rahoma und Aleksandar Petrovic für den Sender Puls 4 entwickelten. Wie Riahi im Presseheft erzählte, wurde das Projekt, nachdem schon erste Folgen gedreht waren, aufgrund firmeninterner Probleme der Produktionsfirma leider eingestellt. Einzelne Sequenzen kann man auf Youtube finden, ich werde sie demnächst auch hier vorstellen – und eventuell darauf hinweisen, was es substanziell in „Die Migrantigen“ geschafft hat.

Rodja

INFO: www.diemigrantigen.at

PS: Noch einen Star aus einem Indie-Streifen habe ich entdeckt: Nikolai Selikovsky, der mit seinem Vater die Coming-of-age-Komödie „Sturmfrei“ 2009 in die Kinos brachte.

Und hier noch der Trailer zu „Auf bösem Boden“

Written by HomeMovieCorner

16. Juni 2017 at 20:13

Veröffentlicht in Latest Talk

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Kinostart für Bud-Doku „Sie nannten ihn Spencer“

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Kategorie: Was lange währt, wird endlich gut…

Man merkt, dass man schon ein gewisses Alter erreicht hat, wenn man sagen kann: „Och, dem seine Karriere… Die habe ich schon von Anfang an mitverfolgt.“ Ich weiß jetzt nicht, ob das ein Kompliment ist, oder nicht – das sei einmal so in den Raum gestellt.

Bei Karl-Martin Pold kann ich das zumindest mit Fug und Recht behaupten. Seinen ersten Film, den Western „Mosted Dead – Der erste Mostviertler Western“ hat der HomeMovieCorner bereits 2002 rezensiert – und sogar für eine Aufführung ins Filmcasino gebracht. Seitdem waren wir immer wieder mal im Kino, plauderten über Filme (er über Blockbuster, ich über die S/W-Ära). Und natürlich bekam ich mit, dass er ein großer Bud-Spencer-Fan ist. Sogar so groß, dass er eine Diplomarbeit darüber schrieb… und einen Film über sein Idol drehte.

Und nun erhält Martins dokumentarisches Roadmovie „Sie nannten ihn Spencer“ mit dem 27. Juli 2017 laut Verleiher Thimfilm einen offiziellen Kinostarttermin!!! Auch in Deutschland wird der Film laufen.

Inhalt: Ein Blonder und ein Blinder auf der Suche nach Bud Spencer. Die Reise zweier Fans in diesem Crossover aus Doku und Roadmovie führt mitten rein ins legendäre Spencer-Hill-Universum.

„Sie nannten ihn Spencer“ ist der erste Kinodokumentarfilm, der die facettenreiche Biografie Bud Spencers sowie das weltumspannende Phänomen der Spencer-Hill-Kultfilme thematisiert. Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, bringt sein Lebensmotto mit „Futtetenne“ (Scheiß drauf) auf den Punkt. Das Multitalent ist von dieser Mentalität geprägt, den Mut zu haben, Träume zu verwirklichen und das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Angespornt von der Botschaft der Filme, brechen die beiden Fans Jorgo und Marcus zu einem abenteuerlichen Roadtrip auf, um ihrem Idol näher zu kommen. Ihre Reise wird zu einer Schnitzeljagd quer durch Europa. Dabei treffen sie auf zahlreiche Schauspielkollegen und Wegbegleiter von Bud Spencer. Durch die beiden Fanprotagonisten erfährt der Zuseher nicht nur, wie der Kult um Bud Spencer und Terence Hill gelebt wird, sondern warum der „Dicke mit dem Dampfhammer“ immer noch Millionen von Fans auf der ganzen Welt begeistert.

Das Interesse an dieser Doku ist enorm. Die Facebook-Site zum Film hat an die 270.000 Fans, der vor zwei Tage neu erschienene Trailer kratzt bald an die 150.000-Clicks-Marke.

Aber… dass dieser Film fertig wurde, grenzt an ein Wunder – an ein großes. Seit 2008 arbeitete Martin daran. Für einen ersten Teaser-Trailer setzte er auf das damals noch neue Crowdfunding. Er entwickelte ein großartiges Gespür für diese neue Art der Finanzierung und der Fan-Einbindung allgemein. So konnte er auch immer wieder Filmetappen mittels Crowdfunding finanzieren. Und das Schöne – auch Bud Spencer stand dem Projekt wohlwollend gegenüber.

Doch das Projekt wurde auch immer wieder von Rückschlägen getroffen – und zwar von solchen Ausmaßen, dass jeder, der die Umstände kannte, es Martin nicht krumm genommen hätte, wenn er den Film abgebrochen hätte. Aber immer ging es irgendwie weiter. Schloss sich eine Tür, öffnete sich die nächste. Martin machte eigentlich nie viel Aufhebens darum, irgendwie ging es immer weiter. Wahrscheinlich hat er einen Giftschrank angelegt und bewahrt darin all die Anekdoten auf, um sie später in einer bitterbösen Satire über das Business (betrifft nicht nur Film) zu verarbeiten. Obwohl… das wäre keine einmalige Angelegenheit, sondern wahrscheinlich eher Serie (Buch, Film, TV) in Harry-Potter-Dimensionen.

Den einzigen Wermutstropfen, den das Erscheinen des Films mit sich bringt, kann man leider nicht gut machen. Bud Spencer selbst kann diese Hommage an ihn und seine Fans nicht mehr sehen.

Rodja

INFO: www.budspencermovie.com

Hier der aktuelle Trailer

Und hier der erste Teaser aus 2009, mit dem Martin auf das Projekt aufmerksam machte – und der quasi den ersten Grundstein für weitere Crowdfunding-Aktionen legte. Natürlich trug auch ich damals mein Scherflein dazu bei.

Written by HomeMovieCorner

4. Juni 2017 at 07:39