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Birne, Schädel & Haupt – Folge 5

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Neuer Österreichischer Trickfilm wünscht passenderweise mit der aktuellen Folge „Weihnachten“ ein frohes Fest und besinnliche Tage. Und dem möchte ich mich als Produzent des Clips ebenfalls anschließen. (War einer der Perks beim Crowdfunding.)

Rodja

INFO: www.neuer-trickfilm.at

Die Geschichte einer Legende

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Die Geschichte einer Legende – Trailer #1 from DieGeschichteeinerLegende on Vimeo.

© 26 Frames

© 26 Frames

Zuerst der Trailer, dann der ganze Film…

2013 habe ich über die Crowdfunding-Aktion zu „Die Geschichte einer Legende“ von Christoph Tripp berichtet. Vor kurzem wurde nun die Fantasy-Geschichte auf YouTube online gestellt.

So weit ich verstanden habe, strebte Christoph Tripp mit dieser Abschlussarbeit für die Fachhochschule Salzburg einen multimedialen Ansatz an; teils Film, teils Buch. Doch das Projekt wurde jetzt einmal ruhend gestellt, so dass nur der Film fertiggestellt wurde. So etwas muss man auch verstehen, schließlich hat das Leben oft andere Pläne mit uns.

Obwohl also nicht fertig erzählt, finde ich „Die Geschichte einer Legende“ einen bemerkenswerten Film. Es ist ein Kinderfilm, ein Märchen – obwohl es doch eine sehr düstere Komponente hat (bzw. diese vermuten lässt). Und die Art, wie die Animationen mit den Schauspielern agieren, finde ich nicht nur für österreichische Verhältnisse sehr gelungen. Da hoffe ich doch sehr, dass Christoph Tripp seine Vision einmal zu Ende erzählen wird.

Inhalt: Die Freundschaft zwischen Karl und Tobi lebt von ihren regelmäßigen Ausflügen in die Welt der Fantasie. Hier kämpfen sie mit Hilfe einer Vogelscheuche gegen übergroße Raben und erleben großartige Abenteuer. Das einzige Problem ist Tobis Mutter Ursula, die strikt gegen diese Fantasiespiele der Kinder ist. Sie ist der Meinung, ihr Sohn sei verhaltensgestört. Verschärft wird der Konflikt dadurch, dass Tobi von seinem verstorbenen Großvater ein angeblich magisches Amulett geschenkt bekommen hat, welches nicht in die Hände von hasserfüllten und wütenden Menschen geraten darf. Als Ursula es ihrem Sohn wegnimmt, versucht er mit Karl eine außergewöhnliche Rettungsmission zu starten.

Rodja

INFO: www.die-geschichte-einer-legende.com

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23. Dezember 2016 at 08:48

Birne, Schädel & Haupt – Folge 4

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In Folge 4 lässt uns Neuer Österreichischer Trickfilm einen Blick hinter die Kulissen werfen und erklärt, was „Rigging“ (Exkurs: „rigged elections“ ist was anderes) ist – und warum es nicht ratsam ist, sich mit dem Gaskassier anzulegen.

Rodja

INFO: www.neuer-trickfilm.at

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13. Dezember 2016 at 10:58

Crowdfunding für österreichische Trickfilm-Webserie

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© Neuer Österreichischer Trickfilm

© Neuer Österreichischer Trickfilm

Ich weiß, ich weiß – ich habe den HomeMovieCorner jetzt einige Zeit lang arg vernachlässigt. Momentan ist gerade eine Zäsur, bei der ich noch nicht so recht weiß, wo es danach hingehen soll. Aber langsam wächst wieder die Lust, den Blog zu reaktivieren. Insofern also ein gutes Zeichen.

Zwar bin ich noch auf Schreib-Urlaub (Einreichfrist für ein Drehbuchtreatment erfordert drastische Selbstgeißelungsmaßnahmen) und habe dadurch meine Online-Aktivitäten extrem minimiert – aber das hier muss ich doch noch posten. Seit einiger Zeit stelle ich hier ja die Web-Serie „Birne, Schädel & Haupt“ von Neuer Österreichischer Trickfilm (kurz: NÖT) hier vor.

Hinter NÖT stehen Benjamin Swiczinsky, Conrad Tambour und Johannes Schiehsl. Das Trio arbeitet seit fünf Jahren in Wien und hat neben Werbefilmen auch einige internationale Projekte wie eine Staffel der Serie „Hexe Lilli“ oder Animationsszenen für Tom Tykwers „Ein Hologramm für den König“ in der Arbeitsmappe.

Aber die drei wollen auch eigene Geschichten erzählen – eben u.a. mit „Birne, Schädel & Haupt“, in der ein dreiköpfiger Adler etwas glücklos ein Trickfilmstudio in den Bergen betreibt. Dafür haben Swiczinsky, Tambour und Schiehsl bereits vier Folgen abgeliefert. Um nun aber eine ganze Staffel zu produzieren, haben sie eine Crowdfunding-Kampagne auf IndieGoGo gestartet, mit der sie 20.000 Euro lukrieren wollen.

Sogar der ORF hat darüber berichtet. Na ja, er hat den Artikel, den ich für die APA geschrieben habe, übernommen und ein paar Zeilen hinzugefügt.

20.000 Euro sind aber ein ehrgeiziges Ziel. Derzeit sind die Macher bei rund 4.900 Euro und haben die Lauffrist der CF-Aktion verlängert. Noch kann man 22 Tage lang dazu beitragen – und die Perks reichen von einem einfachen Danke bis hin zu einer eigenen Sprechrolle mit animierter Karikatur in einer Folge.

Der Betrag ist als flexibles Crowdfundingziel angegeben. D.h., es wird auf jeden Fall mit dem lukrierten Geld gearbeitet. Wenn nicht ganz die Summe erreicht wird, werden halt entsprechend weniger Folgen erstellt.

Rodja

INFO: www.neuer-trickfilm.at; Crowdfunding-Aktion: https://igg.me/at/BirneSchaedelHaupt

1. Folge von „Birne, Schädel & Haupt“

Tom Hanks, made in Austria

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25. November 2016 at 10:06

„Birne, Schädel & Haupt“ – Folge 3

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Voriges Monat war der zweite Streich, doch der dritte folgt sogleich… Und es wird gleich „Redaktionär“ bei „Birne, Schädel & Haupt“, der monatlichen Serie von Neuer Österreichischer Trickfilm

Und bei reaktionären Kräften sollte man am besten Queen zitieren: „Don’t lose your head!“

Rodja

INFO: www.neuer-trickfilm.at

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4. September 2016 at 10:31

„Birne, Schädel & Haupt“ – Folge 2

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So billig bin ich noch nie zu einem 600. Blog-Post gekommen. (Wenn ich es mir recht überlege, bin ich eigentlich noch nie zu einem 600. Blog-Post gekommen…)

Aber „billig“ passt auch zum Thema der neuen Webisode „Praktikum“ der Online-Serie „Birne, Schädel & Haupt“ von Neuer Österreichischer Trickfilm (NÖT). Wie hier bereits erwähnt, treibt die österreichische Trickfilmproduktion seit nun mehr fünf Jahren ihr Unwesen – und das sehr erfolgreich und sogar international, wie z.B. die Serie „Hexe Lilli“ oder Animationen zum neuen Tom-Tykwer-Film „Ein Hologramm für den König“ (mit Tom Hanks) beweisen.

Aber NÖT – hinter dem das Trio Johannes Schiehsl, Conrad Tambour und Benjamin Swiczinsky steht – will auch eigene Formate entwickeln. So arbeiten die drei an einem Zeichentrickspielfilm – und machen quasi als Fingerübung auch die Online-Trickserie „Birne, Schädel & Haupt“. Anfang jeden Monats soll eine Folge davon erscheinen.

In der aktuellen Folge ist der dreiköpfige Adler, der ein Trickfilmstudio betreibt, hoffnungslos überarbeitet. Da trifft es sich gut, wenn sich ein Praktikant anbietet. Den kann man dann auch so herrlich ausbeuten…

Rodja

INFO: www.neuer-trickfilm.at

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2. August 2016 at 04:23

NÖT: Der Adler ist gelandet!

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© Neuer Österreichischer Trickfilm

© Neuer Österreichischer Trickfilm

2004 hätte so etwas wie das Schicksalsjahr des österreichischen Trickfilms werden können – aber den Gefallen tat man mir nicht.

Damals schrieb ich für die Filmzeitschrift „celluloid“ einen Artikel über die österreichische Trickfilmszene. „ASH – Austrian Superheroes“-Mastermind Harald Havas versuchte die Produktion einer Clip-Serie basierend auf seinen Cartoon-Strips „Fred“ anzuleiern – und das Wiener Animationsstudio Cine Cartoon bewarb sein „Spirello“ als erste rein österreichische Trickfilmserie.

Doch der von mir erwartete große Auftakt blieb aus. Es mussten noch einige Jahre vergehen, bis sich so etwas wie eine Animationsszene hier in Österreich entwickelte. Und nicht ganz unschuldig daran ist u.a. die Gruppierung Neuer Österreichischer Trickfilm (Mann, das klingt ja so richtig nach einer kunsthistorischen Epoche) rund um Benjamin Swiczinsky, Conrad Tambour und Johannes Schiehsl. Das Trio aus Österreich lernte sich an der Filmakademie Baden-Württemberg kennen. Dort reifte auch der Plan, nach absolviertem Studium wieder nach Österreich zurückzukehren. Und so fand am 14. Juni 2011 im Wiener Filmcasino ein Abend mit preisgekrönten Kurzfilmen („Heldenkanzler“, „366 Tage“, „Der Besuch“) statt – dem quasi offiziellen Start von NÖT.

Seitdem ist viel geschehen. So wurde (fast) pünktlich am 24. Juni 2016 das fünfjährige Jubiläum von NÖT im Schikaneder gefeiert. Professionell, sachkundig und – was wahrscheinlich wichtiger war – äußerst kostengünstig von mir moderiert, wurde eine recht beachtliche Werkschau präsentiert. Von Werbung über Musikclips bis hin zu „Hexe Lilli“ und Tom Hanks (genauer gesagt Animationen zum aktuellen Tom-Tykwer-Film „Ein Hologramm für den König“ mit Tom Hanks).

Die Werkschau bot aber auch einen Blick auf zukünftige Arbeiten: Neben den Sachen zum Geld verdienen arbeitet das Trio auch an der Verwirklichung eines eigenen Spielfilms. Und vorerst startet mit „Birne, Schädel & Haupt“ eine eigene Webserie. Jeden Ersten im Monat wird eine Folge davon veröffentlicht. Inhaltlich geht es um einen dreiköpfigen Adler (eben Birne, Schädel & Haupt), der ein Trickfilmstudio in seinem Horst betreibt. „Das Ganze darf man ruhig auf uns selbst und das Trick-Filmmilieu beziehen“, erklärte Benjamin Swiczinsky gegenüber dem HomeMovieCorner, wobei er allerdings offen ließ, welcher Adler wer sei.

Der Stil der Serie orientiere sich am reinen Schwarzweiß-Stil (ohne Grautöne) der frühen Cartoons der 1920er-Jahre à la Fleischer Brothers, Pat Sullivan oder gar Disney. „Disney erklärte einmal ein einem Interview, sie bräuchten für einen derartigen Kurzfilm mit kleiner Crew ca. zwei Wochen. Das Gleiche haben wir jetzt vor – mit der Technik des 21. Jahrhunderts sollte das ja hoffentlich zu schaffen sein“, so Benjamin. Für die ersten zwei Folgen zeichnet er als Regisseur verantwortlich, später sollen auch Johannes Schiehsl und Conrad Tambour Folgen übernehmen. Zumindest bis Jahresende sei die Folgenproduktion (also sechs Stück) garantiert.

Rodja

INFO: www.neuer-trickfilm.at/

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8. Juli 2016 at 10:28

„Quiqueck & Hämat: Proll Out“… online!

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(copyright Thomas Zeug)

(copyright Thomas Zeug)

Das Weltall… unendlich viele Deppen da draußen…

Und Quiqueck & Hämat sind dabei noch die harmlosesten.

Wie bereits auch hier angekündigt, hat der deutsche Filmemacher Thomas Zeug sein Versprechen wahr gemacht und seinen vor exakt drei Jahren veröffentlichten, absolut unabhängig und selbst produzierten Animationsfilm „Quiqueck & Hämat: Proll Out“ in einer leicht überarbeiteten Version online gestellt.

Inhalt: Quiqueck & Hämat sind zwei Außerirdische vom Planeten Quiquill. Sie wurden vom nebulanischen Bund, einer interstellaren Vereinigung mehrerer Welten, mit der Mission betraut, im Orbit der Erde den Planeten und dessen Bewohner zu beobachten. Während Quiqueck als Captain einen faulen und verantwortungslosen Führungsstil pflegt, muss Hämat als erster Offizier meist die Drecksarbeit auf ihrem Schiff, der QSS Bulldock, erledigen und ist meist dementsprechend genervt.

Infolge einer ihrer unzähligen Meinungsverschiedenheiten übersehen die beide eine Warnmeldung der Raumflotte vor Prollianern, eine rebellische und kampflustige Rasse pöbelnder Zyklopen. Es kommt zum Kampf zwischen den beiden Schiffen, bei dem in wilden Verfolgungsjagden und actionreichen Gefechten auch unsere Welt in Mitleidenschaft gezogen wird. Doch wie können unsere Helden ihre bösen Widersacher mit Intelligenz und Köpfchen besiegen, wenn es ihnen selbst daran mangelt?

Über die Entstehung des Films, der Entwicklung vom Hörspiel zum Spielfilm führte ich schon einmal ein Interview mit Thomas Zeug (nachlesen hier). Doch seit 2013 hat sich viel getan – so arbeitet Thomas Zeug an einer Serie. Mittlerweile ist er bei Episode 4 angelangt, die erst vor kurzem ihre Premiere beim 20. Cine-Maniacs Filmfest in Türkheim (Bayern) feierte.

Rodja

INFO: Thomas Zeug www.filmzeugs.de; Filmsite: http://prollout.filmzeugs.de/; Serien-Site: http://2aliens.filmzeugs.de/

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21. März 2016 at 01:10

„Quiqueck & Hämat: Proll Out“ demnächst online

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(copyright Thomas Zeug)

(copyright Thomas Zeug)

Apropos Thomas Zeug…

Vor drei Jahren hat der bayrische Filmemacher seinen selbst produzierten 3D-Animationsfilm „Quiqueck & Hämat: Proll Out“ herausgebracht. Da sich nun der Jahrestag der Veröffentlichung am 21. März 2016 zum dritten Mal jährt, wird Zeug seinen Film genau an diesem Tag ins Internet stellen – und das noch dazu in einer leicht überarbeiteten Special Edition. Den genauen Link bekommt Ihr dann demnächst hier…

Inhalt: Quiqueck & Hämat sind zwei Außerirdische vom Planeten Quiquill. Sie wurden vom nebulanischen Bund, einer interstellaren Vereinigung mehrerer Welten, mit der Mission betraut, im Orbit der Erde den Planeten und dessen Bewohner zu beobachten. Während Quiqueck als Captain einen faulen und verantwortungslosen Führungsstil pflegt, muss Hämat als erster Offizier meist die Drecksarbeit auf ihrem Schiff, der QSS Bulldock, erledigen und ist meist dementsprechend genervt.

Infolge einer ihrer unzähligen Meinungsverschiedenheiten übersehen die beide eine Warnmeldung der Raumflotte vor Prollianern (gesprochen von Santiago “Spongebob” Ziesmer), eine rebellische und kampflustige Rasse pöbelnder Zyklopen. Es kommt zum Kampf zwischen den beiden Schiffen, bei dem in wilden Verfolgungsjagden und actionreichen Gefechten auch unsere Welt in Mitleidenschaft gezogen wird. Doch wie können unsere Helden ihre bösen Widersacher mit Intelligenz und Köpfchen besiegen, wenn es ihnen selbst daran mangelt?

Rodja

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4. März 2016 at 16:25

Typewriterhead

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© Eric Giessmann

© Eric Giessmann

Vor kurzem stieß der HomeMovieCorner auf den sehr sehenswerten Film „Typewriterhead“ des deutschen Filmemachers Eric Giessmann. Der 28-Jährige aus Dormagen präsentiert damit seine Abschlussarbeit an der AKV ST Joost, Breda in den Niederlanden im Studiengang Animation. Und da ich momentan ein sehr starkes Faible für Schreibmaschinen habe, schrieb ich den Filmemacher an, um die Hintergründe für seinen Kurzfilm zu erfahren.

Giessmann machte sein Abitur (Matura) 2006, fing zu studieren an – aber dann brachte eine plötzlich auftretende Krankheit sein Leben fast zum Stillstand. Er erlitt einen Tinnitus, kurz darauf ertaubte er – seine Innenohren waren ruiniert. Es kann sein, dass die Ertaubung und die anschließenden Behinderungen auf den Tinnitus zurückzuführen sind, die Ärzte können aber auch nicht ausschließen, dass die beiden Ereignisse unabhängig voneinander eintraten. „Genau genommen weiß man sehr wenig über die Vorgänge im Innenohr. Die Ärzte finden gegenwärtig keine plausiblen Gründe und es gibt auch keine direkten Therapiemöglichkeiten“, so Giessmann in einem Interview gegenüber den Schreibmaschinisten. „Zu dem Zeitpunkt hatte ich denkbar alles verloren, was mir zum Leben wichtig war“, schilderte er seine Lage. „Ich entschied mich nach dieser Episode für ein Cochlea-Implantat. Danach musste ich erst hören und gehen neu lernen.“ Erst als das einigermaßen klappte, konnte der Filmemacher sein Studium wieder aufnehmen und 2015 beenden.

© Eric Giessmann

© Eric Giessmann

In der Phase des erzwungenen Nichtstuns entstanden auch erste Ideen für den Abschlussfilm. „Es war mir wichtig, das Drehbuch selbst zu schreiben“, erzählt Giessman. „Die Idee mit der Schreibmaschine entsprang einer Skizze, die ich wären der Zeit gemacht hatte, als diese ganzen Probleme mit meinem Kopf anfingen. Natürlich konnte ich in der Zeit als Gefangener in meinem Körper leider denken und so hörte mein ‚Apparat‘ auch nicht auf zu rattern“, beschreibt der Animator die Situation.

„Ich wägte noch zwischen ein paar anderen Ideen ab und entschied mich dann aber für den Schreibmaschinenkopfmann. Ich mochte den Charakter einfach. Und Charaktere, die man auf Anhieb mag sind gute Charaktere, weil man dann nicht mehr damit beschäftigt sein muss, ihn sympathisch zu machen.“ Auch ist der Film als Hommage an die Schreibmaschine zu verstehen: „Die Schreibmaschine trägt auch zu etwas Nostalgie im Film bei, sie ist etwas, das man nur noch aus Geschichten oder alten Filmen kennt. Heute ist sie durch den Computer ersetzt worden – damit wollte ich auch zum Ausdruck bringen, dass hier etwas zu Ende geht, etwas Aussterbendes. Der Schreibmaschinenkopf als ein Symbol des denkenden Menschen, das ist jedem sofort klar – und darum herum spann ich dann die Geschichte, die ich erzählen wollte.“

© Eric Giessmann

© Eric Giessmann

Der Film kombiniert handgezeichnete Bilder mit Computer-Animationen und besticht durch einen sehr intensiven, fast unruhigen Aquarell-Look. Wie Giessmann erklärte, wurde der gesamte Film mit speziellen Filtern bearbeitet, damit er das Erscheinungsbild eines handgemalten 2D-Films bekam. „Die meiste Arbeit wurde im Computer erledigt. Zuerst wurden die fertigen Szenen aus der 3D-Software rausgerendert, wobei ich bereits hier versucht habe, so stark wie möglich an den finalen Look heranzukommen.“ Die Zeit, die die Renderfarm – bestehend aus zwei PCs à sechs und acht Cores – benötigte, betrug etwa zwei bis drei Wochen – und das im Dauereinsatz Tag und Nacht. „Da ich von Anfang an geplant hatte, diesen handmade look eines Pastell/Ölgemäldes zu erreichen, investierte ich sehr viel Zeit in die Ausarbeitung von individuellen Effektfiltern in der Compositing Software.“ Der Finale-Look-Filter kam erst ganz am Ende, quasi als zusätzlicher Layer. Dafür musste Giessmann etwas tricksen: „Hierzu musste ich sogar ein wenig selbst programmieren und weitere Programme hinzuziehen, damit der Filter auf jedes Frame des knapp 3.000 Frames (12 fps) langen Films angewendet werden konnte. Dieser letzte Filter sorgte dann auch dafür, dass die Konturen verwischen und man den Eindruck bekommt, einen Film zu sehen, bei dem jeder Frame per Hand gemalt ist.“

© Eric Giessmann

© Eric Giessmann

Obwohl optisch nicht so leicht erkennbar, da ziemlich verschlankt, stand eine Continental der Wanderer-Werke Siegmar-Schönau (siehe Foto von den Tonaufnahmen) als Pate.

„Mein Vater hatte noch diese alte Schreibmaschine bei sich rumstehen, ich glaube, noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammend. Wiegt fast ´ne Tonne und macht unglaublich hübsche Geräusche“, so der Filmemacher. „Ideal für den Sounddesigner Simon Kamphans und den Komponisten Robert Wolf (Facebook-Site).“

„Ich versuchte, den Mechanismus zu verstehen und zu reparieren, putzte und ölte sie. Man ist doch überrascht, wie genial diese ganzen Schräubchen und Gewinde darin zusammen funktionieren. Da waren richtige Heureka-Momente dabei. Anschließend lief sie wieder Klasse und man konnte darauf schreiben. Das alles war natürlich wichtig für das 3D-Modell nachher im Computer“, so der 28-Jährige.

Die Tonaufnahmen waren ein wesentlicher Bestandteil der Produktion: „Wir haben einen Aufnahmetag organisiert, an dem Simon mit seiner ganzen Apparatur zu mir kam. Danach habe ich wild auf dem Teil rumgetackert, gehackt, geschlagen, gekratzt… was eben alles so geht, während Simon mit Headphones da saß und die Elektronik bediente. Danach war die Schreibmaschine etwas verbogen, aber ich konnte sie wieder reparieren“, erklärte Giessmann abschließend.

Sounddesigner Simon Kamphans mit Filmemacher Eric Giessmann

Sounddesigner Simon Kamphans mit Filmemacher Eric Giessmann

Privat wird Eric Giessmann die Schreibmaschine eher nicht verwenden. „Ich hatte die Idee, ein paar offizielle Briefe mit ihr zu schreiben – mit schön vielen mit X übertippten Rechtschreibfehlern, aber ich bin noch nicht dazu gekommen“, so der deutsche Filmemacher. Und ganz pragmatisch: „Der Hauptzweck von ihr bestand darin, als Filmreferenzmaterial zu dienen.“

Zurzeit bewirbt sich der Animator mit „Typewriterhead“ bei diversen Festivals weltweit. „Dann warte ich erst mal auf die Reaktionen und entscheide dann, wie es weiter geht“, so Giessmann. Ob er beim Film bleibt oder beruflich doch „nur“ zeichnet, lässt er offen. „Ich sehe diese beiden Richtungen, Film und Zeichnung, nicht als weit voneinander getrennt. Ich mache gerne beides und für mich schließt das eine das andere nicht aus.“

Rodja Pavlik

INFO: Film-Site: http://animatedshortf.blogspot.de/; www.ericgiessmann.com/

TYPEWRITERHEAD from Eric Giessmann on Vimeo.

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11. September 2015 at 13:17