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The art of independent movies

Archive for März 2011

Kurzfilmfestival VIS vor dem Aus

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So sehr ich auch gegen „reine“ Kurzfilmfestivals bin – aber das wäre doch ein großer Verlust für die österreichische Filmszene. Wie der Standard berichtet, droht dem Vienna Independent Short Filmfestival (VIS) – das übrigens seine Wurzeln im HomeMovieCorner hatte – das finanzielle Aus. Nach dem Absprung eines Sponsoringpartners (ich werde mir übrigens NIE ein LG-Produkt kaufen) fehlt dem Festival rund ein Viertel des Budgets. Die Auswirkungen für das heuer zum achten Mal stattfindende Festival (26. Mai bis 1. Juni): Die Reisekostenzuschüsse für die Gäste sowie der Festivalkatalog werden gestrichen. Eine Vorausplanung des Festivals 2012 sei auch schon nicht mehr möglich, so die Organisatoren. Nach Wünschen der Veranstalter soll die öffentliche Hand herhalten.

Rodja

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31. März 2011 at 15:36

Veröffentlicht in Indie News

Cut Character – Tödliche Trennung

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Irgendwann gegen Mitte des 21. Jahrhunderts: Robert Sens (Bernd Roebers), von seinen wenigen Bekannten Ted genannt, arbeitet in der Datenstatusschutzausgangskontrolle, wo er 414er- und 312er-, im Urlaubsfall aber auch schon mal 318er-Anträge bearbeitet. So „spannend“ sein Aufgabenbereich, genau so interessant ist auch Teds Charakter: Der Bürokrat ist stets vernünftig, Spaß und Spannung sind Fremdwörter für ihn. Dabei träumt er heimlich davon, Prinzessinnen vor Außerirdischen zu retten. Dass Ted nicht unbedingt der Mittelpunkt jeder Party ist, hält er für Veranlagung. Wie recht er damit hat, kann er sich aber nicht einmal ansatzweise vorstellen. Die Wahrheit über sich erfährt das ehemalige Adoptivkind auf der Selbstmord-Party seines Patenonkels Bogard (Alfred Lengert). Der offenbart ihm, dass er nicht nur Teds biologischer Vater ist („Ted, ich bin dein Vater!“ Argh, nein, falscher Film!), sondern dass der Bürokrat auch noch Teil eines Experiments ist – genauer gesagt: ein Drittel davon. Teds Zelle wurde nämlich verdreifacht – und dann wurden in den einzelnen Zellen jeweils zwei verschiedene der drei Hauptveranlagungen Vernunft, Genuss und Aggression eliminiert.

So lässt sich auch erklären, warum Ted zwar stets vernünftig handelt, aber nichts genießen oder gar wütend werden kann. Seine Halbbrüder Thomas Pietsch und Zane Getty wiederum sind Spezialisten für Genuss bzw. Aggression. Von Professor Stransky (Gerhard Comelli) erfährt Ted dann von den Nebenwirkungen des Experiments. Durch die Aufteilung wurde unabsichtlich auch ein verfrühter Zellverfall ausgelöst. Ted hat nur noch sechs Monate zu leben; es sei denn, er findet seine zwei Brüder, um dann mittels einer Operation sich zu vervollkommnen.

Auf Ted, den Spießer, wartet nun das größte Abenteuer seines Lebens: Zuerst muss er in die Spielerstadt Sin City, die im verstrahlten Niemandsland liegt, um nach Thomas Pietsch (Kai Bentzin) zu suchen. Danach folgt die Suche nach Zane Getty (Co-Regisseur Stephan Lenzen), der in der Galaxis als R.A.S.-Leasingpersonal (Rent A Soldier) von Kriegsschauplatz zu Kriegsschauplatz eilt. Gettys Spezialität: Folter und Verhör. Für Ted gilt: Wer solche Brüder hat, braucht keine Feinde mehr…

„Cut Character – Tödliche Trennung“ (1993) von Stephan Lenzen und Thomas Manglitz ist bis dato einer der ältesten Indie-Filme, der mir je untergekommen ist (ad hoc würde mir da nur noch „Nekromantik“ von Jörg Buttgereit auf meiner Liste einfallen) – und ehrlich gesagt merkt man ihm das Alter auch an. Gedreht in einer prä-digitalen Ära auf Hi8, geschnitten auf einem echten Schnittplatz (nix PC) und untermalt mit einer Synthie-Musik, die einen etwas an MacGyver erinnert (nicht vom Thema, von der Art her). Sollte denn dann ein computer-verwöhnter Film-Junkie überhaupt einen Blick auf so etwas werfen? Man sollte – denn hier sieht man echtes Handwerk und Tüftlergeist. Kein zusammengepixeltes Raumschiff, sondern ein reales, angreifbares Modell. Keine aus dem Netz gesaugten Explosionen, sondern echtes Feuerwerk. Und auch so gibt es noch einige nette filmhistorische Leckerbissen: Laser-Schüsse wurden noch auf dem guten, alten Amiga gerendert. Bezahlt wird mit Ecu (Ja, wer erinnert sich denn noch an den gedanklichen Vorgänger des Euros?). Die Frisuren sind größtenteils abscheulich (Na und, George Lucas hat das auch nicht gekümmert), und bei einigen Tanzsequenzen fühlt man sich an MC Hammer und sein „U Can’t Touch This“ erinnert.

Diese Erinnerungen machen für mich einen Teil des Fun-Faktors aus. Aber das alleine ist es nicht. Zwar ist die schräge Story gegen Ende etwas dünn (das Drehbuch war nicht fertig), dennoch merkt man, mit wie viel Liebe sich die Drehbuchautoren und Regisseure ihre eigene Galaxie erschaffen haben – und mit wie viel Tatkraft sie die Umsetzung ihrer Visionen betrieben. Zwar scheinen Vorbilder wie „Westworld“, „Per Anhalter durch die Galaxis“ und „Brazil“ durch – das stört aber auch nicht weiter. Gedreht wurde der Film in 30 Tagen, verteilt auf ein Jahr. An die 120 Statisten wirkten mit. Teilweise gibt es fantastische Locations: So wurde u.a. eine Sci-Fi-Szene im Bavaria-Filmpark (jetzt Warner Bros. Movie World) gedreht. Ob man da heute auch noch eine Drehgenehmigung bekommt?

Schauspielerisch fallen vor allem vor allem die drei Hauptdarsteller positiv auf. Bernd Roebers, Kai Bentzin und Co-Regisseur Stephan Lenzen sind wirklich perfekt in ihren Rollen. Hier stimmt die Chemie. Die Qualität bei den Nebendarstellern ist jedoch relativ unterschiedlich. Großes Kompliment auch für den Schnitt. Die Musik stammt übrigens von Chris Hülsbeck, der u.a. für den Score zu Amiga-Spieleklassikern wie „Monkey Island“ oder „Turrican II“ bekannt ist. Zu seinen letzteren Arbeiten gehörten diverse „Star Wars“-Konsolenspiele. Neben dem Hauptfilm bietet die vom Klein-Label Unlimited Dreams Media veröffentlichte DVD zusätzlich einen aufschlussreichen Audiokommentar, ein eher liebloses Making of, einen wesentlich interessanteren Bericht (eigentlich auch ein Making Of) sowie ein Easter Egg. Auch ein Blick auf die Website von Regisseur Stephan Lenzen lohnt sich. Seit mehr als 15 Jahren dreht der Deutsche schon Filme – zuletzt „Die Todgeweihten grüßen dich“ (mit Ulli „BloodBound“ Fleischer).

FAZIT: Witzige Story und echte Handarbeit: „Cut Character – Tödliche Trennung“ ist eine trotz ihres Alters (1993) sehenswerte Sci-Fi-Parodie von Stephan Lenzen und Thomas Manglitz.

Rodja

INFO: „Cut Character – Tödliche Trennung“ – Sci-Fi, D 1993. Regie: Stephan Lenzen/Thomas Manglitz. Darsteller: Bernd Roebers, Kai Bentzin, Stephan Lenzen, Gerhard Comelli. Homepage: www.stephanlenzen.de

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25. März 2011 at 19:37

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Eigens für YouTube produzierter Spielfilm online

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An sich eine interessante Idee: Ganz allein für YouTube wurde ein Spielfilm produziert – und natürlich ist er auch auf der Internet-Plattform zu sehen. Zumindest theoretisch… Denn wenn man den hauseigenen Film-Kanal www.youtube.com/ytscreeningroom anklickt, kommt folgende Meldung: „Der betreffende Nutzer hat das Video in deinem Land nicht zur Verfügung gestellt.“

Hm… da möchte man echt gerne wissen, welches Problem da dahinter steckt. Vielleicht wollen sie auch eine deutsche Übersetzung liefern? Oder – meine Vermutung – der Film verwendet Musik, die aufgrund von Copyright-Bestimmungen nur in den USA verwendet werden darf. Aber wie gesagt, das sind nur Spekulationen.

Theoretisch gibt es also auf YouTube die Komödie „Girl Walks Into A Bar“ mit bekannten Stars wie Josh Hartnett, Alexis Bledel, Rosario Dawson, Robert Forster und Danny DeVito zu sehen. Regie führte Sebastian Gutierrez, der u.a. das Drehbuch zu dem Actionfilm „Snakes On A Plane“ mit Samuel L. Jackson schrieb. Also jemand, der sich mit der Macht des Internet-Hype auskennt.

Zumindest kann man sich den Trailer mal anschauen.

Rodja

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25. März 2011 at 18:36

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Filmfestival Independent Days geben Programm bekannt

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Das von mir sehr geschätzte Filmfestival Independent Days (04. – 08. Mai 2011) in Karlsruhe findet heuer zum elften Mal statt. Vor kurzem wurde nun das endgültige Programm zusammengestellt und veröffentlicht.

Insgesamt haben es 98 Filme aus 419 Einreichungen in das Programm geschafft, darunter auch wieder fünf Langfilme (u.a. „Prinz Blechleber und die Murmeln der Freundschaft“). 14 Filme treten im Low-Budget-Wettbewerb gegeneinander an und insgesamt 24 Filme streiten im No-Budget-Wettbewerb um „Die Goldene ID2011“. Zudem werden neun thematische Kurzfilm-Blöcke gezeigt.

Das Programm ist hier zu finden.

Rodja

PS: Und ich kann wieder mal nicht hinfahren… Grmpf!

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24. März 2011 at 13:47

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‚Lamento‘ – Neuer Film von Hedfeld und Sydow

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Daniel Hedfeld und René Sydow lieferten bereits 2005 mit dem feinen Independent-Psychothriller „Unter Wölfen“ eine beeindruckende Charakterstudie ab. Nun ist vor kurzem ihr zweiter gemeinsamer Spielfilm „Lamento“ bei Renaissance Medien auf DVD erschienen. Laut Wikipedia handelt es sich dabei um ihren Abschlussfilm an der Uni. Wie der Story zu entnehmen ist, dürfte auch hier wieder sehr viel Wert auf Charakterentwicklung gelegt worden sein. Für den Film konnten u.a. Ralph Herforth („Das Blut der Templer“, „Aeon Flux“) und die 2009 verstorbene Dana Vavrova („Stalingrad“, „Comedian Harmonists“) in einer ihrer letzten Rollen gewonnen werden.

Synopsis: Der Tod einer jungen Frau stürzt eine kleine Dorfgemeinde in tiefe Betroffenheit und bringt das Leben der Dorfbewohner ins Wanken. Alle können das Geschehen nur schwer begreifen – angetrieben von der Motivation den Grund für ihren Tod und damit den Täter zu finden, beginnt eine erbitterte Suche nach Gerechtigkeit und Sühne. Mit der Zeit entspinnt sich ein Netz aus Intrigen und Lügen, wobei sich die Schuldzuweisungen kettenreaktionsartig entladen…

Rodja

Lamento Trailer 01 from Ruben Silberling on Vimeo.

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16. März 2011 at 08:58

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Moviestar-Karaoke

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Gut, ich kenne mich nicht so ganz mit Computer- und Konsolenspielen aus – aber „Yoostar 2“ klingt nach einem Spiel, das sogar mir gefallen könnte. Es ist wie Karaoke, nur dass man nicht singt, sondern in Filmen wie „Terminator“, „300“ oder „Matrix“ seine Lieblingsszenen nachspielt – und das mit Original-Footage!

Rodja

Written by HomeMovieCorner

15. März 2011 at 21:37

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Spuck Feuer, Baby

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Mit der Open Source Software „Blender“ wurden ja bereits die Animationsfilme „Elephants Dream“ und „Big Buck Bunny“ realisiert. Nun wurde wieder ein Film veröffentlicht: Der Fantasystreifen „Sintel“ erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das einen kleinen Drachen findet und aufpäppeln will. Als ein großer Drache das kleine Wesen kidnappt, zieht die Heldin aus, um ihren Freund zu rächen. Doch ihre Wut macht sie blind für gewisse Wahrheiten…

Ein internationales Team arbeitete an dem Film im Blender Institute in Amsterdam. Die Geschichte selbst stammt vom Comic-Zeichner Martin Lodewijk (u.a. „Storm“), Regie führte der US-Amerikaner Colin Levy.

Neben der Werbung für die Open Source Software Blender erfüllt der Fantasyfilm noch einen anderen Zweck. Anhand des Films soll die Software verbessert werden – diesmal lag einer der Schwerpunkte auf der Darstellung von Feuer und Flammen.

„Sintel“ steht unter der „Creative Commons Attribution License 3“ und darf somit frei heruntergeladen, verbreitet und sogar bearbeitet werden. Wer das Projekt allerdings unterstützen will, kann den Film auch käuflich auf DVD erwerben. Neben dem Film gibt es auf den vier Discs auch Trailer, Videotutorials sowie Drehbuch, Storboard und andere Materialien.

Rodja

Written by HomeMovieCorner

15. März 2011 at 10:17

Veröffentlicht in Movies (online)