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“Deserteur” und “Hirschen” – zwei Indie-Filme in Wien

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© Pimp The Pony Productions

Pimp The Pony Productions

Da ist mal längere Zeit nichts – und dann kommen gleich zwei Indie-Filme zur gleichen Zeit in die Wiener Kinos.

Nach einer Festivaltour (24 Teilnahmen, fünf Auszeichnungen) und trotz Drohungen im Vorfeld feiert am 13. November 2014 der Film “Deserteur” von Gabriele Neudecker in den Breitenseer Lichtspielen seine Wien-Premiere. Und am 14. November 2014 läuft in der UCI Millenium City die Komödie “Hirschen – Da machst was mit!” von George Inci und Beatrice von Moreau an (weitere Termine in den Breitenseer Lichtspielen sind auch dabei).

“Deserteur” basiert auf wahren Schicksalen und zahlreichen Interviews mit Zeitzeugen. Regisseurin Gabriele Neudecker hat dafür rund 200 Interviews zum Thema Deserteure der Wehrmacht geführt. Alle Rollen wurden mit sehr jungen Laiendarstellern vom Land (Elektrikern, Schlossern und Landwirten) besetzt.

Obwohl kaum bekannt, ist das Thema eigentlich bis in die Gegenwart tabu gewesen. Erst 2009 wurden nämlich Deserteure des NS-Regimes in Österreich offiziell rehabilitiert.

Synopsis: Hungerwinter 1946. Desertation aus der Wehrmacht wird in Österreich auch nach dem Krieg noch bestraft. Exemplarisch geben der Koch, der Bauer, der Ministrant und der Schweinemeister Einblicke in ihre Beweggründe zur Flucht vor dem militärischen Terror. Im dokumentarischen Stil montiert der Film reale Schicksale junger Deserteure, zeigt eindringliche Momentaufnahmen traumatischer Erinnerungen und gesellschaftlicher Ausgrenzung in der Nachkriegszeit.

Nach einer Kinotour durch Tirol, Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark landet nun auch “Hirschen – Da machst was mit!” von Georg Inci und Beatrice von Moreau in Wien.

Die zwei deutschen Filmemacher drehten den Indie-Film in dem Tiroler Ort Außervillgraten (hatte ich bis dato noch nicht auf meiner Landkarte) und besetzten die Rollen teils mit professionellen Schauspielern, teils mit Mitgliedern der örtlichen Theatergruppe.

Synopsis: In Hirschen lässt es sich gut leben, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als die Fabrik – der Hauptarbeitgeber im Dorf – ihre Pforten schließt. Der Großteil der Dorfbewohner wandert ab oder steht kurz davor. Nur wenige entscheiden sich für Hirschen, unter anderem auch die alteingesessene Stammtischrunde, die verzweifelt nach einem Ausweg aus der Misere sucht. Plötzlich passiert ein Wildunfall in der Nähe des Dorfes. Der leicht versehrte Fahrer kommt mit dem Schrecken davon und wird von den Dorfbewohnern gut verpflegt. Er wohnt in der Pension des Metzgers und seiner Tochter Susi, wird vom Arzt versorgt, der Mechaniker repariert sein Auto, der Polizist kümmert sich um die Formalitäten und der Bürgermeister bringt ihm die Schönheit des Ortes nahe. Das bringt die Stammtischrunde auf eine ebenso kuriose wie einträgliche – und natürlich nicht ganz legale – Idee…

Leider gibt es zu dem Film nur einen nicht aussagekräftigen Teaser, deswegen habe ich nur den “Making Of”-Trailer hier online gestellt.

Rodja

Edit: Zu “Hirschen – Da machst was mit!” gibt es auf Film.at schon eine Kritik.

Trailer “Deserteur”

Making Of Trailer “Hirschen – Da machst was mit!”

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12. November 2014 at 10:01

Crowdfunding-Teaser zu “Iron Sky II – The Coming Race”

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© Ironsky.net

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So wird es also enden…

2012 erzählte der Finne Timo Vuoronsela mit viel Augenzwinkern und B-Movie-Charme in seinem Film “Iron Sky” von Nazis, die vor Ende des Zweiten Weltkrieges auf den Mond flüchteten und in der Jetztzeit einen Angriff auf die Erde planen. Anscheinend war die Mondbasis aber nur ein Ablenkungsmanöver, denn in Wirklichkeit haben sich die Nazis (besser: eine nicht menschliche Herrscherrasse mit sehr viel Nazi-Symbolik) im Inneren der Erde versteckt. Und Blondi ist kein Schäferhund, sondern ein T-Rex. Zumindest dürfte das mal der vorläufige Plot zum zweiten Teil der Indie-Satire mit dem Titel Iron Sky II – The Coming Race sein.

Synopsis: 20 Jahre nach den Ereignissen im ersten Teil ist die ehemalige Nazi-Mondbasis die letzte Zuflucht der Menschheit. Die Erde wurde durch einen atomaren Weltkrieg verwüstet. Doch tief im Inneren der Erde lauert eine noch viel größere Gefahr: Die Vril, eine alte Reptilien-Rasse von Gestaltenwandlern, die vor Äonen bereits einen Teil der Entstehungsgeschichte der Menschheit beeinflusst hat.

Ich muss zugeben, der erste Teil von “Iron Sky” hat mich nicht so ganz von den Socken gehauen, wie ich es erhofft hatte. Aber nicht die Story ist es, die den Film bemerkenswert macht, sondern die Art, wie er entstanden ist. “Iron Sky” katapultierte Crowdfunding und Crowdsourcing in das Bewusstsein der Filmindustrie. Das erste Mal wurde in internationalem Ausmaß die Macht der Fans, der Crowd im Internet, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das Budget wurde unter anderem von den Fans aufgebracht, “Iron Sky” lief weltweit in den Kinos an und war in allen Medien vertreten. Und dafür Hut ab.

Nun will Vuorensola es wieder wissen. Für “Iron Sky II – The Coming Race” hat er auf Indiegogo wieder eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Die CF-Summe beträgt erst mal 500.000 US-Dollar, für den Film ist ein Gesamtbudget von 15 Millionen US-Dollar geplant (wobei laut Aussage des CF-Trailers 40 Prozent schon stehen sollen). Wie genau die Restsumme zusammen kommen soll, versuche ich gerade von Timo Vuorensola selbst zu erfahren.

Ich halte Crowdfunding noch immer für eine interessante, neue Methode. Doch in letzter Zeit hat es – meinem Gefühl nach – einen Rückschlag gegeben (Siehe Zach Braff und sein Herumjammern bezüglich “Wish I Was Here”, dass man ihn nicht mehr soooo lieb hat wie früher). Aber das war nach all der Anfangseuphorie auch zu erwarten.

Rodja

PS: Was mir gerade eingefallen ist. Die US-Filmfließbandwerkstatt The Asylum hat ja einen Mockbuster zu “Iron Sky” herausgebracht. In “Nazis At The Centre Of The Earth” (deutscher Titel: “Nazi Sky – Die Rückkehr des Bösen”) befinden sich ja die Ewiggestrigen unter dem Ewigen Eis des Nordpols. Hm, hat sich Timo Vuorensola da ein bisschen revanchiert und ausgerechnet von den Kopierern kopiert? ;-D

INFO: Film-Site: www.ironsky.net; Crowdfunding-Kampagne: www.indiegogo.com/projects/iron-sky-the-coming-race–2

Teaser

Crowdfunding-Trailer

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7. November 2014 at 11:29

MILH: Nowhere Man and a Whiskey Girl – “If Only I”

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Music I’d Like To Hear (In Indiefilms)

Und hier die erste nicht-europäische Band in der Rubrik MILH – die US-Band Nowhere Man and a Whiskey Girl (Facebook-Site), bestehend aus dem Ehepaar Derrick und Amy Ross.

Durch Zufall bin ich auf ihren Clip “If Only I” gestoßen. Ganz genau weiß ich auch nicht, warum ich das Video anklickte. Allerdings merkte ich schon nach den ersten Akkorden, dass das Lied mich emotional sehr ansprach – und schon allein von daher als MILH-Kandidat geeignet war.

Mich irritierte nur dieses tanzende Paar in dem Clip. Irgendwas stimmte da nicht. War das ein ganz normales Musikvideo mit Schauspielern? Dafür strahlte der Clip eine zu ungeheure Intimität aus. Aber würden die Musiker sich selbst so darstellen (lassen)? Die Frau wirkte so zerbrechlich, die Blicke, die sie sich zuwarfen, waren so liebevoll – und hinterließen bei mir dennoch einen traurigen Eindruck.

Erst als ich die Kommentare unter dem Video las und weiter recherchierte, kam ich darauf, dass nicht nur die Musik reif für einen Film geeignet wäre – sondern auch die tragische Geschichte von Derrick und Amy Ross. So etwas Schönes, so etwas Trauriges und so etwas Episches. “Love Story”, “Romeo und Julia”, so in diese Kategorien denkend. Denn zu dem Zeitpunkt, als der Clip publiziert wurde, waren diese beiden außergewöhnlichen Musiker nicht mehr am Leben. Amy litt unter Lupus und musste regelmäßig zur Dialyse, wie Uproxx.com zu berichten weiß. Ihre Gesundheit war angeschlagen, sie zog sich eine Blutvergiftung zu und starb. Derrick Ross versicherte seinen Freunden, dass er okay sei, kaufte sich aber einen Tag nach Amys Tod eine Waffe und setzte seinem Leben ein Ende.

Oh ja, das drückte stark auf die Tränendrüse. Und ich frage mich, warum diese wundervolle, traurige Geschichte von den beiden, die so ein schönes Video hinterließen, nicht viral ging. Verdient hätten sie es, zumindest, dass man sie nicht vergisst.

Und irgendwie stelle ich mir vor, dass Nowhere Man und Whiskey Girl wieder gemeinsam tanzen können.

Rodja

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5. November 2014 at 16:54

Veröffentlicht in MILH - Music I'd like to hear

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Aoeo – Es war einmal in einer Stadt

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© 4030 Crew

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Es war einmal…

So fangen viele Märchen an – und so trägt auch dieses Großstadtmärchen rund um den jungen, gesichtslosen Aoeo diesen wohl bekannten Satz im Titel. Aoeo weiß es zum Anfang noch nicht, aber die Zeit seiner Unschuld wird enden.

Gefühlvolles, surreales Coming-of-age-Drama der beiden Filmemacher David Wagner und Sebastian Wöber und ihrer Gruppe 4030 Crew aus über 30 Jugendlichen, das mit seinen 52 Minuten Spielzeit einen zwiespältigen, insgesamt aber positiven Eindruck hinterlässt. Das Gesamtkunstwerk “Aoeo – Es war einmal in einer Stadt” aus dem Jahr 2005, das neben dem Film auch die Musik und die Homepage umfasst, war damals seiner Zeit weit voraus – und sucht auch heute noch im österreichischen Film seinesgleichen.

Aoeo (Regisseur David Wagner) ist ein charmanter Taugenichts, der keine besonders großen Ambitionen zu haben scheint – ja, nicht einmal ein eigenes Gesicht hat er. Der junge Mann lebt maskiert in einem Fabriksloft so in den Tag hinein. Zwischen mit dem Stoffhund Gassi gehen und sehr dilettantisch mit einer Band jammen, besorgt sich Aoeo alles was er zum Leben braucht – aber auch nicht mehr.

© 4030 Crew

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Nur das mit dem Besorgen… das hat so seine Tücken.

Aoeo stiehlt nämlich. Auf dem Weg zu den Bandproben nimmt er schon mal ein Fahrrad mit, dessen er sich nach Gebrauch auch gleich wieder entledigt. Beim Obststand mag Aoeo ja noch mit seinem jugendlichen Charme beim Verkäufer durchkommen, aber wenn es um’s Geld geht, wird es schon schwieriger. Da überfällt Aoeo schon mal mit gezogener Waffen drei unterbelichtete Junkies (Andreas Benedikt, Wilhelm Iben, Tom De Roeck), die vom großen Reibach träumen, nur weil sie Boco (Ruben Tossunjan), dem Sohn des örtlichen Mafiapaten Koks verkaufen, das eigentlich keins ist.

Aoeo selbst dürfte auch keiner sein, der einem konkreten Plan nachgeht oder groß über die Konsequenzen seines Handelns nachdenkt. Zwar räumt er bei dem Überfall viel Geld ab, aber nachdem er sich den Teil genommen hat, den er für den Moment braucht, schenkt er den Großteil seiner Beute seinem Mentor (Gregor Hrynasz), einem Sandler, bei dem man nicht so recht weiß, ob er weise oder wirre Worte von sich gibt.

Eines Tages, als Aoeo mit seinem Stoffhund spazieren geht, beobachtet er einen Banküberfall. Und was für einen: Ein Quartett Gangster-Girls flüchtet wild mit Waffen um sich herum gestikulierend in einem Käfer-Cabrio, dass die Geldscheine nur so herumfliegen. Und da geschieht es…

© 4030 Crew

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Aoeo hat einen kurzen, intensiven Blickkontakt mit der Gangsterbraut Pip (Marina Dell’Mour) – und um den jungen Mann ist es geschehen. Er ist verliebt.

Fortan träumt er von diesem Mädchen und sucht es. Was er nicht weiß: Pip und ihre Freundinnen haben die Bank ausgeraubt, um das Land in Richtung wärmere Gefilde zu verlassen. Während die übrigen Girls sich schon darauf freuen, steckt Pip in der Krise. Ihr geht der junge Mann nicht mehr aus dem Kopf. Und das Leben als Bankräuberin hat für sie ohnehin keine Zukunft.

Auf der Suche nach der unbekannten Schönen verrennt sich Aoeo in seine Träume und kollidiert mit der Realität. Dabei verliert er viel und entdeckt zugleich etwas.

2004/05 hatte der ursprüngliche HomeMovieCorner seine Blütezeit. Die Redaktion bestand aus fünf Personen, wir rezensierten wöchentlich Filme aus dem Indie-Bereich, veranstalteten Filmabende und wurden sogar ins Ausland zu Filmfestivals eingeladen. Ich blickte damals sehnsuchtsvoll nach Deutschland, wo Gruppen wie die Mania Pictures aus Calw fast jährlich einen Spielfilm veröffentlichten und Filmerforen (z.B. Hackermovies.com oder Vfx-forum.de) im Internet wuchsen und gediehen. Ich bin ja heute noch der festen Überzeugung, dass diese Foren in Deutschland eine engere Vernetzung der Indie-Szene ermöglichten, während hierzulande eben durch das Fehlen eines derartigen Forums so etwas lange Zeit nicht stattfand (und dieses Manko bis heute spürbar ist). Aber dennoch war ich guter Dinge, irgendwie schien die Szene in Wien so richtig zu brodeln. Und zum Teil trugen die Filmemacher Sebastian Wöber und David Wagner zu meinem Optimismus bei.

© 4030 Crew

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Sebastian Wöber lieferte 2003 mit dem Kurzfilm “No Bullet” einen philosophischen Fantasy-Martial-Arts-Streifen ab – und damals hatte man in der Wiener Indie-Szene noch überhaupt keine Ahnung, wie man Fantasy geschweige denn Kampfkunst in Szene setzt.

“No Bullet” lief im Rahmen des HomeMovieCorner am 20. April 2004 im Kurzfilmprogramm “Fremde Welten” im Votivkino und wurde auch von unserer Redaktion zu den Independent Days in Karlsruhe geschickt. 2003 arbeitete Wöber auch an David Wagners sehenswerter Kurzdoku “Zugfährtab!” mit, der auch auf der Diagonale lief. Und nun machten sich Wagner und Wöber auf, mit 30 anderen jungen Leuten dieses Großstadtmärchen “Aoeo” zu verwirklichen.

Und plötzlich hatte ich sie vor mir – diese Gruppe an Kreativen aus allen möglichen Bereichen, die alles daran setzt, einen Film ins Leben zu rufen. Ein Netzwerk. Alles ungeschliffene Diamanten, die noch nicht oder kaum eine kreative Ausbildung hatten, sondern sich das Meiste selbst beigebracht hatten. Das war für mich der Inbegriff von Independent. Und “Aoeo” ist diesbezüglich wirklich ein Kleinod. Die fantastische Musik von Iva Zabkar, die zuletzt auch den Soundtrack zu “Risse im Beton” von Umut Dag beisteuerte. Der Look des Films, die Kostüme, das Artwork – ja, auch die Homepage* – das war so erfrischend damals. Und bis dato hat es kein österreichischer Film geschafft, ein derart gelungenes Gesamt-Package zu schnüren.

Auch das Märchenhafte von “Aoeo” hat seinen ganz eigenen Charme, erinnert etwas an “Die fabelhafte Welt der Amelie”. Und gleichzeitig strahlt dieser Film diese Wehmut der Teenager-Filme der 80er-Jahre, wie “The Breakfast Club” oder “Ist sie nicht wunderbar?” aus. Wenn Aoeo über das Dach rennt und am Abgrund stehen bleibt und in die Ferne blickt. Ja, einen besseren Coming-of-Age-Film aus Österreich gibt es nicht.

“Aoeo – Es war einmal in einer Großstadt” ist für mich auch eine Art Zeitkapsel, denn das Wien, das in dem Film gezeigt wird, gibt es heute kaum noch. Alte Fabriken, leer stehende, abgewohnte Häuser – das hat in Zeiten der zu Tode renovierten und aufgestockten Althäuser, den hochgezogenen Wolkenkratzern der Donau City oder diesem sterilen Hochglanz-Projekt Seestadt Aspern keinen Platz mehr.

© 4030 Crew

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Aber leider hat der Film auch seine Schwächen, und zwar ganz gravierende.

Das fängt mal damit an, dass “Aoeo” anfängt, vom Märchenhaften ins Surreale zu kippen – und zwar ziemlich hart. So etwas muss man mögen. Ich tu es nicht. Aber je öfter ich den Film sehe, desto mehr verstehe ich die Notwendigkeit dieses Kunstgriffes: Es geht eben darum, dass Aoeo seine Unschuld verliert, um seinen Weg zu finden. Und dass das eben schmerzhaft ist. Ich hätte zwar eine elegantere, softere Lösung bevorzugt, aber gut. Dieser Kritikpunkt ist auch eher ein von mir empfundenes Manko beim Storytelling. Gut, dass es auf DVD noch drei alternative Enden gibt.

Mutig, dass Aoeo nicht nur kein Gesicht hat, sondern auch kein einziges Wort spricht. Dadurch ist die Palette an Emotionen, die David Wagner als Schauspieler zeigen kann, sehr eingeschränkt. Aoeo bleibt einem dadurch ein bisschen fremd. Auf der anderen Seite wird versucht, den anderen Akteuren mehr Farbe zu geben, wie z.B. dem Junkie-Trio oder Boco. Nur… wofür? Obwohl sie dadurch mehr Screen-Time haben, bleibt das Hauptaugenmerk trotzdem auf Aoeos Geschichte gerichtet. Die Informationen, die man erhält, laufen ins Leere, sind einem egal. Einzig Pip wirkt als Figur interessanter, allerdings ist ihr Auftritt im Film zu kurz.

© 4030 Crew

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An der Auswahl der Schauspieler krankt der Film wirklich. Wie generell bei vielen Indie-Filmen damals wurden die Akteure anscheinend aus dem Bekanntenkreis rekrutiert. Und manche können schauspielen, andere agieren aber so hölzern, dass es einfach nur weh tut, wenn die Szenen verhunzt werden.

Letztendlich wurde “Aoeo – Es war einmal in einer Stadt” nicht das von mir erhoffte Lebenszeichen des Wiener Indie-Films. Im Gegenteil, der Spielfilm schien sogar eine Art Zäsur für die damalige Szene gewesen zu sein. Filmemacher hörten auf, entwickelten andere Interessen oder gingen auf die Hochschule. Nach “Aoeo” wurde es in Wien für eine Zeit stiller. Es gibt noch die großen Projekte, keine Frage – vor allem heute. Aber die Unbedarftheit, das Fiebrige und das Intuitive der Amateure ist jetzt dem eher professionelleren Herangehen von Filmschulabsolventen gewichen.

Sebastian Wöber und David Wagner drehen heute noch Filme. (Nicht mehr gemeinsam: Wöber hat sich eher auf die technische Seite (Kamera) spezialisiert, während Wagner erst vor kurzem nach Hamburg gezogen ist, um dort Film zu studieren.) Viele der damaligen 4030 Crew sind in kreativen Bereichen tätig. Aber ein so gewaltiges Projekt wie “Aoeo” hat es danach meines Wissens nach nicht mehr gegeben. Wenn man mich fragt, zählt dieses Werk zu den wichtigsten der Wiener Indie-Filmszene.

Rodja Pavlik

* Allein, dass man bei der Homepage quasi in einem kleinen Mini-Spiel Aoeo über das Dach scheuchen kann, ist eine Erwähnung wert.

INFO: “Aoeo – Es war einmal in einer Stadt” – Coming of age-Drama , A 2005, 52 min. Regie: David Wagner, Sebastian Wöber. Drehbuch: David Wagner. Kamera: Sebastian Wöber. Ton/Setbauten/Animation: Roland Dell’Mour. Maske/Kostüm: Marina Dell’Mour, Janine Haid. Musik: Iva Zabkar. Budget: ca. 2.500 Euro. Darsteller: David Wagner, Marina Dell’mour, Andreas Benedikt, Gregor Hrynasz, Tom DeRoeck, Wilhelm Iben. Weitere Informationen unter www.aoeo.at

AOEO Trailer from David Wagner on Vimeo.

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1. November 2014 at 13:57

Void

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Synopsis: An einem kalten Wintermorgen treffen drei Polizisten eine folgenschwere Entscheidung. Als ein afrikanischer Schubhäftling sich erfolgreich gegen die Abschiebung in einem Flugzeug wehrt, verschleppen sie diesen in eine Lagerhalle. Dort wird der Mann von den Polizisten bedroht, gefoltert, muss eine Schein-Exekution durchleben und wird schließlich noch mit dem Polizeibus überfahren.

Das Traurige an dem Kurzfilm “Void” von Stefan Lukacs: Die Story basiert auf den Akten zum realen Vorfall des Bakary J. – und die Geschehnisse passierten 2006 in Österreich, und nicht in einem Land, in dem Demokratie ein Fremdwort ist. Regisseur Stefan Lukacs konzentrierte sich vor allem auf die negative Gruppendynamik und die daraus resultierende Gewaltspirale, die diesen Polizeiskandal auslöste. Wie der Filmemacher gegenüber der österreichischen Tageszeitung “Standard” vom 11. Dezember 2012 (Artikel hier) erklärte, wurde die für einen Kurzfilm doch recht lange Spielzeit von 33 Minuten bewusst gewählt: “Ich wollte, dass das Publikum bei etwas zuschaut, wo es eigentlich lieber wegschauen möchte.”

Was das Ganze um eine tragische Nuance erweitert: Die schuldigen Polizisten wurden erst 2009 aus dem Dienst entlassen. Und ganz aktuell – drei der vier Polizisten wollen eine Neuaufnahme des Verfahrens, berichtet der ORF am 20. Oktober 2014. Dabei benutzt die Polizei laut Medienberichten den Kurzfilm für interne Schulungszwecke, um Polizisten dazu anzuhalten, bei Fehlverhalten ihrer Kollegen auch gegen den Korpsgeist aufzustehen.

Vielleicht ist es da ganz gut, dass Regisseur Stefan Lukacs seinen Kurzfilm auf Vimeo nun online gestellt hat.

Rodja

INFO: www.voidthemovie.com

VOID from georg eggenfellner on Vimeo.

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21. Oktober 2014 at 00:19

HMC-Classics: Stasis

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© Hickstein/Wichterich

© Hickstein/Wichterich

Erstrezension am 11. September 2002, der Kurzfilm lief am 2. November 2002 im Rahmen eines HomeMovieCorner-Allerseelen-Specials im Filmcasino in Wien.

Ein junger Mann unterhält sich via Web-Camera mit seinem Zwillingsbruder, der seit einiger Zeit aus dem Haus ist. Ein banales Gespräch, doch bald befällt den Zuschauer ein unangenehmes Déjà Vu-Gefühl. Der deutschen Gruppe Firework Pictures rund um Matthias Hickstein und Daniel Wichterich gelang mit wenig Aufwand und einem ausgezeichneten Drehbuch ein psychologisches Drama, das mehr Grusel als so mancher Horrorfilm erzeugt.

“Und? Bei Dir was Neues?” Ein junger Mann (Thomas Goersch) sitzt vor seinem Computer. Die Web-Camera ist an, er spricht mit seinem Zwillingsbruder. Das Gespräch dreht sich um banale Dinge. Wie geht es Mutter? Was macht das Liebesleben? Der eine hat sich einen blütenweißen Anzug gekauft, der andere hat eine neue Anmache. Seit der Bruder aus dem Haus ist, hat sich einiges verändert. Doch bevor es so langweilig-gemütlich weiter geht, stutzt der Zuschauer. Irgend etwas stimmt an dieser Konversation nicht. Wiederholt der eine nicht, was der andere kurz zuvor gesagt hat? Aber irgendwie ergeben die Sätze einen Sinn, einen Kontext. Das unangenehme Déjà Vu bleibt und wird mit jedem weiteren Satz, jeder Geste, die sich wiederholt, intensiver. Schließlich stockt der namenlose Mann vor dem Computer, denkt nach. Er erinnert sich wehmütig daran, wie es damals war – als sein Zwilling noch da war. Das gemeinsame Frühstück, Schach spielen, gemütlich beisammen sein – dann die letzte, schmerzliche Erinnerung: Der Sarg seines Bruders. “Du bist viel zu früh von uns gegangen.”

“Stasis” ist ein kleiner, aber äußerst feiner Film der Gruppe Firework Pictures rund um Matthias Hickstein und Daniel Wichterich. Die beiden Deutschen erzählen die Geschichte eines jungen Mannes, der ein Gespräch mit seinem verstorbenen Zwillingsbruder mit Hilfe einer Web-Camera und einer verzögerten Einspielung in den Computer führt – den Verstorbenen quasi wieder “lebendig” macht. Die Deutungsweisen des knapp 3:40 Minuten langen Films sind verschieden: Theorien von Schizophrenie bis hin zu sentimentalem Experiment eines Trauernden sorgen noch für lange Diskussionen nach dem Film.

“Stasis” ist ein Beispiel dafür, dass man mit geringen technischen Mitteln und absolut “no Budget” trotzdem einen guten Film machen kann. Alles, was man dafür benötigt, ist ein gutes Drehbuch und gute Schauspieler. Thomas Goersch überzeugt in seiner Rolle des Melancholikers, der um seinen Bruder auf etwas seltsame Art und Weise trauert. Besonders erwähnenswert ist vor allem der Dialog, der eigentlich ein Monolog ist. Das Bravourstück dürfte Hickstein und Wichterich einiges Kopfzerbrechen bereitet haben. Wie überlegt man sich einen Satz, der sich im Kontext wiederholt und trotzdem einen anderen, logischen Sinn ergibt? Obwohl der Kurzfilm ein Drama ist, steckt soviel psychologische Raffinesse und Spannung drinnen, dass mehr Gänsehaut entsteht als bei den meisten Horrorfilmen, die ich kenne.

Die Gruppe Firework Pictures war zu den Anfangszeiten des HomeMovieCorner in den 2000er-Zeiten immer für eine Überraschung gut. Ich mochte schon die Medien-Satire “Café Guerilla” (2001) sehr, aber “Stasis” (2002) war für mich das Nonplusultra eines Amateur-Kurzfilms. Nach den beiden “intellektuelleren” Filmen folgte mit “Cleaner” (ebenfalls 2002) ein Horror-Kurzfilm, in dem ein Kammerjäger – von einem Nachrichtenteam begleitet – im Keller seiner Arbeit nachgeht und Mäuse, Ratten und Zombies exterminiert. Doch die Untoten sind nicht die einzige Gefahr da unten. Bei dem eher mainstreamigen Film zeigte Daniel Wichterich erstmals sein CGI-Können und erschuf ein beeindruckendes 3D-Monster. “Cleaner” war wohl der Höhepunkt von Firework Pictures, denn danach wurde es eher still um die Gruppe. Zwar kamen noch zwei, drei Kurzfilme (u.a. ein Teaser mit einem Samurai-Schwerkampf und ein tragischer Animationsfilm über eine verliebte Schaufensterpuppe), die aber nicht mehr das filmische Level von “Stasis” oder “Cleaner” erreichten.

Mittlerweile hat Wichterich sein Studium als Diplomierter Medien Designer an der Fachhochschule Aachen abgeschlossen und arbeitet als VFX-Artist in Berlin. Von einem Matthias Hickstein fand ich diese Filmemacher-Site hier, aber auf eine Anfrage kam keine Antwort.

Thomas Goersch ist Schauspieler und Filmemacher mit Leib und Seele, der vor allem in der Indie-Szene agiert. Er fiel mir u.a. in dem Fantasyfilm “Kriegerherzen” und der LGBT-Serie “Berlin Bohème” auf. Aktuell ist er u.a. der Mastermind hinter dem Episodenfilmprojekt “Grimms Kinder”, das die Grimmschen Märchen neu erzählt.

Rodja Pavlik

INFO: Firework Pictures: “Stasis” – D 2002, Drama – 03:40 min. Regie: Matthias Hickstein. Drehbuch: Matthias Hickstein, Daniel Wichterich – nach einer Idee von Niels Vollrath. Kamera: Matthias Hickstein. Schnitt: Daniel Wichterich, Matthias Hickstein. Ton: Christian Fuhrmann. Darsteller: Thomas Goersch.

Was ist HMC-Classics?

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15. Oktober 2014 at 02:57

ProSiebenSat.1 und VDD fördern Exposés

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Der Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) und die Senderkette ProSiebenSat.1 schreiben für die nächsten drei Jahre eine Stoffentwicklungsförderung in der Höhe von 150.000,- Euro pro Jahr aus – insgesamt stehen vorläufig mal drei Jahre also 450.000,- Euro zur Verfügung.

Gefördert wird die Entwicklung von Ideen für Kinofilme, Fernsehfilme, TV- und Web-Serien zu einem Exposé. Da der einreichende Autor bereits mindestens ein Drehbuch für einen veröffentlichten Spielfilm (90-Minüter) oder drei Folgen einer produzierten und veröffentlichen Serie in seiner Filmographie aufweisen muss, ist die Förderung leider nicht für komplette Neueinsteiger gedacht.

Eingereicht werden kann eine auf 1,5 – 3 Din A4 Seiten (Arial, 12, Zeilenabstand 1,5) ausformulierte Idee. Das Genre muss auf dem Entwurf genannt werden. Pro Person kann eine Idee in jeder Förderperiode eingereicht werden.

Gefördert werden pro Förderperiode jeweils bis zu 20 Einreichungen. Die Förderung beträgt pro Person jeweils 7.500,- Euro und wird wie folgt aufgeteilt: Die erste Rate in Höhe von 3.750,- Euro erfolgt nach Förderzusage, die zweite Rate in Höhe von 3.750,- Euro erfolgt nach Abgabe eines 10- bis 15-seitigen Exposés (Din A4), welches spätestens sechs Monate nach Gewährung der Förderung abgegeben werden muss.

Der Autor wird die weitere Entwicklung eines auf dem geförderten Exposé basierenden Drehbuchs zuerst ProSiebenSat.1 anbieten. Sollte es innerhalb von vier Wochen keine Einigung zu einer weiteren Zusammenarbeit geben, kann der Stoff auch anderen Produzenten angeboten werden.

Einsendefrist für die erste Förderperiode ist der 1. November 2014. Einreichen kann man unter der E-Mail-Adresse Exposeforderung@drehbuchautoren.de. Weitere Details bitte dem Link hier entnehmen.

Rodja

Written by HomeMovieCorner

4. Oktober 2014 at 13:11

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Liste aller Filmfestivals in Deutschland

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Kurz und schmerzlos schreibe ich mal schnell den Blog-Post Nr. 500.

Die Macher des Independentfilms “Puppe, Icke und der Dicke” stellen eine Übersicht aller Festivals in Deutschland zur Verfügung. Da kann man doch nur Danke sagen: www.deutsche-filmfestivals.de

Rodja

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1. Oktober 2014 at 11:02

MILH: Farewell Dear Ghost – “Wake Up”, “Fire”, “Cool Blood”

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© Lena Prehal

© Lena Prehal

Music I’d Like To Hear (In Indiefilms)

Ich gebe es zu, ich bin ein Kind der 80er. Und was ich durchaus in der heutigen Zeit vermisse, sind diese Coming-of-Age-Filme, die durch einen gewissen Schwermut auffallen. Ich liebe diese Geschichten mit den Underdogs oder den Introvertierten – solche Filme wie “Stand By Me” oder “Die Himmelsstürmer”, aber auch Komödien wie “Class”, “Der Volltreffer”, “Ferris macht blau” (und ja, da war nicht Ferris mein Held), “Ist sie nicht wunderbar?” (wer hatte damals keinen Crush in Mary Stuart Masterson?) oder “Can’t Buy Me Love” enthalten mindestens eine Szene, durch die der Film eine tragische Note erhält. Sei es, dass der Held seine Kunst, seine Träume oder sein Anderssein erklärt – da ist immer etwas dabei, das dem Film eine gewisse Tiefe verleiht.

Irgendwie fehlt mir bei neueren Komödien wie “American Pie” (okay, ist auch schon etwas älter), “Superbad” oder “Scott Pilgrim vs. The World” dieser gewisse Unterton (“Juno” ist die glorreiche Ausnahme). Oder besser gesagt, der Unterton ist schon vorhanden, aber die Gewichtung scheint mir doch eher auf dem Hormonstau denn auf dem Coming of Age zu liegen.

In Österreich hat diese Art von Filmen keine Tradition. Wenn ich es mir recht überlege, haben Teenager/Anfang-Zwanziger in österreichischen Filmen generell keine besondere Tradition. Lange Zeit waren sie Staffage, mal mehr, mal weniger gut eingesetzt (I’m looking at you, Alfred “Freispiel” Dorfer). Der einzige Film, der ungefähr dem entspricht, was ich mir unter einer Teenie-Dramödie vorstelle, ist “Aoeo – Es war einmal in einer Stadt” – ausgerechnet ein Independent-Film. Das Bizarre ist aber, dass es sehr viele österreichische Bands gibt, die genau dieses Gefühl an- und aussprechen – es dürfte also genug Geschichten in der aktuellen Generation vorhanden sein.

Zumindest könnte ihre Musik gut zu solchen Filmen passen. Wie eben die in MILH bereits vorgestellten Polkov, Elto und Ben Martin. Und mit der Band Farewell Dear Ghost des Grazers Philipp Szalay gesellt sich nun eine vierte Band dazu. Ihr 2013 erschienenes Album “We Colour The Night” enthält Coming of Age, Teenage Angst, aber auch jene pulsierende und manchmal beängstigende Euphorie, die so Jugendliche in meiner romantischen Phantasie eben ausmachen sollte. Jeden Moment voll ausleben wollen – mit allen geschärften Sinnen, die noch nicht vom Alltag abgestumpft wurden.

Dazu gibt es auch entsprechende Videoclips. Während “Cool Blood” eigens von Gerfried Guggi von der Produktion Mindconsole gedreht wurde, verwendete Band-Chef Philipp Szalay für “Wake Up” und “Fire” Clips, die unter einer Creative-Commons-Lizenz zur freien Verfügung stehen. Eines offenbaren die drei Videos auf jeden Fall: Szalay dürfte einen ziemlichen Faible für Fackeln haben.

Die Musik hätt’ ma also… Wer dreht jetzt den Film, bitte?

Rodja

INFO: http://farewelldearghost.com

“Wake Up”

“Fire”

“Cool Blood”

Written by HomeMovieCorner

28. September 2014 at 08:52

Zach/Bauer – das Autorenduo hinter “Northmen – A Viking Saga”

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© Thimfilm/Ascot Elite

© Thimfilm/Ascot Elite

Noch internationaler wird’s nimmer.

In der deutsch-schweizerischen Produktion “Northmen – A Viking Saga” unter der Regie des in den USA agierenden Schweizer Regisseurs Claudio Fäh (“Coronado”, “Hollow Man II”, “Sniper: Reloaded”) landet am 23. Oktober 2014 in den deutschsprachigen Kinos ein Haufen internationaler Schauspieler wie Ken Duken (D, “Robin Hood”, “Banklady”), Tom Hopper (UK, “Merlin – Die neuen Abenteuer”) und Ryan Kwanten (AUS, “True Blood”) als skandinavische Wikinger in Südafrika, das für Schottland ausgegeben wird – und das Drehbuch dazu stammt von den Österreichern Matthias Bauer und Bastian Zach. Der HomeMovieCorner sprach mit den beiden Autoren, die ursprünglich aus dem Independent-Bereich stammen, über Kurz- und Spielfilme, Romane und den Vorteil Schweizer Produktionsfirmen.

Bastian Zach ist 1973 in Leoben geboren und wuchs in Salzburg auf. Matthias Bauer teilt den gleichen Jahrgang, wurde aber in Lienz/Tirol geboren. Kennen gelernt haben sie sich schließlich beim Grundwehrdienst, den sie gemeinsam in Salzburg 1992 absolvierten. Die beiden stellten schnell fest, dass sie gemeinsame Film- und Buchinteressen hatten und wurden Freunde. Nach dem Bundesheer trennten sich ihre Wege, sie blieben aber ständig in Kontakt. Bastian Zach ging nach Wien und wurde selbstständiger Grafiker, Schnitt- und Synchronregisseur, Matthias Bauer studierte in Innsbruck und ist in der Tiroler Erwachsenenbildung tätig. 2001 beschlossen sie, auf ihre Liebe zum Film auch Taten folgen zu lassen. Mit einem Mini-Budget von 350 Euro drehten sie den Kurzfilm “ausWEG””, der gute Kritiken erhielt.

© Bastian Zach & Matthias Bauer

© Bastian Zach & Matthias Bauer

So etwas macht Mut und 2003 setzten sie dann im Rahmen ihrer (inzwischen aufgelösten) Filmgruppe Open Doors Productions den Lynch-artigen Kurzfilm “[infinite]” um.

Das Budget betrug 3.500 Euro und wurde teilweise vom Land Tirol und der Stadt Innsbruck gefördert. Die VFX waren für damalige Verhältnisse bemerkenswert, “[infinite]” wurde 2004 auf der “animago”, einem der führenden Wettbewerbe für visuelle Effekte, mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Der Film wurde auch 2003 im Rahmen des HomeMovieCorner-Programms “Crime, drugs & video” im Votivkino gezeigt. (Womit sich auch ein kleiner Kreis zu “Northmen”-Regisseur Claudio Fäh schließt, dessen Kurzfilm “Hit The Highway, Honey” in einem HomeMovieCorner-Special “Schweiz” im gleichen Jahr im Filmcasino lief.)

“Morbus Dei”, der erste Versuch

Nach den ersten erfolgreich absolvierten Versuchen in der Sparte Kurzfilm wollten Zach und Bauer ihr Glück beim Spielfilm zu versuchen. In Zusammenarbeit mit Wega Film bereiteten sie Drehbuch und Regie des historischen Abenteuerfilms “Morbus Dei” vor. Erzählt wird die Geschichte eines Deserteurs, der vor 300 Jahren im Winter in ein abgelegenes Dorf in Tirol flüchtet. Dort wird der Neuankömmling mit Misstrauen aufgenommen, hat die Gemeinschaft doch ein dunkles Geheimnis zu wahren. “Die Wega Film, Hanekes Hausfirma, war von der Story begeistert”, schildert Zach. Cine Tirol vergab sogar eine Drehbuchförderung, doch das fertige Skript wurde 2004 vom Österreichischen Filminstitut abgelehnt, das Projekt war quasi gestorben. “Zwei Jahre Arbeit im Ofen. Eine österreichische Erfolgsgeschichte”, meint Bauer ironisch.

© Bastian Zach & Matthias Bauer

© Bastian Zach & Matthias Bauer

“Visitenkarten” selber machen

Natürlich ist so ein Rückschlag frustrierend. Doch die beiden Autoren gaben nicht auf und beschlossen, selbst einen Spielfilm zu drehen. Gemeinsam schrieben sie das Skript “3 Zimmer. Küche. Tod” über eine Krankenschwester (Erika Kollmann-Till), die Nachtdienste macht und am Tag nicht schlafen kann, weil in ihrem Haus lautstark renoviert wird. Sie sucht eine neue Bleibe, doch für das ideale Objekt gibt es mehrere Interessenten (u.a. Julia “Die Siebtelbauern” Gschnitzer), die sie – von Erpressung bis hin zum Mord – los werden will. Mit einem Budget von 25.000 Euro realisierten Bauer und Zach den Film selbst. Ein kleiner Filmstart in Österreich sowie eine DVD-Veröffentlichung beim deutschen Label Starmedia (Anm.: Gibt es leider nicht mehr, die hatten einige nette Indie-Filme im Programm) waren die Folge. Doch der Durchbruch blieb noch aus.

“Arbeitstechnisch war ’3 Zimmer. Küche. Tod’ ein absoluter Gewinn, weil wir auf die harte Tour lernten, einen Film von der Pike auf selbst zu machen. Finanziell war er ein Fiasko, weil er das Budget, das wir zur Gänze selbst investiert haben, nie einspielte. Und der Plan, den wir mit dem Film verfolgten, ging nicht auf: Er sollte uns als Visitenkarte dienen und zu weiteren Film-Aufträgen führen, und das ist nicht gelungen”, zieht Zach Resümee. “’3 Zimmer” war für uns aber vor allem deshalb wichtig, weil wir immer schon einen Film machen wollten. Egal was dann kam, wir konnten uns sagen: “Okay, wir haben es durchgezogen, hat so nicht geklappt, nächster Plan.’”

Der Schritt zum Trip

Kurz nach der bitteren Erfahrung mit “3 Zimmer. Küche. Tod” wurden Matthias Bauer und Bastian Zach durch einen Artikel auf die Schweizer Produktion HesseGreutert Film aufmerksam. Sie stellten sich mit einem Genreskript vor, welches aber abgelehnt wurde. Trotzdem lachte ihnen diesmal das Glück: “Zufälligerweise wollte diese Firma schon länger ein Genreprojekt machen. Unseres hat ihnen zwar nicht gefallen, aber sie haben sich gesagt: ‘Oha, da kennt sich jemand im Genre aus, mit denen könnten wir doch was machen.’ Wir haben dann ‘One Way Trip 3D’ für sie als Auftragsarbeit – sie wollten einen Slasher mit Pilzen – entwickelt”, erzählt Zach.

© Ascot Elite

© Ascot Elite

In dem Film fahren acht junge Leute (u.a. Sabrina “In 3 Tagen bist du tot” Reiter, Martin “In 3 Tagen bist du tot 2″ Loos und Tanja “Aufschneider” Raunig) in den Jura, um den Spitzkegeligen Kahlkopf, einen Pilz, der halluzinogene Trips verschafft, zu suchen. Doch irgendjemand scheint sich am Trip der jungen Leute zu stören.

HesseGreutert Film fand in David Schalkos Firma Superfilm (“Braunschlag”, “Bösterreich”, “Aufschneider”) einen österreichischen Produktionspartner, mit dem sie gemeinsam um Filmförderungen ansuchen konnten. “Erst als 3D-Projekt wurde ‘One Way Trip’ von sämtlichen Förderstellen in der Schweiz und Österreich gefördert, es gab dem Projekt damals (2008) noch etwas Besonderes. Heute ist das was anderes, aber damals war ‘Avatar’-Zeit, 3D also noch sehr im Kommen”, erinnert sich Bauer. “Wir haben natürlich einige typische ‘In your face’-3D-Szenen hineingeschrieben, aber nicht zu viele – das Ziel war eher, von den billigen 3D-Jahrmarkt-Effekten wegzukommen und dem Ganzen eine wirkliche räumliche Tiefe zu geben’, beschreibt Zach die Auswirkungen auf das Drehbuch.

Nach dem Abliefern des Drehbuchs war es dann für die beiden Autoren erst einmal getan. Skriptänderungen wurden schließlich von Regie und Produktion selbst vorgenommen. “Nicht immer zum Guten, aber so ist es halt, damit muss man als Autor zurecht kommen. Film ist Teamwork – wer nichts an seinem Werk geändert haben will, muss Gedichte schreiben und die im Selbstverlag rausgeben”, findet Zach. “Wir waren zwei Tage am Set, was sehr cool war – ein millionenteurer 3D-Slasher wird im deutschsprachigen Raum auch nicht alle Tage gedreht”, erzählt Bauer noch von einem Highlight bei “One Way Trip 3D”.

© Bastian Zach & Matthias Bauer

© Bastian Zach & Matthias Bauer

“Morbus Dei” – das Revival

Nach “One Way Trip 3D” kam das Autorenduo zu einer Entscheidung. Nachdem anscheinend niemand das Skript zu “Morbus Dei” verfilmen wollte, entschlossen Zach und Bauer, sich in einem anderen literarischen Feld zu versuchen. Sie nahmen das Grundgerüst von “Morbus Dei” und entwickelten daraus eine Roman-Trilogie. “Morbus Dei – Die Ankunft” erschien 2010 beim Haymon-Verlag in Buchform. 2012 und 2013 folgen die Bände “Morbus Dei – Inferno” und “Morbus Dei – Im Zeichen des Aries”. „Das Drehbuch war nur die Basis für den ersten ‘Morbus Dei’-Roman. Dramaturgisch hat sich im Roman eine Menge geändert: Der Storybogen blieb der gleiche, aber nachdem ein Roman umfangreicher als ein Drehbuch ist, kamen natürlich sehr viele neue Storyabzweigungen, Charaktere, Atmosphäre etc., dazu”, erläutert Zach den Unterschied zwischen Drehbuch und Roman.

Go North! Go International!

2012 entschloss sich Ralph S. Dietrich, seines Zeichens CEO bei der Schweizer Elite Filmproduktion, einen Wikingerfilm zu drehen. Da “One Way Trip 3D” über die Mutterfirma Ascot Elite Entertainment Group verliehen wurde, kannte man auch Matthias Bauer und Bastian Zach. Die beiden Österreicher wurden für die Auftragsarbeit an ‘Northmen – A Viking Saga’ engagiert. Bauer und Zach präsentierten gleich mehrere Ideen. “Für das Setting und das Budget gab es klare Vorgaben”, erinnern sich die Autoren: “Aber bei der Ideen- und Charakterzeichnung hatten wir freie Hand.” Bauer und Zach überzeugten die Auftraggeber mit ihrem Ansatz, die Wikinger bei einem Sturm an der schottischen Küste stranden zu lassen und ihren dortigen Überlebenskampf zu schildern. Bauer: “Die Herausforderung war wie immer die Story. Nachdem ‘Northmen’ ohne jegliche Förderung finanziert wurde und ein millionenschwerer Streifen ist, galt es, allein mit dem Drehbuch internationale Verleiher von dem Projekt zu überzeugen, darin zu investieren – und das ist gelungen.”

© Ascot Elite

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Südafrika statt Nordirland

Die Geschichte, die in Schottland spielt, sollte ursprünglich in Nordirland verfilmt werden. Doch als das Land den Zuschlag für den Fernsehhit “Game Of Thrones” bekam, konzentrierten sich sämtliche Fördergelder und filmische Arbeitskräfte auf dieses Projekt. Schottland selbst schied wegen der dortigen hohen Produktionskosten aus. Die nächste europäische Alternative war Island. Die Insel beeindruckte die Produzenten zwar durch seine schroffe Landschaft, doch auf Island sind nur die kleinen Islandpferde vorhanden. “Unsere eigenen Pferde hätten wir nur mit einer Quarantänezeit von vier Monaten mitbringen und hinterher nicht mehr ausführen dürfen”, beschreibt Elite-Produzent Daniel Höltschi im Presseheft die bürokratischen Hürden. Schließlich schlug Frank Kaminski vom deutschen Produktionspartner Jumping Horse Film Südafrika vor. “Als Frank Kaminski Südafrika vorschlug, dachte ich zuerst, er wäre verrückt”, verrät Regisseur Claudio Fäh im Presseheft. “Doch nachdem ich Fotos von möglichen Locations gesehen hatte, war ich total überzeugt, den Film dort und nicht in Bulgarien oder im echten Schottland drehen zu wollen.” Die vielfältige Landschaft Südafrikas bietet Steilküsten und Highlands, wie man sie in Schottland findet, aber zugleich auch das passende Klima. “Die meisten Leute meinen, in Afrika scheine immer die Sonne, und wissen gar nicht, dass der Winter im südlichen Teil des Landes sehr regnerisch, kalt und stürmisch sein kann”, so Frank Kaminski.

“Für ‘Northmen’ mussten wir, wie bei unseren ‘Morbus Dei’-Romanen, beinhart den historischen Hintergrund, in dem unsere Geschichte spielt, recherchieren. Man muss sich in jeder Szene überlegen, ob alles passt – vom Trinkbecher bis zur Streitaxt”, erklärt Bauer eine der Herausforderungen der Geschichte im Interview mit dem HomeMovieCorner. “Northmen – A Viking Saga” ist im Gegensatz zu den bisherigen Filmprojekten “3 Zimmer. Küche. Tod” oder “One Way Trip 3D” wirklich groß und international angelegt. “Natürlich gibt es bei einem so großen Projekt, das weltweit in die Kinos kommt, einiges zu berücksichtigen. Man muss quasi in alle Richtungen ‘bigger, better, louder’ denken”, so Zach. Die Geschichte ist frei erfunden, die Figuren und Abenteuer basieren aber auf historischen Vorbildern. “Wenn man sein Leben lang liest und Filme schaut, beeinflusst das unbewusst auch das Schreiben eines Drehbuchs”, erklären die beiden selbstkritisch. “Die Kunst ist es dann, keine Kopie von etwas zu machen, sondern aus den Inspirationen etwas Neues zu erschaffen.” Nach dem Sichten der ersten Muster sind die Autoren mehr als zufrieden: “Das Filmteam hat eine Wahnsinns-Arbeit geleistet – ‘Northmen’ wird ein Knaller!”

Die Zach/Bauer-Arbeitsmethode

Nachdem Bastian Zach in Wien und Matthias Bauer in Innsbruck leben, ergeben sich natürlich bei der Zusammenarbeit gewisse Schwierigkeiten. Man kann sich nicht ein gemeinsames Büro mieten, ja, sich nicht einmal einfach auf einen Kaffee treffen, um die Arbeit zu besprechen. “Rein organisatorisch ist es nicht immer leicht. Wir haben beide Familie und normale Jobs, schreiben also nebenher”, gibt Zach zu bedenken. Dennoch klappt es: “Das Grundgerüst einer Story entwickeln wir zusammen, dann teilen wir es auf und jeder schreibt seine Abschnitte. Die schicken wir uns gegen, überarbeiten, diskutieren – das Ganze geht schließlich so lange, bis wir beide zufrieden sind”, beschreibt Bauer die Schritte. “Das wird naturgemäß dann und wann richtig stressig. Und doch: Wenn man einen guten Schreibtag hat, wenn einem die Szenen so detailliert vor den Augen stehen und so rasant ablaufen, dass man mit dem Schreiben kaum nachkommt und das Geschriebene richtig GUT wird – das sind dann die Momente, in denen man weiß, warum man es macht”, schwärmt der Tiroler. “Es zählt immer nur das beste Argument, weil wir immer das beste Buch oder Drehbuch haben wollen”, ergänzt Zach.

© Sabine Ranocha

© Sabine Ranocha

Rat und Tat und Auslandserfahrungen

Gibt es zum Abschluss noch einige Tipps für angehende Autoren? “Grundsätzlich können wir nur sagen: Lasst Euch nicht ausnutzen! Kreativität ist eine Leistung, die genau so entlohnt gehört wie jede andere Arbeit”, rät Bauer. Das sei auch ein Grund, warum den beiden Drehbuchschreibern die Schweiz so liegt. “Wir arbeiten sehr gerne mit Schweizer Produzenten, weil sie zu ihrem Wort stehen und nicht zuletzt auch ordnungsgemäß zahlen. In Österreich heißt es, wenn man noch nicht total in der offiziellen Förderschiene etabliert ist, von Produzentenseite her oft: ‘Interessante Idee, schreibt’s mir doch mal ein Drehbuch oder ein Treatment, dann schaun wir weiter” – und dann wird natürlich NICHT weitergeschaut. In der Schweiz haben wir das anders erfahren”, so Bauer.

Da viele Drehbuchschreiber mit der Auftragssituation in Österreich unzufrieden sind und mit dem Gang ins Ausland liebäugeln, gibt Bastian Zach noch Folgendes zu bedenken: “Ob man im Ausland mehr Erfolg hat als daheim, hängt nicht zuletzt davon ab, was man machen will. Kommerziell angehauchtes Genre – und ich meine jetzt nicht den Kabarettfilm – sind bei uns in Österreich aufgrund der eingefahrenen Förderer- und Produktionsstrukturen fast nicht zu verwirklichen. Da heißt es immer nur: ‘Das können die Amerikaner besser.’ Was natürlich Blödsinn ist, es wagt nur niemand bei uns. Leichter hat man es aber auch im Ausland nicht unbedingt, denn dort wartet bekanntlich niemand auf einen. Aber die Chance besteht natürlich, wir können daher nur empfehlen, das eigene Projekt so professionell wie möglich vorzubereiten und dann gezielt zu pitchen. Denn eines ist gewiss: Erst wenn man im Ausland Erfolg hat, öffnen sich daheim vielleicht die Türen.”

Die Schweiz ist nicht nur das Land, wo Milch und Honig fließen, finden die beiden Genre-Schreiber. “Die Schweiz hat Top-Filmleute, aber leider eine in vielen Belangen ähnliche Filmstruktur wie Österreich. Das meiste ist auf staatliche Förderung ausgelegt, der ‘anspruchsvolle’ Film hat Priorität. Das Resultat ist, dass die Schweizer Kinogeher dem eigenen Film nicht all zu aufgeschlossen sind, weil es wie hier in Österreich zu schwere Kost ist. Es ist die alte Crux: Arthouse hat seine absolute Berechtigung, aber es muss halt auch Platz für Kommerz sein”, erklärt Zach. “Hin und wieder gibt es große kommerzielle Schweizer Erfolge, wie letztens ‘Der Verdingbub’ und ‘Achtung, fertig, WK’, aber insgesamt sehr wenige – ähnlich wie in Österreich. Projekte, die auf ein breiteres Publikum zielen, wie ‘One Way Trip’ oder ‘Northmen’ bleiben die Ausnahme”, wirft Bauer ein.

Einen weiteren Rat kann Matthias Bauer auch noch geben: “Man muss Kritik ernst nehmen und versuchen, daraus Potenzial zu schöpfen und nicht das Künstler-Ego in den Vordergrund zu stellen. Aber man sollte auch den feinen Grad zwischen ‘besser machen’ und ‘einfach nur anders’ erkennen. Das klingt zwar vielleicht hochtrabend, wir mussten diese Lektionen aber auf die harte Tour lernen.”

Die beiden sind froh, dass sie noch ihre Brotjobs haben, denn vom Drehbuch schreiben alleine können sie noch nicht leben. “Drehbücher sind ein mehr als nettes Zubrot. Die Bücher nicht mal ansatzweise, aber hier zählt das Renommee, da der Roman halt doch die Königsform ist”, erklärt Bauer. “Wir können nur jedem, der nicht mindestens zwei bis drei Drehbuchaufträge parallel laufen hat oder Bestsellerautor ist, einen fixen Job empfehlen”, bestätigt Zach.

To be continued…

Matthias Bauer und Bastian Zach selbst standen seit “3 Zimmer. Küche. Tod” nicht mehr hinter der Kamera. Für den Kurzfilm “Sophie” von Vlado Priborsky (“Blockbuster”) hat Zach noch einige Visual Effects gemacht – das war’s dann aber auch schon. “Schreiben ist angenehmer – wenn andere am Set frieren, macht man es sich selbst zu Hause im Warmen gemütlich und tippt ein paar Skriptänderungen”, schmunzelt Bauer. “Aber man soll niemals nie sagen. Wenn neue, größere Drehbuchaufträge folgen, könnte irgendwann auch wieder der Schritt zur Regie folgen”, will Zach es letztendlich auch nicht ausschließen. Die “Morbus Dei”-Trilogie, die bis jetzt schon über 100.000 Mal verkauft/als E-Book downgeloadet wurde, wird zur Zeit für den englischsprachigen Markt aufbereitet. “Es gibt Pläne, ‘Morbus Dei’ zu verfilmen. Und bei Erfolg gibt’s vielleicht auch ein ‘Northmen’-Sequel. Mal schaun – wir bleiben dran”, so Matthias Bauer abschließend.

Rodja Pavlik

INFO: Site der Autoren: www.zach-bauer.com; Film-Site: www.northmen-themovie.com

Trailer zu “Northmen – A Viking Saga”

Trailer zu “One Way Trip 3D”

Trailer zu “3 Zimmer. Küche. Tod.”

Written by HomeMovieCorner

25. September 2014 at 01:39

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