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Archive for Mai 2017

Drogendrama „Sin & Illy Still Alive“ auf Österreich-Tour

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Nachdem das deutsche, mehrfach preiskgekrönte Indie-Drogendrama „Sin & Illy Still Alive“ von Regisseurin Maria Hengge 2016 beim Austrian Filmfestival seine Österreich-Premiere gefeiert hat, folgt nun eine kleine Kinotour durch Österreich.

© abadon production

Inhalt:

Die drogenabhängige Sin (Ceci Schuh) versucht erneut den Entzug vom Heroin und will daher auf einer griechischen Insel der kalten, grauen Banker-Stadt Frankfurt am Main entfliehen. Das Geld für den Flug bekommt die junge Frau durch den Verkauf von Blanko-Rezepten, die sie aus der Arztpraxis ihres Vaters gestohlen hat. Sin versucht auch ihre ebenfalls drogenabhängige Freundin Illy (Cosima Ciupek) für die Reise zu gewinnen, die gerade von ihrem Zuhälter Mesuth (Burak Yigit) auf die Straße gesetzt wurde. Die beiden Freundinnen sind voll der guten Vorsätze, doch Mesuth hat Illy den Personalausweis geklaut. Um doch noch außer Land zu können, fahren die beiden zu Illys Mutter, die auf einem Dauercampingplatz in der Nähe des Frankfurter Flughafens wohnt. Dort sollte noch Illys Reisepass zu finden sein. Allerdings werden Sin und Illy auch mit Illys Mutter (Pascale Schiller) konfrontiert, die schwer alkoholkrank ist. Den Flug versäumen Sin und Illy, nun sind sie auf dem Campingplatz gestrandet – und der Entzug setzt allmählich bei den beiden ein.

Der Film wird nun am 30. und 31. Mai 2017* in Anwesenheit von Regisseurin Maria Hengge im Admiral Kino in Wien gezeigt – und am 1. Juni 2017 läuft er im Rechbauer Kino in Graz. Auch in der Steiermark steht Hengge anschließend für ein Publikumsgespräch bereit.

„Sin & Illy Still Alive“ konnte bereits mehrere Preise einheimsen, u.a als bester Langspielfilm (8. Lichter Filmfest Frankfurt, Manhattan Independent Film Festival, usw.), für beste Schauspielerin (Ceci Schuh beim Int. Film Awards Berlin) und beste Regiearbeit (Montelupo Int. Independent Film Festival), um nur einige zu nennen.

© abadon production

Hengge, die „Sin & Illy Still Alive“ nicht nur gedreht, sondern auch geschrieben und produziert hat, kommt ursprünglich von der Schauspielerei.

Sie studierte am Wiener Max Reinhardt Seminar, wo u.a. Klaus Maria Brandauer auf sie aufmerksam wurde. Nach sechs Jahren am Wiener Burgtheater begann sie als freie Schauspielerin und Regisseurin in Theater und Film zu arbeiten. Sie absolvierte ein Studium Spielfilmdramaturgie und Filmästhetik an der Universität Berlin-Babelsberg und realisierte 2008 den Kurzspielfilm „The Last Bus“. Mit dem unsentimentalen „Sin & Illy Still Alive“ legt sie nun ihr Spielfilmdebüt vor. „Mein Langspielfilm fokussiert den Ausstieg aus der Drogensucht. Um von Drogen loszukommen, bedarf es mindestens derselben Courage und Willensstärke, mit der man einst anfing, Drogen zu nehmen“, so Hengge in ihrem „Director’s Statement“.

Rodja

* Edit: Ah!!!! Blöder Dreher… Die Termine finden Ende Mai bzw. Anfang Juni statt, nicht – wie von mir angegeben – Ende Juni und Anfang Mai. Ganz, ganz großes Sorry für diesen wirklich saublöden Fehler.

INFO: http://abadonproduction.com/; Film auf Facebook: https://www.facebook.com/mariahengge/

SIN & ILLY STILL ALIVE – TRAILER from mariahengge@gmail.com on Vimeo.

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29. Mai 2017 at 10:30

Viva Berlin! – Episode 4

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Wer rennt da vor den Zombies so geschwind?
Es ist die Mutter… mit ihrem Kind

INFO: http://vivaberlin.net

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27. Mai 2017 at 18:51

Christian Genzel goes Shocking Shorts!

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© Alexander Sobolla (C) Ghost Light Productions/Dark Place Productions

Der in Salzburg agierende Deutsche Christian Genzel lebt für den Film.

Nicht nur, dass er mit „Wilsons Dachboden“ und dem Podcast „Lichtspielplatz“ versucht, seinen Lesern und Zuhörern Interessantes, Historisches und Obskures aus der Welt des Films näher zu bringen, nein, er dreht auch selber Filme.

Ob den kleinen, aber feinen Indie-Psychothriller „Die Muse“ (Schriftsteller, Schreibmaschine, Keller – gefangene Muse, was will man mehr) oder aber Musikclips für Bands wie Roia oder Betty’s Apartment.

Weiters versucht er auch als Script Consultant Treatments oder Drehbüchern – wie meinen beiden „Nonsense“ und „Zugvögel II – Zwei Mal nach Hjoerring“ (AT) – den letzten Schliff zu verpassen.

Nun hat Genzel vor kurzem den Kurzfilm „Cinema dell‘ oscurità“ (Facebook), eine Hommage an den italienischen Horrorfilm, gedreht, der es in die Auswahl des renommierten „Shocking Shorts“-Wettbewerbs geschafft hat.

© Ghost Light Productions/Dark Place Productions

Inhalt:

Das Lichtspielhaus „Cinema dell‘ oscurità“ ist kein gewöhnlicher Ort der Filmvorführung. In dem mysteriösen Kinosaal verschwimmen Wirklichkeit und Fiktion zu einem filmischen Rätsel.

Ein junger Mann wird Zeuge eines Mordes. Oder zweien? Oder geschah womöglich doch kein Mord? Wie die Filmspule im Kinosaal dreht sich der Film in einem, nicht enden wollenden, tödlichen Labyrinth, aus dem es kein Entkommen gibt.

Neben Gunnar Titzmann brilliert vor allem Stephanie Lexer (bekannt aus dem Indie-Horrorfilm „Biest“ von Stefan Müller) als mysteriöse Kinobesucherin. (Ich kann mir Stephanie Lexer gut in einem skandinavischen Krimi vorstellen – vom Opfer über die Täterin hin bis zur ermittelnden Kommissarin – sie könnte einfach alles spielen. Hmmmm… ein Film, in dem eine Schauspielerin sämtliche Rollen übernimmt? Das wäre doch etwas.)

Die Shocking Shorts werden seit 2000 von NBC Universal und ihrem deutschen PayTV-Sender 13th Street organisiert und beim Filmfest München präsentiert. Gewinner des ersten Shocking Shorts Award 2000 war übrigens der Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“).

© Ghost Light Productions/Dark Place Productions


Um den Siegerfilm zu küren, gibt es heuer ein Zuschauer-Voting, den 13th Street zusammen mit der Zeitschrift „TV Spielfilm“ veranstaltet.

Im Prinzip stehe ich solchen Votings eher skeptisch gegenüber, bedeuten sie doch nichts anderes, als dass derjenige gewinnt, der die größte Masse mobilisieren kann. Das kann durchaus für Qualität sprechen, aber auch für den größeren Freundeskreis. Da würde ich eine Jury eigentlich vorziehen.

„TV Spielfilm“ hat die Site fürs Voting (<- klicken!!!) installiert, auf der man sich sämtliche im Wettbewerb laufenden Kurzfilme anschauen kann. Aus Jugendschutzgründen kann man sie aber erst von 22:00 bis 06:00 Uhr sehen – abstimmen selbst kann man noch bis zum 31. Mai 2017.

Am 23. Juni 2017 werden ab 20.13h auch alle Filme auf 13th Street in der „langen Nacht der Shocking Shorts“ ausgestrahlt.

Rodja

INFO: Christian Genzels Filmproduktion Ghost Light Productions: www.ghostlightproductions.de; Cinema dell‘ oscurità: www.facebook.com/cinemadelloscurita

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25. Mai 2017 at 06:26

Viva Berlin! – Episode 3

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Manche richten es sich auch in der ärgsten Zombie-Apokalypse…

INFO: http://vivaberlin.net

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20. Mai 2017 at 17:29

Crowdfunding für Super 8-Plattform

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Retro ist super. Und Super 8 ist noch superer, weil erstens eben retro, zweitens weil eh super in dem Begriff steckt. Quasi eine Doppelung.

Zugegeben, mit dem Filmformat verbinde ich keine weichgezeichneten Erinnerungen. Als Kind kannte ich das nicht – und ich kann mich auch nicht erinnern, dass jemand aus meiner Familie oder meiner Bekanntschaft filmte. Wahrscheinlich war es zu teuer für uns.

© Super 8 Web Portal

Erst mit dem HomeMovieCorner in den 2000er-Jahre machte ich Bekanntschaft mit diesem Format.

„Night of the Vampire Hunter“ von Ulli und Nicole Bujard zählt für mich noch immer zu den Highlights der Indie-Szene. Und wer kennt nicht die traurige, aber inspirierende Never-Ending-Story des Perry Rhodan-Fanfilms „Der Einsame der Zeit“ von Hans-Joachim Thunack? (Nicht? Na dann sollte ich sie vielleicht mal erzählen. Aber nicht jetzt.)

Doch zu dem Zeitpunkt war Super 8 schon längst tot. Zumindest glaubte man das. VHS-Kameras, Hi-8, Mini-DV und zuletzt Digitalkameras ersetzten vermeintlich den Film. Die Formate wurden immer kleiner, billiger und überspielbar. Man konnte irrsinnig viel Material drehen und daraus dann die besten Szenen wählen. Was lachte man doch über jene, die meinten, dass durch digitales Filmen eine gewisse Schlampigkeit beim Drehen kultiviert werden würde. Dass man nicht mehr so genau durchdacht und geplant arbeiten würde.

Doch etwas muss an analogen Sachen generell dran sein. Nicht nur der Nostalgie wegen (was allein schon ein Grund wäre, der Sache als Hobby nachzugehen). Nein, diese Techniken haben noch immer etwas, mit dem so manche Künstler besser arbeiten können, als mit der gerade aktuellsten Technik, die morgen schon wieder überholt sein könnte. Seien es nun Schreibmaschinen (*hüstel*) oder eben echter Film!

Nicht umsonst hat Kodak eine neue Super 8-Kamera angekündigt. Zwar mit einer Umarmung neuer Technologien, wie beweglichem LCD-Display und digitaler Sound-Aufzeichnung – und den fertig entwickelten Film gibt es zusätzlich noch als digitalen Download. Aber letztendlich arbeitet der Filmemacher mit Film – einer begrenzten Ressource. Und das fordert letztendlich die Kreativität. Es gibt also sehr starke Anzeichen dafür, dass ein tot geglaubtes Medium Wiederauferstehung feiert. „Vor zwei Jahren kam dann die dänische Logmar Super-8-Kamera heraus – und in der Schweiz werkelt auch jemand an einem Prototypen. Es ist wieder Leben in der Bude“, freut sich der Sachbuchautor, Filmemacher und Journalist Jürgen Lossau in einer Aussendung.

Und auch materialmäßig gibt es Neues zu berichten. So soll der vor fünf Jahren eingestellte Ektachrome-Farbumkehrfilm ab Ende 2017 wieder zu haben sein, berichtet Lossau, seines Zeichens ehemaliger Chefredakteur der inzwischen eingestellten Magazine „schmalfilm“ (und des englischsprachigen „small format“) und „Zoom – Das Magazin für Filmemacher“ (das später mein Freund Timo Landsiedel bis zur – leider – Einstellung leitete).

© Super 8 Web Portal

Allerdings gibt es ein kleines Problem.

Trotz des Bedarfs und sehr vielen Fans gibt es kaum noch ein umfassendes Informationsnetzwerk. Und das will Jürgen Lossau (im Bild links) mittels einer Crowdfunding-Aktion aus der Taufe heben. Bis zum 12. Mai sollten über Kickstarter 20.000 Euro zusammenkommen, damit das englischsprachige Super 8 Web Portal entstehen kann.

Wie man der Kampagnensite entnehmen kann, wurde dieser Betrag – auch dank des Engagements von Kodak selbst – bereits erreicht. Dennoch zahlt es sich aus, weiter zu crowdfunden. (Wie nennt man das sonst? Spenden? Keine Ahnung.) Denn wenn bis zum 12. Mai der Betrag von 35.000 Euro zustande kommt, wird die Seite auch in Deutsch erscheinen!! (Für mich persönlich stellt sich ja die Frage, warum sie nicht zuerst auf Deutsch und dann in Englisch erscheint, aber ich nehme mal an, dass Lossau da eben die weltweite Community im Fokus hat. Und Kodak als Produzent und möglicher Werbekunde ebenfalls.)

Auf dem Portal, auf dem die meisten Bereiche nur über Abo abrufbar sein sollen, werden u.a. 1.000 Filme zu sehen sein. Außerdem wird eine Datenbank über alle jemals gebauten Filmkameras und Projektoren aufgebaut – dabei muss man bedenken, dass über 7.000 Modelle zwischen 1965 und 1984 gefertigt wurden, so Lossau. Auch Servicestellen, die alte Kameras reparieren, die man billig auf dem Flohmarkt gekauft hat, werden aufgelistet und bewertet. Solche Filmapparate sind zwar diffizil, aber – im Gegensatz zu ihren digital aufnehmenden Nachfahren – auch nach Jahrzehnten nach einem Service einsatzbereit. (Wie Schreibmaschinen… Hm… wie komme ich nur dauernd auf diesen Vergleich?!?)

Das Super 8 Web Portal wird von vielen früheren Autoren und Übersetzern von „schmalfilm“ bzw. „small format“ redaktionell und professionell betreut. Täglich sollen so neue Artikel rund ums Filmen erscheinen. Auch ein Verzeichnis der Wettbewerbe, die Super-8-Filme annehmen, gehört dazu. Ebenso Workshops in Form von Filmclips, die die Handhabung der Kameras zeigen, die Selbstentwicklung von Filmen sowie einfache Reparaturen.

Da ich das Projekt für eine gute Sache, habe ich mir schon mal ein Jahresabo für das englischsprachige Portal gesichert. Ich hoffe aber, dass es auch zu einer deutschen Ausgabe kommt.

Rodja

INFO: Super 8 Webportal – Crowdfunding-Site: https://www.kickstarter.com/projects/1112932678/the-super-8-web-portal

The Super 8 Web Portal from schmalfilm magazin on Vimeo.

Written by HomeMovieCorner

7. Mai 2017 at 09:11