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Neuauflage für den Filmstammtisch Wien!

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Bevor die Facebook-Gruppe Filmschaffende Österreich mit jetzt an die 20.000 Mitgliedern zu DEM virtuellen Treffpunkt für Filmemacher in Österreich wurde, war sie eigentlich nur Beiwerk. Beiwerk für einen Filmstammtisch, wo sich echte Menschen IRL (In Real Life) trafen, ihre Projekte vorstellten, über die Indie-Szene plauderten und sich vernetzten. Und das einmal im Monat. Nino Leitner und Gloria Gammer organisierten die Treffen. Doch nach zahlreichen Treffen mit stetig wachsendem Publikum war dann die Luft aus der Sache draußen, und das Ganze verlagerte sich rein auf Facebook.

Das muss man auch verstehen. Es wurde zunehmend immer schwieriger, die Treffen zu organisieren. Die Organisatoren haben ja erstens eben auch Jobs, zweitens wusste man vorher nie, wie viele Leute tatsächlich zum Stammtisch kommen. Zuletzt war es so gerammelt voll, dass man sich kaum noch bewegen konnte, geschweige denn einen Sitzplatz fand.

Dennoch habe ich sehr angenehme Erinnerungen an die Szene damals. Man konnte Projekten Gesichter zuordnen, direkt Filmschaffende ansprechen. Im Gegensatz dazu der virtuelle Treffpunkt auf Facebook… da bekomme ich kaum noch was mit. Das ist Kraut und Rüben – und wenn man längere Zeit nicht dort war, kennt man die ganzen Leute nicht mehr. Und schlimmer noch… man hat nicht einmal das Gefühl, dass man was versäumt hat. Aber das ist eben das Wesen von Facebook.

Bei einem dieser Filmstammtische IRL trafen sich auch Karl-Martin Pold (Bild) und Reinhold A Fragner.

Aus diesem Treffen entstand dann auch die Zusammenarbeit der beiden an Polds Indie-Doku „Sie nannten ihn Spencer“ über den legendären italienischen Haudrauf Bud Spencer. Und eben Pold und Fragner haben sich entschlossen, dem Filmstammtisch Wien eine Neuauflage zu bescheren. Ihnen – wie sicher auch anderen Filmemachern – geht das persönliche Netzwerken, das Come-Together, ab.

Darum findet nach langjähriger Pause am 6. Februar 2018 um 19:00 Uhr im Plutzer Bräu wieder ein Filmstammtisch Wien statt. Das Treffen richtet sich an alle Kreativen der Sparte, ob Drehbuch, Produktion, Schauspiel, Kamera, Schnitt, Ton, Filmmusik, SFX oder VFX, aber auch generell am Medium Film Interessierte.

Über den vor Ort vorhandenen Beamer lassen sich Showreels, Präsentationen und Filmausschnitte abspielen. Zwecks Koordinierung sollte man sich auf jeden Fall mit Karl-Martin Pold oder Reinhold A. Fragner absprechen. Die Kontaktaufnahme erfolgt am besten über die Facebook-Gruppe Filmstammtisch Wien (Oh, die Ironie!). Sollte es sich dieses Mal nicht ausgehen, so seid versichert – der Filmstammtisch Wien soll zukünftig einmal im Monat stattfinden.

Rodja

INFO: Filmstammtisch Wien auf Facebook: www.facebook.com/groups/FilmstammtischWien/. Treffen am 6. Februar 2018, 19:00 Uhr, im Plutzer Bräu, Schrankgasse 2, 1070 Wien.

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5. Februar 2018 at 09:49

„Village People IV“ – Jetzt mit noch mehr Biss

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© Mania Pictures

Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurück. Und zwar nach… äh… Schweinbach?

Wo, zum Teufel, liegt Schweinbach?!?

Also wenn die Zombies wirklich nach Schweinbach kommen, dann müssen wir uns keine Sorgen machen. Denn Schweinbach ist ein kleiner, fiktiver Ort, den Regisseur Armin Schnürle und seine Vielfilmer-Truppe Mania Pictures für ihr – nach „Tatort: Calw“ – zweiterfolgreichstes Franchise nutzen, nämlich „Village People“.

Mir scheint, dass der Titel „Village People“ immer dann herhalten muss, wenn es für „Tatort: Calw“ themenmäßig zu abstrus wird. So wurde da schon mal à la Indiana Jones nach Nazi-Gold gesucht (Teil II), oder eben Pornos gedreht, um die Haushaltskassa aufzubessern. (Nein, keine echten. Das war halt die Story des Spielfilms. Tut mir leid, dass ich da enttäuschen muss…)

Sieben Jahre sind seit dem letzten Teil „Village People: Voll Porno“ nun vergangen – und nun wird mit „Village People: Tod aus dem All“ dem Zombie-Genre gehuldigt. Mit dabei sind wieder einmal die üblichen Verdächtigen – die fünf in der Intelligenzlotterie nicht mit dem Hauptpreis gesegneten Jungs vom Dorf: Heinz , Halbtagsdorfpolizist und Landwirt (Stefan Lörcher), Zimmermann und Schwerenöter Henning (Frieder Pfeiffer), der Dauerverliebte Metzger Gerhard (Valentin Hess), der pedantische Finanzbeamte mit Tourette-Syndrom Herrmann (Markus Kiefer) und der mit extrem schlichtem Gemüt „gesegnete“ Automechaniker GoGo (Patrick Lörcher).

Auch bekanntere Schauspieler zeigen sich: Neben Tilo Prückner (u.a. „Siebtelbauern“, „Die Fälscher“), der ja quasi eh schon zur Stammbesetzung gehört, spielt auch Dieter Landuris („Alles außer Mord“, „23 – Nichts ist so wie es scheint“) zu sehen. Landuris gab ja schon in „Village People II: Auf der Jagd nach dem Nazi-Gold“ seinen Einstand bei Mania Pictures.

© Mania Pictures

Inhalt:

In Schweinbach stürzt ein unbekanntes Objekt ab. Der tödliche Inhalt des vermeintlichen Meteoriten: außerirdische Erreger, die Infizierte in bluthungrige Zombies verwandeln. Als die Seuche das Ausmaß einer Epidemie annimmt, wird Schweinbach von der Außenwelt abgeriegelt. Bürgermeister Hiller (Nikolai Will) versucht, mit einer schwer bewaffneten Bürgerwehr auf seine Art, der Seuche beizukommen. Als GoGo schließlich von einem Infizierten gebissen wird, eskaliert die Situation. Während die „Village People“ und die Tierärztin Karin (Lucia Schlör) verzweifelt nach einem Gegenmittel suchen, gibt die Bundeskanzlerin den Befehl, ganz Schweinbach und somit auch den unbekannten Erreger mit einem atomaren Angriff zu vernichten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

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Fun Fact: Ursprünglich hätte der Film „Village People Vs. Bloodsucking Zombies From Outer Space“ heißen sollen. Doch nach einem Hinweis von einem miesen Verräter (ich möchte keine Namen nennen und auch niemanden anschauen – besonders nicht mein eigenes Spiegelbild), dass es eine sehr bekannte Wiener Horrorpunk-Band gleichen Namens gibt, musste ein anderer Titel her.

Filmstart ist passenderweise ein Freitag, der 13. (April 2018), dem eine umfangreiche Kino-Tournee folgt. Der DVD-Verkaufsstart erfolgt zeitgleich.

Über die Vielfilmer von Mania Pictures habe ich bereits 2012 einen Artikel geschrieben. Der ist zwar schon einige Jahre alt und bei einigen Details nicht mehr ganz aktuell, aber im Großen und Ganzen sicher noch zutreffend.

Rodja

INFO: www.mania-pictures.de

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27. Januar 2018 at 08:17

„Unterwelt – The World Beyond“ – Kassel lässt grüßen

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© Spontitotalfilm

Auf den Kasseler Filmemacher Ralf Kemper und seine Crew von Spontitotalfilm halte ich große Stücke.

Gut, auf den ersten Blick wirken Titel wie „Überfall der Mörderrucksäcke“, „Die Waldbewohner“, „Toxic Lullaby“ oder „Damned On Earth“ wie Trash-Movies.

Sind sie auch – aber welche mit Herz und Hirn. Ich kann zwar nicht mit jedem Film wirklich was anfangen, aber Kemper wiederholt sich nicht ständig. Jeder seiner Filme erzählt eine neue Geschichte, bei der man sich immer fragt, wie sie wohl ausgehen mag. Egal, ob man die Geschichte mag oder nicht. Und das ist das große Talent eines Geschichtenerzählers wie Ralf Kemper.

Meine persönlichen Favoriten sind „Die Waldbewohner“ und „Toxic Lullaby“. Wenn sie „Die Waldbewohner“ sehen würden, bin ich mir sicher, dass „Scheibenwelt“-Erfinder Terry Pratchet und Autor Neil Gaiman („The Books of Magic“, „Sternenwanderer“, „American Gods“) zumindest Szenenapplaus spendieren würden. Und „Toxic Lullaby“ halte ich persönlich (siehe Filmkritik) sowieso für einen der intelligentesten und besten Zombie-Filme aus dem deutschsprachigen Indie-Raum. Dass der Film gut ist, ist übrigens auch die Meinung vom New York Film and Video Festival, das „Toxic Lullaby“ 2010 mit dem Award für den besten internationalen Horror Film auszeichnete.

2018 meldet sich Kemper nun mit „Unterwelt – The World Beyond“ zurück. Gedreht wurde von April bis Mai in Bunkern und Felsenkellern in Kassel – und auch das muss man dem Filmemacher lassen: Er hat ein sehr gutes Händchen für Locations.

Inhalt: Nach Abschluss eines Fotoshootings für Gothic-Mode in einem alten Bunker stellt das Foto-Team fest, dass der Eingangsschlüssel verloren gegangen ist. Verzweifelt und von der Außenwelt abgeschnitten, versuchen drei junge Models gemeinsam mit der Crew einen Ausweg zu finden. Hierbei stoßen sie immer tiefer in das Labyrinth vor, bis Wahnsinn und Hoffnungslosigkeit um sich greifen. Nicht allen gelingt es, einen Ausgang zu finden – und einer von ihnen steht eine schreckliche Entdeckung bevor…

Neben Absolventen und Schülern der Schauspielschule Kassel wirken auch erfahrene Schauspieler wie Prahsant Prabhakar Jaiswal („Stromberg – Der Film“, „Toxic Lullaby“) mit. Peter Spilles von der Band Project Pitchfork liefert die Musik. Der ca. 75-minütige Film soll Anfang April 2018 herauskommen – den Trailer dazu gibt es hier.

Rodja

INFO: www.spontitotalfilm.com

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17. Dezember 2017 at 08:22

Teaser zu „Jack versus Josephine“

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© Gruftkasperl Produktion

Jack is back!!!

Von Zeit zu Zeit stößt man auf einen Teaser, der das Teasen aber so richtig gut drauf hat. So wie z.B. bei „Jack versus Josephine“, einem schwarzhumorigen, sexy Wiener Lausbubenstreich von einem Slasher aus dem Hause Gruftkasperl Productions.

Inhalt: Ein besoffener Friedhofsgärtner erweckt ungewollt den toten Dirnenmörder Jack (Helmut Hochegger) zum Leben – und damit beginnt das Unheil im Wiener Rotlichtmilieu seinen Lauf zu nehmen. Jack geht mit seinem Muscle Car wieder auf Jagd nach jungen, unbedarften Prostituierten und richtet ein Blutbad nach dem anderen an. Polizei und Zuhälter treten ratlos auf der Stelle. Die verunsicherten und hilflosen jungen Dirnen suchen Rat bei einer Voodoo-Priesterin, die ihnen zu sofortigem Schutz verhilft, indem sie die legendäre Josephine (Barbara Bandi) aus dem Reich der Toten beschwört…

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Hinter Gruftkasperl Productions stehen der 26-jährige Filmemacher Lukas Fuchs und sein Firmpate, der Grafiker und Kabarettist Rudi Ehrenreich (49). Ehrenreich, der das Drehbuch in Zusammenarbeit mit Fuchs schrieb, beschreibt „Jack versus Josephine“ als eine detailverliebe und humorvolle Wiener Hommage an das Genre der Exploitation- und Giallo-Filme der 60er- und 70er-Jahre.

Es ist der erste gemeinsame Spielfilm von Lukas Fuchs und Rudi Ehrenreich. „Lukas ist mein Firmkind. Wir waren beide immer schon Filmfreaks und beschlossen einfach mal bei ein paar Bierchen in unserem Stammbeisl etwas auf die Beine zu stellen anstatt immer nur davon zu reden“, erklärte Ehrenreich dem HomeMovieCorner auf Anfrage. „Da Lukas und ich auch immer schon große Anhänger des Horrorgenres und der Bahnhofskino-Filme der 70er-Jahre waren, war es klar, dass wir etwas in diese Richtung machen wollen, da eben eher Low Budget und auch selbst finanzierbar.“

© Gruftkasperl Produktion


Bei den Namen Jack und Josephine fallen mir sofort zwei mögliche reale bzw. literarische Vorbilder ein, doch Ehrenreich dementiert: „Also: Jack bleibt Jack und Josephine bleibt einfach nur Josephine. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Charakteren ist rein zufällig.“

Der Slasher mit einer angestrebten Spielfilmlänge von 90 bis 110 Minuten ist zum größten Teil schon abgedreht. Nur zwei große Szenen müssen witterungsbedingt im Frühjahr 2018 gedreht werden, so Ehrenreich. Über die Veröffentlichung hat man sich auch schon so seine Gedanken gemacht. Die Premiere soll bereits im Frühjahr/Sommer 2018 in einem großen Wiener Kino stattfinden. „Wir verhandeln mit größeren Verleihfirmen, die im deutschsprachigen Raum tätig sind. Auch ein heimischer Verlag für den DVD-/BluRay-Vertrieb kommt in Frage.“

Rodja

INFO: Filmsite: https://jackversusjosephine.at/; Facebook: https://www.facebook.com/Jack.versus.Josephine/

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8. Dezember 2017 at 09:42

„Aurum“- Marco von Moos plant neue SciFi-Fantasy-Serie

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© ZweiGleis Media

Neues aus der Schweiz

Obwohl im deutschsprachigen Raum gelegen, wird die Schweiz im Film-Bereich eher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind die Schweizer oft Genre-affiner als deutsche oder österreichische Produktionen.

Aus dem Land kommen Filme wie der Horrorfilm „Sennentuntschi“ (), „Northmen – A Viking Saga“ (dazu hier ein Interview mit den österreichischen Drehbuchautoren Bastian Zach und Matthias Bauer), der Backwood-Slasher „One Way Trip 3D“ (okay, das war eine A/CH-Kooperation) oder der Raumschiff-Thriller „Cargo“.

Nun ist mit „Aurum“ eine neue Sci-Fi-Fantasy-Serie geplant. Verantwortlich dafür ist der in Zürich lebende Indie-Filmemacher Marco von Moos mit seiner Firma ZweiGleis Media. Das Ganze ist auf vier Staffeln mit je zehn Episoden ausgelegt. Die 29-minütige Pilotfolge hat Marco bereits als Proof of Concept inszeniert, um mögliche Produzenten anzulocken.

Marco und mich verbindet eine lange Bekanntschaft, die bis ins Jahr 2001 zurückgeht. Damals war die Geburtsstunde des HomeMovieCorner – und sein Sci-Fi-Spektakel „Turicon – The Legend of Sollthar“ war einer der ersten Spielfilme, die in meinem Postfach landeten (damals noch als VHS-Kassette). Zu sehen bekam ich einen Superschurken in einer Rüstung und jede Menge – für damalige Indie-Verhältnisse großartige – CGIs.

Marco war damals wirklich ein Tausendsassa, was digitale Effekte betraf. Er lieferte auch einige Tutorials über z.B. bei Explosionen herumfliegende Gliedmaßen oder den Bullet-Time-Effekt (bekannt aus „Matrix“). Während aber bei „Matrix“ für diesen Effekt 120 Kameras zur Verfügung standen, produzierte Marco das Ganze „billig“ und nutzte nur vier oder fünf Kameras. Für die Übergänge trickste er dann mit dem Computer. (Allerdings habe ich in einem späteren Videoclip von Marco erfahren, dass das Tutorial dann auch das einzige Mal war, wo seine Herangehensweise funktionierte.)

Nach „Turicon – The Legend of Sollthar“ drehte Marco als Autor und Regisseur noch einige Kurzfilme sowie das Gangsterdrama „Face to Face“ (2003) und den Superheldenfilm „NightCast“ (2007). Für den Kanadier Christan Viel und dessen Indie-SciFi-Serie „Recon 2022“ agierte er „nur“ als Schauspieler vor der Kamera.

„NightCast“ ist für mich eine sehr interessante Produktion. Gut, es gibt vieles, das in diesem Film nicht funktioniert. Aber: Es ist ein Superhelden-Film! Aus Europa!! Und die Effekte waren meiner Meinung nach teilweise besser als jene der zeitnahen Hollywood-Produktion „Daredevil“. Das Making-Of von „NightCast“ ist eine Offenbarung für Indie-Filmemacher – vor allem, wie die Rüstung des Helden designt wurde.

Seitdem sind viele Jahre ins Land gegangen. Marco spielte Theater, drehte Kurzfilme, versuchte sich an einem Indie-Computerspiel. Und 2012 kam es zu unserem ersten Zusammentreffen im realen Leben. Wir wurden „partners in crime“ und wirkten als schusselige Bankräuber in „Tatort Calw: Hexensabbat“ der Gruppe Mania Pictures mit – inklusive explosivem Stand-Off vor einer Hermann-Hesse-Statue.

Und nun kommt „Aurum“ daher. In der Serie geht es um ein Team von jungen Forschern, das in einer unterirdischen Höhle nicht nur auf eine Grabräuberin stößt, sondern auch ein mysteriöses Portal findet, mit dem man in Kontakt mit den Annunaki – Außerirdische, die angeblich den antiken Menschenkulturen geholfen haben sollen, ihre Monumente zu erstellen – treten kann.

© ZweiGleis Media

Klotzen statt kleckern

Die Serie soll komplett vor einer Green-Screen mit einem 3D System gedreht werden, welches sämtliche Sets in Echtzeit berechnet. Durch die Nutzung der 3D Engines für Computerspiele sei es heute möglich, große Welten in Echtzeit zu erstellen, so eine Presseaussendung von Marcos Firma ZweiGleis Media. Bei der Erschaffung künstlicher Welten kommt da sicherlich Marcos Erfahrung als Indie-Spiele-Programmierer zum Tragen. Durch das Berechnen der 3D-Effekte in Echtzeit soll laut Aussendung bereits das Meiste in der Pre-Production vorbereitbar sein – und so kann die Post-Production-Arbeit kurz und effizient gestaltet werden. Das 29-minütige Proof of Concept wurde in einer Drehzeit von gerade mal vier Drehtagen realisiert.

Ich durfte schon einen Blick auf das Proof of Concept werfen – und ich muss sagen, der Schweizer Filmemacher enttäuscht mich nicht. Stilistisch erinnert es mich an die Abenteuerparodien, die Noah Wyle („Emergency Room“, „Falling Skies“) als Bibliothekar in z.B. „The Quest – Jagd nach dem Speer des Schicksals“ (OT: „The Librarian – Quest for the Spear“) drehte. Viel CGI, die mit den Jahren zwar billig wirken, andererseits aber auch wahnwitzige Ideen ermöglichen. “Aurum“ ist eine typische Marco-von-Moos-Geschichte, größenwahnsinnig strukturiert bis zum Geht-nicht-mehr. Aber Marco ist auch einer, dem ich zutraue, dass er das durchziehen kann.

Eine erste öffentliche Aufführung findet am 16. Dezember 2017 um 11:45 Uhr im Kino Picadilly beim Stadelhofen in Zürich statt.

Rodja

INFO: ZweiGleis Media: http://www.zweigleis.ch/

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5. Dezember 2017 at 14:05

Crowdfunding für „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“

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„Vampire werden im Film immer als sexy verkauft. Doch wie kann das sein? Sie sind tot, das Herz schlägt nicht, das Blut fließt nicht mehr – ergo kann es auch keine Erektion geben.“

„Okay, gekauft.“

Ungefähr so stelle ich mir vor, wäre der Dialog verlaufen, wenn Filmemacher José Hidalgo seinen Stoff zu „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“ bei mir als Produzenten (wenn ich denn ein Produzent wäre) gepitcht hätte.

Wenn ich ihn richtig einschätze, dann ist José Hidalgo ein bunter Hund, so etwas wie eine Ausnahmeerscheinung an der an Ausnahmeerscheinungen gar nicht armen deutschen Indiefilm-Szene. Er singt mit Leidenschaft, was unzählige Musikclips auf seinem Youtube-Channel beweisen – und natürlich dreht er auch Filme. Wobei Hidalgo eindeutig zu viele kreative Filmideen und zu wenig Budget hat. Davon lässt er sich aber Gottseidank nicht abhalten.

So produzierte und inszenierte er einen Film mit dem Action-verheißenden Titel „Der letzte Auftrag“, in dem ein Auftragskiller seinen letzten Auftrag erfüllen muss, um sein Kind zu retten, als Musical!!! (Ich weiß, das ist sehr redundant formuliert – aber diese Inhaltsangabe als Musical… das muss man sich doch auf der Zunge zergehen lassen!) Und obwohl man dem Film das No Budget ansieht, entgeht einem nicht, mit wie viel Leidenschaft und Ideenreichtum er inszeniert wurde.

Doch nun zurück zu „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“, für den José Hidalgo eine Crowdfunding-Aktion gestartet hat. Dabei geht es gar nicht darum, den Film zu drehen. Die rund 90-minütige Horrorkomödie ist bereits fertig und hat eine erfolgreiche Premiere hinter sich. Jetzt geht es nur noch darum, den Film unter die Leute zu bringen. Für die DVD-Produktion gilt es, bis zum 1. Dezember 2017 den Betrag von 1.000,- Euro aufzutreiben. Das sollte doch wohl zu schaffen sein.

Synopsis: Star-Mitglied der Kokosnüsse-Bruderschaft und Super-Checker Michael (Jörn Guido) wird bei einer seiner Safari-Jagden von einer Vampirin gebissen. Da ohne Blutfluss keine Erektion mehr möglich ist, sieht er sich gezwungen, eine Lösung zu finden. Mit der Hilfe von Mumu (José Hidalgo) und seiner Freundin Lola (Simone Kaufmann) beginnt die Suche nach der Vampirin, um die Verwandlung zu stoppen. Prof. Johanson (Georg Groeling-Müller) und Michaels Vater Engelbert (Klaus Thiel-Klenner) begleiten die drei Freunde bei der Suche, bis alle vor ihrem Endgegner und seiner Armee stehen. Wie wird der Kampf zwischen Gut und Böse enden? Wird Michael seine Menschlichkeit und die dazugehörige Sexualität zurückerobern?

Rodja

P.S.: Eigentlich könnte sich José Hidalgo noch ein zweites (drittes? viertes?) Standbein als Produzent und Testimonial von Low-Budget-Crowdfunding-Clips aufbauen. Sein Auftritt im Clip unten hat mich auf jeden Fall überzeugt, die Aktion zu unterstützen.

INFO: Crowdfunding für „Michael – (k)ein harter Vampirfilm“: https://www.startnext.com/michael-vampirfilm; Website von José Hidalgo: http://josehidalgo.de/


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Written by HomeMovieCorner

19. November 2017 at 08:31

Erster Teaser zu „Finding Planet Porno“

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Ein Projekt, dem man bei der Entwicklung zuschauen kann, macht Spaß. Das gilt z.B. für die Dokumentation „Finding Planet Porno“, an die der in Salzburg lebende Filmemacher und Filmkritiker Christian Genzel gerade arbeitet. Die Dokumentation handelt von US-Porno-Pionier Howard Ziehm, dem unabsichtlich mit dem als Porno geplanten, dann aber dann doch auf Sci-Fi-Parodie umgeschwenkten Film „Flesh Gordon“ ein Riesenerfolg gelang.

Nun hat Christian einen ersten Teaser veröffentlicht. Wie bereits berichtet, war Howard Ziehm hauptsächlich in dem „Golden Age of Porn“ tätig. Er brachte 1970 mit „Mona: The Virgin Nymph“ den ersten Porno-Spielfilm – explizite Sex-Szenen, eingebettet in eine fiktive Rahmenhandlung – in die regulären Kinos. Ziehm ist quasi Zeitzeuge des Aufstiegs und… Fall? Stagnation?… der Porno-Industrie.

Um die zeitliche Klammer zum Heute zu schließen, hat Regisseur Christian auch den in den USA erigi… äh… agierenden Pornostar Mick Blue interviewt. Den gebürtigen Grazer lernte Christian am Set der österreichischen Indie-Produktion „Schlimmer geht’s nimmer“ (2008) von David Unger kennen. Das war ein nicht-explizites, harmloses Sex-Klamöttchen, das damals recht interessante Wege in der Indie-Produktion aufzeigte. Damals, als Kino noch das Traumziel jeder Indie-Produktion war… (Vielleicht werden Christian und ich uns mal zusammensetzen und darüber etwas schreiben.)

Die Musik zum Teaser stammt übrigens von der österreichischen Band Betty’s Apartment, für die Christian schon einige Musikvideos realisiert hat.

Rodja

P.S.: Eine kleine Warnung. Den folgenden Trailer sollte man – wenn man im Büro sitzt – aus offensichtlichen Gründen nur mit Kopfhörer abspielen. Oder zumindest nicht bei voller Lautstärke. ;-D

INFO: „Finding Planet Porno“ auf Facebook: www.facebook.com/PlanetPornDoc

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18. November 2017 at 09:08

Der neue HeimATfilm auf ServusTV

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© Daniel Hollerweger

Neue Impulse braucht das Land

Ich mag den Sender ServusTV. Er tut sich mehr als wohltuend ab vom Deutschland-inspirierten Einheitsbrei der privaten TV-Sender der ProSiebenSat.1-Kette hier in Österreich. Vor allem im fiktiven Bereich setzt er neue Impulse. Man mag von „Trakehnerblut“ halten, was man will – aber das ist doch ein etwas frischerer Wind durch die österreichische Serienlandschaft.

Nun ist ServusTV mit der Fachhochschule Salzburg eine Kooperation eingegangen. Startend mit 10. November 2017 laufen unter dem Motto „Der neue HeimATfilm“ an drei Freitagen ab 22:45 Uhr in Österreich produzierte Kurzfilme, die sich mit dem Begriff „Heimat“ auseinandersetzen. Ist „Heimat“ nun ein Ort oder eine bestimmte Landschaft, stellt ServusTV dabei die Frage. Oder eher ein Gefühl – positiv wie wohl auch negativ besetzt?

Wie Till Fuhrmeister, Fachbereichsleiter Film bei der FH Salzburg, dem HomeMovieCorner auf Anfrage erklärte, handelt es sich bei den Kurzfilmen allesamt um Master Abschlussfilme, die komplett „independent“ sind. „Es gab von ServusTV keinen inhaltlichen Einfluss, sie haben alle in das Thema gut reingepasst. Da sind Horrorfilme, Dramen, usw. dabei“, so Fuhrmeister. „Und alles auf Kante selbst finanziert.“

Rodja

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8. November 2017 at 11:22

„Tote Moatla schreiand net“ – Vorarlberg-Krimi feiert Premiere

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© Achnus

Im Ländle da gibt’s sehr wohl Kultur…

Als der HomeMovieCorner so 2001 entstand, dachte ich, dass vor allem in den großen Städten die Indie-Szene boomen würde. Die Ansammlung von vielen Menschen würde zu vielen Kontakten führen, zu vielen Ideen, die man auch umsetzen kann. Da war auch sicher sehr viel Wunschdenken dabei, denn damals war ich nicht so mobil und hoffte, eben in meiner Heimatstadt Wien eine große Filmgruppe zu finden, der ich mich anschließen könnte.

Doch schon damals zeigte sich, dass ein Film-Biotop sogar in nicht so bevölkerten Gegenden gedeihen kann – wenn nicht sogar besser als in der angeblich ach so kulturinteressierten und pulsierenden Großstadt. Und diese späte Einsicht, die trotz der vorliegenden Fakten mir erst Jahre im nachhinein dämmerten, habe ich unter anderem Gruppen wie Mania Pictures aus Calw und Visual Dreams aus Vorarlberg zu verdanken.

Während Mania Pictures noch heute jedes Jahr einen Spielfilm produziert, stand Visual Dreams zu den Anfangszeiten des HomeMovieCorners eigentlich schon vor dem Aus. Viele der damaligen Mitglieder kamen gerade aus der Schule und standen am Scheideweg. Berufliche Ausbildung, weitere hochschulische Ausbildung – die Zeit des Ausprobierens war mehr oder minder vorbei. Trotzdem zählen ihre Filme wie „Angst“ oder „Faust – Der Musicalfilm“ für mich zu den Gründen, warum der HomeMovieCorner damals entstand.

Viele ehemalige Mitglieder blieben dem kreativen Bereich treu. Während es einige sogar beruflich schafften, wie Thomas Ilg, der Kameramann und Cutter wurde (u.a. „Universum History“, „Der Atem des Himmels“) oder Simon Meusburger, der das Schubert Theater in Wien leitet, wo u.a. auch Nestroy-Preisträger Nikolaus Habjan sein „Puppentheater für Erwachsene“ inszenierte, wurde für andere das Filmemachen und Geschichten erzählen einfach „nur“ ein Hobby.

Als eine Art Nachfolge von Visual Dreams etablierte sich in Vorarlberg die Gruppe Achnus Film. Auch einige ehemalige Visual Dreams-Mitglieder wie Philipp Horatschek sind mit dabei. Mir fielen sie bis dato eher durch Parodien wie „Achjack gegen die Mächte der Finsternis“, „Halul al Halula“ (Bollywood) oder „Pirätes – The Wedding of Spack Jarrow“. Und nachdem ich anscheinend vollkommen spaßbefreit bin, habe ich nicht unbedingt einen Faible für Parodien. Himmel, ich finde selbst „Spaceballs“ nur so halbherzig zum Lachen. (Ich kann also kein guter Mensch sein.)

Aber das neueste Werk von Achnus Film interessiert mich jetzt doch sehr. Vielleicht, weil das Thema „ernster“ klingt. Also nicht „ernst“ im Sinne von „todernst“, sondern im Sinne von „es ist keine Parodie, sondern was Eigenständigeres.“

Am 28. Oktober 2017 zeigen Achnus Film ab 20 Uhr ihren Ländlekrimi „Tote Moatla schreiand net – Mit Schwert abwärts“ in ihrem Wolfurter Vereinshaus.

Inhalt: Im Ländle da gibt’s sehr wohl a Sünd…

Die Leiche einer jungen Frau wird am Waldrand von einer Joggerin entdeckt. Oberinspektor Heinz Feuerle (Gernot Frick) ermittelt sofort. Zusammen mit seinen Kollegen Abteilungsinspektor Karl Fussenegger (Thomas Burger) und Polizeiarzt Dr. Sedlatschek (Heinz Jochum) decken die Kriminologen ein Netzwerk von Gewalt, Sex und Machtmissbrauch auf, das bis in die höchsten Vorarlberger Kreise reicht.

Der in einer ersten Fassung über 100 Minuten dauernde Film wurde mit über 60 Personen vor der Kamera in Wolfurt, Bregenz, Dornbirn, Hohenems und Kennelbach gedreht. An über 20 Drehtagen wurde der Film von Regisseur und Drehbuchautor Thomas Burger und dem Team von Achnus Film realisiert. Was mir an den „ländlichen“ Filmgruppen besonders imponiert. Neben dem Improvisationstalent gibt es anscheinend auch einen größeren Zusammenhalt und Unterstützung von der Bevölkerung her. So stellte die Landespolizeidirektion auch mehrmals ein echtes Polizeieinsatzfahrzeug zur Verfügung – und auch ein Rettungsauto und eine Cessna 208 Grand Caravan waren im Einsatz.

Rodja

INFO: Achnus Film www.achnus.com

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Written by HomeMovieCorner

28. Oktober 2017 at 08:38

„Mom, I’m doing porn now!“

with 2 comments

Der in Salzburg lebende Filmemacher Christian Genzel ist mir u.a. durch seinen Indie-Spielfilm „Die Muse“ und als Filmjournalist bzw. -kritiker durch seinen Blog „Wilsons Dachboden“ bekannt, auf dem er mal mehr, mal weniger obskure Werke der Filmgeschichte und Filmperlen präsentiert. Sein letzter Kurzfilm „Cinema dell‘ oscurità“ mit der fantastischen Stephanie Lexer (u.a. „Biest“) findet sich auf der aktuellen DVD der renommierten „Shocking Shorts“-Reihe.

Gerade ist Genzel mit seinem Dreh-Team aus den USA heim gekommen. Er drehte dort Interviewparts für seine kommende Dokumentation „Finding Planet Porno“ (Facebook-Site) rund um den US-Filmemacher Howard Ziehm.

© Ghost Light Productions

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Obwohl sexuell ein ziemlicher Spätzünder – Ziehm verlor erst mit 20, 21 Jahren seine Jungfernschaft – gilt er doch als Porno-Pionier. Zusammen mit einem Geschäftspartner brachte Howard Ziehm 1970 mit „Mona“ den ersten Hardcore-Langfilm heraus, der landesweit in den US-Kinos lief.

Hierzulande dürfte Ziehm aber eher durch seine Sex-Parodien „Flesh Gordon“ (1974) und „Flesh Gordon Meets the Cosmic Cheerleaders“ (1990) bekannt sein. Ursprünglich war „Flesh Gordon“ auch als Porno-Spielfilm gedacht, doch die Polizei beschlagnahmte die frühen Hardcore-Szenen, so dass Ziehm sich entschied, einen Softsex-Film daraus zu machen. In dem fliegt nun Flesh Gordon in einem Penis-förmigen Raumschiff durchs Weltall, um Imperator Wang daran zu hindern, mit seinen Sex-Strahlen die Menschheit zu versklaven.

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Als ich den Film und seinen 16 Jahre später gedrehten Nachfolger das erste Mal sah, war das so in den frühen 1990er-Jahren. Eine wilde Zeit – so nach dem Bundesheer. Da waren bis lange nach Mitternacht dauernde Spielabende angesagt: „Das schwarze Auge“-Rollenspiele, Brettspiele wie „HeroQuest“ oder „SpaceQuest“ – später auch „Warhammer Fantasy“, bei dem wir natürlich auch Figuren bemalten. Und wenn wir besonders masochistisch veranlagt waren, spielten wir „Shogun“ (ungefähr wie „Risiko“, nur mit hunderten Figuren, Festungen, auszuhebenden Ronin-Söldnern, Ninja-Spionen und Auftragskillern – ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals ein Spiel zu Ende spielten).

Sollten wir wider Erwarten doch einmal vor Mitternacht fertig gespielt haben, war dann Video-Abend gesagt. Andi war Stammgast in der Videothek und borgte sich dort en masse Filme aus – die er wiederum en masse mit einem zweiten Videorecorder kopierte. Und so kam ich dann in den Genuss von Filmen wie „Bad Taste“, „Waynes World“, „Bill & Teds verrückte Reise in die Vergangenheit“ (bzw. auch „… in die Zukunft“), „Meet the Feebles“, „Army of Darkness“ – und eben „Flesh Gordon“ und dessen Nachfolger. Also alles, was damals als cool angesehen wurde.

Mich hat das nie so wirklich infiziert. Vor allem die schnoddrige deutsche Synchronisation, die ja mittlerweile Kult ist, ging an mir völlig vorbei. „Volle Kanne, Hoschi“ wurde ein gängiger Spruch in meinem Freundeskreis damals – und jedes Mal, wenn er zitiert wurde, war ein Lacher garantiert. Ich kam mir wie Spock vor, der das Ganze als Außenstehender beobachtete und alles „faszinierend“ fand, aber nie wirklich davon berührt wurde.

„Flesh Gordon“ und „Flesh Gordon Meets The Cosmic Cheerleaders“ stachen insofern heraus, da wir vom Hörensagen wussten, dass das verkappte Pornos waren.

Was sie eben nicht waren. Es waren Softsex-Klamotten mit Fäkalhumor-Einlagen. Insofern „faszinierend“, dass meine Freunde sich total abhauten. Ich fand ja den nur wenige Jahre zuvor herausgekommenen „Spaceballs“ auch nicht wirklich lustig. (Ja, ich bin wohl eine ziemliche Spaßbremse. Aber ich stehe eher auf philosophischen Slapstick-Humor à la Dick & Doof, Buster Keaton, Charles Chaplin und Harold Lloyd – da wurde nicht so viel Schwachsinn geredet. Wie auch, waren ja alles größtenteils Stummfilme.)

© Rodja Pavlik

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Was mich aber an „Flesh Gordon“ begeisterte, waren die Special Effects und die Ausstattung. Dem Filmemacher war es gelungen, eine in sich stimmige Welt zu kreieren – und das mit wenig Budget. Das konnte ich auch als Film-Laie erkennen. Und die Effekte wirkten bei manchen Sachen wesentlich besser als im Vergleich dazu der „High-Budget-Film“ „Spaceballs“. Ja, in den besten Szenen, als Flesh Gordon von Ameisenrobotern angegriffen wird, wird man an „Jason und die Argonauten“ (1963) erinnert, ein Meisterwerk des legendären Trickkünstler Ray Harryhausen.

Kein Wunder, gehörten doch zum Effekteteam unzählige junge Künstler, die es später weit bringen sollten, wie Christian Genzel auf „Wilsons Dachboden“ erzählt. So wirkten u.a. Mike Minor (Art Director für „Star Trek II – Der Zorn des Khan“), Rick Baker (sieben Oscars und Arbeit u.a. an „Hellboy“ oder Michael Jacksons „Thriller“-Video), Dennis Muren (neun Oscars, u.a. für „Terminator 2“ und „Jurassic Park“) und Greg Jein (u.a. Modelle für „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ und „Star Trek – Der Film“) mit.

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Doch nun zurück zur Doku „Finding Planet Porno“: Da ich Christian Genzels bisherige Werke kenne und schätze – und ihn auch als ernst zu nehmenden Regisseur mit Visionen wahr nehme, unterstütze ich das Projekt und sichere mir einen imdb-Credit als Associate Producer, was mich nun zum eingangs erwähnten Satz führt: „Mom, I’m doing porn now!“. (Na ja, wohl eher „Mom, I’m doing documentary now!“ – aber dann hätte wohl keiner mehr weiter gelesen.)

Mit in Genzels Team ist Kameramann Paul Sprinz, mit dem er zusammen den atmosphärischen Musikclip „Instant Love“ (und auch hier: Stephanie Lexer!) der Band Roia realisierte. Sprinz wiederum stand auch beim äußerst sehenswerten Kinodebüt „Die beste aller Welten“ von Adrian Goiginger hinter der Kamera. Der Film läuft aktuell in den österreichischen Kinos – und startet demnächst auch in Deutschland. Eine meiner Filmempfehlungen diesen Jahres. Definitiv.

Rodja

INFO: „Finding Planet Porno“ auf Facebook: www.facebook.com/PlanetPornDoc, Christian Genzels Filmproduktion Ghost Light Productions: www.ghostlightproductions.de

„Flesh Gordon“ (1974) – Trailer

„Flesh Gordon Meets the Cosmic Cheerleaders“ (1990) – Trailer

Written by HomeMovieCorner

23. September 2017 at 08:47