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Rosinenbomber, Comics und Gedeon Burkhard

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Bridges bedeutet auf Englisch nicht nur „Brücken“, sondern ist auch der Nachname des US-Bomberpiloten Saul (Gedeon Burkhard, „Kommissar Rex“, „Inglourious Basterds“), der 1945 seine tödliche Last über Berlin ablassen soll. Doch bevor es soweit kommt, wird der Flieger abgeschossen. Bridges überlebt nur, weil ihn zwei Kinder vor den herbeieilenden Wehrmachtssoldaten verstecken.

1948 fliegt Bridges wieder über Berlin. Diesmal wird er seinem Namen eher gerecht. Bridges soll nicht Tod und Verderben bringen, sondern über eine riskante Luftbrücke Lebensmittel und Hoffnung. Er fliegt einen jener „Rosinenbomber“, die den dem Westen zugeordnetem und von den russischen Streitkräften blockierten Teil Berlins mit dem Notwendigsten versorgt. Wäre das Fliegen unter extremen Bedingungen (schmaler Luftkorridor, kleine Landebahn, ständig startende und landende Flugzeuge) nicht schon schwierig genug, wird Bridges auch noch in eine Schmuggelaffäre hineingezogen – und das nur, weil er den beiden Kindern helfen will, die ihm einst das Leben retteten.

Ich muss zugeben, dass ich erst vor kurzem auf den Kurzfilm „Bridges“ von Miguel Angelo Pate (diverse Second und Third Assistant Director-Jobs, u.a. „Hanna“, „Unknown“, „Der Vorleser“ und – da schau her – „Inglourious Basterds“) aufmerksam gemacht wurde. (Schöne Grüße an Dietmar „Vedunia“  Zahn an dieser Stelle.)

Der 30-minütige Kurzfilm feierte bereits am 12. Mai, dem Gedenktag der Luftbrücke, seine Premiere. Und trotz des Beigeschmacks, den solche Tage in sich bergen, dürfte „Bridges“ vor allem ein Stück Unterhaltungskino geworden sein. Ein Film noir, der – vom Trailer her – auch etwas an „Der Dritte Mann“ erinnert.

Vor allem die Machart ist schon mal sehr beeindruckend: Der gesamte Film wurde vor einer Green Screen gedreht, erst im Nachhinein wurden von Hand gezeichnete (!) Hintergründe eingefügt. So wirkt das Ganze teilweise wie ein Comic – was erstens nicht von ungefähr kommt, zweitens auch rechtfertigt, dass der Film als „living graphic novel“ bezeichnet wird. Was erstens betrifft: Die Geschichte erscheint noch zusätzlich als Comic. Wie die Site Negativ-Film.de schreibt, gehört zu dem Projekt weiters noch eine Dokumentation über die Luftbrücke.

Der Film befindet sich momentan in der Festivalsauswertung und soll später auf DVD erscheinen. Auch die TV-Sender Arte und RBB werden den Film zeigen.

Rodja

Weiterführende Links: 

INFO: http://www.bridges-film.com/; http://www.warnuts.de/; Bildcredits: Warnuts Entertainment.

Bridges – a living graphic-novel – official Trailer from Florian Frerichs on Vimeo.

Written by HomeMovieCorner

27. Mai 2011 um 19:07

Veröffentlicht in Indie News

Eine Antwort

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  1. […] Oscar-nominierten Kurzfilm „Raju“ oder „Bridges – a living graphic novel“, Über den ich hier schon mal geschrieben habe, die Latte schon mal sehr hoch gelegt […]


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