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“Bot Wars” – mit Indie-Teaser Hollywood ködern

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© Alex&Steffen

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Steffen Hacker arbeitet als VFX-Supervisor bei der Unexpected GmbH in Stuttgart und bildet zusammen mit Alexander Kiesl das Regie-Duo Alex & Steffen. Das Hauptaugenmerk ist auf kommerzielle Werbefilme (anscheinend mit einem Fetisch für Roboter) gerichtet, aber Hacker ist auch ein großer Unterstützer der Indie-Szene. Der 35-Jährige ist Mitbegründer des bekannten Filmerforums Hackermovies.com (Hackermovies steht also nicht für illegale Filmdownloads ;-D) und hat auch bei Indie-Filmen wie “Der Teufel von Rudow” (2004), “Kampfansage – Der letzte Schüler” (2005) und “Break” (2009) mitgearbeitet.

Außerdem ist er einer der besten Vortragenden zum Thema VFX, den ich kenne (Falls jemand mal die Chance hat, einen seiner Vorträge zu besuchen… Hingehen! Eine absolute Empfehlung!) Noch dazu arbeitet Hacker mit dem z.T. in Asien spielenden Indie-Film “On The Run” (Arbeitstitel) an seinem Debüt als Spielfilmregisseur. Die freien Tage in seinem Kalender sind also vom Aussterben bedroht. Aber eigentlich will ich ja gar nicht darüber schreiben, wie cool ich die Arbeiten eines Steffen Hackers finde, sondern darüber:

In den letzten Wochen geistert ein Teaser durchs Netz: “Bot Wars”! Den Film dazu gibt es noch nicht, vorerst handelt es sich nur um einen “proof of concept”-Teaser, mit dem mögliche Produzenten angelockt werden sollen. Der Clip stammt vom eben genannten Regie-Duo Alex & Steffen – und obwohl das geplante Endergebnis ein Hollywood-High-Budget-Produkt werden soll, ist der Teaser selbst das beste Beispiel, was momentan im Independent-Bereich möglich ist. Der HomeMovieCorner stellte diesbezüglich die beiden Filmemacher zur Rede.

© Alex&Steffen

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“Bot Wars” basiert auf dem gleichnamigen Roman der US-Autorin J.V. Kade. “Den Stoff haben wir vor ca. zwei Jahren angefangen zu adaptieren, um dann zusammen mit zwei Autoren aus Los Angeles das Drehbuch zu schreiben“, erzählt Kiesl im Interview. “Letzten September haben wir dann etwas Geld investiert und den Trailer dazu in Toronto gedreht, um das Projekt anzuschieben, weil ja kein Mensch in Hollywood auf zwei deutsche Regisseure wartet. Da muss man schon beeindrucken und richtig auf sich aufmerksam machen.”

Obwohl der Teaser hochprofessionell ist, wurde der Film absolut independent gedreht. “Unser eigenes Geld, unsere Nachtschichten”, betont Kiesl. “No-budget war es nicht, wir haben jedes Team-Mitglied für die drei Drehtage regulär bezahlt, wir wollten keine Gefallen einfordern. Es ist sich aber nicht immer ausgegangen. Zum Beispiel hatten wir kein kein Geld für Ausstattung – und so haben Alex und ich am Abend vor dem Dreh selber die Plastikhelme der Soldaten mit Camouflage-Stoff beklebt – und auch einige Teile des Drehs mussten Hackermovies-Guerilla-mäßig laufen, weil wir so viele Locations und Vignetten anders gar nicht geschafft hätten”, ergänzt Hacker. “Das sieht man z.B. in der Szene im Making Of, wo ich mit dem Kamera-Rig in der Hand den Hauptdarsteller verfolge – ein Dolly war uns zu teuer und zu sperrig, und Steadicam sowie die Drohne waren bereits auf dem Weg zur nächsten Location. Solange das Ergebnis stimmt, darf es auch mal richtig improvisiert sein!“, meint Hacker.

© Alex&Steffen

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30 bis 40 Prozent des Trailers wurden mit der Canon 5D Mark III und Magic Lantern raw gedreht, der größere Teil mit der RED Epic und einem “richtigen” Steadicam-Operator. Das Ergebnis lässt sich auf jeden Fall sehen. Wobei… die User im Netz eben noch nicht alles zu sehen bekommen. “Es gibt noch eine 5-Minuten-Version mit einer etwas längeren Spielszene und ‘mehr Story’, aber die ist momentan erstmal den Produktionsfirmen vorbehalten”, erklären die beiden Regisseure.

Und die Response ließ nicht lange auf sich warten: “Natürlich haben viele Produzenten in Hollywood ähnliche Projekte in der Pipeline, wir erfinden das Rad ja nicht von Grund auf neu, wissen aber, wo die Stärken von unserem Stoff liegen. Deshalb führen wir zur Zeit einige interessante Telefonate.” Gibt es also schon fixe Zusagen? “Noch nichts Unterzeichnetes. Aber die Liste an Interessenten ist nicht gerade klein. Und es ist schon ein bisschen skurril, wenn du ‘ne eMail kriegst, dass die Produzenten von ‘Resident Evil’ oder ‘Herr der Ringe’ demnächst mal mit dir telefonieren wollen“, schmunzelt Hacker abschließend.

Rodja Pavlik

INFO: www.alexandsteffen.com

Teaser

BotWars Teaser from Alex & Steffen on Vimeo.

Making Of (Die Szene auf dem “Dach” – da musste ich einfach lachen)

BotWars Trailer – Making-of from Alex & Steffen on Vimeo.

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21. Juli 2014 at 16:41

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“Deus Ex Machina” – Sci-Fi aus Österreich

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Da ist mir doch glatt die Kinnlade runtergeklappt. Durch Zufall bin ich auf den Film “Deus Ex Machina” von Andrew Groth (“Gallowwalkers”) gestoßen. Das Irrwitzige: Der Sci-Fi-Film, der zur Zeit in Rumänien und Österreich gedreht wird, ist eine österreichische Produktion.

Ich schreib’s jetzt noch mal auf, damit jeder den Grund meiner Verwunderung versteht: Science Fiction. Österreich.

Und nicht nur das: Laut imdb stehen der Produktion Schauspieler wie Sam Neill (“Das Piano”, “Jurassic Park”), Tom Payne (“Der Medicus”), Antonia Campbell-Hughes (“3096 Tage”, “Albert Nobbs”) und Ursula Strauss (“Revanche”, “Schnell ermittelt”) zur Verfügung – sowie ein Budget von 15 Millionen britischen Pfund. Also wenn ich mich jetzt nicht sehr irre, ist das wohl die teuerste österreichische Produktion aller Zeiten.

Als federführend wird die in Wien ansässige Produktionsfirma Terra Mater Factual Studios angegeben, ein Tochterunternehmen von Red Bull Media House, die ja eher für Natur- und Science-Dokus wie “Terra Mater” oder (früher) “Universum” bekannt sind.

Und jetzt kommt da eine rein narrative Geschichte daher? Ist da etwa ein Paradigmenwechsel bei Red Bull angesagt? Nicht nur Sport- und Naturfilme, sondern eben auch reine Spielfilme? Zwar gab es schon in den letzten Jahren ein, zwei Spielfilme, die aber immer auf einer wahren Begebenheit basierten, wie “Among Wolves” rund um einen Wolfsjungen (wo sicher die Erfahrungen aus der Natur-Doku-Schiene einflossen) – aber reine Sci-Fi mit bekannten Schauspielern… da betreten Red Bull und Terra Mater Neuland. Mir kommt sogar fast vor, als hätten sie sich über die “basierend auf wahren Begebenheiten”-Schiene an das rein Narrative herangetastet.

Synopsis laut Vienna Film Commission: Eine Gruppe junger Bioingenieure entdeckt, dass die Quantentheorie dazu verwendet werden kann, motorische Fähigkeiten von einem Gehirn zum anderen zu übertragen. Sie verbreiten die entwickelte Technologie, im Glauben, dass dies der erste Schritt zur intellektuellen Gleichberechtigung sei. Doch als die mysteriöse Vergangenheit eines der Gruppenmitglieder aufgedeckt wird, tauchen dunkle Kräfte auf, die diese Technologie in ein Werkzeug zur Kontrolle der Massen zu wandeln drohen.

Das Drehbuch stammte von Joanne Reay (“Gallowwalkers”, “Cold & Dark”).

Für den Schnitt ist übrigens der Vorarlberger Thomas Ilg verantwortlich. Ilg selbst schnitt zuletzt u.a. die Kinofilme “Der Atem des Himmels” von Reinhold Bilgeri und “Harodim – Nichts als die Wahrheit?” von Paul Finelli.

Die Anfänge des Vorarlbergers liegen – für Leser dieses Blogs interessant – im Amateurfilm begründet. So war er eben auch Kameramann und Cutter für den von Simon Meusburger 1999 gedrehten “Faust – Der Musicalfilm” tätig – einem der ersten Filme, die der HomeMovieCorner rezensierte.

Rodja

Written by HomeMovieCorner

19. Juli 2014 at 07:04

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“Planet USA”-Regisseur Flo Lackner im Interview

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© Flo Lackner Films

© Flo Lackner Films

Im Jahr 2002 erhielt die damalige HomeMovieCorner-Redaktion mit dem 1999 gedrehten “Birthday” von Florian Lackner einen schwarzhumorigen und splatterlastigen Kurzfilm aus Kärnten. An und für sich nicht so ganz mein Gusto, hatte der Film doch einige starke Momente, die hängen blieben. Außerdem plante Flo Lackner damals mit “Morning Has Broken” einen Film über einen US-GI im Zweiten Weltkrieg – und das klang für die damalige Amateurfilm-Ära ziemlich spektakulär. Letztendlich wurde der Spielfilm aber nie fertig gestellt. In den Jahren danach hörte ich aber immer wieder von Flo Lackner und verfolgte seinen Werdegang aufmerksam.

Jetzt meldet sich der 31-jährige Regisseur und Drehbuchautor mit “Planet USA” als drittem Teil (nach dem Kurzfilm “Red Santa Down” (2006) und dem Spielfilm “Yellow Cape Town” (2007)) rund um den tumben, schießwütigen und ultra-patriotischen US-Major George Conrad zurück. Die Tagline “Der größte Actionfilm aller Zeiten – Das kleinste Action-Budget aller Zeiten” ist durchaus symptomatisch für österreichische Produktionsverhältnisse. Erstens kann ich mich an keinen österreichischen Film mit einem größeren Action-Anteil erinnern, zweitens wurde das Ganze mit einem Budget bewerkstelligt, mit dem andere Produktionen wahrscheinlich ihr Catering abdecken.

Mit dem HomeMovieCorner sprach der Filmemacher nun über seinen Werdegang, Action made in Austria, prominente Synchronsprecher und eine “bsoffene Gschicht”.

HomeMovieCorner: Kannst du ein bisschen was über dich erzählen? Was machst du beruflich? Was war deine Ausbildung? Wie bist du zum Film gekommen? Was sind deine filmischen Vorbilder?

Flo Lackner: Der Fanatismus zum Filmemachen packte mich schon sehr früh und meinen ersten Film habe ich im Alter von sieben Jahren gedreht. “Das Monster aus der Unterwelt”, in welchem die titelgebende Kreatur von mir selbst verkörpert wurde und den “Limbo Dance”-singenden David Hasselhoff killt.

Ich bin auch ein Kind der Generation, dessen Eltern sich eine Kamera für Familienaufnahmen zugelegt hatten, aber diese konnte ich für meine Zwecke leider nicht verwenden. Technik und Material waren damals sehr teuer und ich zu tollpatschig. Schließlich ging der Traum eines eigenen Camcorders an meinem dreizehnten Geburtstag in Erfüllung. Selbiger wurde wenig später bei Unterwasseraufnahmen, geschützt durch einen Dixan-Megapearls-Plastikbehälter, im Hallenbad versenkt.

Nachdem einige tausende Schillinge einer Art Seebestattung erlagen, meinten meine Eltern, dass es in nächster Zeit erstmals keine neue Kamera gäbe. Die Chance war vertan. Glücklicherweise stand wenig später ein wichtiger Familienanlass ins Haus und dieser musste natürlich für die Nachwelt festgehalten werden. So waren es meine Großeltern, die ich mit diesem Argument schließlich überzeugen konnte.

Ich würde sagen, dass es drei einschlägige Beweggründe zum Filmemachen gab:

1. Schon als Kind liebte ich es, in andere Rollen zu schlüpfen, ein Teil von Geschichten zu sein, Leute zu unterhalten – und dabei wurde ich von meinem Papa fotografiert oder gefilmt. Die Tatsache, dass es da etwas gab, womit man diese Momente immer wieder abrufen, kann faszinierte mich.

2. 1995 fuhr ich mit meiner Schulklasse auf Schikurs und meine Mutter vertraute mir ihren Fotoapparat für diesen Trip an. 24 Bilder standen für die gesamte Woche zur Verfügung. Am Ende gab es aber kaum Bilder vom eigentlichen Ausflug, da ich mich in ein Mädchen verliebt und somit einen anderen Fokus hatte. Fotos reichten nicht länger aus. 24 Bilder sollten das Minimum sein, jedoch pro Sekunde.

3. Als Kind hatte ich die Fantasie, welche mit mir häufig schlagartig durchging, nur selten unter Kontrolle und lebte Stunden und Tage danach noch immer im zuvor gesehenen Film. Dies oft begleitet von Angst. Und um genau diese zu bewältigen, war das Filmemachen eine Art Therapie, um zu verstehen, wie es funktioniert.

Zum Film gekommen bin ich durch einen glücklichen Zufall. Jemand wurde auf mich aufmerksam, als ich als Mitglied eines Filmklubs des Verbands Österreichischer Filmautoren ein paar Kurzfilmprojekte vorstellte und bei Wettbewerben teilnahm. Dieser Jemand verhalf mir schließlich zu meinen ersten Jobs. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar, denn ich habe das große Glück, im schönsten Beruf auf dieser Welt zu arbeiten und auch mein tägliches Brot damit zu verdienen. Als Spielfilm-Regisseur war ich bisher nur bei meinen eigenen Projekten aktiv, aber ich hoffe, dass “Planet USA”, mein Abschlussfilm, vielleicht einen kleinen Stein ins Rollen bringen kann. Ansonsten werden Miete und voller Kühlschrank mit Making ofs, Trailern, Kamera- und Schnittjobs bezahlt.

© SchroederMedia

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HMC: Du bist, so weit ich weiß, einer der wenigen, der die Filmschule Wien (unter Arno Aschauer) abgeschlossen hat. Was hat dir diese gebracht? Und hast du Infos, warum es Schwierigkeiten mit dieser Schule gab?

Flo Lackner: Die Filmschule Wien (FSW) war eine ganz besondere Ausbildungsstätte. Ich bin sehr froh, dass ich diese Zeit miterleben durfte. Eine Filmschule hat die Aufgabe, eine Balance zwischen Autodidaktik und dem Branchenstandard herzustellen, Know How zu erweitern und dabei die Leidenschaft am Filmemachen nie aus den Augen zu verlieren. Und genau das wurde für mich seitens der Filmschule Wien zu 100 Prozent erfüllt. Man hatte eigentlich alle Freiheiten und wurde nicht in ein kastrierendes Korsett gepresst.

Natürlich weiß ich, warum es Schwierigkeiten gab. Es gab da ein paar, möglicherweise sogar mit sich selbst, unzufriedene Studenten, die irgendwann alles daran setzten, die FSW dem Erdboden gleich zu machen. An der Tatsache, dass ich die Vorgehensweise dieser Personen total asozial und beschissen finde, hat sich bis heute nichts geändert.

HMC: Dein wievielter Spielfilm als Regisseur ist das jetzt? Die imdb-Datenbank ist meines Wissens nach ja nicht vollständig, z.B. fehlt da das Terror-Drama “Tag 8 – Vergessen”.

Flo Lackner: Imdb ist eine tolle Erfindung und glücklicherweise finden nicht alle Projekte, die auf diesem Planeten geschaffen werden, dort ihren Platz. “Tag 8 – Vergessen” hätte ein tolles Filmprojekt werden können, an dem viele kreative, junge und ambitionierte Leute mitgearbeitet haben.

Durch teils bösartige Einflüsse von außen, wie z.B. Boykotten, Vertragsbrüchen, einstweiligen Verfügungen etc. machte alles irgendwann keinen Spaß mehr – und was schlussendlich dabei rausgekommen ist, war leider nicht mehr als eine große Schadensbegrenzung. Meinen ersten Gehversuch in Spielfilmlänge drehte ich 1996. Das war ein Fan-Remake von “Casper”, den mein Cousin und ich mit Hilfe eines Diaprojektors durch den Raum schweben haben lassen.

HMC: “Planet USA” hieß ursprünglich “Blue Moon Down” – was ja nach dem Kurzfilm “Red Santa Down” und dem Spielfilm “Yellow Cape Town”, wo ja Major Conrad auch schon aufgetreten ist, auch phonetisch gepasst hätte. Warum die Titeländerung?

Flo Lackner: “Planet USA” ist schlussendlich ein Film geworden, der auch ohne seine beiden Vorgänger “Red Santa Down” und “Yellow Cape Town” wunderbar funktioniert. Ich darf nicht davon ausgehen, dass man irgendeinen der beiden Vorreiter gesehen hat.

Bis zur Titeländerung von “Blue Moon Down” in “Planet USA”, war “Red Santa Down” sicher der stärkste Titel der Reihe. Die ursprüngliche Namensgebung des dritten Films brachte u.a. das Problem mit sich, dass man dem Zuseher einen Film über und auf dem Mond verspricht. So sollte es aber nie sein, darum war es wichtig, einen neuen Titel zu finden, der die Thematik exakt auf den Punkt bringt. Mich wundert es, dass noch niemand zuvor einen Film gemacht hat, der so heißt. “Planet USA” finde ich genial.

HMC: Ich habe 2012 bereits von “Planet USA” berichtet. Wann wurde gedreht, wie lange dauerte die Postproduktion – und warum kommt der Film erst jetzt heraus?

Flo Lackner: Die aktive Arbeit an “Planet USA” begann bereits im Frühjahr 2008 mit dem Ploten. Wir hatten uns nach “Yellow Cape Town” alle eine Auszeit genommen, um uns auf individuelle Projekte, Studium und Jobs zu konzentrieren. Doch dieser Film stand immer im Raum.

Die erste Klappe fiel schließlich im Sommer 2009. Die Post-Produktion startete ziemlich parallel zu den Dreharbeiten und ich erinnere mich, dass in der vorletzten Nacht, vor der Erstaufführung der Urversion des Films im Juli 2010 noch Einstellungen gedreht wurden. Mit dieser Deadline haben wir uns damals selbst ins Knie geschossen. Wir hatten schlussendlich viel zu wenig Zeit, um den Film so akkurat zu behandeln, wie dieser es benötigte und wir präsentierten eine unfertige Fassung.

So begann ich einige Meinungen und Tage später erneut den Film zu überarbeiten, ein Prozess, der dann noch sehr lange dauern sollte. Nachdrehs, etliche Schnittfassungen, die visuellen Effekte wurde komplett neu gemacht, ein Upgrade des Soundtracks und mindestens zwei neue Farbkorrekturen, was bei einem Film mit über 2.000 Schnitten eine ziemlich aufwändige Angelegenheit ist. Ich hätte es zu diesem Zeitpunkt nicht geglaubt, wenn mir einer gesagt hätte, dass der Film erst drei Jahre später fertig sein würde. Letztendlich kamen wir auf über 100 Drehtage. Manche der Drehtage dauerten 15 – 18 Stunden, andere nur eine halbe.

© SchroederMedia

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HMC: Einige meinen, dass “Planet USA” eine Parodie auf Michael Bay ist. Von der Farbgebung bis hin zu den Rollenbildern – da passt wirklich vieles. Bilde ich es mir aber ein, dass da auch auf die Kämpfer der 80er hingewiesen wird? Chuck Norris, Sylvester Stallone, Michael Dudikoff? Irre ich mich da vollkommen?

Flo Lackner: Jeder einzelne, der an diesem Film gearbeitet hat, brachte sich mit eigenen Ideen und Erfahrungen ein. Ob Regie, Kamera, Schnitt, Filmmusik … “Planet USA” hat seine Einflüsse sicher aus allen möglichen Richtungen erhalten. Vor allem natürlich aus dem US-amerikanischen Actionkino. Da gehören Michael Bay und die Urgesteine des Actionfilms selbstverständlich dazu. Dies ist auch unbedingt notwendig, um den Geist dieser Art von Film, der ganz klar nach einem strengen Regelwerk funktioniert, überhaupt umsetzen zu können.

HMC: Ist nun “Planet USA” eine Parodie oder eine Hommage auf Michael Bay bzw. diese Art von Film? Einerseits kommt es mir schon so vor, dass du diese Filme en masse konsumiert und genossen hast und sie dir immer wieder gerne anschaust – aber andererseits ist da doch eine beinharte Kritik dahinter. Richtet sich diese nun gegen die Machart der Filme, gegen den dargestellten Hurra-Patriotismus der meist US-amerikanischen Produktionen – oder ist es auch eine Kritik an der Politik der USA generell?

Flo Lackner: Die Perfektion der sogenannten Traumfabrik ist absolut beeindruckend und die Art und Weise, wie zum Beispiel Michael Bay Filme auf das Publikum loslässt, schon sensationell. Ja, ich liebe diese Filme, da hier eines der wesentlichsten Dinge überhaupt, nämlich Entertainment, nie aus den Augen verloren wird.

Im Fall von “Planet USA” kann man ganz klar zwischen Parodie, Hommage und Kritik differenzieren:

- Parodiert werden Thematik und Propaganda dieser Art von Film
- Die Hommage würde ich in der Huldigung von Michael Bay als Filmemacher sehen. Die visuelle Welt des Herrn Bay imponiert mir sehr
- Und die Kritik richtet sich selbstverständlich u.a. an die Politik der Weltmacht.

HMC: Wie hoch war das Budget? Laut imdb betrug es etwa 30.000 Euro. Wie hast du es auf die Beine gestellt? Gab es Förderungen?

Flo Lackner: Ich habe ehrlich keine Ahnung, wie hoch genau das Budget war, da ich einiges an Privatgeld in den Film gesteckt und irgendwann, als es nur noch darum ging, irgendwie fertig zu werden, den Überblick verloren habe. Förderungen gab es. Dies seitens der Kulturabteilung des Landes Kärnten und der Stadt Klagenfurt. In Kärnten gibt es bis heute leider keine Filmförderung. Filmproduzent Klaus Graf kämpft seit Jahren dafür und ich drücke uns allen die Daumen, dass es ihm gelingt, diese wichtige Grundlage für die Verwirklichung von Projekten zu reanimieren. (Anmerkung: Einige Tage nach dem Interview hat sich für Kärnten tatsächlich etwas ergeben – siehe “Kärnten will mit mehr Förderung wieder Filmkulisse werden” vom 4. Juli 2014)

Größeren Förderstellen bin ich aber bewusst aus dem Weg gegangen, da ich mir von niemandem Steine in den Weg legen lassen wollte. Ich glaube auch nicht, dass man in einem Land wie dem unseren, wo depressive Sozialpornos Programm sind, Mut hätte, so ein Projekt zu fördern. Die Förderbedingungen sind für die Independent Szene der Gnadenstoß.

Crowdfunding war zum Zeitpunkt der Vorbereitung von “Planet USA” noch nicht populär und so mussten tapfere, private Investoren gefunden werden, die ein bisschen Geld zur Verfügung stellten, damit Posten wie Kostüme, Requisiten, Catering, Unterkünfte, Flüge etc. bezahlt werden konnten.

© Flo Lackner Films

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HMC: Nachdem die Actionszenen für einen österreichischen Film außergewöhnlich sind, stellt sich die Frage, wie sie zustande kamen. Ist das Know-how hier vorhanden? Oder habt Ihr Euch sehr viel Making Ofs angeschaut und alles genau geplant und learning by doing gemacht? Wo ist der Unterschied zu “Red Santa Down” und “Yellow Cape Town” (der ja schon ziemlich spektakulär war). Waren Filmprofis am Werk – oder hat z.B. auch die Feuerwehr bei einer Sprengung ausgeholfen?

Flo Lackner: Von Beginn an zählten Makings ofs zu meiner persönlichen Filmschule. In den 90ern war es sehr schwer, an “behind the scenes” – Material zu gelangen. Das goldene Zeitalter der DVD und auch das für wirklich jedermann zugängliche Internet (das es in der heutigen Form wie Youtube, Vimeo etc. gibt) begann ja erst so um Jahrtausendwende. Ich erinnere mich, dass “Forrest Gump”, “Star Trek – der erste Kontakt” und “Speed” die ersten VHS-Kassetten mit Making ofs waren, die ich zuhause in meinem Regal stehen hatte. “Star Trek” kam sogar in einer 2-VHS-Kassetten-Edition daher. Quasi eine Bonus-VHS. Ein Relikt!

Zusätzlich wurde man auf DSF (deutsches Sportfernsehen) von Hermann Joha (Anmerkung: Mit seiner Firma action concept u.a. für TV-Serien wie “Alarm für Cobra 11″ oder “Lasko – Die Faust Gottes” verantwortlich) in seiner Serie “Stuntteam” prima mit Informationen um die Erschaffung von Actionszenen versorgt. Dafür fehlten uns natürlich die Mittel und so hieß der nächste Schritt “learning by doing” mit dem was zur Verfügung stand. Keller, Wohnzimmer und Balkon meiner Eltern fingen mehrere Male Feuer, da man z.B. das Aufeinandertreffen von Benzin und Feuer etwas unterschätzt hat.

Für die Inszenierung von Kampfszenen, konnten mein Cousin und ich auf unsere Erfahrung als Karateker zurückgreifen. Mit der Zeit konnten wir auch immer mehr Leute aus unserem Freundeskreis von unserer Manie begeistern und die Crew wurde ständig erweitert. Selbstverständlich passierten immer wieder Unfälle und Materialschäden. Ums Leben gekommen ist jedoch niemand, obwohl es manchmal echt knapp war.

Bei den Spezialeffekten stießen wir irgendwann natürlich an Grenzen, da es für uns z.B.: nicht möglich war, an große Mengen von Schwarzpulver zu gelangen. So brauchten wir einen Pyrotechniker, den wir durch Zufall in einem ehemaligen Mitglied einer Spezialeinheit gefunden haben. Mit ihm gemeinsam gibt es vermutlich kaum eine Grenze nach oben.

© Flo Lackner Films

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“Red Santa Down” hatte kaum Spezialeffekte. Alles was wir zum damaligen Zeitpunkt an Pyrotechnik benötigten, konnten wir selbst mit Feuerwerkskörpern umsetzen. Bei “Yellow Cape Town” war das schon wesentlich komplexer, da wir getimte Explosionen benötigten, um u.a. Feuerbälle neben einem Hummer aufsteigen zu lassen. Da war mir das Risiko, es selbst zu machen, doch zu groß. Auch weil wir für sowas natürlich nicht versichert waren.

Und während ich in der Pre-Production von “Planet USA” nebenbei ein bisschen Geld mit dem Produzieren von Makings ofs verdiente, lernte ich Holger Kriechel von “Stunts Universal” kennen, die u.a. bei “Königreich der Himmel”, “Troja” und “München” für Action gesorgt haben. Holger hab ich dann einmal erzählt, was ich so mache und er hat mir dann seine Hilfe angeboten, die ich natürlich sofort angenommen habe. Gespräche für neue Projekte laufen bereits.

Ich hatte das Glück, bei unseren Dreharbeiten immer Unterstützung von der Feuerwehr zu erhalten. Sicherheit geht zweifelsohne vor, obwohl wir die Situationen immer bis aufs Letzte ausreizen.
Aber es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn das Set nicht mehr brennt, zum Zeitpunkt, wenn man längst zuhause ist.

HMC: Wie habt Ihr die Szene mit dem Hubschrauber gedreht? Bzw. dem Panzer. Habt Ihr Unterstützung vom Bundesheer bekommen?

Flo Lackner: Mit dem Black Hawk hatten wir großes Glück, da wir durch Zufall jemanden kennen lernten, der für das österreichische Bundesheer genau in der richtigen Abteilung arbeitete und uns diesen Dreh ermöglichte. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesheer war sensationell und zu meinem Erstaunen sehr unkompliziert. Anders, als ich es von meinem Grundwehrdienst in Erinnerung hatte, war man hier total flexibel und konnte super auf Augenhöhe arbeiten.

Der Panzer stand in einem Museum an der kärntnerisch/ slowenischen Grenze und war seit Jahren nicht mehr in Betrieb. Wir erweckten ihn quasi wieder zum Leben.

HMC: Wie habt Ihr die Mondszenen realisiert? Gab es Vorbilder? (Ist das der erste österreichische Film mit Mondszenen? Ich kann mich momentan an keinen anderen erinnern)

Flo Lackner: Ich hatte mir das alles wesentlich einfacher vorgestellt. Zu Beginn fanden wir in einer Schottergrube unseren optimalen Drehort. Man konnte dort in einer physischen und optisch dem Mond ähnlichen Umgebung drehen. Doch leider gab es keine Möglichkeit, die Darsteller an Seilen aufzuhängen um Schwerelosigkeit zu simulieren und so mussten sie sich einfach langsamer bewegen. In “Zeitlupe” zu springen, war da schon eine ordentliche Herausforderung.

Wir hatten auch nur zwei Stück von den Raumanzügen, weil diese verdammt teuer waren. Die Mondszenen wurden demnach so geschrieben, dass sich Major Conrad & Co. in zwei Teams aufteilen. Nachdem wir diese Aufnahmen ausgewertet hatten, wurde ein Storyboard erstellt, um die Dreharbeiten in der Greenbox zu planen. Ursprünglich sollte es eine Menge Action am Mond geben, aber das war dann einfach nicht machbar. So wurde bis auf zwei Einstellungen sämtliches Greenboxmaterial komplett verworfen und es ging ein weiteres Mal in die Schottergrube, wo wir nun unsere Kompromissvariante der Sequenz drehten. Im Anschluss erfüllte das Color Grading seinen Zweck. Lens Flares und digitale Mondlandschaften rundeten alles ab. Das i-Tüpfelchen kam dann aber im Sounddesign. Erst seit der finalen Mischung funktioniert die Szene für mich richtig gut und ich bin sehr zufrieden mit unserer Arbeit.

Ob es der erste österreichische Film mit Mondszenen ist, weiß ich leider nicht. Kann aber durchaus sein.

© Flo Lackner Films

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HMC: Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit dem deutschen Produzenten und Regisseur Mennan Yapo gekommen, der ja u.a. auch den US-Streifen “Premoniton” (auf deutsch “Die Vorahnung”) mit Sandra Bullock drehte? Und was hat es gebracht?

Flo Lackner: Eines Tages erhielt ich einen Anruf von Tim Seyfi, in “Planet USA” als Prinz Sayf Al Din zu sehen, und er erzählte mir, dass er den Film, welcher zu diesem Zeitpunkt noch den Titel “Blue Moon Down” trug, gemeinsam mit seinem besten Freund angesehen hat. Und dieser beste Freund war wohl sehr davon angetan, was wir da gemacht hatten und wenn ich wollte, würde er mir dabei helfen, den Film zu optimieren. Dabei handelte es sich eben um Mennan Yapo, der “Lautlos” (mit Joachim Krol) und “Die Vorahnung” gedreht hatte.

Im ersten Moment dachte ich, dass Tim mich verarscht. Warum sollte jemand, der mit Sandra Bullock in Hollywood einen Film gemacht hat, einen Typen vom Wörthersee dabei helfen, seinen Abschlussfilm zu fertigzustellen. Doch spätesten als mir Tim Mennans Kontaktdaten anvertraute, war mir klar, dass es kein Scherz war. Das alles spielte sich Ende 2010 ab, und als ich endlich all meinen Mut gefasst hatte, Mennan zu kontaktieren, ging es auch schon sehr bald mit dieser Reise los, welche am Neujahrstag 2011 mit einer Filmanalyse via Skype startete. Das werde ich nie vergessen! Ich war überglücklich und konnte es sogar während den Besprechungen mit Mennan nicht fassen, dass das gerade wirklich passiert.
Die Tatsache, dass Mr. Yapo nun an Bord war, gab natürlich dem gesamten Team, welches eigentlich im Glauben war, dass der Film längst fertig ist, noch mal einen ordentlich Schub an Motivation.
Es war eine großartige und aufregende Zeit.

Was es gebracht hat? Ich hatte die Ehre, mit einem wahnsinnigen Perfektionisten zu arbeiten, von dem ich über Film so unfassbar viel lernen konnte. Mennan hat diesem Projekt 100 Prozent seiner Aufmerksamkeit geschenkt – und das erfüllt mich mit großem Stolz.

HMC: Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit all den bekannten Synchronsprechern gekommen? Du hast ja u.a. Charles Rettinghaus (Jamie Foxx, Jean-Claude Van Damme), Wolfgang Bahro (Steve Buscemi), Santiago Ziesmer (Spongebob Schwammkopf) dafür begeistern können. Ich habe da eine bestimmte Anekdote im Kopf, dass das eigentlich eine “bsoffene Gschicht” war.

Flo Lackner: Es war tatsächlich eine “bsoffene Gschicht”, sonst hätte ich mich das sicher niemals getraut, Charles Rettinghaus einfach so anzuschreiben. Im Frühjahr 2006 saßen ein paar Freunde und ich im Studentenheim in Wien zusammen. Wir feierten ausgiebig unsere “interkulturelle Freundschaft” zwischen fünf Burgenländern und mir als einzigen Kärntner.

Eigentlich war ich zu diesem Zeitpunkt aber überhaupt nicht in Partylaune, denn ein im Sommer 2005 gedrehter Horrorfilm namens “Schattenspringer”, der mich jetzt eigentlich in Form einer sehr umfangreichen Post-Produktion fordern sollte, war Tage zuvor von einem Teamkollegen während einer Zugfahrt von Wien nach Klagenfurt komplett verloren worden und ich hatte keine Ahnung, wie ich das nun an der Filmschule erklären sollte.

Glücklicherweise war parallel zum Auftakt der Nachbearbeitung des Horrorstreifens in den Winterferien 05/06 an nur sechs Drehtagen und mit einem “Budget” von € 300 das spontane Kurzfilmprojekt “Red Santa Down” entstanden. Ursprünglich als Möglichkeit etwas Abstand vom Dreh des Horrorfilms zu gewinnen angedacht, war dieses Spaßprojekt nun meine einzige Rettung, nicht mit leeren Händen in der Filmschule da zu stehen. Da “Red Santa Down” nicht annähernd mit so einem großen Aufwand wie “Schattenspringer” verwirklicht wurde, musste die Post-Produktion vieles ausbügeln, um die Qualität des Films zu steigern. Ich brauchte etwas Außergewöhnliches und dank meines “Zustandes” nicht lange, bis mir ein Licht aufging. So taumelte ich aus der Gemeinschaftsküche des Studentenheimes in mein Zimmer und begann im (Freuden)rausch, eine Mail zu schreiben.

Empfänger: Charles Rettinghaus.
Die deutsche Synchronstimme von Jean Claude Van Damme und Jamie Foxx, der zu diesem Zeitpunkt gerade in den Trailern zu “Miami Vice” zu hören war und ich hatte Glück, großes Glück…
1.) dass ich durch meinen Alkoholpegel den Mut hatte, Charles überhaupt zu kontaktieren… und
2.) dass er geantwortet hat.

Und dann führte eines zum anderen.

HMC: Wer ist Jennifer Rezny (die Co-Autorin)? Wie läuft da die Zusammenarbeit ab? Und was ist ihr Interesse an dieser Art von Filmen?

Flo Lackner: Jennifer Rezny ist eine wahnsinnig liebe, ehrliche und vor allem talentierte Kollegin, die ich an der Filmschule Wien kennen gelernt habe. Die Zusammenarbeit an “Planet USA” spielte sich in vielen Meetings ab. Damals hauste ich noch in dem bereits genannten Wiener Studentenheim und da sie zu diesem Zeitpunkt auch in der Hauptstadt wohnte, konnten wir direkt zusammen am Buch schreiben.

Um Jennifer zu zitieren (ich habe ihr eure Fragen zugeschickt):
1. pure Leidenschaft am Film
2. die Herausforderung der Komödie
3. Flo Lackner in seinem Größenwahn zugunsten des Plots und der Charakterisierung bremsen
4. aus Spaß an der Sache und weil Flo und ich uns sehr gut ergänzen

© SchroederMedia

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HMC: Wie gestaltest Du Dein Drehbuch. Schreibst du, was du glaubst, dass möglich ist (eben Weltallszenen) – oder schreibst du frei und frank erst die Geschichte und schaust erst dann, was machbar ist?

Flo Lackner: Speziell “Planet USA” haben wir so geschrieben, als stünde alles Geld der Welt zur Verfügung. Das macht es zumindest beim Schreiben etwas einfacher. Kompromisse müssen schlussendlich sowieso getroffen werden. Im Grunde ist alles machbar, irgendwie, wenn man will.

HMC: Woher holst du deine Inspirationen? Und vor allem für drei Teile mit Major Conrad?

Flo Lackner: Inspirationen laufen uns allen täglich über den Weg. Alleine Nachrichten liefern jeden Tag neuen Zündstoff und Anregungen für einen neuen Film. Träume und Diskussionen mit Kollegen sind auch sehr nützlicher Input. Und bei nem Bierchen wird alles noch fantastischer.

HMC: David Hofer, der Darsteller des US-Majors George Conrad, und du – ihr beide geht schon einen sehr langen Weg gemeinsam. Er wirkte bei vielen deiner Filme (eben u.a. “Birthday” von 1999) mit – und du bei ihm. Er ist aber sonst eher hinter der Kamera zu finden – ob als Regisseur (“Hammer”, “Das weiße Kleid”, “Valossn”), Kameramann (“Der alte Fuchs”) oder Cutter. Wie kam es zu seinem schauspielerischen Ausflug? Und was hältst du von ihm generell? Wie versteht/ergänzt Ihr Euch?

Flo Lackner: David und ich wohnten jahrelang in derselben Siedlung, waren quasi Nachbarn und hatten das selbe Hobby – Filmedrehen – liefen uns aber bis zum Sommer 1999 nie wissentlich über den Weg. Im besagten Sommer fiel mir über einen Kumpel eine Videokassette in die Hände, auf der Filme von David Hofer und Michael Kuglitsch drauf waren und ich schwer begeistert. Vor allem, weil es plötzlich Menschen in einem greifbaren Umfeld gab, die derselben Sucht nachgingen wie ich. Dazu sahen die beiden auch noch älter aus, was mir bei einer eventuellen Zusammenarbeit sehr dienlich sein konnte. In meinen Filmen mimten meine Kollegen und ich (zu diesem Zeitpunkt wollte auch ich noch Schauspielen), wir waren alle im Alter von 12 – 15 Jahren, immer Leute zwischen von 30 – 40. Das war natürlich nur bedingt glaubhaft. Ich bat diesen Freund also, mich David vorzustellen und ein paar Tage später war unser erstes gemeinsames Projekt verwirklicht. “Time to die” – ein 35 minütiger Gangfilm mit David in einer der Hauptrollen.

Ich denke, dass David in einer ähnlichen Situation war wie ich. Wenn wir Filme nicht selbst drehen, wie sollen wir dann selbst vor der Kamera stehen? Oder wer macht sie mit uns? Ein Netzwerk an Independent Filmemachern, vor allem in Klagenfurt, gab es nicht. Seine hervorragende Darbietung als Major George Conrad ist also kein schauspielerischer Ausflug. Er zählt zu den talentiertesten Menschen, die ich kenne, wir ergänzen uns ganz wunderbar und ich habe in ihm einen sehr guten Freund gefunden.

© Flo Lackner Films

© Flo Lackner Films

HMC: Wird es ein neues Abenteuer mit Major Conrad geben? Oder planst du auch mal was anderes? Steht schon konkret etwas an?

Flo Lackner: Ein weiteres Abenteuer mit Major Conrad würde ordentlich Spaß machen. Möglicherweise gibt es irgendwann noch einen Teil. Alleine schon, um aus nostalgischen Motiven und um mit dieser sensationellen Crew zu arbeiten. Diese Filme haben mich quasi mein gesamtes Studium und während meines Berufs sehr lange begleitet.

Ich denke aber, dass es nun an der Zeit ist, etwas Neues zu machen und zwei Projekte sind bereits in Planung. Eines davon liegt quasi als fertiges Kurzfilmdrehbuch vor – und dann gibt es schon sehr konkrete Ideen für einen Actionfilm. Nachdem ich keinen Kurzfilm machen mag, wird es sicher das zweite Projekt werden und darauf freue ich mich sehr, denn es wird wieder krachen und zwar noch mehr als bei “Planet USA”.

Das Interview führte Rodja Pavlik

INFO: www.flolacknerfilms.com

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15. Juli 2014 at 18:20

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“The Dreamlands” – Crowdinvesting als Plan B zur Filmfinanzierung

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© Huan Vu

© Huan Vu

Crowdfunding ist in der Filmbranche in aller Munde. Für viele Filmemacher ist es oft die letzte Möglichkeit, ein Projekt doch noch finanziert zu bekommen. Wenn es allerdings um größere Summen geht, hat CF im deutschsprachigen Raum anscheinend noch nicht die Breitenwirkung, wie man es vom anglosächsischen Raum (siehe z.B. “VGHS” oder “Wish I Was Here” von Zach Braff) her kennt. Doch was tun, wenn ein ehrgeiziges Filmprojekt nicht genügend gecrowdundet wird? Einfach aufgeben oder einen Neustart wagen?

Für seinen Blog Socialfilmmarketing.com hat der österreichische Crowdfunding-Experte Wolfgang Gumpelmaier den deutschen Filmemacher Huan Vu interviewt, dessen Projekt “The Dreamlands” (nach H.P. Lovecraft) vor genau dieser Entscheidung stand. Der Artikel wurde dem HomeMovieCorner freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Im HomeMovieCorner habe ich vor ein paar Monaten das erste Mal über das Film-Projekt “The Dreamlands” gelesen. Kurz darauf habe ich den Film drüben auf gumpelmaier.net zum Crowdfunding-Projekt der Woche erklärt. Leider haben Huan Vu und sein Team bei der damaligen Crowdfunding-Kampagne ihr Ziel nicht erreicht. Kurz darauf gingen sie aber erneut online, mit einen geänderten Plan: einem Mix aus Crowdfunding und Crowdinvesting. Und siehe da, es hilft. Die Story dahinter hat mit Regisseur Huan Vu in einem Interview erzählt:

Wolfgang: Mit “The Dreamlands” möchtest du einen H.P.Lovecraft-Roman verfilmen. Erzähl uns doch bitte kurz, worum es bei dem Projekt geht.

Huan Vu: Der Traumlande-Zyklus ist eine lose Reihe von Geschichten des Kultautors H.P. Lovecraft, welche in einer mystischen Traumdimension spielen. Bisher wurde filmisch bis auf einige Kurzfilme nichts daraus gemacht, ich habe es mir daher als nächstes Projekt nach unserem Erfolg mit der Verfilmung von “The Colour Out of Space” auserkoren, denn es ist sehr reizvoll, hier Neuland zu betreten. Den Zuschauer erwartet eine Mischung aus klassischem Fantasy und Lovecrafts typischem kosmisch-philosophischem Grusel.

© Huan Vu

© Huan Vu

Wolfgang: Ihr habt ja vor wenigen Wochen eine Crowdfunding-Kampagne erfolglos beendet, aber gleich darauf eine neue gestartet. Erzähl doch mal bitte…

Huan Vu: Die erste Kampagne war nicht optimal durchgeführt und auch zu hoch angesetzt. Trotz des Einspringens von FFL als Business Angel (Film- und Fernsehlabor, eine Produktionsfirma in Ludwigsburg, u.a. “Der Sandmann” und “Schuld sind immer die anderen”) kamen wir “nur” auf knapp 54.000 EUR, das waren ca. 40% der Zielsumme. Damit wurden wir meines Wissens nach zwar das dritterfolgreichste Independent-Film-Crowdfunding in Deutschland nach “Hotel Desire” (150.000 EUR) und “Adolf” (ca. 121.500 EUR), aber es reichte eben nicht und wir mussten uns überlegen, wie wir darauf reagieren sollten.

Eine Option wäre es gewesen, abzuwarten und sich neu zu sammeln – und auf eine baldige Expansion von Kickstarter nach Deutschland zu hoffen, als zugkräftigere Alternative zu IndieGoGo. Auf Kickstarter lassen sich unzählige Lovecraft-Projekte finden, unsere Zielgruppe ist dort bereits sehr zahlreich vertreten. Zum damaligen Zeitpunkt war es aber noch nicht so ganz absehbar, wann Kickstarter auch für deutsche Projekte geöffnet werden würde und die Prozedur über ausländische Firmengründung und Bankkontoeröffnung war uns zu kompliziert und zu aufwändig.

Daher bevorzugte ich die andere Option, welche dann glücklicherweise auch prompt zu einem großen Erfolg wurde: Wir bieten nun im zweiten Anlauf auch die Möglichkeit des Crowdinvesting an. Mit einer Mindesteinlage von 250 EUR kann man Teil unserer Stillen Gesellschaft werden und damit Anteile an zukünftigen Einnahmen erhalten. Das Geld fließt also langfristig wieder zurück und eventuell springt am Ende Gewinn heraus.
Vielen sagte dieses Modell sehr zu, es passte deutlich besser zu unserem Projekt. Der harte Kern der Lovecraft-Fangemeinde ist nun mal nicht so zahlreich, mehrere Tausend Vorverkäufe an DVDs bzw. Blu-rays wie bei anderen ähnlich groß angelegten Crowdfunding-Filmprojekten erwies sich als nicht zu bewerkstelligen. Doch die Begeisterung und das Vertrauen einiger enthusiastischer Fans zeigte sich auf der anderen Seite als groß genug, was mitunter zu sehr hohen Investitionssummen führte.

Wolfgang: Die “Crowd”, also eure Fans und Freunde bzw. das spätere Film-Publikum, scheinen eine wichtige Rolle in eurem Projekt zu spielen. Welche?

Huan Vu: Wir sind ja selbst Lovecraft-Fans, daher ist es uns sehr wichtig, vom potenziellen Publikum den Initialfunken für dieses Projekt zu erhalten. Viele gehen ja zuerst zur Filmförderung und erst danach wird Crowdfunding bemüht, um etwaige Finanzierungslücken zu schließen oder das Budget vor Drehbeginn noch aufzupäppeln.

Wir haben bewusst den umgekehrten Weg gewählt, wir möchten zuerst sehen, ob der Wunsch nach diesem Film bei den Lovecraft-Fans groß genug ist, bevor wir in die Vollen gehen. Man muss nämlich dazu auch sagen, dass der Traumlande-Zyklus unter vielen Fans eher ein Schattendasein fristet und nicht so bekannt und beliebt ist wie andere Geschichten von H.P. Lovecraft.

Wolfgang: Sobald die Finanzierung also steht, wie soll es weitergehen?

Huan Vu: Dann geht es sofort mit den weiteren Schritten los, wie z.B. Casting, Drehortsuche, Produktionsdesign, Förderanträge usw. Die Crowdfundingkampagne ist ja schon bereits enorm viel Arbeit, das wird dann noch einmal eine Stufe mehr sein. Aber ich freue mich darauf, die kommenden Jahre diesem Projekt widmen zu dürfen, falls es klappt.

Wolfgang: Wann plant ihr mit “The Dreamlands” fertig zu sein? Wann und wo wird der Film zu sehen sein?

Huan Vu: Der Film wird frühestens Ende 2017 fertiggestellt sein, das hängt von vielen Faktoren ab. Danach wird er hoffentlich auf zahlreichen Genrefilmfestivals laufen und vielleicht sogar, wer weiß, in die Kinos kommen. Aber das ist alles Zukunftsmusik, das Wichtigste ist es erstmal den Film überhaupt zu realisieren.
Wolfgang: Ist das nicht eine etwas vage Vorstellung? Vor allem auch den Investoren gegenüber?
Huan Vu: Ich kann nicht versprechen, was ich nachher nicht einhalten kann. Wir sind auf jeden Fall ein “wild horse”, auf das man setzt. Wir können nur versuchen den bestmöglichen Film mit unseren Mitteln zu kreieren und alles daran setzen, dass danach die Auswertung auch möglichst optimal für alle Beteiligten erfolgt. Das Wichtige an unserem Modell ist denke ich, dass wir alle im selben Boot sitzen. Wir treten auch nur als Investor in Höhe unserer eigenen Investitionen auf, ohne Bevorzugung oder Sonderkonditionen. Das heißt wir verdienen und wir verlieren genauso wie alle anderen.

Wolfgang: Hoffen wir also das Beste. Viel Erfolg mit eurem Film-Projekt!

Wolfgang Gumpelmaier
Gumpelmaier.net

INFO: Film-Site: www.the-dreamlands.com; Facebook-Site: www.facebook.com/TheDreamlands; offizieller Produktionsblog: www.700stufen.de; Site für Crowdinvesting: www.the-dreamlands.com/de/home/investing/; Site für Crowdfunding: http://igg.me/at/the-dreamlands

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9. Juli 2014 at 14:55

Creature-Feature “Biest” nun als VOD

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© Loom

© Loom

Im Mai lief das Creature-Feature “Biest” (mit Stephanie Lexer, Paul Hassler und Peter Simonischek) von “Loom”-Mastermind Stefan Müller (Rezension hier, Interview hier) in den österreichischen Kinos. Und da es immer heißt, dass Indie-Filmemacher neue Wege gehen/suchen müssen, hat sich Müller entschlossen, den Film versuchsweise als VOD (Video On Demand) kostenpflichtig ins Internet zu stellen. Ab sofort kann man sich den Film (nur im deutschsprachigen Original) auf Vimeo ausborgen.

Sollte das Angebot angenommen werden, wird das “Biest” bis zum voraussichtlichen DVD-Release im Herbst online bleiben.

Synopsis: Das Pärchen Lena und Andi steckt in einer Beziehungskrise. Um wieder zueinander zu finden, haben sie ein verlängertes Wochenende in einer abgelegenen Ferienhütte in den Bergen der Steiermark gebucht. Doch die Probleme nehmen auch auf einen Liebesurlaub keine Rücksicht – mit der Beziehung scheint es zu Ende zu gehen. Doch dann verschwindet Lena plötzlich. Als Andi Spuren einer Entführung entdeckt, macht er sich Sorgen. Er begibt sich auf die Suche nach ihr und gerät dabei immer tiefer in die finstere und dunkle Welt einer uralten, bösartigen Kreatur.

Rodja

INFO: Den Film kann man sich um 6,99 US-$ als VOD hier ausborgen: https://vimeo.com/ondemand/17227

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4. Juli 2014 at 17:18

“Jeder muss sterben”: Zeitschrift “Zoom” verlost drei DVDs

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Copyright: Lighthouse Home Entertainment

Copyright: Lighthouse Home Entertainment

In der aktuellen Ausgabe von “Zoom – Magazin der Filmemacher” (04/14) werden drei DVDs des Filmes “Jeder muss sterben” von Simon Marian Hoffmann verlost.

Dafür muss nur diese Frage beantwortet werden: Aus wie vielen Personen besteht die Schicksalsgemeinschaft im Krankenzimmer?

Hinweise auf die richtige Antwort gibt unter anderem der unten stehende Trailer. Die hoffentlich richtige Antwort bis 1. August 2014 an zoom(at)schiele-schoen.de senden. (Also bitte nicht in den Kommentaren hier posten.) Die DVDs werden unter den richtigen Einsendungen verlost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Rodja

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4. Juli 2014 at 16:26

Gewinnspiel Juni 2014 beendet

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Das Gewinnspiel für Juni 2014 (Infos dazu hier) ist abgeschlossen. Die richtige Antwort lautet:

- “Red Santa Down” und “Yellow Cape Town”

And the winner is: Ing. Peter Gruber. Herzliche Gratulation.

Die DVD “Planet USA” wird innerhalb der nächsten Woche zugeschickt.

Rodja

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4. Juli 2014 at 16:25

15. Shocking Shorts Award geht an Julian Cohn

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© 2014 Gert Krautbauer für 13th Street

© 2014 Gert Krautbauer für 13th Street

Heuer wurden schon zum 15. Mal die Shocking Shorts Awards des Senders 13th Street vergeben. Die Konkurrenz war groß, schließlich wurden rund 200 Kurzfilme eingesandt.

Ausgezeichnet wurde nun am Donnerstag Abend der 1991 in Stuttgart geborene Julian Cohn, der zusammen mit seiner Produktionsfirma unfourseen GbR den Kurzfilm “Abbitte eines Mörders” einreichte. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der Unrecht beging, um Recht herzustellen.

Julian Cohn darf sich laut einer Presseaussendung nun über die Teilnahme am “Universal Filmmasters Program” in Hollywood freuen. Dort durchläuft Cohn in einem zweiwöchigen Intensivkurs die wichtigsten Abteilungen der Universal Studios.

Rodja

INFO: www.unfourseen.com; www.13thstreet.de/shocking-shorts-award

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4. Juli 2014 at 15:57

“Star Wars”-Fanfilm “Regrets Of The Past”: Die Dreharbeiten gehen weiter

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Über das “Star Wars”-Fanfilm-Projekt “Regrets Of The Past” der Filmgruppe Pellicula wurde hier schon mal berichtet. Nun freut es mich, dass nach einer längeren Pause wieder ein Drehblock statt gefunden hat. Nach Vorarlberg wurde diesmal im Waldviertel (Niederösterreich), das auch für seine keltische Vergangenheit bekannt ist (was sicher im Film Mystik der Jedi-Ritter zugute kommt), gedreht. Und mit einem kleinen Making Of gibt es einen Einblick in die Dreharbeiten dort.

Synopsis: Angesiedelt zwischen Episode III und Episode IV wird die Geschichte der beiden Jedi Pash Sularen und Kaila Dain erzählt, die im Outer Rim Territorium um ihr Überleben kämpfen.

Rodja

PS: Soweit ich gehört habe, hat sich niemand etwas gebrochen.

INFO: http://pellicula.org, FaceBook-Site “Star Wars: Regrets of the Past”: https://www.facebook.com/swrotp

Und hier noch mal der Teaser

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27. Juni 2014 at 03:29

US-Erfolgsproduzent Jason Blum kommt zum “Austrian Filmmakers Day”

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© Magic Entertainment

© Magic Entertainment

Nach US-Produzentenlegende Andrew G. Vajna (“Total Recall”, “Terminator III”) und dem deutschen Rat Pack-Chef Christian Becker (“Fack ju, Göhte”) wurde nun ein weiterer Stargast für den Austrian Filmmakers Day am 5. September 2014 im Parkhotel Schönbrunn bekanntgegeben: Organisator Christian Machacek freut sich ganz besonders, den US-Produzenten Jason Blum (im Bild links – neben Christian Machacek in Cannes) ankündigen zu können.

Und was für ein Kontrast das doch ist: Auf der einen Seite der legendäre Andrew G. Vajna, der mit riesigen Budgets Blockbuster (aber auch Mega-Flops) mit Stars wie Arnold Schwarzenegger, Antonio Banderas, Christian Bale und Sylvester Stallone schuf, und auf der anderen Jason Blum, der mit Filmen wie “Paranormal Activity”, “The Purge” oder “Insidious” das bis zu 100-fache und mehr der Kosten der Low-Budget-Produktionen einspielte. So hat laut imdb “Paranormal Activity” ca. 15.000 Dollar gekostet, letztendlich aber an die 107 Millionen Dollar eingespielt. Bei “Sinister” (mit Ethan Hawke) steht z.B. ein Budget von drei Millionen US-Dollar (hier bewegen wir uns quasi in österreichischen Dimensionen) einem Einspielergebnis von rund 48 Millionen Dollar gegenüber.

Und die Anzahl der Produktionen, die laut imdb bei Blum gerade auf dem Status “pre-production”, “filming”, “post-production” oder “announced” sind, beläuft sich auf 16! Ein viel beschäftigter Mann also, der hier in Wien sicher viel erzählen kann.

Ende Juli startet übrigens “The Purge: Anarchy” in den österreichischen Kinos.

Rodja

PS: Und jetzt hätte ich es doch fast verschwitzt: Auch der Meister des italienischen “Giallo” – Dario Argento – hat sein Kommen angekündigt. Er drehte nicht nur Filme wie “Phenomena” oder “Tenebre – Der kalte Hauch des Todes”, sondern war auch Co-Autor von Sergio Leones “Spiel mir das Lied von Tod”. Und seine, nun ja, sehr extrovertierte Tochter, die Schauspielerin Asia Argento (“xXx – Triple X”, “Land Of The Dead”, “Scarlet Diva”) ist ja auch keine Unbekannte.

PPS: Alle Gastauftritte unterliegen Änderungen im Falle von unvorhergesehenen beruflichen oder persönlichen Umständen.

INFO: Details und Ticketreservierungen zum Austrian Filmmakers Day 2014 unter www.filmmakers-day.at

Written by HomeMovieCorner

25. Juni 2014 at 21:39

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