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The art of independent movies

Archive for Februar 2014

Dritter Teaser zu „Die Traumlande“ veröffentlicht

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Bevor die Crowdfunding-Aktion bald startet, haben Huan Vu und sein Team von Sphärentor Filmproduktionen nun mit dem dritten Teaser zu der H.P.-Lovecraft-Verfilmung „Die Traumlande“ einen Blick in die Abgründe geliefert.

Rodja

INFO: Film-Site: www.dietraumlande.de – Offizieller Produktionsblog: www.700stufen.de.

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24. Februar 2014 at 14:18

Rodja and The Secret of Calw

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sek calwIch beschäftige mich seit ca. Ende 2000 mit dem Amateur- und Independentfilm im deutschsprachigen Raum. Ungefähr genau so lange beobachte ich auch das Schaffen von Mania Pictures aus Calw. Die Truppe rund um Armin Schnürle bezeichnet sich selbst als Amateurfilmgruppe, aber ihr Output und ihre Herangehensweise ist dennoch sehr professionell. Pro Jahr bringen Mania Pictures ungefähr einen Spielfilm heraus. Sex, Stunts und Action – auch bekannte Schauspieler wie Tilo Prückner („Die Siebtelbauern“, „Die Fälscher“) sind zu sehen. Wie ist das aber nur mach- und finanzierbar? Und was kann man daraus lernen?

In Zusammenarbeit mit Ute Mörtl von Independent Filmabende Wien habe ich nun das Vergnügen, einen kleinen Vortrag über diese außergewöhnliche Filmgruppe zu halten. Anschließend wird der Film „SEK Calw“ gezeigt.

Synopsis: In Calw läuft ein größerer Drogendeal ab. Die Polizei ist im Bild. Doch der Zugriff des Calwer SEK gerät außer Kontrolle und endet in einer Schießerei, bei der einer der Beamten schwer verwundet wird. Einer der Gangster ist entkommen, Drogen und Geld konnten nicht sichergestellt werden. Die Interne Ermittlung übernimmt den Fall. Zunächst ist alles einfach, aber schnell gibt es mehrere Versionen, was bei diesem Zugriff im Parkhaus wirklich passiert ist. Zur gleichen Zeit soll der Privatdetektiv Karl Jäger, der sich eigentlich auf Scheidungsgeschichten spezialisiert hat, den Bruder seiner neuen Kundin ausfindig machen. Doch schon bald hat er sich in einen Fall verstrickt, der sich als wesentlich schwieriger erweist als er es sich vorgestellt hat. Als sich aber die Wege Jägers mit denen des SEK kreuzen, scheint die Lösung zum Greifen nah…

Wann: 4. Independent Filmabend Wien – Do., 20.02.2014, von 19:00 bis ca. 21:00 Uhr.
Wo: SCHIKcafeBAR, Schikanedergasse 5, 1040 Wien
Eintritt: 5 Euro pro Person, inkl. Gratisgetränk
Anmeldung: Da die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist, bitte um Anmeldung via Mail an ute.moertl(at)chello.at

Rodja

INFO: Über ein Like hier würde man sich freuen: facebook.com/independentfilmabendewien

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17. Februar 2014 at 17:31

DIY- SnorriCam

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Die SnorriCam (auch chestcam oder bodycam), benannt nach ihren isländischen Entwicklern Einar Snorri und Eiour Snorri, ist eine Kameraeinstellung, bei der die Kamera einen Schauspieler frontal filmt und sich im Verhältnis zu ihm nicht bewegt. Dazu wird die Kamera mittels einer Konstruktion so um den Bauch geschnallt, dass sie den Oberkörper/Kopf filmt. Während der Protagonist geht, scheint er sich selbst nicht viel zu bewegen, aber die Umgebung fließt quasi an ihm vorbei. Das Bild vermittelt dabei Schwindel als auch Orientierungslosigkeit oder Verzweiflung des Protagonisten. Dieser Effekt wurde z.B. in „Requiem For A Dream“, „Wie ein wilder Stier“ oder „The Truman Show“ verwendet.

Die Sendung Backyard FX von Eric Beck vom leider inzwischen abgestellten Filmemacher-Channel Indy Mogul zeigt mit einfachen und billigen Mitteln, wie so eine Snorricam-Konstruktion gebaut wird.

Rodja

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17. Februar 2014 at 16:27

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Gewinnspiel Jänner 2014 beendet

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Das Gewinnspiel für Jänner 2014 (Infos dazu hier) ist abgeschlossen. Die richtige Antwort lautet:

– arte

And the winner is: Christina Nimmervoll. Herzliche Gratulation.

Die DVD „Suicide Club“ wird innerhalb der nächsten Woche zugeschickt.

Rodja

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17. Februar 2014 at 16:26

Valentin’s Tag

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Vlado Priborskys Erstlingswerk „Valentin’s Tag“ von 2005 – und ich komm ums Verrecken nicht drauf, warum ich den Film ausgerechnet heute vorstelle.

Synopsis: Ausgerechnet am Valentinstag erwartet der Held der Geschichte (Valentin) ein wichtiges Schreiben. Nein, nicht von seiner Liebsten – denn er lebt zurückgezogen und ganz alleine – sondern von seinem guten Freund Robert, der zufälligerweise auch sein Hausarzt ist. Valentin erwartet ein Resultat einer großen Untersuchung, denn er glaubt fest daran, krank zu sein. Was wiederum Robert fast in den Wahnsinn treibt, denn er weiß, dass Valentin maßlos übertreibt und nicht zu Unrecht als Hypochonder bezeichnet wird.

Die Sendung „Ohne Kohle“ des Stadtsenders Puls TV (noch vor der Übernahme durch ProSiebenSat.1) präsentierte den Film 2006 zusammen mit einem Interview des damaligen Regieneulings. Inzwischen hat Priborsky mehrere Kurzfilme wie „Plan B“, „Sophie“ und „Secret Services“ abgedreht und befindet sich – wie hier berichtet – in Vorbereitung auf seinen ersten Spielfilm.

In „Valentin’s Tag“ spielt auch der vor kurzem tödlich verunglückte Mario L’Ross mit.

Rodja

INFO: www.independentworks.at

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14. Februar 2014 at 15:31

Crowdfunding für „Der schwarze Nazi“

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filmplakat crowdfundin quer variante 1-kleinVor kurzem habe ich erst Stephan Demmelbauers „Todespolka“ auf DVD gesehen. In der Satire geht es darum, dass Österreich von einer rechtsgerichteten Partei (deren Führerin Sieglinde Führer von der deutsch-israelischen Schauspielerin Tamara Stern dargestellt wird) aus der EU geführt wird und zu einem Staat wird, in dem jeder jeden vernadert. Obwohl „Todespolka“ so seine Schwächen hat, hat er mir durchaus gefallen – vor allem, weil ich endlich mal wieder einen Film gesehen habe, der die Bezeichnung Satire verdient. Davon gibt es im Indie-Bereich nicht gerade viele.

Nun habe ich aber von einer Crowdfunding-Aktion erfahren, die mich neugierig gemacht hat. Die Filmgruppe Cinemabstruso Leipzig unter der Leitung der Regiebrüder Tilman und Karl-Friedrich König will in Zusammenarbeit mit Cineart e.V. von Juli bis August 2014 den Spielfilm „Der schwarze Nazi“ drehen.

Synopsis: Der Kongolese Sikumoya bereitet sich im Integrationskurs auf seine Einbürgerung vor. Unter dem Druck von Rassismus und Vorurteilen passt er sich immer stärker an die „deutsche Kultur“ an. Doch irgendwann ist es zu viel. Er bricht zusammen. Im Koma ereignet sich dann die Metamorphose. Sikumoya ist nun der scheinbar „perfekte Deutsche“. So überholt er rassistische Wutbürger und Neonazis einfach von rechts und beginnt ihnen Teile ihrer absurden Ideologie streitig zu machen.

Ich muss zugeben, sie hatten mich schon mit „schwarzer Nazi“.

Die beiden Filmemacher drehen laut Presseunterlagen bereits seit Anfang der 2000er-Jahre Spiel- und Dokumentarfilme, in denen sie sich immer wieder mit Migration und Neonazismus auseinandersetzen. „Der schwarze Nazi“ basiert auf einem gleichnamigen Kurzfilm von 2006. Nun soll die Geschichte auf Spielfilmlänge mit professioneller Technik, Team und Cast, mehr Zeit und Können und einem neuen, noch besseren Drehbuch für ein noch breiteres Publikum neu gedreht werden. Ideengeber und Drehbuchberater für die Gebrüder König war ein Freund der Familie: Kalemba Mukumadi aus Jena. Drei Jahre haben sie gemeinsam am Drehbuch und der Vorbereitung des Projektes gearbeitet.

Die geplante Crowdfunding-Summe von 7.500 Euro wurde mittlerweile schon überschritten, aber bis zum Ende der Aktion sind es noch über 20 Tage. Es kann also noch gefundet werden, jeder zusätzliche Euro wird in zwei bisher aus Budgetgründen gestrichene aufwendige Szenen gesteckt werden, die ja jetzt vielleicht doch noch realisiert werden könnten.

Rodja

PS: Ich habe schon mein Scherflein abgeliefert.

INFO: www.cinemabstruso.de; www.derschwarzenazi.de; Crowdfunding-Site: www.visionbakery.com/schwarzernazi
FOTO: Cinemabstruso

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11. Februar 2014 at 17:18

Vlado Priborsky plant den „Blockbuster“

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vladopriborskyManchmal stößt man auf Projekte, die einen etwas überfordern. Einfach, weil sie so von der Vision des Regisseurs geprägt sind, dass man sich ständig fragt: „Habe ich das nun verstanden, was er/sie meint – oder nicht?“ Ein solches Projekt dürfte nun auch Vlado Priborskys „Blockbuster – das Leben ist ein Film!“ sein.

Bis dato hat Priborsky, der hier bereits mit „Secret Service(s)“ und „Plan B“ bzw. „Sophie“ vorgestellt wurde, nur Kurzfilme gedreht, für die er auch zahlreiche Preise einheimsen konnte. Nun wagt er sich an seinen ersten Spielfilm heran. Und der wird ziemlich persönlich. Denn Priborsky verfilmt sein eigenes Bestreben, das ihn einen Großteil seines Lebens begleitete – eben einen Spielfilm zu drehen. Die Länge von 90+ Minuten zu schaffen. Die Kinos zu füllen. Einen echten „Blockbuster“ eben – und damit auch etwas Gutes zu tun.

Und für diesen Film wird Priborsky ziemlich intim.

Synopsis: 1987, Wien-Favoriten, die neue Heimat des 12-jährigen Vlado Priborsky. Aufgewachsen mit tschechischem Fernsehen, taucht er in die Welt westlicher Filme ein und verschlingt eine VHS-Kassette nach der anderen. Und mit der Zeit formt sich in ihm der Wunsch, selbst Filme zu machen. Mit 19 Jahren bewirbt er sich vergeblich an der Filmakademie. Und dann kommt die Diagnose Krebs. Nach einem jahrelangen Kampf ist die heimtückische Krankheit zurückgedrängt und Priborsky dreht seinen ersten Kurzfilm. Er hat Blut geleckt, weitere Projekte folgen – und selbst weitere Schicksalsschläge wie der frühe Kindstod seines ersten Sohnes David können ihn nicht davon abhalten, sich ganz seiner Leidenschaft zu widmen.

Ursprünglich war „Blockbuster – das Leben ist ein Film!“ als eine Art Dokumentation mit Spielszenen gedacht, doch mittlerweile ist der Filmemacher überzeugt, seine Geschichte auch als echtes Drama verfilmen zu können. Von Schauspielerseite her bekommt er prominente Unterstützung. So haben u.a. Reinhard Nowak, Thomas Stipsits, Manuel Rubey, Sabrina Reiter, Daniela Golpashin, Serge Falck, Ursula Strauss u.v.a. ihr Mitwirken zugesagt. „Ich freue mich sehr auf den Dreh und die Zusammenarbeit mit Top-Schauspielern der heimischen Film- und Kabarettszene sowie mit zahlreichen engagierten Newcomern“, so Priborsky in einer Aussendung.

Das No-Budget-Projekt soll mittels Crowdfunding co-finanziert und von Vlado Priborskys Produktion Independent Works zusammen mit Edgar Moors MoorlanD Pictures Production gestemmt werden. „In der Startphase geht es nun darum, so viele Fans wie möglich zu motivieren und die Online-Community von unserem Projekt zu überzeugen, das Projekt finanziell zu unterstützen“, erläutert Priborsky. Das Ziel steht fest: Einen Film fürs Kino zu drehen. Einer, der die Reihen füllt – denn das Projekt dient auch einem guten Zweck. „Für mich und das gesamte Team stehen neben persönlichen Erlebnissen und Schicksalen vor allem der hohe ideelle Endzweck, der mit der Geschichte des Filmes verknüpft ist, im Vordergrund. Nach der Realisierung von ‚Blockbuster‘ wird der Gesamterlös an die St. Anna Kinderkrebsforschung gespendet“, erklärt Vlado Priborsky bestimmt.

Der Drehstart ist für April 2014 geplant, der Film soll 2015 herauskommen.

Wie gesagt, ich bin mir nicht ganz sicher, wie Priborsky sich diese Mischung aus eigener Geschichte und Fiktion, Film im Film, No Budget und Goodwill vorstellt. Aber ich schätze ihn als äußerst vielseitigen Filmemacher. Humor und Splatter, Horror und Esoterik – irgendwie konnte er seine Geschichten immer so erzählen, dass sie trotz ihrer Widersprüchlichkeit Sinn ergaben. Mein Fazit: Wenn einer diese Geschichte erzählen/durchziehen kann, dann Vlado Priborsky. Und vielleicht Terry Gilliam.

Rodja

INFO: www.independentworks.at – und über ein Like freut man sich hier: https://www.facebook.com/blockbusterfilmprojekt
FOTO: Vlado Priborsky

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8. Februar 2014 at 17:20

HMC-Classics: Schützenhilfe

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schuetzenhilfe_1Das Theater des Schauspielers Ralf Silka ist am Ende – genau wie Silka selbst. Der alternde Bühnendarsteller beschließt, Selbstmord zu begehen. Da erscheint ihm Michael Ende, Außendienstmitarbeiter der Firma Tod. Beim Abschluss seiner Lebensbilanz schwankt Silka zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Dem Schweizer Regisseur Dieter Koller ist 2001 mit dem Kurzfilm „Schützenhilfe“ der Spagat zwischen Anspruch und Unterhaltung gelungen – und das ausgerechnet zu dem heiklen Thema Selbstmord. Ein phantastischer Film! Erst-Rezension am 13.06.2002 – der Film lief im Rahmen des HomeMovieCorner am 22. September 2002 im renommierten Wiener Filmcasino.

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Das Stück ist zu Ende. Auf der Bühne verbeugt sich der Schauspieler Ralf Silka (Horst Warning), bevor der Vorhang zum letzten Mal fällt. Das kleine Theater, das Silka so mühsam aufgebaut hat, steht vor dem Ruin. Als Silka sich in seiner Garderobe abschminkt, läutet das Telefon. Es ist seine Frau Tina (Jaqueline Renée) – sie weiß, dass Ralf Probleme hat. Doch Ralf blockt ab, auch der Brief der Stadtverwaltung – wahrscheinlich die Subventionierung seines Theaters betreffend – interessiert ihn nicht. Denn der alternde Schauspieler hat beschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Und das ausgerechnet zu Weihnachten. Der Gedanke, mit seiner ihm entfremdeten Familie eine wahrhaft stille Zeit zu verbringen, ist ihm ein Greuel. Silka bereitet sich vor: Eine Platte der Comedian Harmonists wird aufgelegt, die Waffe geladen. Vor seinem Auge schauen ihm seine Frau Tina und sein Schauspielerzögling Nadia Gruber (Martina Schütze) von den Theatersitzen her zu. Voller Wut schickt er sie fort, die Vorstellung ist ja schließlich längst vorbei. Doch da bemerkt er noch einen Zuschauer: Es ist Martin Ende (Walter Sigi Arnold), der jüngere Bruder seines Schulfreundes Klaus. Das Besondere an dem allerletzten Publikumsgast ist das kleine Einschussloch an der Schläfe – Ende hat sich selbst erschossen.

schuetzenhilfe_2Nun arbeitet der Ex-Lehrer und Ex-Mensch als Außendienstmitarbeiter für das äußerst florierende Unternehmen Tod. Doch bevor sein neuer Kunde Silka abdrückt, muss noch der ganze Papierkram erledigt werden, sprich: Es wird Bilanz gezogen. Silka erzählt von seiner Frau, von frühen gemeinsamen Erfolgen und vom Traum, ein eigenes Theater zu eröffnen. Doch da waren auch die so genannten „Freunde“, die vor dem finanziellen Risiko warnten, der Teufelskreis Erfolg-Subvention-Misserfolg-keine Subvention, die Belastung, als Familienerhalter zu versagen und die Entfremdung der Familie. Schließlich glaubt Silka, sich niemandem mehr anvertrauen zu können. Ende drängt zum Absch(l)uss. Doch durch die Bilanz bekommt Silka neue Hoffnung: Vielleicht hält seine Familie doch zu ihm. Vielleicht hat er doch noch Freunde. Vielleicht… Doch Ende ist nicht da, um Silka den Suizid so einfach auszureden.

Nach diversen Produktionen, wie z.B. dem Parkhaus-Thriller „Geschoss E“ oder dem zauberhaften Märchen „una storia della luna“ mit Laien und semiprofessioneller Technik, ist „Schützenhilfe“ der erste professionelle Kurzfilm des Schweizers Dieter Koller und seiner DiKo Production. Das Produktionsbudget von 35.000 sfr (damals rund 23.700 Euro) hat der Regisseur dabei aus eigener Tasche vorgelegt. Das für eine Privatperson beachtliche Budget hat sich aber auch bezahlt gemacht: Professionelles Handling bis in die kleinsten Details – Kamera, Musik, Ton, Schnitt, Bild, etc. Doch was ist mit der Geschichte und ihren Akteuren selbst? Auch hier kann man nur das höchste Kompliment aussprechen. Die Berufsschauspieler – vor allem Horst Warning als lebensmüder Silka und Walter Sigi Arnold als Allegorie des Todes – überzeugen komplett in ihren Rollen.

Gratulation auch an Dieter Koller bezüglich des Drehbuchs: „Schützenhilfe“ ist trotz der problematischen Thematik kein „verkopfter“ Film. Das ist vor allem der phantasievollen Story und den geschliffenen Dialogen zu verdanken, die „Schützenhilfe“ zu einer gelungenen Mischung aus Anspruch und Unterhaltung, Komödie und Tragik verhelfen. Hinzu kommt, dass Koller anscheinend ziemlich intensiv zum heiklen Thema Selbstmord recherchiert und Fachleute hinzugezogen hat. Kurz und gut – „Schützenhilfe“ ist einfach ein phantastischer Film.

Es ist nicht verwunderlich, dass „Schützenhilfe“ einige Preise – darunter Bester Film bei Filmtage Xanten und Interferencia Liechtenstein und Bronze-Medaille IDAF in Duisburg – abgeräumt hat. Neben dem 28-minütigen Film gibt es als zusätzliches Bonusmaterial Trailer, ein Making Of und mehrere Schweizer TV-Beiträge zu „Schützenhilfe“.

Dieter Koller entdeckte im Alter von 16 Jahren dank einer Super8-Kamera die Liebe zum Film. Schon früh bemerkte er, dass er nicht nur Urlaubsfilme drehen, sondern auch Geschichten erzählen wollte. Im Armeefilmdienst lernte er schließlich Andreas Lechleiter und Patrik Busam kennen – zwei Weggefährten, die mit ihm heute noch drehen.

Obwohl sich der HomeMovieCorner sehr auf den deutschsprachigen Raum konzentriert, sind mir nur relativ wenige Schweizer Filmemacher im Indie-Bereich bekannt: Einer davon ist eben Dieter Koller. Filmisch am produktivsten war Koller in den 1990ern, wo er u.a. „Geschoss E“ (1997) und das märchenhafte „una storia della luna“ (1998) drehte, die mir schon sehr gut gefallen haben. Den Höhepunkt lieferte er aber meiner Meinung nach mit „Schützenhilfe“ (2001) ab. Doch danach wurde es sehr, sehr lange still um den Filmemacher, so dass ich mich fragen musste, ob Koller Abschied vom Regiestuhl genommen hat. Um so mehr freute es mich, dass er 2009 mit „3H“ sich wieder zurück auf der Leinwand meldete. Und nun soll 2014 sein neuestes Projekt „Adagio for strings“ herauskommen.

Rodja Pavlik

FOTO: DiKo Production

INFO: DiKo Production/augenblick media gmbh: „Schützenhilfe“ – CH 2001, Drama – 28 min. Regie: Dieter Koller. Drehbuch: Dieter Koller. Kamera: Peter Arnold. Schnitt: Peter Arnold, Dieter Koller. Ton: René Kolb. Maske/Kostüme: Nicole Zingg. Ausstattung/Requisiten: Ueli Graber. Produktion: Dieter Koller. Budget: ca. rund 23.700 Euro. Darsteller: Horst Warning, Walter Sigi Arnold, Jaqueline Renée, Martina Schütze. Homepage: http://www.diko.ch

Was ist HMC-Classics?

Written by HomeMovieCorner

6. Februar 2014 at 10:25