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Wie werde ich Drehbuchautor?

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Tja, das ist eine gute Frage und auch sicher nicht allgemein gültig zu erklären. Die Deutsche Presse Agentur (dpa) hat sich aber aufgeschwungen, ein paar Leute befragt und einen kleinen Aufsatz darüber geschrieben. Ob man daraus Wissenswertes für die eigene Laufbahn extrahieren kann, sei dahin gestellt. Für mich persönlich nehme ich mit, dass es anscheinend für Quereinsteiger immer schwieriger wird.

Hier geht es zum dpa-Artikel auf der Site der Neuen Frankfurter Presse.

Rodja

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15. September 2014 at 15:13

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Tragikomödie “Suicide Club” für kurze Zeit online

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Vor kurzem lief die Tragikomödie “Suicide Club” auf arte. Olaf Saumer realisierte die Tragikomödie, die sogar in den deutschen Kinos lief, 2010 mit einem Budget von 40.000 Euro. Neben Regie zeichnete er auch fürs Drehbuch, die Produktion und den Schnitt verantwortlich.

Synopsis: Bei Sonnenaufgang treffen sich fünf Menschen auf einem Hochhausdach, um gemeinsam in den Tod zu springen. Fünf völlig unterschiedliche Charaktere. Keiner weiß von dem anderen, warum und weshalb dem Leben ein jähes Ende gesetzt werden soll. Nicht einmal die Namen wissen sie voneinander. Nur der unmittelbar bevorstehende gemeinsame Suizid verbindet alle auf eine tragische und bizarre Weise. Doch durch eine absurde Verkettung von Ereignissen, müssen sie ihren Plan verschieben und gemeinsam dort oben bis zum Abend ausharren. Einer Insel inmitten des alltäglichen Trubels der Stadt, auf der die Fünf abgeschottet ganz in ihrer eigenen Welt für sich sind. Aus gegenseitiger Distanz und Ablehnung entwickelt sich eine ungeahnte Gemeinschaft. Sie erleben einen Tag, den keiner der Fünf vergessen wird.

Der Film ist nun noch ein paar Tage online in der arte-Mediathek zu sehen: http://www.arte.tv/guide/de/044566-000/suicide-club

Rodja

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15. September 2014 at 11:53

Same shit, different title – Recycling of the worst kind

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Vor einiger Zeit hatten die Filmemacher Christian Genzel und Michael Valentin sowie meine Wenigkeit einen ziemlichen Nerd-Spaß, als wir entdeckten, dass die gleiche Frau/Silhouette sechs verschiedene Filmcover zierte. Das Ergebnis unserer langwierigen und keineswegs auf Vollständigkeit pochenden Recherchen hat Christian auf seinem Blog “Wilsons Dachboden” (<-unbedingt anklicken!) zusammengetragen.

© Laser Paradise/DVD

© Laser Paradise/DVD

Nun war ich vor einiger Zeit bei der Elektrofachkette meines Unvertrauens… und bin wieder auf äußerst sinnfreie Formen des Recyclings gestoßen – und das an einem einzigen Tag!

So entdeckte ich z.B., dass der unsägliche US-Indie-Streifen “Horrors Of War” (2006 – in Deutschland bei Laser Paradise/DVD erschienen) von Peter John Ross 2013 als “Nazi Zombies” (Voulez Vous Film/Intergroove) neu herausgebracht wurde. Ich möchte vor diesem Film ausdrücklich warnen – so etwas Lahmarschiges habe ich selten gesehen.

Eine Truppe US-GIs stößt während des Zweiten Weltkriegs bei ihrem Vormarsch durch Frankreich auf Nazi-Zombies. Nachdem schon die lebenden deutschen Soldaten ständig mit Kanonen daneben schießen, sind die ziellos herumwankenden untoten Deutschen auch nicht wirklich eine Gefahr. Man merkt dem Film auch an, dass er eigentlich aus drei Kurzgeschichten (u.a. eine Werwolf-Episode) zusammengeflickt ist. Wie gesagt, das Ganze ist spannungsarm inszeniert, die Schauspieler agieren schablonenhaft und die deutsche Synchronisierung ist unter aller Sau. Bilde ich es mir nur ein, dass die Sprecher ihre Stimmen verstellen mussten, um mehrere Rollen einzusprechen? Und wurde da bei “Nazi Zombies” nachgebessert? Nicht, dass es das Werk wirklich retten würde…

Das einzig Interessante an dem Film ist ohnehin das Schaulaufen der verschiedenen US-Reenactment-Gruppen, die Regisseur Ross für seinen Film verpflichten konnte. Da fahren reale Panzer auf, dass es eine Freude ist – nicht so CGI-Dingens. Und gedreht wurde übrigens auf 16 mm. Aber das war es dann eigentlich schon, was man beim besten Willen irgendwie noch positiv aufzählen könnte.

“Horrors of War” war lange Zeit der einzige Indie-Film, den ich aus meiner umfangreichen Sammlung wieder entfernen wollte. Mittlerweile ist er mehr so ein Kuriosum, den man halt auch in der Sammlung hat – als mahnendes Beispiel. Aber falls jemand Interesse hat, ich borge ihn sehr gerne her. Und ich frage auch nicht nach, wenn ich ihn nicht mehr zurückbekommen sollte.

© Mr. Banker Films

© Mr. Banker Films

Recycling-Fallstudie II

Ebenfalls in dem Geschäft gefunden: Der deutsche Kurzfilm “Der Goldene Nazi-Vampir von Absam II – Das Geheimnis von Schloss Kottlitz” (Mr. Banker Films) von Lasse Nolte aus dem Jahr 2008 wurde – wohl um auf der Erfolgswelle der Nazi-Satire “Iron Sky” mitzureiten – als “Iron Nazi Vampir” von Savoy Film/Intergroove 2012 re-released. Ich möchte vor diesem Film ausdrücklich warnen – so etwas Lahmarschiges habe ich selten gesehen (Wenn die recyclen können, dann kann ich das wohl auch!).

Inhaltlich geht es darum, dass der schwächlich wirkende Robert E. Lee, ein Bürohengst beim US-Geheimdienst und Spezialist für Okkultes, hinter den feindlichen Linien Hinweisen nachgehen muss, dass die Nazis mit Vampir-Soldaten herumexperimentieren.

Es gibt viele Arten von Trash: Es gibt Filme, die so schlecht sind, dass sie Trash sind. Und es gibt Werke, die absichtlich trashig gemacht wurden. Gegen beides ist nichts einzuwenden, sie sollten nur eines gemeinsam haben: Sie müssen unterhaltsam sein. Und dann gibt es auch noch jene Werke, bei denen die Produzenten und Filmemacher von vornherein verzweifelt versuchen, dem Zuschauer das Label “Trash” auf die Augen zu drücken (salopp gesagt: zu blenden). Allerdings fehlt der wesentliche Faktor Unterhaltung – und ein solcher Film ist eben “Der Goldene Nazi-Vampir von Absam II/Iron Nazi Vampir”. Mann, was da alles schief gegangen ist… Gut, dass die Handlung logisch ist, war bei dem Thema/der Story ja nicht zu erwarten. Aber die Gags – ein Rohrkrepierer nach dem anderen. Und der Gastauftritt von Oliver Kalkofe beschränkt sich auf blödes Kichern, Losprusten und Finger zeigen. Ich vermute mal, dass Kalkofe gesondert aufgenommen wurde und dann in die Handlung reingeschnitten wurde. Soweit ich mich erinnern kann, war aber die Ausstattung recht beeindruckend (damit ich auch mal was Positives dazu schreibe).

Bei “Der Goldene Nazi-Vampir von Absam II” spürt man regelrecht, wie Sand ins Getriebe kommt. Der Film startet einfach nicht durch. Das eigene Gehirn sucht verzweifelt nach Witzen, Bonmots und Kalauern, während es gegen die aufsteigenden Kopfschmerzen anzukämpfen versucht. Die Legende besagt, dass Regisseur Lasse Nolte mit seiner Uni streiten musste, damit der Film als seine Abschlussarbeit anerkannt wird. IMDB besagt, dass er zuletzt Co-Autor von “Kaiserschmarrn” (mit Antoine Monot Jr.) war. Und da schaut der Trailer auch schon grottig aus.

The fatal connection

Und nun kommen wir zu der Verbindung zwischen den beiden Filmen, die mich noch mehr erheitert hat, als die frechen Re-Releases unter neuen Namen: Das Original-Cover von “Horrors of War” musste nämlich als Vorlage für “Iron Nazi Vampir” herhalten. Statt Hitler wurde ein Nazi-Vampir an die Stelle hingepappt, die Flugzeuge, die Ruinen und die stramm marschierende Armee aus Zombies (im Film höchstens eine Handvoll), die in – glaube ich – italienischen Uniformen daher kommt, wurden ebenfalls übernommen – nur die Zombie-Gesichter wurden mit Vampirfratzen retuschiert.

© Laser Paradise/DVD / Savoy Film/Intergroove

© Laser Paradise/DVD / Savoy Film/Intergroove

Und noch eine letzte Recycling-Frage: Was hat das Frontcover der britischen Horrorkomödie “Attack Of The Nazi Herbal” (Savoy Film/Intergroove) mit dem Backcover von “Iron Nazi Vampir” gemeinsam? Na, wer weiß es?

Rodja

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Trailer “Horrors of War”

Trailer “Der goldene Nazi-Vampir von Absam II”

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9. September 2014 at 14:41

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HMC-Classics: Dunkel

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© Transcendental Pictures

© Transcendental Pictures

Erst-Rezension am 26. Juli 2003.

In naher Zukunft versucht das Geschwisterpaar Yassa und Tarek in einer von Vampiren beherrschten Welt zu überleben. Regisseur Hendrik Röhrs, Drehbuchautor und Darsteller René Rausch sowie ihr Team Transcendental Pictures zeichnen mit einer interessanten und charakter-orientierten Story in ihrem Amateurfilm “Dunkel” von 2002 eine düstere Horrorwelt in naher Zukunft. Eine großartige Geschichte, die man sich auch gerne in einer professionellen Produktion anschauen würde.

“Erzähl mir von früher!”

“Früher war es besser. Es gab genügend Nahrung. Die Menschen hatten einen festen Ort an dem sie lebten. Niemand hatte Angst vor der Dunkelheit.”

Für das Geschwisterpaar Yassa (Jana Bösche) und Tarek (René Rausch) schaut die Zukunft nicht gerade rosig aus. Genau genommen schaut auch die Gegenwart nicht viel besser aus: Die Menschheit – oder das, was davon übrig geblieben ist – ist in einen gnadenlosen Kampf mit der Rasse der Vampire verwickelt. Tagsüber können sich die Überlebenden zwar frei bewegen, in der dunklen Nacht sind sie höchstens Freiwild.

© Transcendental Pictures

© Transcendental Pictures

In dieser kleinen Gemeinschaft hat Tarek die Führung übernommen. Illusionslos, von einem Tag in den anderen lebend, fühlt er sich für seine kleine Schwester verantwortlich. Wenn sie ein leer stehendes Haus gefunden haben, bleiben sie eine Zeit lang drinnen, bis die ersten Vampire aufkreuzen. Dann geht die Suche nach einem neuem Quartier auf Zeit wieder los – mit diesem sich ständig wiederholenden Kreislauf hat sich Tarek abgefunden.

Yassa sieht das anders: Die ständige Bedrohung hat dem jungen Mädchen zwar die Kindheit geraubt, doch innerlich ist sie ein Teenager geblieben. Auch sie kann Vampire mit Bravour pfählen, doch in Wahrheit träumt sie von einer “guten, alten Zeit”, die sie nie kennen gelernt hat. Von Städten, in denen Menschen wohnen, von Kinderspielplätzen, die nicht durch Blutflecken entweiht wurden. Von Zeit zu Zeit tauscht sie heimlich ihr Lara-Croft-Outfit gegen ein Sommerkleidchen, spaziert auf einem Steg und träumt von der ersten Liebe, während im See die Schwäne schwimmen.

Eines Tages greifen der Scharfschütze Leu (Steffen A. Röhrs) und Hiskia (Susanne Bährisch) Yassa und Tarek auf. Die Fremden laden das Geschwisterpaar in ihr Versteck ein, wo Mara (Svenja Müller) gerade um das Leben eines Freundes kämpft. Die Camp-Bewohner sind in eine besonders blutige Fehde mit einem Vampirclan verwickelt, nachdem sie dessen Anführer getötet haben. Außerdem gehen die Vorräte zu Ende und die Gemeinschaft muss bald zur nächsten Siedlung.

© Transcendental Pictures

© Transcendental Pictures

Auch die Sippe der Vampire hat Probleme: Nachdem der Anführer gepfählt wurde, übernahm seine Tochter Mariska (Katrin Wierstorf) die Leitung – sehr zum Missfallen von Kaman (Timo Wussow). Dieser versucht, die Gemeinschaft gegen Mariska aufzustacheln, doch noch ist die Obervampirin zu mächtig. Nach einem kurzen Kampf verstößt sie Kaman aus der Gemeinschaft. So einfach gibt Kaman jedoch nicht auf, er schwört fürchterliche Rache. Eine Gelegenheit bietet sich, als der Ausgestoßene auf das Lager der Menschen stößt – er verrät Leu und seinen Freunden den Standort der Vampire…

Ja, so einfach geht das mit Einführungen. Ein paar Sätze aus dem Off, eine unheilvolle Spieluhrmelodie – und schon ist man in die richtige Stimmung versetzt. “Dunkel” von der deutschen Gruppe Transcendental Pictures ist einer der stimmungsvollsten und ausgefeiltesten Filme, die ich je gesehen habe (und damit schließe ich auch viele professionelle Produktionen ein). Obwohl der Film an die 100 Minuten lang ist, kommt keine Langweile auf – zu sehr ist man von den Charakteren und vom intelligenten Plot gefesselt. Phantasievolle Ausstattung und stimmungsvolle Locations tun ihr Übriges. Untermalt von einem einfachen, aber wirkungsvollen Synthie-Score von Lars Kelich, entfaltet sich vor dem Auge des Zuschauers eine düstere Welt der nahen Zukunft, in der die menschliche Ordnung zusammengebrochen ist. Ein weiterer Pluspunkt ist auch das ziemlich ungewöhnliche und mutige Ende.

Interessant vor allem die vielen Details über die Eigenheiten der Vampire – wohl ein Ergebnis intensiver Recherchen. Ich selbst habe früher sehr viele Romane über die Untoten mit den scharfen Beißerchen gelesen und war echt entzückt, dass einige alte und vergessen geglaubte Mythen, wie z.B. das zwanghafte Zählen, Silbermünze im Mund als Schutz davor, dass der Tote wiederkehrt, etc., berücksichtigt wurden.

© Transcendental Pictures

© Transcendental Pictures

Die Schauspieler bieten eine gute Leistung. Gut, es sind Laiendarsteller, und das merkt man auch. Aber die Qualität ist auf einem gleich bleibenden Niveau und homogen. Dass die Akteure glaubhaft rüberkommen, liegt wohl auch an der ausgefeilten Darstellung der einzelnen Charaktere. Wenn z.B. Mariska nicht so scharfe Zähne hätte, würde man dieser verwöhnten Göre am liebsten den Hintern versohlen. Eine Novität damals (Zur Erinnerung: Der Film kam 2002 heraus – also vor “True Blood”, “Vampire Diaries” und dem ganzen “Twilight”-Scheiß): Auch die Vampire haben soziale Bindungen und Gefühle (natürlich nur untereinander).

Die Handlungen der Menschen wiederum werden von ihren Erfahrungen geprägt. Besonders stark merkt man das bei Yassa und Tarek, aber auch bei dem jungen Leu. Der Scharfschütze traut niemandem – kein Wunder, schließlich musste er seinen eigenen Vater pfählen. Und dass Leu das Grab seines Vaters besucht, nur um sicher zu gehen, dass der Alte nicht “wiederkehrt” – einfach genial. Gerade diese “Pre-Stories” sorgen für logisch nachvollziehbare Konflikte innerhalb der Gruppe, obwohl eigentlich alle am selben Strang (Überleben) ziehen sollten.

Es gibt auch einige Splatterszenen in dem Film, aber erstens sind sie dem niedrigen Budget angepasst und eher unspektakulär, zweitens – und das ist meiner Meinung nach sehr wichtig – ordnen sie sich absolut der Geschichte unter. Blut spritzt nur dann, wenn es der Handlung förderlich ist.

© Transcendental Pictures

© Transcendental Pictures

Zwar hat das Team technisch eine solide Leistung vollbracht, aber vor allem anfangs stören die vielen Achsensprünge (d.h z.B. die Leute gehen nach links, Schnitt – plötzlich kommen sie von rechts). Einziges wirklich penetrantes Manko ist der übersteuerte Ton: Brechendes Gehölz im Wald oder Bauschutt bzw. Glasscherben in einer aufgelassenen Fabrik – da kracht und grammelt es, dass es keine Freude ist.

Es ist fast schade, dass diese Geschichte “nur” für einen Amateurfilm verwendet wurde. Die Story ist viel zu komplex und überbordend und schreit fast förmlich nach einem “Spin Of”. Wenn man bedenkt, dass “Dunkel” erst der dritte Film von Transcendental Pictures war, konnte man das Potenzial dieser Gruppe damals bereits erahnen.

Einen Pluspunkt gibt es für das ausführliche Bonusmaterial (zusätzliche 50 Minuten), das nicht nur informativ ist, sondern auch für jede Menge Spaß sorgt. Neben Hoppalas, deleted scenes, Tricks und sonstigen Kuriositäten (z.B. fliegende Kühe) erfährt man auch jede Menge von den Widrigkeiten, die die Dreharbeiten begleiteten. So musste der Holzsteg, auf dem Yassa so verträumt spaziert, erst von Schwanenscheiße radikal gesäubert werden. Und das Camp der Menschen wurde während der Dreharbeiten auch noch vom Hochwasser versenkt.

© Transcendental Pictures

© Transcendental Pictures

Transcendental Pictures waren 2003 eine der viel versprechendsten Amateurfilmgruppen damals. Sie drehten gut durchdachte Spielfilme und hatten auch ein Gespür für Ausstattung und Locations. Nach “Dunkel” folgte 2003 – diesmal unter der Regie von “Dunkel”-Autor René Rausch – das Horrormärchen “Es war einmal… Der Gruselpeter” und 2005 –wieder mit Hendrik Röhrs als Regisseur – das Prequel “Dunkel – Das erste Kapitel” (HMC-Classics dazu folgt demnächst). Mit dem eigenen DVD-Label “Klappe, die Erste” wurde auch versucht, eine Indie-Marke zu etablieren.

Nach weiteren Kurzfilmen drehten Transcendental Pictures schließlich die Tragikomödie “Things to do!”, bei der sie zum ersten Mal mit professionellen Schauspielern arbeiteten. Allerdings waren die Filmemacher mit dem Ergebnis nie zufrieden, weshalb das Werk offiziell nie veröffentlicht wurde, erzählte René Rausch vor kurzem dem HomeMovieCorner. Danach brach die Filmgruppe langsam auseinander – das Leben in Form von Arbeit bzw. Studium an anderen Orten hatte die meisten Mitglieder ereilt. Hendrik Röhrs und René Rausch studierten zusammen an der HfK Bremen das Fach Digitale Medien, wo sie mit dem Bachelor of Arts abschlossen. Nebenbei wurden kleinere Projekte wie ein Modefilm und diverse Musikvideos realisiert. So ab 2010 trennten sich die künstlerischen Wege der beiden: “Hendrik und ich sind aber nach wie vor gute Freunde und tauschen uns aus. Wir kamen nur auf kreativem Wege nicht mehr zusammen wegen unterschiedlicher Vorstellungen. Hendrik war immer der Ästhetiker und weniger der Geschichtenerzähler, während ich eher ‘unperfekt’ bin und lieber Sachen mache, die storydriven sind”, erläuterte Rausch. Bei seinen späteren Werken griff René Rausch auch auf ehemalige Transcendental-Pictures-Mitglieder wie Steffen Röhrs oder Lars Dreyer zurück.

Aktuell versucht er über eine Crowdfunding-Aktion auf Startnext.de das Budget für sein neuestes Spielfilmprojekt “Ostzone” (über das hier berichtet wurde) zu bekommen.

Rodja Pavlik

INFO: Transcendental Pictures: “Dunkel” – D 2002, Horror – ca. 100 min (+ 50 min. Bonusmaterial). Regie: Hendrik Röhrs. Drehbuch: Timo Wussow, René Rausch – nach einer Idee von René Rausch und Timo Wussow. Kamera: Lars Kelich. Special Effects: Steffen Röhrs, Timo Wussow. Design/Ausstattung/Kostüme: Hendrik Röhrs, Gitta Röhrs, Katrin Wierstorf. Make Up: Katrin Wierstorf, Anna Göhring. Musik: Lars Kelich. Produktion: Lars Kelich, René Rausch, Timo Wussow. Darsteller: Jana Bösche, René Rausch, Katrin Wierstorf, Hendrik A. Röhrs, Svenja Müller, Susanne Bährisch, Timo Wussow, u.v.a.

Was ist HMC-Classics?

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7. September 2014 at 03:13

Kino – Ein Portrait

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“Loom”-Mastermind Stefan Müller kann auch anders: Nach “Jenseits”, “Tartarus” und “Biest”, die ja eher dem Unheimlichen, dem Fiktiven zugetan waren, hat der Steirer nun eine kleine, sehr berührende Doku über das Kino Feldbach und seinen 89-jährigen Besitzer August Pfister gedreht. Dem HomeMovieCorner verriet der Steirer die Hintergründe für diesen Ausflug in die Dokumentarschiene.

Kennengelernt habe ich das Kino über den Oliver Haas (Anm.: Produzent von “Biest”), der ja aus Feldbach ist. Er hat mir verraten, dass das Kino dort noch 35mm projiziert und daraufhin wollte ich unbedingt einen Film dort anschauen, da ich seit fast zehn Jahren keinen 35mm-Print mehr im Kino erlebt habe und diesen Charme mal wieder erleben wollte.

Im Kino angekommen habe ich dann gespannt beobachtet, wie dieser ältere Herr da alles im Alleingang erledigt. Er verkauft Kinotickets, er verkauft die Süßigkeiten, telefoniert und gibt Auskünfte über die Spielzeiten und reißt dann noch die Kinokarten am Eingang ab. Davon war ich so fasziniert, dass wir uns nach dem Film mit ihm und seinem Projektionisten Johann Leitgeb zusammengesetzt haben und sie uns ein wenig über das Kino erzählt haben. Da haben wir dann erfahren, dass das Kino kurz vor dem Schließen ist, da er nur noch für kurze Zeit 35mm Kopien von “ausgewählten” Filmen bekommt und er nicht die finanziellen Mittel hat, um auf Digital umzurüsten.

Daraufhin haben wir dann kurzerhand beschlossen eine Kurzdokumentation über das Kino zu drehen und haben die Facebookseite www.facebook.com/KinoFeldbach gebastelt. Durch die Kurzdokumentation ist es uns gelungen, Förderunterstützung zu finden, damit das Kino finanzielle Unterstützung erhält, um einen Saal zu digitalisieren. Auch die Stadt Feldbach hat dann finanziell mitgeholfen. Weiters lief die Dokumentation eine Zeit lang im Feldbacher Kino und hat geholfen, das Kino kurzzeitig neu zu beleben.

Mittlerweile ist der Hauptsaal vom Kino Feldbach digital und der kleine Saal analog. Wenn der Herr Pfister noch 35mm Kopien bekommt, dann spielt er diese auch, aber zumindest musste das Kino nicht geschlossen werden und der Herr Pfister kann weiterhin seinen Lieblingsarbeitsplatz mit all seiner Liebe betreiben.

Stefan Müller

INFO: https://www.facebook.com/KinoFeldbach (liken, das tut nicht weh)

Kino – ein Portrait - from Stefan Müller on Vimeo.

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6. September 2014 at 00:59

MILH: Polkov – “Pictures”, “Kamaro’s Song”

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© Alex Krischner

© Alex Krischner

Music I’d Like To Hear (In Indiefilms)

Die Grazer Truppe Polkov rund um Mastermind Laurenz Jandl gab im August 2013 mit ihrer Doppel-Vinylsingle “Reverie/Pictures” ihr erstes Lebenszeichen von sich. Und was für eines: Die zwei Songs, die komplett live im Studio eingespielt wurden, bestechen durch vielschichtige, träumerische Harmonien, wie sie von österreichischen Bands eher nicht zu erwarten sind. Von den beiden Songs hat “Pictures” für mich das größte Potenzial, in einem Film unterzukommen. Diese Melancholie schreit förmlich nach Coming-of-age-Drama. Ich stehe einfach auf den Song – und wenn ihn meine kleine Tochter (18 Monate) hört, kommt sie gleich angelaufen und will sich auf meinem Schoß das Video in fast meditativer Andacht ansehen. (Und das ist ein zusätzlicher Pluspunkt für mich)

Polkov sieht sich weniger als Band, sondern vielmehr als ein sich ständig wandelndes Kollektiv. Die Anzahl der teilnehmenden Musiker rangiert je nach Begebenheit zwischen vier und zehn Personen. Aktuell sind es sechs Mitglieder, die gerade die Veröffentlichung ihres Debütalbums am 24. Oktober 2014 vorbereiten.

Als erste Singleauskoppelung von dem schlicht nach der Gruppe benanntem Album “Polkov” gibt es schon das Lied “Kamaro’s Song” zu hören. Und auch hier ganz großer Pop (irgendwie höre ich Eels heraus), zu dem es auch einen cineastischen Augenschmaus in Form eines Videos gibt. Gedreht wurde in Barcelona an der Costa Brava in Cadaques – Regie führte die Spanierin Laura Martinova von Schloss. Die Dreiecksgeschichte und all die sonnigen Aufnahmen schreien geradezu: “Ja, so muss Sommer und junge Liebe sein! Heiß, verheißungsvoll und mit Aussicht auf Enttäuschung.” Hm, Erinnerungen an einen Sommer, den es heuer irgendwie nicht gab.

Rodja

INFO: http://polkov.com/

“Pictures”

“Kamaro’s Song”

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2. September 2014 at 01:38

Was läuft falsch in der Filmwerbung in Österreich?

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Bei den Filmfestspielen in Venedig feierte Ulrich Seidls neuester Film “Im Keller” seine Premiere. Auf dem gleichen Festival lief auch Severin Fialas und Veronika Franz’ “Ich seh / Ich seh” erstmals, der dem Vernehmen nach dem Horrorgenre zuzurechnen ist. (Uh… Genrefilm! Aus Österreich!)

Etwas, das mich stutzig macht (Falls ich was übersehen habe – bitte um Korrektur. Bin für jeden Hinweis dankbar): “Im Keller” startet voraussichtlich am 26. September in den österreichischen Kinos. Ein Trailer dazu erschien am 21. August auf YouTube, acht Tage vor der Premiere in Venedig (allerdings wurde der Trailer selbst erst am 29. August auf der Facebook-Seite des Verleihs beworben). Von “Ich seh / Ich seh”, der eben zum Teil von Seidls Frau Veronika Franz stammt, und der auch aus Seidls Filmproduktion kommt, gibt es noch keinen Starttermin – und auch keinen Trailer. Aber er läuft in Venedig. Zum Vergleich: Fatih Akins “The Cut” läuft laut ersten Informationen am 26. Oktober in den deutschen Kinos an – und es gibt schon einen Trailer.

Und weil so etwas ja nicht zum ersten Mal passiert, frage ich mich: Warum, zum Teufel, ist es in Österreich nicht möglich, einen schicken Trailer zwecks Entfachen des Interesses zwei, drei Monate vor dem Kinostart rauszuhauen? Warum geschieht das immer so halbherzig und lahmarschig? Hängt das wirklich mit dem PR-Budget für die Filme zusammen? Oder beachtet man das hierzulande einfach nicht?

Natürlich gibt es auch die Gegenbeispiele, wo es gut funktioniert hat, wie z.B. “Das finstere Tal”. Aber wieso passiert dieser (meiner Meinung nach) Kardinalsfehler immer noch, dass man das österreichische Publikum einfach missachtet? Ich möchte ja nicht die Steuerzahler-Karte zücken, aber ich tue es dennoch: Ich möchte wissen, wofür meine Steuern im Kulturbereich ausgegeben werden!!! Ich möchte Informationen über die Filme. Bilder. Eindrücke. Und das möglichst rechtzeitig, bitte schön!

Rodja

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1. September 2014 at 15:52

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“Lass jucken” – Hard facts zur Softporno-Serie

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© Martin Hentschel

© Martin Hentschel

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da suchten die vielen privaten TV-Sender billiges Sendematerial – und wurden ganz nackig dabei. RTL und Sat.1 lieferten sich gegenseitig Nackt-Schlachten, ob mit “Tutti Frutti”, entschärften Pornos, italienischen, französischen und amerikanischen Softerotikfilmen oder mit einem Griff in die Kiste der (damals) jüngeren Geschichte der deutsch Filmhistorie. Jawoll, Filme bzw. Filmserien wie “Liebesgrüße aus der Lederhose”, “Schulmädchen-Report”, Oswalt-Kolle-Filme und “Lass jucken, Kumpel” feierten ein Comeback und sorgten dafür, dass der Aufklärungsunterricht in der Schule obsolet wurde. Nicht umsonst nannte man die Privaten damals auch Schmuddelsender. Nun ist die Erotik-Sendeschiene längst eingestellt, die Filme aber immer noch Kult.

Der deutsche Schauspieler Martin Hentschel (“Tatort Calw: Hexensabbat”, “Die heimlichen Wunden”, demnächst “Herzlos”) hat schon einige Bücher den Filmen und Stars dieser Ära gewidmet – u.a. schrieb er als Co-Autor Portraits über Gloria Guida (Wow!), Laura Gemser (Doppel-Wow!) und über die Filmserie “Flotte Teens in heißen Jeans“. Nun hat Hentschel zusammen mit dem Filmemacher Christian Witte (“Die heimlichen Wunden”, “Der unendliche Planet”) in Eigenregie das Buch “Lass jucken! Die Kumpelfilme der 1970er” herausgebracht. Hentschel, der gerade erst den 30er feierte, stieß schon sehr, sehr früh auf diese Art der Aufklärung. “Zum ersten Mal sah ich 1993 im Nachtprogramm von RTL diese Filme. ‘Das Bullenkloster (Lass jucken, Kumpel 2)’ mochte ich besonders – das ist heute nicht anders. Für mich sind diese Filme mehr als die übliche Dutzendware jener Zeit. Es sind wichtige Zeitdokumente und Milieustudien, deren Entstehungsgeschichten nicht minder interessant sind”, erzählte Hentschel auf Anfrage dem HomeMovieCorner.

“Mich fasziniert bei der ‘Lass jucken, Kumpel’-Reihe dieses Gesamtbild: Milieufilm, Klamotte, harter Sexfilm, Drama…”, erläuterte der deutsche Schauspieler. “Damit waren die Filme sehr erfolgreich. ‘Lass jucken, Kumpel 3′ beispielsweise lockte in nur einem Monat 300.000 Zuschauer in die Kinos, was damals einer Million Mark Einspielergebnis entsprach. Teil 1 sahen insgesamt über vier Millionen Besucher, dafür gab es die ‘Goldene Leinwand’, Teil 2 hatte über eine Million Kinogänger, usw., usf. Dabei waren die Filme relativ günstig. Der erste Teil wurde zu großen Teilen vom Immobilienunternehmer und Filmemacher H.D. Bornhauser finanziert”, so Hentschel.

Auch einen Konnex zu Österreich gibt es. So drehte Franz Marischka, der Neffe von “Sissi”-Regisseur Ernst Marischka, alle fünf Original-Kumpel-Filme. Und: “Der österreichische Schauspieler und Grünen-Politiker Herbert Fux spielte in ‘Täglich Blasmusik im Hinterhaus – Der Kumpel lässt das Jucken nicht’ (1975, Franz Marischka) einen fiesen Zuhälter. Aufgrund dieses Filmes folgten in den 1990ern jahrelange Gerichtsprozesse zwischen Fux und der Produktionsfirma, weil Produzent Otto in die Videofassung heimlich nachgedrehte Hardcore-Inserts reingeschnitten haben soll. Auch kostete der Film, der unter dem Alternativtitel ‘Lass jucken, Kumpel 5′ Fux die Karriere als Politiker in Österreich“, beschreibt Hentschel die mitunter weitreichenden Folgen der Filme. “Die Filme waren auch bei euch Renner. In Österreich lief z.B. der erste Teil im Verleih der Gloria, Wien und wurde 1974 in Vorarlberg sogar verboten.”

“Ich habe viele Zeitzeugen dieser Filme treffen und befragen dürfen. Besonders mein guter Freund, der Berliner Künstler Michel Jacot – Hauptdarsteller in den zwei ersten Kumpelfilmen – oder der Marcus Otto – Sohn des Produzenten Gunter Otto und Chef von Herzog Video (Anm.: die Porno-Schmiede brachte Filme wie “Katharina und ihre wilden Hengste” oder “Josefine Mutzenbacher” heraus, die gemeinhin als Klassiker gelten) haben mich dabei stets tatkräftig unterstützt. Es war wie eine Reise in die Vergangenheit und ich bin verdammt stolz auf das Buch”, so Hentschel abschließend.

Rodja

INFO: Das Buch kann man über Amazon beziehen.

Written by HomeMovieCorner

1. September 2014 at 08:11

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“Hirschen” – Neuer Indie-Film in den österreichischen Kinos

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Ich muss sagen, ich habe eine Schwäche für so lokale Indie-Filme. Ob “Randgestalten” aus Nöchling/Niederösterreich (mit Josef Hader, Rezension hier), die Filme der Gruppe Mania Pictures aus Calw/Deutschland, “1810 – Für eine Handvoll Kaspressknödel” aus Tirol (Rezension hier), “Tödliche Verbindungen” aus Bad Tölz/D oder “Als das Wasser bergauf lief” aus dem Schwabenland – es macht mir immer wieder Spaß, solche Produktionen zu sehen, bei denen eine ganze Gemeinschaft mitgeholfen hat, diese zu realisieren. Und wenn dann so etwas ins Kino kommt, ist es nur um so beachtlicher.

Nun hat am Freitag die von den deutschen Filmemachern George Inci und Beatrice von Moreau in Außervillgraten/Tirol gedrehte Independent-Komödie “Hirschen – Da machst was mit!” in Lienz den Auftakt zu einer Kinotour durch Tirol (auch Südtirol), Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark gefeiert (Termine bitte der Film-Site entnehmen).

Zugegeben, der so genannte Trailer ist eher ein Teaser – und zum Filmstart nur den serviert zu bekommen, hinterlässt einen etwas ratlos. Zumindest konnte ich im Making-Of-Trailer mit Joseph Holzknecht und Bernhard Wolf schon mal zwei Schauspieler entdecken, die bereits bei “1810 – Für eine Handvoll Kaspressknödl” mitgespielt haben. Und auch Oswald Fuchs (“Für tot erklärt”, “Der alte Fuchs”) ist kein gänzlich Unbekannter.

Synopsis: In Hirschen lässt es sich gut leben, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als die Fabrik – der Hauptarbeitgeber im Dorf – ihre Pforten schließt. Der Großteil der Dorfbewohner wandert ab oder steht kurz davor. Nur wenige entscheiden sich für Hirschen, unter anderem auch die alteingesessene Stammtischrunde, die verzweifelt nach einem Ausweg aus der Misere sucht. Plötzlich passiert ein Wildunfall in der Nähe des Dorfes. Der leicht versehrte Fahrer kommt mit dem Schrecken davon und wird von den Dorfbewohnern gut verpflegt. Er wohnt in der Pension des Metzgers und seiner Tochter Susi, wird vom Arzt versorgt, der Mechaniker repariert sein Auto, der Polizist kümmert sich um die Formalitäten und der Bürgermeister bringt ihm die Schönheit des Ortes nahe. Das bringt die Stammtischrunde auf eine ebenso kuriose wie einträgliche – und natürlich nicht ganz legale – Idee…

Wie dem Pressetext zu entnehmen ist, ist “Hirschen” nicht nur ein Herzensprojekt von Regisseur George Inci gewesen, sondern auch eine 16-jährige Odyssee. Über acht Jahre schrieb der Deutsche an dem Drehbuch, weitere vier Jahre brauchte er, um in Deutschland eine Förderzusage zu bekommen, die aber ohne Angabe von Gründen wieder zurückgezogen wurde. Schließlich überredete Beatrice von Moreau ihn dazu, sein Drehglück in Österreich zu probieren.

“Da ‘Hirschen” ein so umfangreiches Projekt war und wir dachten, wir können das niemals aus eigener Kraft stemmen, haben wir Sponsoren angefragt und – nachdem klar war, dass wir in Osttirol drehen würden – bei der Cine Tirol, die schon mit Geld winkte, um Produktionskostenzuschuss angesucht”, erläutert Inci im Pressetext. Doch der Dreh schien unter keinem guten Stern zu stehen. “In Innsbruck casteten wir ca. zehn Tage lang, fanden aber nur fünf der erforderlichen ca. 40 Rollen. Außerdem bekamen wir eine Woche vor dem geplanten Drehbeginn am Freitagnachmittag eine Absage der Cine Tirol”, beschreibt der Filmemacher die Probleme. “Wir waren ja inzwischen Kummer gewöhnt und überlegten, ob wir es nicht einfach wagen sollten, auch dieses Riesenprojekt aus eigener Kraft und mit technisch geringstem Aufwand zu stemmen. Wir fuhren also in unser Filmdorf Außervillgraten, machten eine Gemeindeversammlung, stellten uns vor und erzählten, was wir so vorhatten. Wenn ich heute darüber nachdenke, ein absoluter Wahnsinn, was dann passiert ist.” Zu der Versammlung kam auch die Theatergruppe Außervillgraten – für die deutschen Filmemacher ein absoluter Glücksfall: “Wir konnten uns quasi fast alle Rollen ‘von der Stange” pflücken, denn die Mitglieder der Theatergruppe waren genau so, wie ich mir die Figuren vorgestellt habe. Angefangen bei Sepp Lusser, der die Hauptrolle spielt und genau das darstellte, was wir in Innsbruck so verzweifelt gesucht haben”, so Inci.

Aber mit den Schauspielern hörte die Hilfe der Dorfbewohner nicht auf. “Als die Außervillgrater außerdem hörten, dass wir alles aus eigener Kraft finanzieren müssen, bekamen wir eine enorme Unterstützung. Der Bürgermeister unterstützte uns, wo er nur konnte, stellte uns Drehorte zur Verfügung, seine Assistentin vermittelte uns alle Kontakte, die wir brauchten und sprang immer wieder ein, wenn Not am Mann war. Die Gemeindearbeiter wurden in unseren Dienst gestellt. Die Dorfbewohner ließen uns gratis in ihren Wohnungen drehen, die Feuerwehr half uns u.a. beim Absperren der Straßen und die Musikkapelle spielte für uns, um nur einen Bruchteil dessen zu nennen, was wir in diesem Dorf an Unterstützung erfahren haben”, schwärmt Inci abschließend.

Oh, was für eine Underdog-Geschichte. Ich hoffe, dass da ein umfangreiches Making Of herauskommt. Und dem “Hirschen”-Team wünsche ich den gleichen “Local Hit Wonder”-Erfolg wie dem ebenfalls aus Tirol stammendem “1810 – Für eine Handvoll Kaspressknödel”, der 2011 immerhin 8.031 Besucher in die heimischen Kinos lockte und auf ORF 1 und ORF III lief.

Rodja

PS: Mist, ich vermisse Wien auf der Startliste!

INFO: www.hirschen-film.com; Facebook-Site: www.facebook.com/pages/Hirschen-Kinofilm

“Hirschen” – offizieller Making-of-Trailer”

Written by HomeMovieCorner

30. August 2014 at 06:09

Drehschluss für Tom Bohns “Black Wedding”

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© Daniel Schweinert

© Daniel Schweinert

Es hat nicht lang gedauert: Nach seinem Ausflug in den Independent-Bereich 2012 mit dem Mysterystreifen “Reality XL” (mit Heiner Lauterbach) hat der deutsche Regisseur Tom Bohn (diverse “Tatorte”, “Straight Shooter” mit Dennis Hopper und Heino Ferch) mit seiner Filmproduktion Indie Stars nun nachgelegt und innerhalb von 15 Tagen die schwarze Komödie “Black Wedding” abgedreht. Das Bemerkenswerte an dem Film: Regisseur Bohn verspricht, dass in dem Film nur drei Worte fallen. (Hm… “Ich liebe dich”?)

Wie einer Presseaussendung zu entnehmen ist, wurde dank neuester Technik und des dadurch drastisch verkleinerten Teams während der gesamten Drehzeit nur zwei Überstunden gemacht. Allerdings hat die Arbeit mit vier Black-Magic-Kameras und die 4K-Raw-Datenerfassung anfangs ein Umdenken bei der Produktion erfordert. “Wir drehen hier mit den Abläufen, die in spätestens vier bis fünf Jahren Standard sein werden. Gut für uns, das heute schon drauf zu haben”, wird Kameramann Frank Glencairn zitiert.

Synopsis: Ein Ehepaar hat sich nichts mehr zu sagen. Eigentlich wollen sich die beiden sogar gegenseitig los werden – wenn es sein muss, mit Hilfe von Mord. Dazwischen funkt den beiden nur ihre gemeinsame Tochter, die dabei allerdings auch nur ihren eigenen, dunklen Interessen folgt.

Derzeit befindet sich der Film nun im Schnitt. Nach einem Preview im Rahmen des hauseigenen Snowdance Independent Filmfestivals, das vom 30. Jänner bis 1. Februar 2015 in Landsberg am Lech stattfindet, soll der Film auf eine Festivaltour gehen. Der Kinostart in Deutschland ist dann für Ende 2015 angestrebt.

Rodja

INFO: http://black-wedding.info; http://indie-stars.de

Written by HomeMovieCorner

28. August 2014 at 17:06

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