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„Unterwelt – The World Beyond“ – Kassel lässt grüßen

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© Spontitotalfilm

Auf den Kasseler Filmemacher Ralf Kemper und seine Crew von Spontitotalfilm halte ich große Stücke.

Gut, auf den ersten Blick wirken Titel wie „Überfall der Mörderrucksäcke“, „Die Waldbewohner“, „Toxic Lullaby“ oder „Damned On Earth“ wie Trash-Movies.

Sind sie auch – aber welche mit Herz und Hirn. Ich kann zwar nicht mit jedem Film wirklich was anfangen, aber Kemper wiederholt sich nicht ständig. Jeder seiner Filme erzählt eine neue Geschichte, bei der man sich immer fragt, wie sie wohl ausgehen mag. Egal, ob man die Geschichte mag oder nicht. Und das ist das große Talent eines Geschichtenerzählers wie Ralf Kemper.

Meine persönlichen Favoriten sind „Die Waldbewohner“ und „Toxic Lullaby“. Wenn sie „Die Waldbewohner“ sehen würden, bin ich mir sicher, dass „Scheibenwelt“-Erfinder Terry Pratchet und Autor Neil Gaiman („The Books of Magic“, „Sternenwanderer“, „American Gods“) zumindest Szenenapplaus spendieren würden. Und „Toxic Lullaby“ halte ich persönlich (siehe Filmkritik) sowieso für einen der intelligentesten und besten Zombie-Filme aus dem deutschsprachigen Indie-Raum. Dass der Film gut ist, ist übrigens auch die Meinung vom New York Film and Video Festival, das „Toxic Lullaby“ 2010 mit dem Award für den besten internationalen Horror Film auszeichnete.

2018 meldet sich Kemper nun mit „Unterwelt – The World Beyond“ zurück. Gedreht wurde von April bis Mai in Bunkern und Felsenkellern in Kassel – und auch das muss man dem Filmemacher lassen: Er hat ein sehr gutes Händchen für Locations.

Inhalt: Nach Abschluss eines Fotoshootings für Gothic-Mode in einem alten Bunker stellt das Foto-Team fest, dass der Eingangsschlüssel verloren gegangen ist. Verzweifelt und von der Außenwelt abgeschnitten, versuchen drei junge Models gemeinsam mit der Crew einen Ausweg zu finden. Hierbei stoßen sie immer tiefer in das Labyrinth vor, bis Wahnsinn und Hoffnungslosigkeit um sich greifen. Nicht allen gelingt es, einen Ausgang zu finden – und einer von ihnen steht eine schreckliche Entdeckung bevor…

Neben Absolventen und Schülern der Schauspielschule Kassel wirken auch erfahrene Schauspieler wie Prahsant Prabhakar Jaiswal („Stromberg – Der Film“, „Toxic Lullaby“) mit. Peter Spilles von der Band Project Pitchfork liefert die Musik. Der ca. 75-minütige Film soll Anfang April 2018 herauskommen – den Trailer dazu gibt es hier.

Rodja

INFO: www.spontitotalfilm.com

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17. Dezember 2017 at 08:22

Teaser zu „Jack versus Josephine“

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© Gruftkasperl Produktion

Jack is back!!!

Von Zeit zu Zeit stößt man auf einen Teaser, der das Teasen aber so richtig gut drauf hat. So wie z.B. bei „Jack versus Josephine“, einem schwarzhumorigen, sexy Wiener Lausbubenstreich von einem Slasher aus dem Hause Gruftkasperl Productions.

Inhalt: Ein besoffener Friedhofsgärtner erweckt ungewollt den toten Dirnenmörder Jack (Helmut Hochegger) zum Leben – und damit beginnt das Unheil im Wiener Rotlichtmilieu seinen Lauf zu nehmen. Jack geht mit seinem Muscle Car wieder auf Jagd nach jungen, unbedarften Prostituierten und richtet ein Blutbad nach dem anderen an. Polizei und Zuhälter treten ratlos auf der Stelle. Die verunsicherten und hilflosen jungen Dirnen suchen Rat bei einer Voodoo-Priesterin, die ihnen zu sofortigem Schutz verhilft, indem sie die legendäre Josephine (Barbara Bandi) aus dem Reich der Toten beschwört…

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Hinter Gruftkasperl Productions stehen der 26-jährige Filmemacher Lukas Fuchs und sein Firmpate, der Grafiker und Kabarettist Rudi Ehrenreich (49). Ehrenreich, der das Drehbuch in Zusammenarbeit mit Fuchs schrieb, beschreibt „Jack versus Josephine“ als eine detailverliebe und humorvolle Wiener Hommage an das Genre der Exploitation- und Giallo-Filme der 60er- und 70er-Jahre.

Es ist der erste gemeinsame Spielfilm von Lukas Fuchs und Rudi Ehrenreich. „Lukas ist mein Firmkind. Wir waren beide immer schon Filmfreaks und beschlossen einfach mal bei ein paar Bierchen in unserem Stammbeisl etwas auf die Beine zu stellen anstatt immer nur davon zu reden“, erklärte Ehrenreich dem HomeMovieCorner auf Anfrage. „Da Lukas und ich auch immer schon große Anhänger des Horrorgenres und der Bahnhofskino-Filme der 70er-Jahre waren, war es klar, dass wir etwas in diese Richtung machen wollen, da eben eher Low Budget und auch selbst finanzierbar.“

© Gruftkasperl Produktion


Bei den Namen Jack und Josephine fallen mir sofort zwei mögliche reale bzw. literarische Vorbilder ein, doch Ehrenreich dementiert: „Also: Jack bleibt Jack und Josephine bleibt einfach nur Josephine. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Charakteren ist rein zufällig.“

Der Slasher mit einer angestrebten Spielfilmlänge von 90 bis 110 Minuten ist zum größten Teil schon abgedreht. Nur zwei große Szenen müssen witterungsbedingt im Frühjahr 2018 gedreht werden, so Ehrenreich. Über die Veröffentlichung hat man sich auch schon so seine Gedanken gemacht. Die Premiere soll bereits im Frühjahr/Sommer 2018 in einem großen Wiener Kino stattfinden. „Wir verhandeln mit größeren Verleihfirmen, die im deutschsprachigen Raum tätig sind. Auch ein heimischer Verlag für den DVD-/BluRay-Vertrieb kommt in Frage.“

Rodja

INFO: Filmsite: https://jackversusjosephine.at/; Facebook: https://www.facebook.com/Jack.versus.Josephine/

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8. Dezember 2017 at 09:42

„Aurum“- Marco von Moos plant neue SciFi-Fantasy-Serie

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© ZweiGleis Media

Neues aus der Schweiz

Obwohl im deutschsprachigen Raum gelegen, wird die Schweiz im Film-Bereich eher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind die Schweizer oft Genre-affiner als deutsche oder österreichische Produktionen.

Aus dem Land kommen Filme wie der Horrorfilm „Sennentuntschi“ (), „Northmen – A Viking Saga“ (dazu hier ein Interview mit den österreichischen Drehbuchautoren Bastian Zach und Matthias Bauer), der Backwood-Slasher „One Way Trip 3D“ (okay, das war eine A/CH-Kooperation) oder der Raumschiff-Thriller „Cargo“.

Nun ist mit „Aurum“ eine neue Sci-Fi-Fantasy-Serie geplant. Verantwortlich dafür ist der in Zürich lebende Indie-Filmemacher Marco von Moos mit seiner Firma ZweiGleis Media. Das Ganze ist auf vier Staffeln mit je zehn Episoden ausgelegt. Die 29-minütige Pilotfolge hat Marco bereits als Proof of Concept inszeniert, um mögliche Produzenten anzulocken.

Marco und mich verbindet eine lange Bekanntschaft, die bis ins Jahr 2001 zurückgeht. Damals war die Geburtsstunde des HomeMovieCorner – und sein Sci-Fi-Spektakel „Turicon – The Legend of Sollthar“ war einer der ersten Spielfilme, die in meinem Postfach landeten (damals noch als VHS-Kassette). Zu sehen bekam ich einen Superschurken in einer Rüstung und jede Menge – für damalige Indie-Verhältnisse großartige – CGIs.

Marco war damals wirklich ein Tausendsassa, was digitale Effekte betraf. Er lieferte auch einige Tutorials über z.B. bei Explosionen herumfliegende Gliedmaßen oder den Bullet-Time-Effekt (bekannt aus „Matrix“). Während aber bei „Matrix“ für diesen Effekt 120 Kameras zur Verfügung standen, produzierte Marco das Ganze „billig“ und nutzte nur vier oder fünf Kameras. Für die Übergänge trickste er dann mit dem Computer. (Allerdings habe ich in einem späteren Videoclip von Marco erfahren, dass das Tutorial dann auch das einzige Mal war, wo seine Herangehensweise funktionierte.)

Nach „Turicon – The Legend of Sollthar“ drehte Marco als Autor und Regisseur noch einige Kurzfilme sowie das Gangsterdrama „Face to Face“ (2003) und den Superheldenfilm „NightCast“ (2007). Für den Kanadier Christan Viel und dessen Indie-SciFi-Serie „Recon 2022“ agierte er „nur“ als Schauspieler vor der Kamera.

„NightCast“ ist für mich eine sehr interessante Produktion. Gut, es gibt vieles, das in diesem Film nicht funktioniert. Aber: Es ist ein Superhelden-Film! Aus Europa!! Und die Effekte waren meiner Meinung nach teilweise besser als jene der zeitnahen Hollywood-Produktion „Daredevil“. Das Making-Of von „NightCast“ ist eine Offenbarung für Indie-Filmemacher – vor allem, wie die Rüstung des Helden designt wurde.

Seitdem sind viele Jahre ins Land gegangen. Marco spielte Theater, drehte Kurzfilme, versuchte sich an einem Indie-Computerspiel. Und 2012 kam es zu unserem ersten Zusammentreffen im realen Leben. Wir wurden „partners in crime“ und wirkten als schusselige Bankräuber in „Tatort Calw: Hexensabbat“ der Gruppe Mania Pictures mit – inklusive explosivem Stand-Off vor einer Hermann-Hesse-Statue.

Und nun kommt „Aurum“ daher. In der Serie geht es um ein Team von jungen Forschern, das in einer unterirdischen Höhle nicht nur auf eine Grabräuberin stößt, sondern auch ein mysteriöses Portal findet, mit dem man in Kontakt mit den Annunaki – Außerirdische, die angeblich den antiken Menschenkulturen geholfen haben sollen, ihre Monumente zu erstellen – treten kann.

© ZweiGleis Media

Klotzen statt kleckern

Die Serie soll komplett vor einer Green-Screen mit einem 3D System gedreht werden, welches sämtliche Sets in Echtzeit berechnet. Durch die Nutzung der 3D Engines für Computerspiele sei es heute möglich, große Welten in Echtzeit zu erstellen, so eine Presseaussendung von Marcos Firma ZweiGleis Media. Bei der Erschaffung künstlicher Welten kommt da sicherlich Marcos Erfahrung als Indie-Spiele-Programmierer zum Tragen. Durch das Berechnen der 3D-Effekte in Echtzeit soll laut Aussendung bereits das Meiste in der Pre-Production vorbereitbar sein – und so kann die Post-Production-Arbeit kurz und effizient gestaltet werden. Das 29-minütige Proof of Concept wurde in einer Drehzeit von gerade mal vier Drehtagen realisiert.

Ich durfte schon einen Blick auf das Proof of Concept werfen – und ich muss sagen, der Schweizer Filmemacher enttäuscht mich nicht. Stilistisch erinnert es mich an die Abenteuerparodien, die Noah Wyle („Emergency Room“, „Falling Skies“) als Bibliothekar in z.B. „The Quest – Jagd nach dem Speer des Schicksals“ (OT: „The Librarian – Quest for the Spear“) drehte. Viel CGI, die mit den Jahren zwar billig wirken, andererseits aber auch wahnwitzige Ideen ermöglichen. “Aurum“ ist eine typische Marco-von-Moos-Geschichte, größenwahnsinnig strukturiert bis zum Geht-nicht-mehr. Aber Marco ist auch einer, dem ich zutraue, dass er das durchziehen kann.

Eine erste öffentliche Aufführung findet am 16. Dezember 2017 um 11:45 Uhr im Kino Picadilly beim Stadelhofen in Zürich statt.

Rodja

INFO: ZweiGleis Media: http://www.zweigleis.ch/

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5. Dezember 2017 at 14:05

Crowdfunding für „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“

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„Vampire werden im Film immer als sexy verkauft. Doch wie kann das sein? Sie sind tot, das Herz schlägt nicht, das Blut fließt nicht mehr – ergo kann es auch keine Erektion geben.“

„Okay, gekauft.“

Ungefähr so stelle ich mir vor, wäre der Dialog verlaufen, wenn Filmemacher José Hidalgo seinen Stoff zu „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“ bei mir als Produzenten (wenn ich denn ein Produzent wäre) gepitcht hätte.

Wenn ich ihn richtig einschätze, dann ist José Hidalgo ein bunter Hund, so etwas wie eine Ausnahmeerscheinung an der an Ausnahmeerscheinungen gar nicht armen deutschen Indiefilm-Szene. Er singt mit Leidenschaft, was unzählige Musikclips auf seinem Youtube-Channel beweisen – und natürlich dreht er auch Filme. Wobei Hidalgo eindeutig zu viele kreative Filmideen und zu wenig Budget hat. Davon lässt er sich aber Gottseidank nicht abhalten.

So produzierte und inszenierte er einen Film mit dem Action-verheißenden Titel „Der letzte Auftrag“, in dem ein Auftragskiller seinen letzten Auftrag erfüllen muss, um sein Kind zu retten, als Musical!!! (Ich weiß, das ist sehr redundant formuliert – aber diese Inhaltsangabe als Musical… das muss man sich doch auf der Zunge zergehen lassen!) Und obwohl man dem Film das No Budget ansieht, entgeht einem nicht, mit wie viel Leidenschaft und Ideenreichtum er inszeniert wurde.

Doch nun zurück zu „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“, für den José Hidalgo eine Crowdfunding-Aktion gestartet hat. Dabei geht es gar nicht darum, den Film zu drehen. Die rund 90-minütige Horrorkomödie ist bereits fertig und hat eine erfolgreiche Premiere hinter sich. Jetzt geht es nur noch darum, den Film unter die Leute zu bringen. Für die DVD-Produktion gilt es, bis zum 1. Dezember 2017 den Betrag von 1.000,- Euro aufzutreiben. Das sollte doch wohl zu schaffen sein.

Synopsis: Star-Mitglied der Kokosnüsse-Bruderschaft und Super-Checker Michael (Jörn Guido) wird bei einer seiner Safari-Jagden von einer Vampirin gebissen. Da ohne Blutfluss keine Erektion mehr möglich ist, sieht er sich gezwungen, eine Lösung zu finden. Mit der Hilfe von Mumu (José Hidalgo) und seiner Freundin Lola (Simone Kaufmann) beginnt die Suche nach der Vampirin, um die Verwandlung zu stoppen. Prof. Johanson (Georg Groeling-Müller) und Michaels Vater Engelbert (Klaus Thiel-Klenner) begleiten die drei Freunde bei der Suche, bis alle vor ihrem Endgegner und seiner Armee stehen. Wie wird der Kampf zwischen Gut und Böse enden? Wird Michael seine Menschlichkeit und die dazugehörige Sexualität zurückerobern?

Rodja

P.S.: Eigentlich könnte sich José Hidalgo noch ein zweites (drittes? viertes?) Standbein als Produzent und Testimonial von Low-Budget-Crowdfunding-Clips aufbauen. Sein Auftritt im Clip unten hat mich auf jeden Fall überzeugt, die Aktion zu unterstützen.

INFO: Crowdfunding für „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“: https://www.startnext.com/michael-vampirfilm; Website von José Hidalgo: http://josehidalgo.de/


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19. November 2017 at 08:31

Erster Teaser zu „Finding Planet Porno“

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Ein Projekt, dem man bei der Entwicklung zuschauen kann, macht Spaß. Das gilt z.B. für die Dokumentation „Finding Planet Porno“, an die der in Salzburg lebende Filmemacher und Filmkritiker Christian Genzel gerade arbeitet. Die Dokumentation handelt von US-Porno-Pionier Howard Ziehm, dem unabsichtlich mit dem als Porno geplanten, dann aber dann doch auf Sci-Fi-Parodie umgeschwenkten Film „Flesh Gordon“ ein Riesenerfolg gelang.

Nun hat Christian einen ersten Teaser veröffentlicht. Wie bereits berichtet, war Howard Ziehm hauptsächlich in dem „Golden Age of Porn“ tätig. Er brachte 1970 mit „Mona: The Virgin Nymph“ den ersten Porno-Spielfilm – explizite Sex-Szenen, eingebettet in eine fiktive Rahmenhandlung – in die regulären Kinos. Ziehm ist quasi Zeitzeuge des Aufstiegs und… Fall? Stagnation?… der Porno-Industrie.

Um die zeitliche Klammer zum Heute zu schließen, hat Regisseur Christian auch den in den USA erigi… äh… agierenden Pornostar Mick Blue interviewt. Den gebürtigen Grazer lernte Christian am Set der österreichischen Indie-Produktion „Schlimmer geht’s nimmer“ (2008) von David Unger kennen. Das war ein nicht-explizites, harmloses Sex-Klamöttchen, das damals recht interessante Wege in der Indie-Produktion aufzeigte. Damals, als Kino noch das Traumziel jeder Indie-Produktion war… (Vielleicht werden Christian und ich uns mal zusammensetzen und darüber etwas schreiben.)

Die Musik zum Teaser stammt übrigens von der österreichischen Band Betty’s Apartment, für die Christian schon einige Musikvideos realisiert hat.

Rodja

P.S.: Eine kleine Warnung. Den folgenden Trailer sollte man – wenn man im Büro sitzt – aus offensichtlichen Gründen nur mit Kopfhörer abspielen. Oder zumindest nicht bei voller Lautstärke. ;-D

INFO: „Finding Planet Porno“ auf Facebook: www.facebook.com/PlanetPornDoc

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18. November 2017 at 09:08

Der neue HeimATfilm auf ServusTV

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© Daniel Hollerweger

Neue Impulse braucht das Land

Ich mag den Sender ServusTV. Er tut sich mehr als wohltuend ab vom Deutschland-inspirierten Einheitsbrei der privaten TV-Sender der ProSiebenSat.1-Kette hier in Österreich. Vor allem im fiktiven Bereich setzt er neue Impulse. Man mag von „Trakehnerblut“ halten, was man will – aber das ist doch ein etwas frischerer Wind durch die österreichische Serienlandschaft.

Nun ist ServusTV mit der Fachhochschule Salzburg eine Kooperation eingegangen. Startend mit 10. November 2017 laufen unter dem Motto „Der neue HeimATfilm“ an drei Freitagen ab 22:45 Uhr in Österreich produzierte Kurzfilme, die sich mit dem Begriff „Heimat“ auseinandersetzen. Ist „Heimat“ nun ein Ort oder eine bestimmte Landschaft, stellt ServusTV dabei die Frage. Oder eher ein Gefühl – positiv wie wohl auch negativ besetzt?

Wie Till Fuhrmeister, Fachbereichsleiter Film bei der FH Salzburg, dem HomeMovieCorner auf Anfrage erklärte, handelt es sich bei den Kurzfilmen allesamt um Master Abschlussfilme, die komplett „independent“ sind. „Es gab von ServusTV keinen inhaltlichen Einfluss, sie haben alle in das Thema gut reingepasst. Da sind Horrorfilme, Dramen, usw. dabei“, so Fuhrmeister. „Und alles auf Kante selbst finanziert.“

Rodja

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8. November 2017 at 11:22

„Tote Moatla schreiand net“ – Vorarlberg-Krimi feiert Premiere

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© Achnus

Im Ländle da gibt’s sehr wohl Kultur…

Als der HomeMovieCorner so 2001 entstand, dachte ich, dass vor allem in den großen Städten die Indie-Szene boomen würde. Die Ansammlung von vielen Menschen würde zu vielen Kontakten führen, zu vielen Ideen, die man auch umsetzen kann. Da war auch sicher sehr viel Wunschdenken dabei, denn damals war ich nicht so mobil und hoffte, eben in meiner Heimatstadt Wien eine große Filmgruppe zu finden, der ich mich anschließen könnte.

Doch schon damals zeigte sich, dass ein Film-Biotop sogar in nicht so bevölkerten Gegenden gedeihen kann – wenn nicht sogar besser als in der angeblich ach so kulturinteressierten und pulsierenden Großstadt. Und diese späte Einsicht, die trotz der vorliegenden Fakten mir erst Jahre im nachhinein dämmerten, habe ich unter anderem Gruppen wie Mania Pictures aus Calw und Visual Dreams aus Vorarlberg zu verdanken.

Während Mania Pictures noch heute jedes Jahr einen Spielfilm produziert, stand Visual Dreams zu den Anfangszeiten des HomeMovieCorners eigentlich schon vor dem Aus. Viele der damaligen Mitglieder kamen gerade aus der Schule und standen am Scheideweg. Berufliche Ausbildung, weitere hochschulische Ausbildung – die Zeit des Ausprobierens war mehr oder minder vorbei. Trotzdem zählen ihre Filme wie „Angst“ oder „Faust – Der Musicalfilm“ für mich zu den Gründen, warum der HomeMovieCorner damals entstand.

Viele ehemalige Mitglieder blieben dem kreativen Bereich treu. Während es einige sogar beruflich schafften, wie Thomas Ilg, der Kameramann und Cutter wurde (u.a. „Universum History“, „Der Atem des Himmels“) oder Simon Meusburger, der das Schubert Theater in Wien leitet, wo u.a. auch Nestroy-Preisträger Nikolaus Habjan sein „Puppentheater für Erwachsene“ inszenierte, wurde für andere das Filmemachen und Geschichten erzählen einfach „nur“ ein Hobby.

Als eine Art Nachfolge von Visual Dreams etablierte sich in Vorarlberg die Gruppe Achnus Film. Auch einige ehemalige Visual Dreams-Mitglieder wie Philipp Horatschek sind mit dabei. Mir fielen sie bis dato eher durch Parodien wie „Achjack gegen die Mächte der Finsternis“, „Halul al Halula“ (Bollywood) oder „Pirätes – The Wedding of Spack Jarrow“. Und nachdem ich anscheinend vollkommen spaßbefreit bin, habe ich nicht unbedingt einen Faible für Parodien. Himmel, ich finde selbst „Spaceballs“ nur so halbherzig zum Lachen. (Ich kann also kein guter Mensch sein.)

Aber das neueste Werk von Achnus Film interessiert mich jetzt doch sehr. Vielleicht, weil das Thema „ernster“ klingt. Also nicht „ernst“ im Sinne von „todernst“, sondern im Sinne von „es ist keine Parodie, sondern was Eigenständigeres.“

Am 28. Oktober 2017 zeigen Achnus Film ab 20 Uhr ihren Ländlekrimi „Tote Moatla schreiand net – Mit Schwert abwärts“ in ihrem Wolfurter Vereinshaus.

Inhalt: Im Ländle da gibt’s sehr wohl a Sünd…

Die Leiche einer jungen Frau wird am Waldrand von einer Joggerin entdeckt. Oberinspektor Heinz Feuerle (Gernot Frick) ermittelt sofort. Zusammen mit seinen Kollegen Abteilungsinspektor Karl Fussenegger (Thomas Burger) und Polizeiarzt Dr. Sedlatschek (Heinz Jochum) decken die Kriminologen ein Netzwerk von Gewalt, Sex und Machtmissbrauch auf, das bis in die höchsten Vorarlberger Kreise reicht.

Der in einer ersten Fassung über 100 Minuten dauernde Film wurde mit über 60 Personen vor der Kamera in Wolfurt, Bregenz, Dornbirn, Hohenems und Kennelbach gedreht. An über 20 Drehtagen wurde der Film von Regisseur und Drehbuchautor Thomas Burger und dem Team von Achnus Film realisiert. Was mir an den „ländlichen“ Filmgruppen besonders imponiert. Neben dem Improvisationstalent gibt es anscheinend auch einen größeren Zusammenhalt und Unterstützung von der Bevölkerung her. So stellte die Landespolizeidirektion auch mehrmals ein echtes Polizeieinsatzfahrzeug zur Verfügung – und auch ein Rettungsauto und eine Cessna 208 Grand Caravan waren im Einsatz.

Rodja

INFO: Achnus Film www.achnus.com

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28. Oktober 2017 at 08:38

„Mom, I’m doing porn now!“

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Der in Salzburg lebende Filmemacher Christian Genzel ist mir u.a. durch seinen Indie-Spielfilm „Die Muse“ und als Filmjournalist bzw. -kritiker durch seinen Blog „Wilsons Dachboden“ bekannt, auf dem er mal mehr, mal weniger obskure Werke der Filmgeschichte und Filmperlen präsentiert. Sein letzter Kurzfilm „Cinema dell‘ oscurità“ mit der fantastischen Stephanie Lexer (u.a. „Biest“) findet sich auf der aktuellen DVD der renommierten „Shocking Shorts“-Reihe.

Gerade ist Genzel mit seinem Dreh-Team aus den USA heim gekommen. Er drehte dort Interviewparts für seine kommende Dokumentation „Finding Planet Porno“ (Facebook-Site) rund um den US-Filmemacher Howard Ziehm.

© Ghost Light Productions

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Obwohl sexuell ein ziemlicher Spätzünder – Ziehm verlor erst mit 20, 21 Jahren seine Jungfernschaft – gilt er doch als Porno-Pionier. Zusammen mit einem Geschäftspartner brachte Howard Ziehm 1970 mit „Mona“ den ersten Hardcore-Langfilm heraus, der landesweit in den US-Kinos lief.

Hierzulande dürfte Ziehm aber eher durch seine Sex-Parodien „Flesh Gordon“ (1974) und „Flesh Gordon Meets the Cosmic Cheerleaders“ (1990) bekannt sein. Ursprünglich war „Flesh Gordon“ auch als Porno-Spielfilm gedacht, doch die Polizei beschlagnahmte die frühen Hardcore-Szenen, so dass Ziehm sich entschied, einen Softsex-Film daraus zu machen. In dem fliegt nun Flesh Gordon in einem Penis-förmigen Raumschiff durchs Weltall, um Imperator Wang daran zu hindern, mit seinen Sex-Strahlen die Menschheit zu versklaven.

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Als ich den Film und seinen 16 Jahre später gedrehten Nachfolger das erste Mal sah, war das so in den frühen 1990er-Jahren. Eine wilde Zeit – so nach dem Bundesheer. Da waren bis lange nach Mitternacht dauernde Spielabende angesagt: „Das schwarze Auge“-Rollenspiele, Brettspiele wie „HeroQuest“ oder „SpaceQuest“ – später auch „Warhammer Fantasy“, bei dem wir natürlich auch Figuren bemalten. Und wenn wir besonders masochistisch veranlagt waren, spielten wir „Shogun“ (ungefähr wie „Risiko“, nur mit hunderten Figuren, Festungen, auszuhebenden Ronin-Söldnern, Ninja-Spionen und Auftragskillern – ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals ein Spiel zu Ende spielten).

Sollten wir wider Erwarten doch einmal vor Mitternacht fertig gespielt haben, war dann Video-Abend gesagt. Andi war Stammgast in der Videothek und borgte sich dort en masse Filme aus – die er wiederum en masse mit einem zweiten Videorecorder kopierte. Und so kam ich dann in den Genuss von Filmen wie „Bad Taste“, „Waynes World“, „Bill & Teds verrückte Reise in die Vergangenheit“ (bzw. auch „… in die Zukunft“), „Meet the Feebles“, „Army of Darkness“ – und eben „Flesh Gordon“ und dessen Nachfolger. Also alles, was damals als cool angesehen wurde.

Mich hat das nie so wirklich infiziert. Vor allem die schnoddrige deutsche Synchronisation, die ja mittlerweile Kult ist, ging an mir völlig vorbei. „Volle Kanne, Hoschi“ wurde ein gängiger Spruch in meinem Freundeskreis damals – und jedes Mal, wenn er zitiert wurde, war ein Lacher garantiert. Ich kam mir wie Spock vor, der das Ganze als Außenstehender beobachtete und alles „faszinierend“ fand, aber nie wirklich davon berührt wurde.

„Flesh Gordon“ und „Flesh Gordon Meets The Cosmic Cheerleaders“ stachen insofern heraus, da wir vom Hörensagen wussten, dass das verkappte Pornos waren.

Was sie eben nicht waren. Es waren Softsex-Klamotten mit Fäkalhumor-Einlagen. Insofern „faszinierend“, dass meine Freunde sich total abhauten. Ich fand ja den nur wenige Jahre zuvor herausgekommenen „Spaceballs“ auch nicht wirklich lustig. (Ja, ich bin wohl eine ziemliche Spaßbremse. Aber ich stehe eher auf philosophischen Slapstick-Humor à la Dick & Doof, Buster Keaton, Charles Chaplin und Harold Lloyd – da wurde nicht so viel Schwachsinn geredet. Wie auch, waren ja alles größtenteils Stummfilme.)

© Rodja Pavlik

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Was mich aber an „Flesh Gordon“ begeisterte, waren die Special Effects und die Ausstattung. Dem Filmemacher war es gelungen, eine in sich stimmige Welt zu kreieren – und das mit wenig Budget. Das konnte ich auch als Film-Laie erkennen. Und die Effekte wirkten bei manchen Sachen wesentlich besser als im Vergleich dazu der „High-Budget-Film“ „Spaceballs“. Ja, in den besten Szenen, als Flesh Gordon von Ameisenrobotern angegriffen wird, wird man an „Jason und die Argonauten“ (1963) erinnert, ein Meisterwerk des legendären Trickkünstler Ray Harryhausen.

Kein Wunder, gehörten doch zum Effekteteam unzählige junge Künstler, die es später weit bringen sollten, wie Christian Genzel auf „Wilsons Dachboden“ erzählt. So wirkten u.a. Mike Minor (Art Director für „Star Trek II – Der Zorn des Khan“), Rick Baker (sieben Oscars und Arbeit u.a. an „Hellboy“ oder Michael Jacksons „Thriller“-Video), Dennis Muren (neun Oscars, u.a. für „Terminator 2“ und „Jurassic Park“) und Greg Jein (u.a. Modelle für „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ und „Star Trek – Der Film“) mit.

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Doch nun zurück zur Doku „Finding Planet Porno“: Da ich Christian Genzels bisherige Werke kenne und schätze – und ihn auch als ernst zu nehmenden Regisseur mit Visionen wahr nehme, unterstütze ich das Projekt und sichere mir einen imdb-Credit als Associate Producer, was mich nun zum eingangs erwähnten Satz führt: „Mom, I’m doing porn now!“. (Na ja, wohl eher „Mom, I’m doing documentary now!“ – aber dann hätte wohl keiner mehr weiter gelesen.)

Mit in Genzels Team ist Kameramann Paul Sprinz, mit dem er zusammen den atmosphärischen Musikclip „Instant Love“ (und auch hier: Stephanie Lexer!) der Band Roia realisierte. Sprinz wiederum stand auch beim äußerst sehenswerten Kinodebüt „Die beste aller Welten“ von Adrian Goiginger hinter der Kamera. Der Film läuft aktuell in den österreichischen Kinos – und startet demnächst auch in Deutschland. Eine meiner Filmempfehlungen diesen Jahres. Definitiv.

Rodja

INFO: „Finding Planet Porno“ auf Facebook: www.facebook.com/PlanetPornDoc, Christian Genzels Filmproduktion Ghost Light Productions: www.ghostlightproductions.de

„Flesh Gordon“ (1974) – Trailer

„Flesh Gordon Meets the Cosmic Cheerleaders“ (1990) – Trailer

Written by HomeMovieCorner

23. September 2017 at 08:47

DVD-Präsentation von „Wilde Maus“ im Wiener Prater

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Am Donnerstag (7. September) fand im Wiener Prater die DVD-Präsentation von Josef Haders Regiedebüt „Wilde Maus“ statt – passenderweise eben auch vor der namensgebenden Achterbahn. Ich bin ja nicht so der Autogrammjäger, aber wenn sich mal eine Gelegenheit bietet, dann nütze ich sie schon mal.

„Wilde Maus“ war ja ein Wahnsinnserfolg an den Kinokassen. 264.455 Besucher allein in Österreich – das ist mehr als nur beachtlich. Zugegeben, ich fand den Film eh auch ganz nett. Aber auch nicht mehr. Eine verfilmte tragikomische Midlife Crisis – so, wie sich ein Kabarettist das halt vorstellt. Ist ja nicht so, dass diese Herangehensweise im österreichischen Film noch nie da gewesen wäre. Allerdings waren da einige Werke dabei, über die ich lieber den Mantel des Schweigens hülle. (I’m looking at you, Alfred Dorfer.)

Nun fand ich mich also am Donnerstag im Wiener Prater ein. Der Rummel war groß (Rummel auf einem Rummelplatz… höhöhö), aber angenehm überschaubar. Man musste sich für ein Autogramm auch nicht ewig lange anstehen. War wirklich fein. Eigentlich hoffte ich darauf, einige bekannte Gesichter zu sehen. Bei „Wilde Maus“ standen ja Andreas Thalhammer, Xiaosu „Xax“ Han und Boris Steiner hinter der Kamera. Leute, die ich noch von Indie-Geschichten wie „Auf bösem Boden“ von Peter Koller oder „Greener Pastures“ von Michael Sokolar her kenne. Doch leider waren sie nicht da. Wahrscheinlich drehen sie gerade irgendwo.

Dafür traf ich jemanden anderen, den ich schon sehr lange nicht mehr gesehen habe – und das hat mich sehr gefreut. Karl Leopold „Koatsch“ Furtlehner (Im Bild rechts. Links – das bin ich. Der in der Mitte… keine Ahnung. Der hat sich einfach ins Bild gefotobombt).

© Rodja Pavlik

2008 brachte Furtlehner mit seiner Gruppe Warnblinker Film den mittellangen Krimi „Randgestalten“ heraus. Die tragikomische Geschichte rund um die Schließung eines Postamts und dem Verschwinden eines Fleischhauers gefiel mir recht gut (eine Kritik dazu hier) – der Film fiel aber auch noch durch einen besonderen Gaststar auf: Josef Hader.

Irgendwie ergab sich danach immer wieder eine Gelegenheit für eine Zusammenarbeit. So traten Furtlehner und sein Warnblinker-Kompagnon Gerhard Haubenberger auch in der Brenner-Verfilmung „Der Knochenmann“ auf. (Anm.: Ich halte den Film ja für einen Backwood-Slasher, der aber nicht als solcher beworben wird. Beinhaltet ziemlich viele Sachen, die so Backwood-Slasher aufweisen… Eben am Land, grausige Schlachtszenen, Kannibalismus, auch ein bisschen Body-Transforming ist dabei). Die Szene mit Furtlehner und Haubenberger wurde zwar aus dem Film geschnitten, ist aber im Bonusmaterial der DVD zu finden.

Und auch in „Wilde Maus“ waren Furtlehner und Haubenberger – sie waren es, die Hader durch den Schnee jagten.

Wie Furtlehner mir schon vor einiger Zeit verriet, ist derzeit eine vierte Kooperation mit Josef Hader in der Postproduktion. Mit „Halbmännerwelt“ (Facebook-Seite) ist es diesmal wieder ein Indie-Film von Furtlehner selbst. Ich muss sagen, ich bin schon sehr gespannt darauf.

Auf jeden Fall habe ich jetzt eine „Wilde Maus“-DVD mit den Unterschriften von Josef Hader und K.L. Furtlehner. Nerd-Herz, was willst du mehr?

Rodja

Hier noch ein TV-Beitrag über „Halbmännerwelt“.

Und hier der Trailer zu „Randgestalten“

Written by HomeMovieCorner

9. September 2017 at 07:43

Crowdfunding für die älteste Videothek

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Ich muss ein Geständnis ablegen… Ich wurde nicht in Videotheken sozialisiert… Dabei bin ich eigentlich im richtigen Alter, um mich noch an die Glanzzeiten der Videotheken zu erinnern. Aber meine filmische Ausbildungsstätte war das Kino. Filmempfehlungen entnahm ich den Zeitungen und „Cinema“ (damals, als es noch etwas bedeutete, „Cinema“ zu lesen). Und oft ging ich auch allein ins Kino, kaufte mir eine Karte für die erste Reihe. Genickstarre war da noch ein Fremdwort – und wer im Urlaub damals bei griechischen Freiluftkinos hinter der Leinwand saß, weiß, von welchem „Blickwinkel“ ich rede).

Aber das mit den Videotheken hat sich eigentlich nie so wirklich ergeben. Hängt sicher damit zusammen, dass mein Vater erstens Filme lieber selbst aufnehmen und kein Geld für die Mitgliedsgebühr bei Videotheken ausgeben wollte. Wir hatten damals ja erst seit kurzem Kabelfernsehen – und die Auswahl an Filmen durch die vielen Sender war für uns damals unfassbar. Zweitens… mein Vater hatte Video 2000. Die Kassetten waren beidseitig bespielbar – fürs Aufnehmen perfekt. Leider verliehen die meisten Videotheken nur VHS-Kassetten. Und schlimmer noch – auch die Eltern meiner Freunde hatten ebenfalls nur VHS. Also auch hier kein Austausch.

Niemand beherrschte dieses „aufs-falsche-Pferd-setzen“ so gut wie wir. Beispiele gefällig? Während meine Freunde alle den C 64 (später dann den Amiga) hatten, bekam ich den Sinclair ZX Spectrum 16k. Da konnte ich noch die Schuld auf meine Eltern schieben, weil die finanzierten das damals. Aber als ich schon eigenes Geld hatte, setzte sich die Pavlik’sche Tradition fort. Andere hörten Pop, ich Klassik, Metal, Punk und Oldies. Als alle schon von MP3 redeten, kaufte ich mir einen MD-Player. Mittlerweile hat sich das sogar zu einem bewussten Lebensstil entwickelt: Während viele den neuesten Smartphones hinterher hecheln, stehe ich auf Schreibmaschinen und Musikkassetten. Aber das ist ein anderes Thema.

Wo war ich eigentlich? Ach ja… Kino statt Videothek – das war meine filmische Selbsterziehung. Ja, später war ich schon in einigen Videotheken eingetragen – u.a. auch in der Videothek Schopenhauer von Austro-Trash-Director Elmar Weihsmann („Thrill“, „Terror am Strand“, „Silent Bloodnight“, um nur einige zu nennen. Komischerweise habe ich vor kurzem gerade eine MiniDisc mit einem Interview mit ihm gefunden) – aber das waren eher kurze Episoden, in denen ich eigentlich nie wirklich prägende Filme zu sehen bekam.

Doch vor einigen Jahren setzte ein Kino-Sterben ein. Viele Kinos, in die ich früher ging, verschwanden. Das Auge Gottes, das Flotten-Kino, das Kolosseum, das Erika … viele wichen irgendwelchen Supermarktketten. Auf der Mariahilfer Straße weist noch immer eine (ausgeschaltete) Neonreklame geisterhaft auf das Flotten-Kino hin – doch man findet nur eine „Hofer“-Filiale vor.

© Randfilm e.V.

Natürlich erfüllt einen so etwas mit einem gewissen Wehmut. Insofern verstehe ich die Jungs von Randfilm e.V. aus Kassel total, wenn sie mittels einer Crowdfunding-Aktion auf Startnext mit dem Film-Shop Kassel die älteste Videothek Deutschlands (wenn nicht gar der Welt) vor dem Aus retten wollen.

In dem von Eckhard „Ekki“ Baum 1975 gegründeten Geschäft stehen über 20.000 Filme. Nicht nur auf Blu-Ray und DVD, sondern den Informationen nach auch auf VHS, Super-8 und 16 mm. Tipps werden noch persönlich gegeben, nicht von irgendwelchen Amazon-Algorithmen erstellt. Ja, auch das ist ein Kulturort. Und obwohl ich höchstwahrscheinlich nie diese Räume betreten werde, unterstütze ich das Projekt sowohl ideell als auch finanziell.

Bis zum 14. September 2017 will Randfilm e.V. 29.000 Euro via Crowdfunding auftreiben. Damit soll nicht nur der Videotheken-Betrieb aufrecht erhalten werden, sondern der Film-Shop Kassel Zug um Zug um ein Filmcafe, Videothekenmuseum und einen Veranstaltungs- und Screeningraum erweitert werden. Konzerte und Filmabende, Podiumsdiskussionen und Lesungen mit prominenten Gästen sollen stattfinden.

Kein Zweifel, 29.000 Euro sind ein ehrgeiziges Ziel. Ich selbst habe keine so enge Beziehungen zu Videotheken – aber ich verstehe durchaus, wie wichtig diese Geschäfte in ihren Glanzzeiten für viele Filmemacher von heute waren. Und dass so ein Ort der Filmvermittlung abseits elitärer und staatlich geförderter A-Festivals bestehen bleibt… ja, das finde ich persönlich unterstützenswert.

Rodja

INFO: Randfilm e.V.: www.randfilm.de; Crowdfunding-Site: https://www.startnext.com/rettet-den-film-shop

PS: Eine persönliche Anekdote gibt es schon noch. Mitte der 1990er sollten ein Freund und ich für eine Uni-Vorlesung die Grundlage einer TV-Serie in ihr Gegenteil verkehren. Wir nahmen die TV-Serie „ALF“ als Vorbild. Im Original landet der Katzen-fressende Außerirdische Gordon Shumway nach einer Bruchlandung bei den Tanners. Obwohl er der Familie immer wieder Schwierigkeiten bereitet und am liebsten Katze Lucky fressen würde, wird ihm von den Tanners immer alles verziehen – und sie beschützen ihn vor dem Zugriff des US-Militärs.

Bei uns wurde daraus „ALF – Die Mutation“: Gordon Shumway, genannt Alf, ist auch hier bei den Tanners notgelandet. Einige Zeit lang tingelten sie erfolgreich durch Fernsehshows und konnten ordentlich abcashen, doch durch Serien wie „Akte X“ hatten die Zuschauer bald genug von den Außerirdischen am Bildschirm. Also mussten die Tanners wieder selbst arbeiten gehen. Sie gaben natürlich Alf die Schuld daran, der darauf hin als Sklave bei den Tanners diente. Und er bekam nur billiges Katzenfleisch zum essen…

Zwecks Recherche suchten wir eben das Fernsehprogramm rauf und runter nach Original-Folgen von „Alf“. Aber die Serie lief einfach nicht mehr. Aber in einer Videothek… da wurden wir Gottseidank fündig!

Written by HomeMovieCorner

19. August 2017 at 20:47

Veröffentlicht in Latest Talk

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